Sonderschulung

Die Sonderschulung richtet sich an Kinder und Jugendliche mit dauerhaft besonderem Bildungsbedarf aufgrund einer Beeinträchtigung. Sie umfasst Unterricht, Therapie, Erziehung und Betreuung.

Inhaltsverzeichnis

Anspruch auf Sonderschulung

Ein möglicher Anspruch auf Sonderschulung besteht vom Zeitpunkt des Eintritts in die Kindergartenstufe bis zum Abschluss der obligatorischen Schulzeit, längstens jedoch bis zur Vollendung des 20. Altersjahres. Die Sonderschulung kann integrativ in der Regelschule oder separiert in einer Sonderschule erfolgen.
Für die Zuweisung zur Sonderschulung ist ein schulisches Standortgespräch (SSG) und eine schulpsychologische Abklärung mit Standardisiertem Abklärungsverfahren (SAV) verbindlich anzuwenden. Verantwortlich für die Zuweisung zur Sonderschulung ist die Schulpflege.

Überblick über die Positionierung der integrierten Sonderschulung
Abbildung: Positionierung der integrierten Sonderschulung im Überblick

Forum Sonderschulung

Das Forum Sonderschulung findet jährlich am ersten Mittwoch im November statt. Die Unterlagen werden im Anschluss an die Veranstaltung der Trägerschaft und der Gesamt- bzw. Schulleitungen der Sonderschulen zugestellt. Weitere Teilnehmende können die Unterlagen beim Sekretariat des Sektors Sonderpädagogik anfordern:
sonderpaedagogisches@vsa.zh.ch

Totalrevision Kinder- und Jugendheimgesetz (KJG)

Das neue Kinder- und Jugendheimgesetz (KJG) wurde vom Kantonsrat im November 2017 verabschiedet. Derzeit erfolgt die Erarbeitung der fachlichen Grundlagen für die Anpassungen der Verordnungen und Richtlinien. Im Rahmen der Totalrevision des KJG sind drei neue, zentrale Steuerungsinstrumente für die Sonderschulung geplant:

  • Versorgungsplanung
  • Leistungsvereinbarungen
  • Pauschalfinanzierung

Miteinbezogen in die Totalrevision sind Vertretungen der Sonderschulen und Gemeinden sowie weitere Vertretungen des Schulfelds. An Informationsveranstaltungen wird regelmässig über den aktuellen Stand der Arbeiten informiert.

Integrierte Sonderschulung (ISR/ISS)

Zielgruppe der integrierten Sonderschulung (ISR/ISS) sind Schülerinnen und Schüler mit einem hohen besonderen Bildungsbedarf, die in der Regelklasse unterrichtet werden können. Die Beschulung erfolgt gleichberechtigt für alle Kinder und Jugendliche. Sofern nichts anderes vereinbart wurde, erfolgt der Unterricht im Rahmen des geltenden Lehrplans 21. Es gibt zwei Arten der integrierten Sonderschulung: die eine in der Verantwortung der Regelschule (ISR) und die andere in der Verantwortung der Sonderschule (ISS).

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Bei der integrierten Sonderschulung in der Verantwortung der Regelschule (ISR) liegt die Hauptverantwortung für die sonderpädagogische Förderung bei der Regelschule. Sie gestaltet das Fördersetting der betroffenen Schülerinnen und Schüler so, dass eine angemessene Schulung gewährleistet ist. Die Schule plant, organisiert und führt die integrierte Sonderschulung durch. Bei Bedarf gewährleistet die Regelschule, dass Beratung und Unterstützung (B+U) von Seiten einer spezialisierten Sonderschule in Anspruch genommen wird.

Die Schulpflegen nehmen die Aufsicht über den Unterricht, die Therapie und die Erziehung und Betreuung der einzelnen Sonderschülerinnen und Schüler in der integrierten Sonderschulung in der Verantwortung der Regelschule wahr.

Das Volksschulamt (VSA) überprüft die Einhaltung der kantonalen Vorgaben mit dem Antrag der Schulpflege für die Mitfinanzierung durch den Kanton und nimmt die Aufsicht bei Meldung von Auffälligkeiten oder auf Wunsch einer Gemeinde wahr.

Ein Bestandteil der integrierten Sonderschulung in der Verantwortung der Regelschule (ISR) ist das Angebot Beratung und Unterstützung (B+U). Dieses richtet sich an Kinder und Jugendliche mit behinderungsspezifischem Unterstützungs- und Förderbedarf. Dabei sollen die betroffenen Schülerinnen und Schüler eine optimale Förderung im Klassenverband erhalten.

B+U wird durch spezialisierte Sonderschulen und deren Fachpersonal sowie die Hochschule für Heilpädagogik (HfH) angeboten. Dies kann auf zwei Arten erfolgen:

  • durch eine regelmässige, spezialisierte Unterstützung der Schülerin oder des Schülers, inklusive Durchführung einer Förderdiagnostik oder Erstellung einer Förderplanung
  • durch einzelne Beratungsstunden zu behinderungsspezifischen Fragen

Die Kosten von B+U werden durch die Gemeinde übernommen, sofern keine Mitfinanzierung durch den Kanton erfolgt. Hierfür ist eine Kostengutsprache der Schulpflege erforderlich.

Bei der integrierten Sonderschulung in der Verantwortung der Sonderschule (ISS) liegt die Hauptverantwortung für die sonderpädagogische Förderung bei der Sonderschule. Die ISS ist beispielsweise für Schülerinnen und Schüler mit einer komplexen Beeinträchtigung oder Behinderung gedacht, die permanent und in hohem Masse spezialisierte Fachkompetenzen benötigen und im Rahmen der Regelklasse unterrichtet werden können. Die Sonderschule plant, organisiert und führt die integrierte Sonderschulung in Zusammenarbeit mit der Schulleitung der Regelschule durch.

Externe Sonderschulung

Stellt man bei einer Schülerin oder einem Schüler fest, dass die Förderung mit einer integrativen Schulungsform nicht ausreichend ist, wird eine separierte Sonderschulung beschlossen. Diese findet in Einrichtungen wie Tagessonderschulen oder Schulheimen statt. Deren Angebot (Unterricht, Betreuung und Therapie) ist jeweils im Rahmenkonzept beschrieben.

Die Überprüfung der Sonderschulung eines einzelnen Schülers oder einer einzelnen Schülerin ist Aufgabe der zuweisenden Gemeinde.

Informationen für Sonderschulen

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Im Rahmen der Aufsicht über Sonderschulen überprüft der Kanton die Einhaltung der Bewilligungsvoraussetzungen. Bei Einrichtungen, die Beiträge des Kantons oder der Gemeinden erhalten, überprüft das Volksschulamt (VSA) zusätzlich die Voraussetzungen der Beitragsberechtigung sowie die wirtschaftliche und zweckgebundene Mittelverwendung.

Zur Aufsicht des Kantons gehören die pädagogische und finanzielle Aufsicht. Die finanzielle Überprüfung erfolgt jährlich. Alle zwei Jahre findet ein Besuch vor Ort mit der vorgängigen Prüfung der notwendigen Unterlagen statt. 
Der Sektor Sonderpädagogik informiert die Sonderschulen über den Besuchstermin und die Beobachtungsschwerpunkte. Grundlage für die Dokumentation der Aufsicht ist das Überprüfungsprotokoll «Aufsicht Sonderschulen». Darin werden verbindliche Auflagen, die die Schule erfüllen muss, und Entwicklungsziele definiert. Zeigen sich schwerwiegende Mängel kann dies zu einer Kürzung der Staatsbeiträge führen. Werden die Mängel nicht behoben, droht ein Entzug der Betriebsbewilligung.

Wird eine Aufsichtsbeschwerde bei der Bildungsdirektion eingereicht, prüft diese der Sektor Sonderpädagogik in der Regel in Zusammenarbeit mit dem Rechtsdienst des VSA und allenfalls weiteren Stellen.

Aufsicht durch die Trägerschaft

Die Trägerschaft nimmt als strategisches Führungsorgan und als vorgesetzte Stelle der Schul- oder Gesamtleitung ebenfalls eine Aufsichtsfunktion wahr. Zur Aufsicht durch die Trägerschaft gehören beispielsweise die Mittelbeschaffung und -verwendung, die Genehmigung des Budgets, die Festlegung der Organisation, die Verantwortung des Qualitätsmanagements oder die Erstellung des Jahresberichts.

Das Pensenpoolmodell ist ein Arbeitsmittel zur Berechnung des Stellenplans einer Tagessonderschule. Zur Ermittlung und Zuweisung von Personalressourcen an die einzelnen Tagessonderschulen wurden Kategorien von gleichartigen Schulen gebildet:

  • Typus A: Kinder mit besonderen Strukturbedürfnissen (Lern- und Verhaltensbehinderung, Sprachbehinderung)
  • Typus B: Kinder mit intensiven Förder- und Pflegebedürfnissen (Körper- und Sinnesbehinderung)
  • Typus C: Kinder mit besonderen Förderbedürfnissen (Geistige Behinderung)

Die Tagessonderschulen beantragen ihre Stellen jährlich mit dem Pensenpoolformular bis zur festgelegten Frist an:
sonderpaedagogisches@vsa.zh.ch.

Alle vom Volksschulamt (VSA) beaufsichtigten Sonderschulen nehmen einen öffentlichen Auftrag wahr und unterstehen deshalb dem Archivgesetz. Demgemäss hat jedes öffentliche Organ eine Person zu bezeichnen, die für die Aktenablage und die Umsetzung der gesetzlichen Bestimmungen bezüglich Informationsverwaltung verantwortlich ist.

Die Sonderschulen führen für ihre Schülerinnen und Schüler ein Dossier, in dem alle geschäftsrelevanten Akten abgelegt werden – dazu gehören z.B. Zuweisungsberichte oder Zeugnisse.

Das Gesetz regelt ausserdem, wie lange Akten im Minimum aufbewahrt werden müssen, und wie mit den Dossiers umgegangen wird, wenn diese Aufbewahrungsfrist abgelaufen ist.

Die Bildungsdirektion legt die Ausbildungsanforderungen für das in den Sonderschulen tätige Personal fest. Massgebend sind die kantonalen und bundesrechtlichen Bestimmungen. Für Sonderschulheime gilt zudem die Pflegekinderverordnung.

Die Sonderschulen haben für jede Funktion über einen Stellenbeschrieb zu verfügen. Dieser gibt Auskunft über den Auftrag und die damit verbundenen Tätigkeiten, die Ausbildungsanforderungen, die Kompetenzen und Pflichten.

Die Stellenbesetzung für das leitende Personal liegt in der Verantwortung der Trägerschaft. Das Volksschulamt (VSA) prüft vor der Anstellung des leitenden Personals der Sonderschulen, ob die Ausbildungsanforderungen erfüllt sind.

Erfüllt die Leitungsperson die Ausbildungsanforderungen, erteilt das Volksschulamt (VSA) eine definitive Zulassung bezogen auf die Tätigkeit in dieser Einrichtung.

Alle übrigen Stellen werden durch die verantwortlichen Leitungspersonen der Sonderschulen oder gemäss Reglement der Trägerschaft besetzt. Diese haben zu gewährleisten, dass die Mitarbeitenden die Ausbildungsanforderungen erfüllen oder sich im Rahmen der Personalentwicklung nachqualifizieren.

Im Rahmen ihrer Aufsichtspflicht überprüft das Volksschulamt (VSA), Sektor Sonderpädagogik, die Ausbildungsqualifikation des Personals der Einrichtungen in quantitativer und qualitativer Hinsicht gestützt auf die eingereichte Personalliste. Werden die Ausbildungsanforderungen nicht vollumfänglich erfüllt, entscheiden die Verantwortlichen der Aufsicht des Sektors Sonderpädagogik über allfällige Auflagen oder Entwicklungsziele. Die Einrichtung begründet die Situation in diesen Fällen und legt ihre Personalentwicklungsmassnahmen offen.

Detaillierte Informationen zum Thema sind im Merkblatt «Ausbildungsanforderung und Stellenbesetzung in Sonderschulen und Schulheimen» zu finden.

Tagesstrukturen für Sonderschülerinnen und -schüler

Schülerinnen und Schüler an Sonderschulen sowie integrierte Sonderschülerinnen und –schüler haben Anspruch auf ein dem Bedarf entsprechendes Betreuungsangebot zwischen 07.30 und 18.00 Uhr. Es ist für jede Sonderschülerin bzw. jeden Sonderschüler individuell zu klären, wie der Bedarf und der Anspruch sind.
Das vereinbarte Betreuungsangebot ist bei einer externen Sonderschulung und bei integrierter Sonderschulung in der Verantwortung der Sonderschule (ISS) im Aufnahmevertrag und bei integrierter Sonderschulung in der Verantwortung der Regelschule (ISR) in der ISR-Vereinbarung festzuhalten.

Grundangebot Betreuung gemäss Volksschulgesetz (VSG ) Artikel 36 und 64

Abhängig von der Form der Sonderschulung variiert das Grundangebot an
Betreuung. Das Betreuungsangebot der Sonderschulen wird vom Volksschulamt genehmigt.  

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Das Grundangebot an Betreuung (= Öffnungszeiten, welche Unterricht, Betreuung und Therapien gemäss Verordnung über die sonderpädagogischen Massnahmen (VSM) beinhalten) umfasst, je nach Schulstufe und Behinderungsart, 22 bis 42 Stunden pro Woche. Es wird im Rahmenkonzept der Tagessonderschule definiert und ist in der Versorgertaxe, welche die Gemeinde bezahlt, inbegriffen. Die Eltern leisten einen Verpflegungskostenbeitrag.

Der Stellenbedarf wird mit Hilfe des Pensenpools errechnet (vgl. Richtlinien zum Pensenpool für Tagessonderschulen).
 

Das Grundangebot an Betreuung (= Öffnungszeiten, welche Unterricht, Betreuung und Therapien gemäss Verordnung über die sonderpädagogischen Massnahmen (VSM) beinhalten) umfasst mindestens 45 Stunden pro Woche. Es wird im Rahmenkonzept des Schulheims definiert und ist in der Versorgertaxe, welche die Gemeinde bezahlt, inbegriffen.
Die Eltern leisten einen Verpflegungskostenbeitrag.

Der Stellenbedarf wird innerhalb der Stellenverfügung für Schulheime abgebildet.
 

Das Grundangebot der Institution umfasst grundsätzlich die Betreuung (inkl. Unterricht und Therapien gemäss Verordnung über die sonderpädagogischen Massnahmen (VSM)) während den Blockzeiten der Schule und über den Mittag (ausser mittwochs). Das Grundangebot ist im Rahmenkonzept der verantwortlichen Sonderschulen festgelegt und ist in der Versorgertaxe, welche die Gemeinde bezahlt, inbegriffen.
Die Eltern bezahlen, gemäss den Tarifen der Gemeinde, den gleichen Betrag für die Mittagsbetreuung wie Regelschülerinnen und –schüler.

Der Stellenbedarf für die behinderungsbedingten Mehrkosten zum Angebot der Gemeinde wird mit Hilfe des Pensenpools errechnet (vgl. Richtlinien zum Pensenpool für Tagessonderschulen).
 

Das Grundangebot umfasst die Betreuung (inkl. Unterricht und Therapien gemäss Verordnung über die sonderpädagogischen Massnahmen (VSM)) während den Blockzeiten der Schule. Finanziert wird es im Rahmen des ISR-Settings. Elternbeiträge werden keine verrechnet.

Der Stellenbedarf für die behinderungsbedingten Mehrkosten zum Angebot der Gemeinde wird innerhalb des individuellen Settings definiert.
 

Ergänzende Tagesstrukturen

Benötigt eine Sonderschülerin oder ein Sonderschüler zusätzlich zum
Grundangebot eine Betreuung zwischen 07.30 und 18.00 Uhr, ist diese gleich wie bei den Regelschülerinnen und -schülern zu gewährleisten. Die Schulpflege ist für die Organisation und Finanzierung verantwortlich (inkl.
behinderungsbedingte Mehrkosten für den Transport). Soweit vorhanden, kommen dabei folgende Varianten in Frage:

  • Die Sonderschülerin oder der Sonderschüler nutzt das bedarfsgerecht angepasste Betreuungsangebot der Wohngemeinde
  • Die Sonderschülerin oder der Sonderschüler nutzt das Betreuungsangebot der Wohngemeinde mit Beratung und/oder personeller Unterstützung (B+U) durch die Sonderschule
  • Die Sonderschülerin oder der Sonderschüler nutzt ein zusätzliches Betreuungsangebot an einer Sonderschule

Sonderschulen können ein eigenes Angebot für ergänzende
Tagesstrukturen bereitstellen. Insbesondere bei komplexen Beeinträchtigungen oder Behinderungen kann ein Angebot durch eine Sonderschule notwendig sein. Wird ein solches Angebot von einer Gemeinde genutzt, verrechnet die Sonderschule die Kosten direkt der Gemeinde.

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Ergänzend zum Grundangebot kann die Tagessonderschule zwischen 7.30 und 18.00 Uhr ein Betreuungsangebot anbieten.
Die Finanzierung erfolgt durch die Gemeinde gemäss den Tarifen der Sonderschule (Vollkosten).
Der Elternbeitrag richtet sich nach den Tarifen der Gemeinde und ist nicht höher als der bei Regelschülerinnen und -schülern.

Der Stellenbedarf wird gemäss Aufwand ermittelt.
 

Ergänzend zum Grundangebot kann das Schulheim zwischen 7.30 und 18.00 Uhr ein Betreuungsangebot anbieten.
Die Finanzierung erfolgt durch die Gemeinde gemäss den Tarifen der Sonderschule (Vollkosten).
Der Elternbeitrag richtet sich nach den Tarifen der Gemeinde und ist nicht höher als der bei Regelschülerinnen und -schülern.

Der Stellenbedarf wird gemäss Aufwand ermittelt.
 

Ergänzend zum Grundangebot besteht die Möglichkeit, für Schülerinnen und Schüler der integrierten Sonderschulung in der Verantwortung der Sonderschule (ISS), zwischen 7.30 und 18.00 Uhr Betreuung anzubieten.

Schülerinnen und Schüler in der ISS haben Anrecht auf den gleichen Umfang an ergänzender Tagesstruktur zwischen 7.30 und 18.00 Uhr wie Regelschülerinnen und -schüler.

Die ergänzende Tagesstruktur kann entweder innerhalb des Angebots der Gemeinde (z.B. Hort der Regelschule) oder in Form von Nutzung des Betreuungsangebots der Sonderschule angeboten werden.

Wird das Angebot der Gemeinde (z.B. Hort der Regelschule) genutzt, werden die behinderungsbedingten Mehrkosten durch die Gemeinde getragen. Der Elternbeitrag ist gleich wie bei Regelschülerinnen und -schülern und richtet sich nach den Tarifen der Gemeinde.
Die behinderungsbedingten Mehrkosten sind im Rahmen des ISS-Settings zu definieren.

Wird das Angebot der Sonderschule genutzt, verrechnet die Sonderschule ihre festgelegten Tarife der Gemeinde (Vollkosten).
Der Elternbeitrag ist gleich wie bei Regelschülerinnen und -schülern und richtet sich nach den Tarifen der Gemeinde.

Der Stellenbedarf wird gemäss individuellem Setting ermittelt.
 

Schülerinnen und Schüler in der integrierten Sonderschulung in der Verantwortung der Regelschule (ISR) haben Anrecht auf den gleichen Umfang an ergänzender Tagesstruktur zwischen 7.30 und 18.00 Uhr wie Regelschülerinnen und -schüler. Die behinderungsbedingten Mehrkosten sind im Rahmen des ISR-Settings zu definieren und durch die Gemeinde zu finanzieren.
Der Elternbeitrag ist gleich wie bei Regelschülerinnen und -schülern und richtet sich nach den Tarifen der Gemeinde.

Der Stellenbedarf wird gemäss individuellem Setting ermittelt.
 

Berufswahl- und Lebensvorbereitung in der Sonderschulung

Mit dem Eintritt in die Sekundarstufe stehen wichtige berufliche Entscheide für die Zukunft der Schülerinnen und Schüler an. Dabei werden sie unterstützt und befähigt, ihr Leben nach der Schule erfolgreich zu bewältigen. Jugendliche in einer Sonderschulung sind auf spezifische Unterstützung angewiesen. Die Berufswahl- und Lebensvorbereitung in der Sonderschulung ist in einem Rahmenkonzept des Volksschulamts geregelt.

Einzelunterricht

In Ausnahmefällen kann eine Sonderschulung als Einzelunterricht für maximal sechs Monate angeordnet werden etwa für Schülerinnen und Schüler, die nicht weiter in der Regelklasse unterrichtet werden können und auf einen Platz in einer Sonderschule warten oder bei schweren Verhaltensauffälligkeiten. Die Sonderschulung als Einzelunterricht ist keine Disziplinarmassnahme und ausserdem von der sogenannten Auszeit zu unterscheiden. Für eine Zuweisung zur Sonderschulung als Einzelunterricht sind ein schulisches Standortgespräch (SSG) sowie eine schulpsychologische Abklärung notwendig.

Angebot und Durchführung

In der Regel müssen mindestens die Hälfte der im Lehrplan 21 vorgesehenen Lektionen erteilt werden. Es können – namentlich bei einem kurzen Einzelunterricht – auch leicht weniger Lektionen angeboten werden, sofern die Schülerin oder der Schüler im Hinblick auf die Weiterschulung stofflich nicht zu viel verpasst. Kinder und Jugendliche im Einzelunterricht haben Anrecht auf Tagesstrukturen. Diese erfolgen soweit möglich im Rahmen der Tagesstrukturen der Gemeinde.

Analog zu Sonderschulplatzierungen wird eine schriftliche Vereinbarung erarbeitet, in der die konkrete Ausgestaltung der Sonderschulung als Einzelunterricht, die finanziellen Verpflichtungen und die Aufgaben der beteiligten Lehr-, Beratungs- und Betreuungspersonen sowie der Eltern festgehalten werden. Der Einzelunterricht wird von einer Lehrperson mit EDK-anerkanntem Regelklassenlehrdiplom und wenn möglich einem EDK-anerkannten Hochschuldiplom in schulischer Heilpädagogik erteilt. Die Lehrperson erstellt ausserdem eine Förderplanung.

Versorgungsplanung Sonderschulung

Das Volksschulamt schätzt periodisch im Rahmen der Versorgungsplanung den künftigen Bedarf an Sonderschulplätzen. Der bisherige Bedarf und die Entwicklung der Gesamtschülerschaft werden dabei berücksichtigt. Das Volksschulamt (VSA) teilt die gemäss Versorgungsplanung notwendigen Plätze den bewilligten Sonderschuleinrichtungen zu.
Die Versorgungsplanung soll sicherstellen, dass auch in Zukunft genügend Sonderschulplätze zur Verfügung stehen. Hierzu schätzt das VSA periodisch für jede Behinderungsart in einer Versorgungsplanung den künftigen Bedarf an Sonderschulplätzen ein.

Monitoring Sonderschulung

Im Rahmen des Monitorings unterstützt das Volksschulamt (VSA) die Gemeinden bei Bedarf bei der Steuerung des sonderpädagogischen Angebots, um wenn notwendig die Sonderschulungsquote stabilisieren oder reduzieren zu können.

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Das Monitoring beinhaltet ein zweistufiges Verfahren, wobei die zweite Stufe nur bei einer erhöhten Sonderschulungsquote zur Anwendung kommt.

1. Stufe: Jährliche Datenspiegelung

Jährlich spiegelt die Bildungsdirektion den Schulgemeinden steuerungsrelevante Daten zur Sonderschulung. Die Datenbasis umfasst alle Volksschülerinnen und -schüler im Verantwortungsbereich der Schulgemeinde. Die Daten werden getrennt nach Kindergarten-, Primar- und Sekundarstufe aufbereitet. Die Datenspiegelung beinhaltet folgende Informationen:

  • Grafiken mit den Verläufen von sonderschulisch relevanten Quoten
  • auf die Schulgemeinde bezogene Daten mit absoluten und prozentualen Zahlen pro Stufe
  • auf den Kanton bezogene Daten mit absoluten und prozentualen Zahlen
  • Zusammenstellung der relevanten Kontextdaten im Zusammenhang mit der Sonderschulung

2. Stufe: Analyse und Steuerung

Ist die Sonderschulungsquote einer Schulgemeinde erhöht, bietet das Volksschulamt (VSA) Unterstützung bei der Analyse der Quote sowie zu deren Stabilisierung oder Reduktion. Hierfür sind folgende Schritte vorgesehen:

  • Es wird eine erweiterte Datenanalyse aufgrund einer ergänzenden Datenerhebung durch die Schulgemeinde erstellt.
  • Eine qualitative Analyse aufgrund einer Standortbestimmung der Schulgemeinde in Bezug auf die sonderpädagogischen Massnahmen wird durchgeführt.
  • Gestützt auf die vorgängigen Analysen führt die zuständige Fachperson des Sektors Sonderpädagogik ein Gespräch mit der Schulgemeinde (Schulpflege, Schulleitung, Schulpsychologischer Dienst).
  • Die Schulgemeinde erarbeitet auf dieser Grundlage – und allfälligen weiteren Analysen – einen Massnahmenplan mit den Hauptschwerpunkten zur Stabilisierung oder Reduktion der Sonderschulungsquote.
  • Die Zielsetzungen und Massnahmen werden regelmässig überprüft.

Sind die Zielsetzungen erreicht, beginnt das Vorgehen wieder bei Stufe 1, der jährlichen Datenspiegelung.

Die Zahlen der Datenspiegelung werden durch die Bildungsstatistik (Bista) erhoben und basieren auf den Angaben der Gemeinde und der Sonderschulen. Der Stichtag für die Erhebung der Zahlen ist jeweils der 15. September.

Zur Berechnung der Quoten wird eine Grundgesamtheit von Schülerinnen und Schülern verwendet, die in allen Gemeinden im Hinblick auf den Sonderschulbedarf vergleichbar ist. Die Grundgesamtheit besteht einerseits aus Schülerinnen und Schülern in Regelklassen der öffentlichen Volksschule (Stufe Kindergarten, Primar, Sekundar I) und andererseits aus Sonderschülerinnen und -schülern bis zum 20. Altersjahr. Nicht zur Grundgesamtheit zählen Gymnasien und Privatschulen.

Alle Schülerinnen und Schüler mit Wohnort im Kanton Zürich werden dabei erfasst und die Daten nach Stufen getrennt dargestellt. Sonderschülerinnen und -schüler zwischen dem 16. und 20. Altersjahr werden der Sekundarstufe zugeteilt.

Datengenauigkeit

Die bisherigen Erfahrungen und Analysen zeigen, dass aufgrund der Statistik der Bista die groben Entwicklungen der Sonderschulungsquoten abgebildet werden können und deshalb die jährliche Datenspiegelung als erste Stufe des Monitorings zweckmässig ist. 

Umfassende Statistik

Für eine detaillierte quantitative und qualitative Analyse der Sonderschulungsquote, also für die zweite Stufe des Monitorings, ist eine erweiterte Datenerfassung notwendig, die über die Zahlen der Bista hinausgeht. Hierfür wird das Formular «Datenerfassung Berechnung Sonderschulungsquote» verwendet. Dieses ist durch die Schulgemeinde auszufüllen. Mit diesem Formular werden alle Sonderschulungsformen erfasst, wie z.B. die ausserkantonalen Sonderschulungen. Die Daten sind nach Schulstufen unterteilt, womit unter anderem ein Vergleich mit den Daten der Bista möglich ist.

Zeigt sich aufgrund der jährlichen Datenspiegelung in einer Gemeinde eine erhöhte Sonderschulungsquote, findet in einem dialogischen Verfahren eine Standortbestimmung inklusive qualitativer Analyse der Quote statt. Daraufhin definiert die Schulgemeinde einen Massnahmenplan zur Stabilisierung oder Reduktion der Sonderschulungsquote. Dieser soll zumindest die strategischen Zielsetzungen sowie die definierten Massnahmen enthalten. Entsprechende Vorlagen unterstützen die Schulgemeinden bei der Definition der Zielsetzungen und der Ausarbeitung des Massnahmenplans.

Sonderschulfinanzierung

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Schülerinnen und Schüler der integrierten Sonderschulung in Verantwortung der Regelschule (ISR) haben einen Anspruch auf Förderung und Tagesbetreuung. Die Kosten hierfür trägt grundsätzlich die Gemeinde. Seit der Änderung der Verordnung über die Finanzierung der ISR im Jahr 2014, beteiligt sich auch der Kanton an den Kosten.

Für die personenbezogene oder pauschale Kostenzusammenstellung zuhanden des Kantons stehen entsprechende Formulare zur Verfügung.

Sonderschulen mit privater Trägerschaft reichen dem Volksschulamt (VSA) ein Budget zur Genehmigung ein. Jeweils im Juli werden die entsprechenden Budget-Formulare aufgeschaltet.

Die Einreichung eines Budgets ist für kommunale Sonderschulen freiwillig. Werden jedoch Kinder und Jugendliche aus anderen Kantonen aufgenommen, sind die Brutto- und Nettotageskosten inklusive Berechnung mitzuteilen. Dabei sind die Budgetvorgaben zu berücksichtigen.

Es erfolgen zwei Teilzahlungen in der Höhe von insgesamt 80 Prozent des voraussichtlichen Kostenanteils gemäss Budget. Die Zahlungen werden üblicherweise wie folgt ausgelöst: die erste per Ende März (50 Prozent) und die zweite Ende Juli (30 Prozent). Der Auszahlung geht jeweils eine schriftliche Ankündigung voraus. Früher benötigte oder höhere Teilzahlungen können in begründeten Fällen per E-Mail beantragt werden. Die Schlusszahlung wird im Folgejahr aufgrund der definitiven Berichterstattung vorgenommen.

Die Beitragszahlung erfolgt aufgrund der eingereichten Unterlagen (Berichts- und Personalformular) im Rahmen der Berichterstattung. In begründeten Fällen kann ein Antrag für eine Teilzahlung bis maximal 80 Prozent des voraussichtlichen Kostenanteils gestellt werden. Voraussetzung für eine Teilzahlung ist die Einreichung eines Budgets.

Für Schulheime und Sonderschulen mit privater Trägerschaft steht das folgende Dokument zur Verfügung:

Spital- und Klinikschulen

Während einem Spital- oder Klinikaufenthalt können Kinder und Jugendliche eine Spital- oder Klinikschule besuchen, um den Anschluss an ihre Herkunftsschule nicht zu verlieren.

Spital- und Klinikschulen sind im Volksschulgesetz (VSG) als eigenständiges Bildungsangebot verankert. In der Spitalschulverordnung sind Einzelheiten für den Betrieb einer Spital- und Klinikschule geregelt.

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Im Rahmen seiner Aufsichtspflicht überprüft der Kanton die Umsetzung der Spitalschulverordnung. Die Aufsicht erfolgt durch das Volksschulamt (VSA). Dieses prüft und gewährleistet, dass die kantonalen Vorgaben eingehalten werden und dass der Einsatz der Mittel zweckgebunden und wirtschaftlich erfolgt.

Der Unterricht in einer Spitalschule wird individuell auf die Kinder und Jugendlichen abgestimmt und nimmt auf ihren Gesundheitszustand sowie die betrieblichen Verhältnisse des Spitals oder der Klinik Rücksicht.

Zeugnisse in Spital- und Klinikschulen

Schülerinnen und Schüler haben grundsätzlich Anspruch auf eine Beurteilung ihrer Leistungen. Das Zeugnis wird jeweils von der Schule ausgestellt, die für die Erfüllung der Schulpflicht verantwortlich ist. Die Dauer des Spitalschulbesuchs wird nicht als Absenz erfasst. Der Spitalbesuch darf im Zeugnis auch nicht ersichtlich sein – genauso wenig wie allfällige Diagnosen. Sollte eine Beurteilung nicht möglich sein, wird der Notenverzicht unter Bemerkungen begründet (z.B. «Notenverzicht gemäss §10 Zeugnisreglement aus gesundheitlichen Gründen»). In einem solchen Fall muss dem Zeugnis ein Lernbericht beigelegt werden.

Für den approximativen Abschluss, das Budget sowie die Berichterstattung der Spital- und Klinikschulen stehen folgende Dokumente zur Verfügung:  

Weiterführende Informationen

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Kontakt

Volksschulamt – Abteilung Besondere Förderung, Sektor Sonderpädagogik

Adresse

Walchestrasse 21
8090 Zürich
Route anzeigen

Telefon

+41 43 259 22 91

Sekretariat

Lageplan Volksschulamt

Für dieses Thema zuständig: