Energieversorgung

Im bevorstehenden Winter kann eine Energiemangellage in der Schweiz nicht ausgeschlossen werden. Hier finden Sie aktuelle Informationen dazu.

Inhaltsverzeichnis

Aktuelle Lage

Was aktuell gilt

Derzeit gelten keine besonderen Massnahmen.

Der Bundesrat empfiehlt die Umschaltung von Zweistoffanlagen auf Heizölbetrieb ab dem 1. Oktober 2022.

Aufgrund des Ukraine-Kriegs und der damit verbundenen Gaslieferunterbrechungen in Europa sowie der Situation bei den Kernkraftwerken in Frankreich kann die Energieversorgung im kommenden Winter 2022/2023 angespannt werden.

Die neue nationale Risikoanalyse «Katastrophen und Notlagen Schweiz» (KNS) identifiziert unter anderem eine langandauernde Energiemangellage im Winter als eines der drei grössten Risiken.

Das Bundesamt für Wirtschaftliche Landesversorgung aktualisiert laufend seine Einschätzung der aktuellen Lage: 

Innerbetriebliche Massnahmen der kantonalen Verwaltung

Der Regierungsrat hat diverse Energiesparmassnahmen verabschiedet. So will er in der Verwaltung mindestens 10 Prozent Energie gegenüber 2019 einsparen:

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

  • Die Aussenbeleuchtung von kantonalen Gebäuden und Kulturgütern wird auf ein sicherheitsrelevantes Minimum beschränkt.
  • Auf eine Beleuchtung soll bei Denkmälern, Dekorationsbeleuchtungen, Informationsstelen, Leuchtreklamen und Schaufenstern verzichtet werden.
  • Im Inneren der kantonalen Gebäude wird die Beleuchtung durch die Betreiberorganisationen auf ein vertretbares Mass reduziert.

  • Die Raumtemperatur wird um ein Grad reduziert. Dadurch kann der Energiebedarf um sechs Prozent verringert werden. Deswegen werden für Büroräume 20 Grad als Zielwert festgelegt.
  • In länger nicht genutzten Räumen sollen jeweils die Fenster und Rollläden geschlossen bleiben.
  • Genutzte Räumlichkeiten sollen stossweise gelüftet werden.
  • Kippfenster sollen geschlossen bleiben.
  • Auch der technische Lüftungsbetrieb soll soweit wie möglich reduziert werden.

  • Die zuständigen Betreiberorganisationen installieren an den Arbeitsplätzen Kippschalter, die jeweils alle Geräte zusammenfassen. Mit einem Klick können Sie damit unnötigen Stromverbrauch verhindern; beispielsweise über Nacht oder am Wochenende. Wo energetisch sinnvoll werden Zeitschaltuhren angebracht.
  • Die Kühlschränke sind auf nicht tiefer als fünf Grad einzustellen.
  • Die Betreiberorganisationen prüfen, ob Luftbefeuchter notwendig sind und reduzieren diese soweit möglich.

Energiesparen

Wärmebild eines heissen Backofens vor dunkelblauem Hintergrund mit der Botschaft «Energie ist knapp. Verschwenden wir sie nicht» aus der Energiesparkampagne des Bundesrats. Das Bild enthält auch die Logos der Eidgenössischen Departemente UVEK und WBF.
Energiesparkampagne des Bundesrats. Quelle: Energie Schweiz

Energiesparkampagne des Bundes

Mit der Botschaft «Energie ist knapp. Verschwenden wir sie nicht.» richtet der Bundesrat Sparempfehlungen an die Bevölkerung und die Wirtschaft. Die Empfehlungen zeigen, wie man einfach Energie sparen kann, ob Zuhause oder am Arbeitsplatz.

Hotline für Fragen zum Energiesparen

Vorteile:

Energiespartipps

Wir alle können etwas tun, um unseren Energieverbrauch zu senken. Mit diesen einfachen Massnahmen lässt sich der Strom- und Gasverbrauch in den eigenen vier Wänden deutlich reduzieren:

Raumtemperatur und -klima

Vorteile:

  • Die Raumtemperatur sollte nie mehr als 20 Grad Celsius betragen. Reduzieren Sie sie um 1 Grad, sparen Sie bis zu 10 Prozent Heizenergie.
  • Die Fenster stosslüften anstatt kipplüften. Das heisst: 3 bis 5 Mal täglich während 5 bis 10 Minuten weit öffnen.

Warmwasser

Vorteile:

  • Duschen statt baden: Sparen Sie viel Warmwasser, indem Sie nur kurz und nicht zu heiss duschen. Eine Wassertemperatur um 37 Grad ist für den Körper und fürs Energiesparen ideal.
  • Wassersparende Duschbrausen und Strahlregler verringern den Warmwasserverbrauch zusätzlich.

Beleuchtung

Vorteile:

  • Brennendes Licht in einem leeren Raum verpufft unnötig Energie. Schalten Sie es aus, wenn Sie den Raum verlassen.
  • Verwenden Sie für Ihre Beleuchtung stromsparende LED-Lampen. Damit können Sie bis zu 80 Prozent des Stromverbrauchs für die Beleuchtung einsparen.

Elektronische Geräte

Vorteile:

  • Computer, TV-Geräte und Kaffeemaschinen verbrauchen auch im Stand-by- und Schlafmodus Energie. Schalten Sie diese Geräte daher immer ganz aus.
  • Reduzieren Sie beim Fernsehen das Umgebungslicht und die Helligkeit des TV-Geräts.

Haushaltsgeräte

Vorteile:

  • Beim Kochen verdampft ein Grossteil der Energie. Setzen Sie immer einen Deckel auf den Topf, der die Energie zurückhält. So wird übrigens auch das Essen schneller gar.
  • Verwenden Sie ECO-Programme bei Waschmaschinen und Geschirrspülern.
  • Backen Sie mit Umluft anstelle von Ober- und Unterhitze.

Notvorrat

In Krisenzeiten wie einer Energiemangellage ist die Vorsorge besonders wichtig. In solchen Fällen bildet ein individuell zusammengestellter Notvorrat ein beruhigendes Reservepolster. Dazu gehören Wasser und Getränke, Lebensmittel für eine Woche, Gebrauchsgüter, Hygieneartikel sowie eine Hausapotheke.

Mögliche Massnahmen

Der Bundesrat treibt seine umfassenden Vorbereitungsarbeiten zur Vermeidung von drohenden Engpässen in der Energieversorgung der Schweiz weiter voran.

Im Fall einer sich abzeichnenden Energiemangellage ergreift der Bund verschiedene Massnahmen. Die erste Massnahmenstufe umfasst die freiwillige Einsparung des Energieverbrauchs. Für die Umsetzung der weiteren Massnahmenstufen erlässt der Bundesrat Bewirtschaftsverordnungen, die sich auf das Landesversorgungsgesetz abstützen, zeitlich befristet sind und erst im Fall einer schweren Mangellage in Kraft gesetzt werden.

Massnahmen bei Strommangellage

  1. Sparappelle (Aufruf zum Sparen)
  2. Einschränkung oder Verbote nicht zwingend benötigter Geräte und Anlagen
  3. Kontingentierung für Grossverbraucher
  4. Netzabschaltungen für einige Stunden

Massnahmen bei Gasmangellage

  1. Sparappelle (Aufruf zum Sparen)
  2. Umschaltung Zweistoffanlagen von Gas auf Öl
  3. Einschränkungen für gewisse Anwendungen (z.B. verbindliche Beschränkung der Heiztemperatur in öffentlichen Gebäuden und Büros)
  4. Kontingentierung für nicht-geschützte Verbraucher

Geschützte Verbraucher

Der Bund plant, bei einer Gasmangellage folgende Verbraucher vor einer Kontingentierung zu schützen:

  • Privathaushalte
  • Spitäler, Alters- und Pflegeheime
  • Polizei und Feuerwehr
  • Betriebe zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung, der Energieversorgung, der Abwasserreinigung und der Abfallsentsorgung
  • Betreiber von Weichenheizungen auf dem nationalen Schienennetz

Wer allfällige Massnahmen umsetzt

Strommangellage

Im Falle einer andauernden Strommangellage vollzieht die Organisation für Stromversorgung in ausserordentlichen Lagen (OSTRAL) die vom Bundesrat angeordneten Massnahmen.

Gasmangellage

Für die Vorbereitung und Durchführung von Bewirtschaftungsmassnahmen bei einer Gasmangellage ist die die Kriseninterventionsorganisation für die Gasversorgung in ausserordentlichen Lagen (KIO) zuständig.

Was der Kanton Zürich beiträgt

Der Kanton Zürich unterstützt den Bund in der Kommunikation, gibt ergänzende Informationen weiter und ist zuständig für die Krisenbewältigung im Rahmen kantonaler Aufgaben, zum Beispiel bei der Durchsetzung von Massnahmen oder der Bewältigung der Folgen einer Energiemangellage. Für die Verwaltung hat er Energiesparmassnahmen erlassen (siehe Innerbetriebliche Massnahmen).

Organisatorisch hat sich der Kanton dafür so aufgestellt, dass alle beteiligten Amtsstellen und Partnerorganisationen vernetzt werden und im regelmässigen, der Situation angepassten Austausch stehen. Dafür wurde der Führungsausschuss Energiemangellage unter der Leitung der Baudirektion (Amt für Wasser, Abfall, Energie und Luft) gebildet, dem neben den relevanten kantonalen Stellen auch die Gemeinden und die Energieversorger angehören.

Ergänzend dazu befasst sich die Arbeitsgruppe Innenbetriebliches mit der Umsetzung allfälliger Bundesvorgaben in der Verwaltung. 

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Führungsausschuss Energiemangellage

Der Regierungsrat hat einen «Führungsausschuss Energiemangellage» gebildet. Darin sind folgende Organisationen vertreten:

Vorteile:

  • Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft AWEL, Leitung
  • Kantonspolizei
  • Amt für Wirtschaft und Arbeit
  • Amt für Informatik
  • Personalamt
  • Immobilienamt
  • Generalsekretariat der Gesundheitsdirektion
  • Kommunikationsabteilung des Regierungsrates (Staatskanzlei)
  • Organisation für Stromversorgung in Ausserordentlichen Lagen, Kriseninterventionsorganisation Gas, Elektrizitätswerke des Kantons Zürich
  • Verband der Gemeindepräsidien und weiter VertreterInnen von Gemeinden
Arbeitsgruppe Innerbetriebliches

Darin sind vertreten:

Vorteile:

  • Immobilienamt, Leitung
  • Amt für Informatik
  • Personalamt
  • VertreterInnen aller Direktionen

Es ist möglich, dass weitere Gremien entstehen, etwa «Themenspezifische runde Tische».

So stellen sich die kantonalen Stellen auf. Quelle: BD Bild «» herunterladen

Welche Rolle die Gemeinden haben

Den Gemeindestellen für wirtschaftliche Landesversorgung (GWL) kommt die Aufgabe zu, innerhalb der kommunalen Gremien sowie gegenüber der Öffentlichkeit über die Massnahmen der wirtschaftlichen Landesversorgung zu informieren und aufzuklären. Sie ergänzen die Kommunikationsbemühungen des Bundes und des Kantons mit gemeindespezifischen Informationen und über lokale Kanäle. Direkte Vollzugsaufgaben haben die Gemeinden im Fall einer Energiemangellage bei der Kontrolle und Durchsetzung der angeordneten Verbrauchseinschränkungen.

Der vom kantonalen Führungsausschuss Energiemangellage erarbeite Leitfaden stellt eine Hilfestellung für die Gemeinden dar, die anstehenden Vorbereitungsaufgaben zur Bewältigung einer Energiemangellage zu bearbeiten.

Kontakt

Staatskanzlei – Kommunikationsabteilung des Regierungsrates

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