Integrationsangebote und -massnahmen der Bildungsbehörden im nachobligatorischen Bereich

Inhaltsverzeichnis

Details

Kapitelnr.
13.1.03.
Publikationsdatum
6. Januar 2021
Kapitel
13 Integrationsmassnahmen
Unterkapitel
13.1. Allgemeines zur beruflichen und sozialen Integration

Rechtsgrundlagen

Erläuterungen

1.Allgemeines zur Berufsbildung

Bildung ist ein wichtiges Element der Integration. Eine abgeschlossene Ausbildung nach der obligatorischen Schule ist bedeutend für einen nachhaltigen Einstieg in den Arbeitsmarkt. Personen ohne Berufsabschluss haben beeinträchtigte Berufschancen.

In der Schweiz stehen unterschiedliche Wege für eine gut qualifizierte Ausbildung offen. Ein wichtiger Pfeiler ist die duale Berufsbildung. Bei der Berufslehre wird die Ausbildung im Betrieb während drei bis vier Wochentagen mit einer berufsschulischen Ausbildung an ein bis zwei Wochentagen verbunden.

2.Berufsvorbereitungsjahre

Siehe Mittelschul- und Berufsbildungsamt des Kantons Zürich, Berufsvorbereitungsjahre

Bei den im Kanton Zürich angebotenen Berufsbildungsjahren handelt es sich um so genannte Brückenangebote für Jugendliche, die nach Abschluss der Sekundarstufe I nicht direkt in eine berufliche Grundbildung oder in eine Schule der Sekundarstufe II übertreten. Sie dauern in der Regel ein Jahr, sind freiwillig und dienen zur Behebung von schulischen, sprachlichen oder weiteren Defiziten, zur Orientierungshilfe und Entscheidungsfindung für die nachobligatorische Ausbildungslaufbahn sowie als Übergangslösung bei einem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage.

Die nachfolgenden Informationen über Brückenangebote im Kanton Zürich sind dem Papier «Öffentliche Brückenangebote Kanton Zürich» des Mittelschul- und Berufsbildungsamt vom 26. Mai 2014 entnommen.

2.1.Integrationsorientiertes Berufsvorbereitungsjahr

Das integrationsorientierte Berufsvorbereitungsjahr richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene von 15 bis 21 Jahren, die Unterstützung zur Erhöhung der Sprachkompetenz in der Landessprache, bei der Integration in die Gesellschaft und in die Arbeitswelt, der Berufswahl und der Lehrstellensuche benötigen.

2.2.Schulisches Berufsvorbereitungsjahr

Das schulische Berufsvorbereitungsjahr richtet sich speziell an Jugendliche von 15 bis 17 Jahren, die hauptsächlich schulische Lücken schliessen bzw. branchenspezifische Inhalte festigen möchten. Sie benötigen Unterstützung bei der Berufswahl und der Lehrstellensuche.

2.3.Praktisches Berufsvorbereitungsjahr

Das praktische Berufsvorbereitungsjahr richtet sich an Jugendliche von 15 bis 17 Jahren, die erste Einblicke in die Arbeitswelt und Fertigkeiten im angestrebten Berufsfeld erhalten möchten. Sie verfügen noch nicht oder nur teilweise über die notwendige Reife, um selbständig in einem Praktikumsbetrieb zu arbeiten. Im schulischen Bereich und bei der Berufswahl und der Lehrstellensuche sind sie auf Unterstützung angewiesen.

2.4.Betriebliches Berufsvorbereitungsjahr

Das betriebliche Berufsvorbereitungsjahr richtet sich an schulmüde Jugendliche von 15 bis 17 Jahren, die sich für einen Beruf oder ein Berufsfeld entschieden haben und erste Arbeitserfahrungen in einem Betrieb sammeln möchten. Sie verfügen über die notwendige Reife und Fähigkeit, an einem Praktikumsplatz selbständig zu arbeiten. Mehrheitlich besteht kein oder nur wenig Unterstützungsbedarf im schulischen und sozialen Bereich.

2.5.Vorlehre

Die Vorlehre ist für Jugendliche, die sich vor Beginn der Vorlehre für einen Beruf entschieden haben und sich in einem Betrieb auf die berufliche Grundbildung vorbereiten möchten.

2.6.Individuelle Begleitung

In allen staatsbeitragsberechtigten Berufsvorbereitungsjahren wird zusätzlich zum bereits bestehenden Stütz- und Förderangebot gemäss Rahmenlehrplan die individuelle Begleitung für Lernende, welche für das erfolgreiche Absolvieren des Berufsvorbereitungsjahrs zusätzliche Unterstützung benötigen, angeboten.

Weitere Informationen können dem Konzept «Zusätzliche individuelle Begleitung für Schulen mit staatsbeitragsberechtigten Berufsvorbereitungsjahre im Kanton Zürich» des Mittelschul- und Berufsbildungsamts vom 16. Mai 2014 entnommen werden.

3.Case Management Berufsbildung

3.1.Das nationale Projekt Case Management Berufsbildung

Das nationale Projekt Case Management Berufsbildung ist beim Staatssekretariat für Bildung. Forschung und Innovation SBFI angesiedelt. Es hat zum Ziel, gefährdete Jugendliche frühzeitig zu erfassen, laufend zu beobachten und auf dem Weg zu einem Abschluss auf Sekundarstufe II zu begleiten. Eine fallführende Stelle soll über institutionelle Grenzen sowie über die Dauer der Berufswahl und Berufsbildung hinweg für ein planmässiges, koordiniertes und kontrolliertes Vorgehen sorgen. Im Zentrum steht die Unterstützung zur Selbsthilfe (Empowerment) der gefährdeten Jugendlichen sowie die Effizienz- und Effektivitätssteigerung der eingesetzten Massnahmen aufgrund einer wirksamen Führung und Gestaltung der Prozesse.

Die Kantone sind für die Umsetzung des Case Managements Berufsbildung verantwortlich. Sie werden dabei vom Bund unterstützt.

Weitere Informationen finden sich unter Case Management Berufsbildung - Grundsätze und Umsetzung in den Kantonen (siehe Anlage) sowie auf der Homepage des Staatssekretariats für Bildung. Forschung und Innovation zum Case Management Berufsbildung.

3.2.Kantonales Projekt Netz2

Vgl. https://www.zh.ch/de/bildung/berufs-studien-laufbahnberatung/berufsberatung/case-management-netz2.html

Netz2 versteht sich als stufenübergreifende Koordinations- & Begleitstelle für Jugendliche und junge Erwachsene innerhalb der Berufsbildung, die einen Abschluss auf Sekundarstufe II anstreben.

Netz2 ist in der Bildungsdirektion des Kantons Zürich angesiedelt. Die Projektverantwortung liegt im Amt für Jugend und Berufsberatung. Weitere Zusammenarbeitspartner im Projekt sind das Mittelschul- und Berufsbildungsamt, das Volksschulamt und das Amt für Wirtschaft und Arbeit (Volkswirtschaftsdirektion).

Netz2 richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 24 Jahren,

  • die ihren Wohnsitz im Kanton Zürich haben,
  • die einen Abschluss auf Sekundarstufe II anstreben,
  • die aufgrund ihrer Situation auf Unterstützung verschiedener Akteure (in der Regel Fachstellen) angewiesen sind.

Besondere Unterstützung auf der Sekundarstufe II erhalten ausserdem Lernende, die Gefahr laufen, dass ihr Lehrverhältnis aufgelöst wird, oder bei denen eine Lehrvertragsauflösung gerade eben erfolgt ist. Sie werden von der Netz2 Case Managerin begleitet, welche im Mittelschul- & Berufsbildungsamt beheimatet ist.

Die Standorte von Netz2 finden sich unter

https://www.zh.ch/de/bildung/berufs-studien-laufbahnberatung/berufsberatung/case-management-netz2.html#main_peopleteaser

4.Berufsberatung des Kantons Zürich

Vgl. https://www.zh.ch/de/bildung/berufs-studien-laufbahnberatung/berufsberatung.html

Die kantonale Berufsberatung sorgt in Zusammenarbeit mit den öffentlichen Berufsinformationszentren (biz) für die fachgerechte Durchführung und Weiterentwicklung der Berufsberatung für Jugendliche und Erwachsene.

4.1.Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene

Die Berufsberaterinnen und -berater in Berufsinformations- bzw. Laufbahnzentren bieten Beratungen an, erstellen Fähigkeitsprofile und unterstützen die Jugendlichen bei der Berufs- und Laufbahnplanung. Es sind im Wesentlichen folgende Beratungsleistungen im Angebot:

4.2.Angebote für Erwachsene

Angebote für Erwachsene sind:

  • Laufbahnplanung durch Vornahme einer Standortbestimmung und gemeinsames Entwickeln von zu den Stärken der betroffenen Person passenden Visionen und Ziele
  • Bewerbungsunterstützung mittels Entwicklung einer Bewerbungsstrategie, Überprüfung der Bewerbungsunterlagen und Durchführung eines Coachings für Bewerbungsgespräche
  • Beratung im Bereich Weiterbildung und Unterstützung bei der Auswahl des geeigneten Angebots sowie Vermittlung von Informationen zur Finanzierung
  • Begleitung beim beruflichen Wiedereinstieg
  • Unterstützung bei Neuorientierung und Motivationssteigerung im Berufsalltag
  • Vermittlung von Informationen zum Schweizer Bildungssystem und Aufzeigen von Bildungsmöglichkeiten und deren Stellenwert in der Arbeitswelt
  • Jede Beratung beginnt mit einem persönlichen Gespräch, in welchem die betroffene Person die aktuelle Situation und ihre Anliegen schildern kann. Auf dieser Grundlage macht die Beratungsperson massgeschneiderte Vorschläge für das weitere Vorgehen. Zur Wahl stehen zusätzliche Beratungsgespräche oder Eignungs-, Interessen- und Persönlichkeitstests. Nach dem ersten Gespräch können die Dienstleistungen auch nur punktuell in Anspruch genommen werden.

    Für Personen, die vom Regionales Arbeitsvermittlungszentrum RAV (Beratung für Erwerbslose) oder von der Sozialhilfe (Beratung für Sozialhilfebeziehende) überwiesen werden, ist die Beratung kostenlos.

    Die Infotheken der Berufsinformationszentren stellen unentgeltlich Informationen zu Berufs-, Aus-, Weiterbildung auf verschiedenen Bildungsstufen zur Verfügung.

    Rechtsprechung

    Praxishilfen

    Formulare und Merkblätter der Berufs- und Laufbahnberatung

    Netz2 Anmeldung - Casemaking

Kontakt

Kantonales Sozialamt – Abteilung Öffentliche Sozialhilfe

E-Mail

sozialhilfe@sa.zh.ch

Für Fragen zur Interinstitutionellen Zusammenarbeit: iiz@sa.zh.ch


Für dieses Thema zuständig: