Bildungsangebote Migration

Die Bildungsdirektion des Kantons Zürich bietet verschiedene Veranstaltungen und Informationen rund um das Thema Bildung und Migration an. Fachpersonen, Institutionen und Behörden können sich hier über diese Angebote informieren.

Inhaltsverzeichnis

START! Berufsbildung

Für anerkannte Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen (Ausweis B oder F) bietet der Kanton Zürich einen speziellen Kurs an, der auf eine Ausbildung in der Schweiz vorbereitet. Ziel des Angebots ist ein möglichst rascher Einstieg in eine Berufsvorbereitung, in eine berufliche Grundbildung oder in ein weiterführendes Bildungsangebot der Sekundarstufe II.

In das Angebot können – sofern Plätze vorhanden sind – auch spät zugewanderte junge Erwachsene mit Migrationshintergrund aufgenommen werden. Deren Besuch kann jedoch nicht über die Integrationspauschale abgerechnet werden, sondern muss direkt von den fallführenden Stellen finanziert werden.

Angebot

START! Berufsbildung bietet folgende Möglichkeiten:

  • Potenzialabklärung und Laufbahnbegleitung bei der Berufswahl durch Fachpersonen der Berufsinformationszentren im Kanton Zürich (biz) bzw. des Laufbahnzentrums der Stadt Zürich (LBZ).
  • Aufbau der Sprachkompetenzen bis auf Niveau A2/B1 für den Anschluss an weiterführende Angebote der Regelstrukturen.
  • Aufbau und Stärkung von Grundkompetenzen wie Mathematik, Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) sowie Lern- und Arbeitstechniken.

Vorabklärung und Anmeldung

  1. Die Eignung für das Angebot wird durch eine Potenzialabklärung festgestellt.
  2. Die Anmeldung für die Potenzialabklärung erfolgt ausschliesslich durch die fallführenden Stellen der kantonalen Asyl- und Flüchtlingsstrukturen sowie der Gemeinden und nur bei Erfüllung der entsprechenden Voraussetzungen. Diese sind im Anmeldeformular ersichtlich.
  3. Geeignete Personen werden von den Berufsberatenden der kantonalen Berufsinformationzentren (biz) an die EB Zürich zugewiesen. Die Zuweisung durch die biz resp. durch das Laufbahnzentrum der Stadt Zürich (LBZ) ist über das ganze Jahr laufend möglich.
  4. Der definitive Aufnahmeentscheid erfolgt nach einem Einstufungstest an der EB Zürich. Dies auch in Abhängigkeit davon zu welchem Zeitpunkt und in welchem Bildungsgang der Einstieg möglich ist.

Finden Sie Ihr zuständiges biz.

START! Berufsbildung ist ein gemeinsames Angebot des Mittelschul- und Berufsbildungsamts, des Amts für Jugend und Berufsberatung und der kantonalen Fachstelle Integration. Es wird von der EB Zürich umgesetzt. Auskünfte hinsichtlich des Bildungsangebotes START! Berufsbildung erteilt die EB Zürich.

Integrationsvorlehre

Die Integrationsvorlehre ist ein Angebot für Geflüchtete und vorläufig aufgenommene Personen, die bereits Berufserfahrung mitbringen.

Die Teilnehmenden erwerben in der praktisch ausgerichteten Integrationsvorlehre die Grundlagen, um anschliessend eine Berufslehre mit einem eidgenössischen Abschluss (EBA oder EFZ) zu absolvieren. Während der Integrationsvorlehre arbeiten die Lernenden im Vorlehrbetrieb und besuchen an durchschnittlich 1,5 Wochentagen die Berufsfachschule. Mit dem Ausbildungsbetrieb schliessen sie einen Vorlehrvertrag ab.

Die Integrationsvorlehre wird im Kanton Zürich in den folgenden Berufsfeldern berufsspezifisch angeboten:

  • Automobil
  • Betriebsunterhalt
  • Detailhandel
  • Garten
  • Gastgewerbe
  • Gebäudetechnik
  • Gebäudereinigung
  • Gleisbau
  • Logistik
  • Hauswirtschaft

Einblick in die Integrationsvorlehre

Video über Agid Ali der die Integrationsvorlehre für Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen absolviert. Das Programm dauert ein Jahr und dient als Vorbereitung auf eine Berufslehre in der Schweiz.

Anmeldung für interessierte Personen

  • Erste Anlaufstelle ist Ihr regionales biz. Finden Sie die zuständige Stelle über die folgende Eingabe:

  • Die biz-Mitarbeitenden klären, ob eine Anmeldung aufgrund der aktuell zur Verfügung stehenden Ausbildungsplätze und den persönlichen Voraussetzungen möglich ist.
  • Sind diese Voraussetzungen gegeben, kann eine Anmeldung über folgendes Formular erfolgen:

Informationen für Betriebe

Betriebe, die einen Ausbildungsplatz für die Integrationsvorlehre zur Verfügung stellen möchten, können dies mittels Formular «Anmeldung für Betriebe» beim Mittelschul- und Berufsbildungsamt anmelden.  

Voraussetzungen im Betrieb

Folgende Voraussetzungen müssen für eine Integrationslehre erfüllt sein:

Vorteile:

  • Eine Bildungsbewilligung für die angestrebte berufliche Grundbildung ist in Ihrem Betrieb idealerweise bereits vorhanden. (Beispiel: Möchten Sie in der Integrationsvorlehre Logistik ausbilden, verfügen Sie idealerweise schon über eine Bildungsbewilligung für Logistiker EBA und/oder Logistiker EFZ).
  • Im Betrieb gibt es eine Begleitperson für die ganze Dauer der Integrationsvorlehre, die die Lernenden fachlich ausbildet.
  • Der Betrieb erstellt bis zum Beginn der Integrationsvorlehre einen Ablauf des Jahres, aus dem ersichtlich ist, wann welche Inhalte des Kompetenzprofils abgedeckt sind.
  • Der Ausbildungsplatz befindet sich im Kanton Zürich.

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Die Integrationsvorlehre richtet sich an Personen zwischen 18 und 40 Jahren mit Flüchtlingsstatus. 

Die biz (Berufsinformationszentren bzw. das Laufbahnzentrum der Stadt Zürich) nehmen eine Potenzialabklärung bei den interessierten Personen vor. Stellt sich heraus, dass ein Kandidat oder eine Kandidatin die Voraussetzungen für eine Integrationsvorlehre in Ihrem Beruf und Betrieb erfüllt, nimmt das biz mit Ihnen Kontakt für die Organisation einer Schnupperlehre auf. Der Kandidat oder die Kandidatin absolviert eine Schnupperlehre in Ihrem Betrieb. Eine Vorlage für die Beurteilung der Leistung während der Schnupperlehre finden Sie untenstehend. 

Untenstehend finden Sie die Vorlage für den Integrationsvorlehrvertrag, der in dreifacher Ausführung beim Mittelschul- und Berufsbildungsamt einzureichen ist. Den Vertrag erhalten Sie vom Mittelschul- und Berufsbildungsamt mit Angabe der Berufsfachschule, an der die oder der Lernende unterrichtet wird, zurück.  

Als Lohn empfiehlt das Mittelschul- und Berufsbildungsamt mindestens 380 Franken pro Monat (bei 12 Monatslöhnen). Falls der Lohn für 1.-Lehrjahr-Lernende des Betriebs mehr als 760 Franken (bei 12 Monatslöhnen) beträgt, empfiehlt das Mittelschul- und Berufsbildungsamt, in der Integrationsvorlehre mindestens die Hälfte dieses Lohnes zu bezahlen. 

Der Ferienanspruch richtet sich nach Obligationenrecht. Das Mittelschul- und Berufsbildungsamt empfiehlt, den Lernenden in der Integrationsvorlehre den gleichen Ferienanspruch wie den Lernenden der beruflichen Grundbildung im Betrieb zu gewähren. 

Für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit – darunter fällt auch die Integrationsvorlehre – von vorläufig Aufgenommenen (Ausweis F) und anerkannten Flüchtlingen (Ausweis B), gilt das vereinfachte Meldeverfahren. Die Aufnahme und Beendigung der Erwerbstätigkeit sowie ein Stellenwechsel muss vom Arbeitgeber vorgängig gemeldet werden.

Die Integrationsvorlehre Detailhandel wird an der Berufsschule für Detailhandel Zürich unterrichtet. Alle anderen berufsspezifischen Integrationsvorlehren werden an der EB Zürich unterrichtet. Integrationsvorlehren in Berufen ohne Kompetenzprofil werden an der Berufsschule Mode und Gestaltung unterrichtet. Die Zuteilung und Anmeldung an die Berufsfachschule erfolgt durch das Mittelschul- und Berufsbildungsamt.

