In einer akuten Notlage müssen die Schulen schnell und richtig reagieren. Deswegen kümmern sie sich um die Sicherheit und um Prävention. Das heisst, sie bereiten sich auf mögliche Notfälle vor. Die Schulen bekommen dafür Unterstützung.
Auf dieser Seite
- Vorbereitung auf Notfälle und Krisen
- Sicherheitsordner für Schulen
- Checklisten für Notfall- und Krisensituationen
- Notfallapp für Schulen
- Krisenmanagement-Weiterbildungen
- Anlaufstellen
- Externe Dienstleister für Krisenintervention
- Gewalt und Bedrohungen
- Radikalisierung und Extremismus
- Sexualisierte und häusliche Gewalt
- Suizidale Krise/ Selbstgefährdung
- Kontakt
Vorbereitung auf Notfälle und Krisen
Die Bildungsdirektion hilft den Schulen dabei, sich auf Notfälle und Krisen vorzubereiten. Sie stellt verschiedene Mittel zur Verfügung. Diese sind für alle Stufen der Schule geeignet: für die Volksschule, die Maturitätsschulen und die Berufsfachschulen.
Sicherheitsordner für Schulen
Der Sicherheitsordner für Schulen enthält alle wichtigen Regeln und Empfehlungen. Damit können die Schulen ein Konzept für die
Sicherheit erstellen oder ein bestehendes Konzept verbessern. Der Ordner ist nützlich für:
- Schulleitungen
- Mitglieder vom Krisenteam
- Personen, die an Schulen für die Sicherheit verantwortlich sind
Checklisten für Notfall- und Krisensituationen
Insgesamt gibt es Checklisten für 26 verschiedene Arten von Notfällen und Krisen. In den Listen sind Handlungsanweisungen für die aktuelle Situation sowie auch für die Nachbereitung zu finden. Die Listen decken unter anderem diese Themen ab:
- «Amok» oder Angriff
- Brand
- Medizinischer Notfall
- Mobbing
- Hass und Diskriminierung
- Machtmissbrauch durch Personal der Schule
Notfallapp für Schulen
Die Notfallapp für Schulen hilft dabei, in einer Notlage die richtigen internen und externen Stellen zu alarmieren. Die App ergänzt die technischen Alarme in den Gebäuden. In der App sind die wichtigsten Checklisten für Notfälle aufgeführt, auch das schuleigene Sicherheitskonzept kann hinterlegt werden.
Krisenmanagement-Weiterbildungen
In Kursen zu Krisenmanagement lernen interessierte Personen aus dem Schulfeld, wie sie mit Notfällen und Krisen richtig umgehen. Die Kurse werden von Fachpersonen der Bildungsdirektion organisiert und vom Volksschulamt und Mittel- und Berufsbildungsamt ausgeschrieben.Weitere Informationen:
Anlaufstellen
Notfälle
In Notfällen oder bei einer konkreten Gefahr wenden sich die Schulen an diese Organisationen:
- Polizei 117
- Feuerwehr 118
- Rettungsdienst 144
- Care Kanton Zürich: Bei Notfällen mit vielen traumatisierten Personen kann die Polizei die Care-Teams von Care Kanton Zürich aufbieten.
Alle anderen Fälle
In allen anderen Fällen finden Fachpersonen aus Schulen Hilfe bei diesen Stellen:
Schulleitung
In Krisen ist es wichtig, die Schulleitung früh zu informieren.
Schulsozialarbeit
Die Schulsozialarbeit hilft bei Krisen in der Schule. Die Kontaktdaten sind in der Regel auf der Internet-Seite der Schule zu finden.
Schulpsychologischer Dienst
Im Umgang mit gewalttätigem Verhalten unterstützt der zuständige schulpsychologische Dienst. Der Schulpsychologische Dienst ist nach Einzugsgebiet organisiert.
Lehrpersonen für Prävention und Gesundheitsförderung (LPG)
In jeder Mittelschule und Berufsfachschule gibt es spezialisierte Lehrerinnen und Lehrer. Diese Lehrpersonen unterstützen bei Themen zur Gesundheit. Dazu gehören auch die psychische und sexuelle Gesundheit.
Krisenteam der Schule
Schulen im Kanton Zürich verfügen über ein Führungsgremium für Krisen, meist «Krisenteam» genannt. Dieses Team ist für die Vorbeugung von Krisen verantwortlich und hält das Sicherheits- und Krisenkonzept der Schule aktuell. Im Krisenfall koordiniert das Team das Vorgehen.
Anlaufstellen in den Ämtern der Bildungsdirektion
Im Volksschulamt (VSA) und im Mittelschul- und Berufsbildungsamt (MBA) gibt es verschiedene Anlaufstellen für Schulen:
- Stabsstellen VSA
- Rechtsberatung VSA
- Prävention und Sicherheit MBA: Der Bereich Prävention und Sicherheit setzt sich für die Gesundheitsförderung und Gewaltprävention an den Mittel- und Berufsfachschulen ein. Er ist verantwortlich für die Fachstellen Suchtprävention, Nachteilsausgleich und Gewaltprävention.
Pädagogische Hochschule Zürich
Elternmitwirkungsorganisation
- Helpline KEO, Kantonale Elternmitwirklungs-Organisation
Externe Dienstleister für Krisenintervention
Es gibt kein eigenes Angebot vom Kanton Zürich für die Krisenintervention in Schulen. Manche Schulen beauftragen private Firmen damit. Diese Firmen haben Fachwissen in verschiedenen Bereichen wie zum Beispiel Pädagogik,
Schulsozialarbeit, Psychologie oder Recht. Ihr Angebot umfasst:
- Hilfe für Schulleitungen und Schulbehörden beim Krisenmanagement (Unterstützung auch an Wochenenden und in den Schulferien)
- Psychosoziale Notfallversorgung (Care-Team)
- Hilfe für einzelne Kinder und Jugendliche oder für ganze Klassen
Im Kanton Zürich gibt es viele Firmen für Krisenintervention. Hier sind einige Beispiele aufgeführt (weitere Anbieter sind online einfach zu finden):
Gewalt und Bedrohungen
Eine gute Schulkultur schützt vor Gewalt. Dazu gehören unter anderem das Fördern des Zugehörigkeitsgefühls und vertrauensvolle Beziehungen. Bei bedrohlichem Verhalten gilt es, früh einzugreifen. Die Bildungsdirektion empfiehlt den Schulen, die schuleigenen Abläufe und Zuständigkeiten in ihrem Sicherheitskonzept aufzuschreiben. Schulen wird geraten, dem Netzwerk Kantonales Bedrohungsmanagement (KBM) der Kantonspolizei Zürich beizutreten.
Polizei
Die Polizei hat für Schulen verschiedene Anlaufstellen, die sich mit Jugendkriminalität befassen. Die Stellen sind miteinander vernetzt.
- Jugendintervention Kantonspolizei Zürich
- Jugenddienst Stadtpolizei Zürich
- Jugendpolizei Stadtpolizei Winterthur
- Jugenddienst Stadtpolizei Uster
- Kommunale Polizeikorps des Kantons Zürich
Fachstellen für Gewaltprävention
- Fachstelle für Gewaltprävention Stadt Zürich
- Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention Stadt Winterthur
- Fachstelle Gewaltprävention Zürcher Oberland Fachgruppe
- Gewalt- und Extremismusprävention (GEP) Stadt Dietikon
Opferberatung
Opferberatungs-Stellen helfen Menschen, die Gewalt erlebt haben. Auch Fachpersonen aus der Schule können sich dort beraten lassen:
Angebote für Knaben und männliche Jugendliche (geschlechtsspezifische Beratung)
Diese Stellen helfen bei der Vorbeugung von Gewalt, die von Knaben und männlichen Jugendlichen ausgeht. Sie unterstützen auch bei Krisen:
Wissen zu Gewalt und Bedrohungen
Schulen können die oben genannten Stellen auch ohne einen konkreten Fall kontaktieren. Sie können Auskünfte, Informationen oder Unterstützung für Weiterbildungen bekommen. Mehr Wissen zum Thema ist hier zu finden.
Radikalisierung und Extremismus
Haltungen, die Gewalt rechtfertigen, sind gefährlich. Es gibt sie in verschiedenen Formen. Beispiele sind politischer oder religiöser Extremismus. Verschwörungsgeschichten und Hass gegen bestimmte Gruppen verbinden verschiedene Ideologien miteinander. Dazu gehören zum Beispiel Antisemitismus, Queerfeindlichkeit oder Frauenhass.
Schulen sind Orte der Gemeinschaft. Sie setzen sich gegen Radikalisierung und Extremismus ein. Wenn Lehrpersonen erkennen, dass Kinder und Jugendliche sich radikalisieren, gilt es zu handeln. Schulen müssen schädlichem Verhalten Grenzen setzen und darauf hinarbeiten, die radikalisierten Jugendlichen wieder in die Gemeinschaft zurückzuholen.
Spezialisierte Anlaufstellen
Bei Beratungsanfragen ist es sinnvoll, die Situation zuerst anonymisiert zu schildern. Danach kann geklärt werden, ob die rechtliche Grundlage für eine Weitergabe von Personendaten besteht und mit welchen Konsequenzen zu rechnen ist.
- Interventionsstelle gegen Radikalisierung und Extremismus (IRE), Kantonspolizei Zürich
- Brückenbauer Stadtpolizei Zürich
- Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention Stadt Winterthur
- Fachgruppe Gewalt- und Extremismusprävention (GEP) Stadt Dietikon
- ZüRAS - Home
Wissen zu Radikalisierung und Extremismus
Die oben genannten Stellen können auch ohne einen konkreten Fall für eine Auskunft angefragt werden. Schulen erhalten dort Informationen oder Unterstützung für Weiterbildungen. Mehr Wissen zum Thema ist hier zu finden:
- Beauftragter Gewaltprävention im schulischen Umfeld
- Radikalisierung & Extremismus Kanton Zürich
- Fachstelle Integration: Schutz vor rassistischer Diskriminierung
- Schule und Migration Kanton Zürich
- Materialien FSEG Stadt Winterthur
Sexualisierte und häusliche Gewalt
Geschlechtsspezifische Gewalt kann verschiedene Formen annehmen. Beispiele sind häusliche Gewalt, sexuelle Gewalt, Stalking, Genitalbeschneidung oder Zwangsheirat.
Schulen setzen sich dafür ein, Gewalt zu verhindern (Prävention), und gehen gegen Gewalt vor. Auch wird an Schulen oft Gewalt erkannt, die ausserhalb der Schule geschieht (Häusliche Gewalt/Kindesschutz).
Schulen fördern einen bewussten Umgang mit Geschlechterrollen. Wie Lehrpersonen und Schulleitende im Unterricht, in der Schulkultur und in der Schulführung auf das Thema Gleichstellung sowie sexualisierte und häusliche Gewalt eingehen können, zeigt eine Online-Plattform der PHZH. Dort sind auch verschiedene Angebote zur Unterstützung von Schulen und Betroffenen aufgelistet.
Beratungsstellen
Für Personen, die Gewalt erlebt haben, gibt es verschiedene Beratungsstellen. Fachpersonen aus Schulen können diese Beratungsstellen bei Fragen ebenfalls kontaktieren.
- Beratung Kindesschutzfragen Kanton Zürich
- Opferberatung Kanton Zürich: Allgemeine Opferberatung inkl. Hotline
- OKey: Fachstelle für Opferhilfeberatung & Kinderschutzkokon: Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
- Castagna: Beratungs- und Informationsstelle für sexuell ausgebeutete Kinder und Jugendliche
- kokon: Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
- FGMhelp: Anlaufstelle weibliche Genitalbeschneidung
- Fachstelle Zwangsheirat
Polizei
Bei Beratungsanfragen ist es sinnvoll, die Situation zuerst anonymisiert zu schildern. Danach kann geklärt werden, ob die rechtliche Grundlage für eine Weitergabe von Personendaten besteht und mit welchen Konsequenzen zu rechnen ist.
- Sexualdelikt melden Kanton Zürich
- Fachstelle Häusliche Gewalt Kantonspolizei Zürich Telefon: 058 648 14 21 E-Mail: fachstelle.hg@kapo.zh.ch
- Fachstelle Häusliche Gewalt Stadtpolizei Zürich, Telefon: 044 411 64 12, E-Mail: fachstelle.hg@zuerich.ch
- Fachstelle Häusliche Gewalt Stadtpolizei Winterthur, Telefon: 052 267 64 69, E-Mail: fachstelle.hg@win.ch
Wissen zu geschlechtsspezifischer uns häuslicher Gewalt
Die oben genannten Stellen können auch ohne einen konkreten Fall für eine Auskunft angefragt werden. Schulen erhalten Informationen oder Unterstützung für Weiterbildungen. Mehr Wissen zum Thema ist hier zu finden:
- Beauftragter Gewaltprävention im schulischen Umfeld
- Fachstelle Limita zur Prävention sexueller Ausbeutung
- Stopp Häusliche Gewalt Kanton Zürich
- Informationen zu Kindesrecht und Kindesschutz für Schulen Kanton Zürich
- Kinderschutz Schweiz: Kindeswohlgefährdung erkennen und angemessen handeln
- Broschüre «Schutzprozesse zur Prävention von Grenzverletzungen und Machtmissbrauch»:
Suizidale Krise/ Selbstgefährdung
Der Umgang mit suizidalen Krisen und Selbstgefährdung ist schwierig und belastend. Verschiedene Stellen unterstützen Schulen, die mit einer Suizidgefährdung, einem Suizidversuch oder einem erfolgten Suizid konfrontiert sind. Die Stellen helfen bei akuten Krisen, der Notfallversorgung über Care Teams und beim Vorgehen nach dem Notfall (Vermeidung von Nachahmungstaten).
Beratungsstellen
Für gefährdete Personen/ Fachpersonen gibt es verschiedene Beratungsangebote. Sie können beispielsweise diese Stellen kontaktieren:
- Schulärztlicher Dienst
- Beratung für Jugendliche in Krisen (Tel. 147)
- Portal der Jugendberatungsstellen im Grossraum Zürich
- Die dargebotene Hand (Tel. 143)
- Reden kann retten, Suizidprävention
Wissen zu suizidalen Krisen/ Selbstgefährdung
Die oben genannten Stellen können auch ohne einen konkreten Fall kontaktiert werden, für mehr Informationen oder Unterstützung für Weiterbildungen. Mehr Wissen und Angebote zum Thema sind hier zu finden:
- Broschüre «Suizidalität im Jugendalter» bestellen
- Schwerpunktprogramm Suizidprävention
- Psychische Gesundheit in der Volksschule, Kinder und Jugendliche, Psychische Gesundheit, Prävention und Gesundheitsförderung Kanton Zürich
Psychologische Hilfe
Medizinische und psychologische Fachpersonen unterstützen gefährdete Kinder und Jugendliche sowie deren Schulen und Bezugspersonen. Sie können so kontaktiert werden:
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Beauftragter Gewaltprävention im schulischen Umfeld
Vivian Frei