Kulturlandinitiative führt zu Anpassungen am Strassenprojekt «Uster West»

03.05.2013 - Medienmitteilung

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Am 22. Oktober 2012 bewilligte der Kantonsrat mit 127:45 Stimmen eine Ausgabe von 21 Millionen Franken für das Strassenprojekt «Uster West». Mit diesem können das Ustermer Stadtzentrum vom Durchgangsverkehr entlastet und die Rückstaus an zwei Bahnübergängen vermieden werden. Aufgrund der im Juni 2012 von der Zürcher Stimmbevölkerung angenommenen Kulturlandinitiative hat das kantonale Tiefbauamt das Projekt überarbeitet und den Anschluss an die Winterthurerstrasse ins Gebiet «Brandschänki» verlegt.

In der kantonsrätlichen Kommission Planung und Bau war bei der Beratung über das Strassenprojekt «Uster West» die Verlegung der Winterthurerstrasse ein Dauerthema. Die Bedenken umfassten die Nähe zum Naturschutzgebiet, die Abtrennung eines Teils des Amphibienlaichgebiets, den Moorwasserhaushalt, den Verlust von Kulturland und von Fruchtfolgeflächen, die Richtplankonformität sowie die Einwendungen des Vereins «Lebensqualität Uster West». Die Chancen in einem Rechtsstreit vor Bundesgericht wurden als unsicher bewertet.

Mit der Annahme der Kulturlandinitiative durch die Zürcher Stimmbevölkerung im Juni 2012 haben sich die Voraussetzungen auch für das Strassenprojekt «Uster West» verändert. Das Gebiet «Brandschänki» entlang der Winterthurerstrasse kann nicht mehr zu Bauland eingezont werden. Zudem ist die Beanspruchung von Kulturland und von Fruchtfolgeflächen, die unabdingbar mit der Verlegung der Winterthurerstrasse verbunden gewesen wäre, rechtlich unklar.

Bessere Lösung für den Naturschutz

Unter diesen neuen Voraussetzungen ergab sich die Möglichkeit einer anderen Linienführung für den Anschluss der neuen Strasse an die Winterthurerstrasse. Dieser war ursprünglich auf der Höhe Werriker-/Schattenackerstrasse geplant. Nun kann er im Gebiet «Brandschänki» erstellt werden.

Diese Anpassung bringt eine Reihe von Verbesserungen für den Natur- und Landschaftsschutz, ohne dass die Leistungsfähigkeit und die Wirkung des Strassenprojekts darunter leidet:

  • Das Naturschutzgebiet Werrikerriet wird noch grosssräumiger umfahren
  • Das Amphibienschutzgebiet von nationaler Bedeutung wird nicht mehr tangiert
  • Fruchtfolgeflächen werden nicht mehr beansprucht
  • Die Einwendungen der Verbände und der Natur- und Heimatschutzkommission können berücksichtigt werden
  • Die rechtlichen Risiken sind minimiert
  • Die neue Strasse wird 200 m kürzer

Der Stadtrat Uster begrüsst die Anpassung des Projekts. Dieses wird gemäss Strassengesetz vom 7. Juni bis 7. Juli 2013 im Bauamt Uster öffentlich aufgelegt. Sofern der Rechtsweg nicht beschritten werden muss, kann mit den Bauarbeiten im Sommer 2014 begonnen werden. Die Bauzeit beträgt rund zwei Jahre.

Lange Vorgeschichte

Die Verbindungsstrasse Tösstal – Glattal (Uster) – Pfannenstiel – Zürichsee ist von kantonaler Bedeutung. Für die Stadt Uster führt diese Verkehrsachse jedoch zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen. Im Zentrumsbereich beim Bahnübergang Winterthurerstrasse stauen sich aufgrund der langen Schliesszeiten der Bahnschranken die Fahrzeuge und es kommt zu unerwünschtem Schleichverkehr durch die Wohnquartiere.

1981 wurde mit einer kantonalen Volksabstimmung ein Rahmenkredit für die Aufhebung von Niveaukreuzungen Strasse/Schiene an der SBB-Linie Wallisellen – Uster bewilligt. Das Bauwerk am Bahnübergang Uster Werrikon wurde jedoch zurückgestellt, da sich die Stadt Uster und der Kanton nicht auf eine Lösung für die Bewältigung der gesamten Verkehrsabwicklung in diesem Gebiet einigen konnten.

Nun hat der Kanton in Zusammenarbeit mit der Stadt Uster ein Projekt ausgearbeitet, das die Situation für die Stadt und die Verkehrsteilnehmenden verbessern soll. Mit der neuen Strasse «Uster West» wird das Stadtzentrum vom Durchgangsverkehr entlastet und die Rückstaus an den beiden Bahnübergängen Winterthurer- und Zürichstrasse verschwinden. Diese beiden Übergänge verlieren ihre kantonale und regionale Bedeutung, können jedoch als innerstädtische Verbindungen weiterhin befahren werden. Die neue Strasse Uster West weist eine Gesamtlänge von 1'150 m auf, ist zweistreifig mit Spurbreiten von je 3,5 m und umfasst diverse bauliche und begleitende Massnahmen wie den Anschluss an die Winterthurerstrasse im Bereich Brandschänki, ein 470 m langes Überführungsbauwerk über die SBB-Linie vom Lorenplatz bis zur Zürichstrasse, Lärmschutzmassnahmen entlang der Zürichstrasse, den Rückbau der Werrikerstrasse zwischen Werrikon und Winterthurerstrasse sowie die naturnahe Gestaltung und Schaffung von neuen Lebensräumen auf einer Gesamtfläche von 5,5 Hektaren.

(Gemeinsame Medienmitteilung der Baudirektion und der Stadt Uster)

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