Im Rahmen der Integrationsvorlehre haben die Lernenden eine Ausbildungsbegleitung an der Berufsfachschule, die Ansprechperson für Fragen und Anliegen der Vorlehrbetriebe ist. Die Ausbildungsbegleitung ist die Schnittstelle zur fallführenden Stelle und stellt sicher, dass Fragen, die nicht die Ausbildung betreffen (z.B. zur Wohnsituation, gesundheitliche Fragen etc.) an die zuständige unterstützende Stelle gelangen.

Im Idealfall können die Absolventinnen und Absolventen der Integrationsvorlehre eine Berufslehre in Ihrem Betrieb starten. Die Entscheidung sollte idealerweisee nach dem ersten Semester gefällt werden.  

Die Kosten für die Berufsfachschule und die Begleitung der Lernenden in der Berufsfachschule werden im Rahmen des Projekts von Bund und Kanton gemeinsam übernommen.

Als Vorlehrbetrieb finanzieren Sie:

  • den Lohn der Integrationsvorlernenden
  • die gesetzlichen Versicherungsansprüche, gemäss Vereinbarung im Vorlehrvertrag
  • allfällige weitere Leistungen, gemäss Vereinbarung im Vorlehrvertrag

Allfällige Kosten aus dem Besuch der schulischen Bildung –
Reisespesen, Verpflegung, Unterkunft, Schulmaterial – werden entweder vom Vorlehrbetrieb oder vom Lernenden / von der Lernenden übernommen (siehe Punkt 10 des Integrationsvorlehrvertrags).

Kompetenzprofile

Die Grundlage für die Integrationsvorlehre ist das Kompetenzprofil. Dieses beschreibt die wesentlichen angestrebten Kompetenzen im jeweiligen Berufsfeld. Es ist die verbindliche Grundlage für die Ausbildung der Lernenden im Betrieb und in der Berufsfachschule.

Kontakt für interessierte Personen

Finden Sie Ihr zuständiges biz.

Kontakt für interessierte Lehrbetriebe

Melanie Aardalsbakke

Projektleiterin

melanie.aardalsbakke@mba.zh.ch
+41 43 259 77 55
Mittelschul- und Berufsbildungsamt

Einführung für Deutschkurs-Klassen im biz

Deutschkurs-Teilnehmende (mind. Niveau A2) besuchen in Klassenformation das biz ihrer Region.

In einer kurzen Präsentation werden das Bildungssystem in der Schweiz, Möglichkeiten für Nachholbildungen für Erwachsene sowie für die Anerkennung ausländischer Diplome und Ausweise vorgestellt. Das für eine Aus- oder Weiterbildung nötige Sprachniveau wird exemplarisch aufgezeigt. Unterstützungsangebote werden präsentiert (Beratung durch die Berufsberatung, Hinweis auf weitere Fachstellen). Nach der Präsentation erfolgt eine Einführung in die Infothek und in die Nutzung der Plattform berufsberatung.ch.

Das Angebt ist gratis. Interessierte Deutschkurs-Anbietende melden sich beim biz ihrer Region.

Finden Sie Ihr zuständiges biz.

Femmes-Tische Moderatorinnen-Schulung

Femmes-Tische sind ein Angebot für Frauen mit Migrationshintergrund. Die Gesprächsrunden werden moderiert. Eine Gastgeberin oder Moderatorin lädt fünf bis acht Frauen ein – oft aus ihrem Bekanntenkreis. Die Teilnehmerinnen diskutieren in ihrer eigenen Sprache wichtige Alltagsfragen. Die Moderatorin führt in das Thema ein, leitet die Diskussion und gibt Informationen weiter.

Die Berufsberatung des Kantons Zürich übernimmt Schulungen der Moderatorinnen zum Thema Bildungssystem, Berufswahl und Integration in die Arbeitswelt.

Väter-Forum Moderatoren-Schulung 

In der Stadt Zürich lebende Väter mit Migrationshintergrund werden nach dem Prinzip «Väter für Väter» in Themen der Suchtprävention, Gesundheitsförderung oder auch Erziehungs- und Familienthemen geschult und geben das Gelernte in ihrer Muttersprache an ihre Landsleute weiter.

Die Berufsberatung des Kantons Zürich übernimmt Schulungen der Moderatoren zum Thema Bildungssystem, Berufswahl und Integration in die Arbeitswelt.

Kontakt

Amt für Jugend und Berufsberatung – Fachbereich Berufsberatung

Adresse

Dörflistrasse 120
8090 Zürich
Route anzeigen

E-Mail

bb­@ajb.zh.ch

 

 

 

 

Für dieses Thema zuständig: