Jugendliche mit besonderem Bildungsbedarf

Ziel unserer Gesellschaft ist es, dass möglichst alle Menschen am sozialen Leben teilhaben können – ohne Benachteiligung, Diskriminierung und Stigmatisierung. Für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen, Lern- und Sinnesbehinderungen gibt es hier entsprechende Anleitungen.

Inhaltsverzeichnis

Broschüre «Unterwegs ins Arbeitsleben»

Die Broschüre ist eine Orientierungshilfe für Bezugspersonen von Jugendlichen mit besonderem Bildungsbedarf. 

Unterwegs ins Arbeitsleben

Unterwegs ins Arbeitsleben
Unterwegs ins Arbeitsleben
Herausgeber
Amt für Jugend und Berufsberatung, Bildungsdirektion, Kanton Zürich
Publikationsdatum
September 2018

IV-Anmeldung zur Unterstützung einer erstmaligen beruflichen Ausbildung

Manche Jugendliche sind durch eine gesundheitliche Beeinträchtigung oder Invalidität in ihren Ausbildungsmöglichkeiten eingeschränkt. Eine solche Beeinträchtigung kann eine geistige Einschränkung (z.B. eine Lernbehinderung), ein körperliches Gebrechen (z.B. eine Sehbehinderung) oder eine psychische Erkrankung (z.B. Anorexie) sein. Der oder die Jugendliche braucht möglicherweise Unterstützung durch einen Jobcoach. Zur Absolvierung der Ausbildung sind allenfalls besondere Hilfsmittel notwendig, oder die Ausbildung findet in einer spezialisierten Ausbildungsstätte statt. Die Invalidenversicherung (IV) übernimmt in solchen Fällen die Mehrkosten, die aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigung für die erstmalige berufliche Ausbildung entstehen.

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Als erstmalige berufliche Ausbildung gelten:

  • Die Vorbereitung auf eine Hilfsarbeit
  • Die Vorbereitung auf eine Tätigkeit in einer geschützten Werkstätte
  • Eine praktische Ausbildung nach INSOS (PrA)
  • Eine Berufslehre (EFZ oder EBA)
  • Der Besuch einer Maturitätsschule, einer Fachhochschule oder einer Universität

  • Die obligatorische Schulpflicht ist abgeschlossen.
  • Die Berufswahl wurde getroffen.
  • Aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigung entstehen wesentliche Mehrkosten bei der Ausbildung.
  • Die Person ist in der Lage, eine Ausbildung mit Erfolg abzuschliessen.
  • Die Ausbildung führt zu einer wirtschaftlich verwertbaren Arbeitsleistung.

Grundsätzlich übernimmt die IV die Differenz zu den üblichen Ausbildungskosten.

  • Jobcoaching am Ausbildungsplatz
  • Schulkosten (z.B. Schule für Hörgeschädigte)
  • Notwendige Hilfsmittel am Arbeitsplatz (z.B. Vorlesehilfen für Blinde)
  • Geschützter Ausbildungsrahmen
  • Dienstleistungen Dritter (z.B. Gebärdensprachdolmetscher für Gehörlose)
  • Transportkosten (sofern die Benutzung des öffentlichen Verkehrs nicht möglich ist)
  • Kosten für auswärtige Unterkunft und Verpflegung (z.B. wenn eine Rückkehr zum Wohnort nicht zumutbar ist)
  • Behinderungsbedingter Lohnausfall während der Ausbildung (ab 18 Jahren)

Um Leistungen im Zusammenhang mit einer erstmaligen beruflichen Ausbildung zu beantragen, muss eine gesundheitliche Einschränkung (körperlich, psychisch oder geistig) vorliegen. Deshalb ist ein aussagekräftiger medizinischer Bericht des behandelnden Arztes bzw. der behandelnden Ärztin oder der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (KJPP) notwendig.

In 12 Schritten zum Ziel:

  1. Die Verantwortung für die IV-Anmeldung liegt in erster Linie bei den Erziehungsberechtigten.
  2. Lehrpersonen und Berufsberatende informieren die Jugendlichen und ihre Eltern und unterstützen gegebenenfalls bei der Anmeldung.
  3. Die IV-Anmeldung erfolgt idealerweise in der Mitte der 2. Sekundarklasse.
  4. Informationen und Formulare für die IV-Anmeldung finden Sie auf www.svazurich.ch 
  5. Füllen Sie das Formular «Anmeldung für Minderjährige und für medizinische Massnahmen vor dem 20. Altersjahr» aus. Die Anmeldung kann über ein elektronisches Formular oder die Papierversion (PDF) erfolgen. Sie finden das PDF mit dem Suchbegriff «Anmeldung für Minderjährige: Medizinische Massnahmen».
  6. Für berufliche Massnahmen kreuzen Sie auf dem Anmeldeformular die Rubrik «Massnahmen für die berufliche Eingliederung» an.
  7. Sie sind aufgefordert, Angaben zur medizinischen Diagnose sowie zum behandelnden Kinder- und Jugendarzt oder zur behandelnden Kinder- und Jugendärztin respektive zur Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (KJPP) zu machen.
  8. Legen Sie vorhandene Berichte bei. Bereits erfolgte Abklärungen (z.B. Beratung im biz, Abklärungen durch den Schulpsychologischen Dienst) vermerken Sie ebenfalls auf dem Anmeldeformular und legen die entsprechenden Berichte bei.
  9. Als Erziehungsberechtigte unterschreiben Sie das ausgefüllte Formular und reichen es bei der IV-Stelle des Wohnsitzkantons ein.
  10. Werden bereits IV-Leistungen ausgerichtet (z.B. für medizinisch-therapeutische Massnahmen), muss kein neues Anmeldeformular ausgefüllt werden. Es genügt in diesem Fall, wenn die Erziehungsberechtigten mit einem Brief ein Gesuch für «Massnahmen der beruflichen Eingliederung» an die IV-Stelle des Wohnsitzkantons stellen. Wichtig sind auch hier die Angaben zu medizinischer Diagnose, aktuell behandelnden Ärztinnen oder Ärzten bzw. bereits erfolgten Abklärungen.
  11. Wenn Drittpersonen (z.B. Lehrpersonen, Berufsberatende) Auskunft von der IV-Stelle erhalten sollen, muss eine durch die Erziehungsberechtigten unterzeichnete Schweigepflichtentbindung vorliegen.
  12. Nach Einreichen des ausgefüllten und unterschriebenen Anmeldeformulars wird der oder die Jugendliche zu einem Gespräch eingeladen. Gleichzeitig wird die Anspruchsberechtigung durch die Invalidenversicherung geprüft.

Bei Fragen wenden Sie sich an die für Ihr Kind zuständige Beratungsperson im biz in Ihrer Region:

Weiterführende Informationen

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Kontakt

Amt für Jugend und Berufsberatung – Fachbereich Berufsberatung

Adresse

Dörflistrasse 120
8090 Zürich
Route anzeigen

E-Mail

bb@ajb.zh.ch

 

 

 

 

Für dieses Thema zuständig: