Bewilligungen für Tierärzte & Heilmittel

Tätigkeiten in tierärztlichen Betrieben setzen eine entsprechende Bewilligung des kantonalen Veterinäramts voraus. Wer Tierarzneimittel abgeben möchte, benötigt zudem eine Detailhandelsbewilligung.

Inhaltsverzeichnis

Sorgfalt und Verantwortung

Tierärztinnen und Tierärzte tragen eine grosse Verantwortung. Die tierärztliche Sorgfaltspflicht gibt die Rahmenbedingungen im Bereich Tiergesundheit sowie den verantwortungsvollen Umgang mit Heilmitteln vor. Gerade in der Nahrungsmittel­produktion ist es wichtig, Tierarzneimittel und im Besonderen Antibiotika korrekt einzusetzen.

Notwendige Bewilligungen

Für die Berufsausübung benötigen Tierärztinnen und -ärzte eine Bewilligung. Die Abgabe von Arzneimitteln im Rahmen der tierärztlichen Tätigkeit bedarf ausserdem einer Detailhandelsbewilligung des Veterinäramts. Das gilt auch für Zoo- oder Imkerfachgeschäfte. Ausserdem sind bei Bezug, Lagerung, Verschreibung und Abgabe von Arzneimitteln verschiedene Vorgaben zu beachten. Detailhandelsbetriebe sind nach Bundesvorgabe regelmässig zu kontrollieren.

Meldepflichten

Tierärztinnen und Tierärzte sind verpflichtet, die Antibiotikaverschreibungen elektronisch zu erfassen. Ebenfalls besteht eine Meldepflicht von Beissvorfällen mit Hunden. Details zu den Meldepflichten

Berufsausübung

Tierärztinnen und Tierärzte benötigen zur selbständigen Berufsausübung eine Bewilligung. Möchten Sie erstmalig eine Berufsausübungsbewilligung beantragen?

Die Berufsausübungsbewilligung ist in der Regel zehn Jahre lang gültig. Danach muss sie erneuert werden.

Alternativ- und Komplementärmedizin

Verschiedene alternativ- und komplementärmedizinischen Tätigkeiten an Tieren sind bewilligungspflichtig.

Um eine entsprechende Bewilligung beantragen zu können, benötigen Sie zwingend einen veterinärmedizinischen Hochschulabschluss.

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Bewilligungspflichtig sind Eingriffe wie Injektionen, Blutentnahmen, Biopsien oder Akupunktur. Auch alle diagnostischen oder therapeutischen Tätigkeiten an Tieren, bei denen eine übertragbare, den Menschen, Tierarten oder Tiergruppen gefährdende Krankheit vermutet wird, unterstehen der Bewilligungspflicht. Solche Fälle sind unverzüglich an eine Tierärztin oder einen Tierarzt zu überweisen.

Für eine Bewilligung benötigt man zwingend einen veterinärmedizinischen Hochschulabschluss.

Im Kanton Zürich benötigt man u. a. für diese Tätigkeiten keine Bewilligung:

Vorteile:

  • Behandlungen der (klassischen) Homöopathie
  • Tierphysiotherapie
  • Tätigkeit als Naturheilpraktikerin oder Naturheilpraktiker
  • Blutegeltherapie

Bewilligungsfrei tätige Heilpersonen dürfen nur rezeptfreie Arzneimittel anwenden. Die Arzneimittelabgabe ist ihnen nicht erlaubt.

Ausbildungen ausserhalb der tierärztlichen Tätigkeit sind im GesG nicht geregelt. Somit sind sie nicht melde- oder bewilligungspflichtig.
Vom Veterinäramt werden keine Lehrgänge anerkannt oder empfohlen.

Gemäss § 16 GesG muss Werbung sachlich sein und darf keinen Anlass zur Täuschung geben. Dies gilt auch für die nach dem neuen Gesundheitsgesetz bewilligungsfreien Heiltätigkeiten. Täuschend wäre z. B. eine Bezeichnung als Naturtierärztin oder -tierarzt. Eine solche Bekanntmachung der Berufstätigkeit würde vortäuschen, tierärztliche Tätigkeiten ausüben zu dürfen.

Arzneimittel-Abgabe

Wer im Rahmen der tierärztlichen Tätigkeit Arzneimittel abgibt, benötigt dafür eine Detailhandelsbewilligung. Dasselbe gilt für Zoo- oder Imkerfachgeschäfte. Beantragen Sie hier die von Ihnen benötigte Detailhandelbewilligung.

Welche Bewilligung möchten Sie beantragen?

Off-Label-Use melden

Möchten Sie ein als Arzneimittel oder Tierarzneimittel zugelassenes Betäubungsmittel für eine andere als die zugelassenen Indikationen abgeben oder verschreiben (Off-Label-Use), so füllen Sie das Meldeformular «Abgabe bzw. Verordnung eines als Arzneimittel oder Tierarzneimittel zugelassenen Betäubungsmittels für eine andere als die zugelassene Indikation» der Kantonalen Heilmittelkontrolle aus.

Praxisbetrieb

Für tierärztliche Praxisbetriebe, die als juristische Person geführt werden, ist neben der Berufsausübungsbewilligung eine Betriebsbewilligung einzuholen. 

Assistenz, Vertretung, Praktikum

Tierärztinnen und Tierärzte, die sich in ihrer Praxis vertreten lassen oder eine Assistentin bzw. einen Assistenten beschäftigen möchten, brauchen eine Bewilligung. Praktikantinnen bzw. Praktikanten dürfen während einem Zeitraum von zwölf Monaten für maximal sechs Monate ohne Bewilligung beschäftigt werden. Solche Einsätze sind aber meldepflichtig. 

Welche Bewilligung für Dritte möchten Sie beantragen?

90-Tage-Bewilligung

Ausländische Tierärztinnen und Tierärzte ohne Niederlassung in der Schweiz können beim zuständigen kantonalen Veterinäramt eine 90-Tage-Bewilligung beantragen. Das Gleiche gilt für Tierärztinnen und Tierärzte aus anderen Kantonen, die an höchstens 90 Arbeitstagen pro Kalenderjahr in der Schweiz / im Kanton Zürich tätig sind.

Detaillierte Informationen zur 90-Tage-Bewilligung entnehmen Sie diesem Merkblatt:

Sie möchten erstmalig eine 90-Tage-Bewilligung beantragen oder eine bestehende erneuern?

Unbedenklichkeitserklärung

Das «Certificate of Good Standing» (Unbedenklichkeitserklärung) benötigen Sie, wenn Sie Ihren Beruf in einem anderen Kanton oder im Ausland ausüben wollen.

Bitte senden Sie uns ein E-Mail mit Ihren persönlichen Angaben an kanzlei@veta.zh.ch mit dem Betreff «CoGS» und teilen Sie uns mit, ob das kostenpflichtige (100 Franken) Dokument auf Englisch oder auf Deutsch erstellt werden soll.

Falls Ihr Arbeitgeber die Vetsuisse Fakultät in Zürich ist, benötigen wir noch ein Arbeitszeugnis.

Die Bearbeitungsfrist für Unbedenklichkeitserklärungen beträgt bis zu zwei Wochen.

Meldepflichten

Antibiotika

Wegen antibiotikaresistenten Bakterien wächst die Zahl der Krankheiten, die kaum oder gar nicht mehr behandelt werden können, stetig. Mit dem Ziel, die Wirksamkeit von Antibiotika langfristig sicherzustellen, hat der Bund die Strategie Antibiotika­resistenzen (StAR) verabschiedet.

Informationssystem Antibiotika in der Veterinärmedizin

Das Informationssystem Antibiotika in der Veterinärmedizin (IS ABV) ist ein Bestandteil von StAR. Diese Datenbank dient der Erfassung von Antibiotikaverschreibungen für Tiere und ermöglicht es, die Behandlungsintensität bei Nutz- und Heimtieren sowie in verschiedenen Produktionstypen (z. B. Ferkelaufzucht, Kälbermast, Milchviehhaltung) und in den einzelnen Tierarztpraxen und -kliniken zu beurteilen.

Die elektronische Erfassung von Antibiotikaverschreibungen in der IS ABV ist obligatorisch.

Beissvorfälle

Tierärztinnen und Tierärzte sind verpflichtet, dem Veterinäramt Beissvorfälle mit Hunden zu melden.

Importierte Hunde & Katzen

Werden in Ihrer Praxis importierte Hunde oder Katzen vorgestellt, welche die Einfuhrbedingungen nicht erfüllen, melden Sie uns dies bitte umgehend telefonisch.

Weiterführende Informationen

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Kontakt

Veterinäramt

Adresse

Zollstrasse 20
8005 Zürich
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Telefon

+41 43 259 41 41

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Öffnungszeiten

Montag bis Freitag
08.30 bis 12.00 Uhr und
13.30 bis 17.00 Uhr

Öffnungszeiten Feiertage und Notfallkontakt

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