Der Klimadialog vor Ort

Am 13. Juli 2022 findet – ergänzend zum «normalen» Klimadialog im Herbst – der Klimadialog vor Ort statt. Die Baudirektion, die Direktion für Justiz und Inneres sowie der Verband der Gemeindepräsidien laden die Vertreterinnen und Vertreter der Zürcher Gemeinden zu Klima-Exkursionen und zu einem anschliessenden Apéro ins Zürcher Oberland ein.

Die Idee

Je anschaulicher ein Vorhaben, je konkreter ein Projekt, umso grösser ist seine Ausstrahlung. Darum wollen wir am Klimadialog vor Ort – dem Sommeranlass des Klimadialogs – den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Exkursionen zu Klimaprojekten anbieten. Es sind inhaltlich ganz verschiedene Projekte, doch mit einem gemeinsamen Nenner: Es sind interessante, inspirierende und zukunftsweisende Projekte. Wir freuen uns, wenn Sie an einer der Exkursion teilnehmen.

Zur Auswahl stehen fünf verschiedene Ziele. Anmelden können Sie sich hier.

Der 3. Zürcher Klimadialog findet dann wie die beiden Vorgänger-Veranstaltungen im Herbst statt – und zwar am 15. November in Zürich.

Wann und Wo?

Die Exkursionen beginnen am 13. Juli nach dem Mittag an verschiedenen Orten im Zürcher Oberland. Die genauen Besammlungszeiten und die Treffpunkte finden Sie bei den Beschrieben der einzelnen Exkursionen.

Die Exkursionen dauern rund zwei Stunden. Anschliessend findet ein Transfer nach Bubikon statt. Dort – im Ritterhaus Bubikon – beginnt um 16.30 Uhr der zweite Teil des Klimadialogs vor Ort.

Alle Exkursionsziele und ebenso das Ritterhaus Bubikon sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Programme und Transfers der einzelnen Gruppen sind auf die Fahrpläne abgestimmt. Daher empfehlen wir den Teilnehmenden, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen.

Programm

1. Teil: Die Exkursionen

Exkursion 1 - Wohnen der Zukunft: Der SonnenparkPLUS in Wetzikon

Bild des Hochhauses Sonnenpark in Wetzikon
Der Sonnenpark in Wetzikon aus der Vogelperspektive. Quelle: SonnenparkPLUS

Der Gebäudesektor ist einer der Hauptverursacher von Treibhausgasemissionen im Kanton Zürich. Entsprechend gross ist die Klimawirkung von Neubauten.

Beim Mehrfamilienhaus SonnenparkPLUS wurden daher gleich mehrere optimierende Massnahmen umgesetzt: Neben dem Dach ist auch die Fassade mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet, um das Haus ganzjährig mit eigenem Strom zu versorgen. Dank Regenwassernutzung für die Toilettenspülung und einem gemeinsam genutzten E-Auto, das bei Bedarf über eine App gebucht werden kann, werden im Alltag Ressourcen geschont.

Dominik Trütsch, Energieingenieur, und Matthias Sauter, Architekt des Projekts, zeigen diese und weitere PLUSpunkte des Sonnenparks und freuen sich auf regen Austausch.

Treffpunkt: 14 Uhr, Spitalstrasse 32, Wetzikon

Leitung: Sarah Böttinger, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Klimaschutz, Baudirektion

Exkursion 2 - Das CO2 im Visier: Die Kehrichtverwertung Zürcher Oberland in Hinwil

Fotografie von Personen, die in der Kehrrichtverwertung Zürcher Oberland über eine Leiter auf ein Gebäude der Anlage steigen.
Besucher der Kehrrichtverwertung Zürcher Oberland (KEZO) auf einer Führung durch die Anlage. Quelle: KEZO

Die Klimabelastung kann deutlich reduziert werden, wenn Kreisläufe nach und nach geschlossen werden. Verschiedene Beispiele dazu setzt die KEZO Hinwil um: Die Wärme wird zur Stromerzeugung, für das Fernwärmenetz und der verbleibende Abdampf für die CO2-freie Gemüseproduktion verwendet.

Auf dem Dach der KEZO steht die erste grössere Anlage der Schweiz zur CO2-Entnahme aus der Luft – ähnliche Verfahren können in Zukunft das CO2 an grossen Emissionsquellen wieder abscheiden, bevor es in der Atmosphäre klimawirksam wird.

Und durch die Rückgewinnung von Rohstoffen aus thermisch verwertetem Abfall, hier Metall, kann auch der Stoffkreislauf zumindest teilweise geschlossen werden, mit erheblichem ökologischen Nutzen.

Daniel Böni, Geschäftsführer der KEZO Hinwil, wird uns einen Einblick in diese Tätigkeiten geben.

Treffpunkt: 14 Uhr, KEZO, Wildbachstrasse 2, Hinwil

Leitung: Niels Holthausen, Co-Sektionsleiter Klima und Mobilität, Baudirektion

Exkursion 3 - Wenn der See heizt: Die Seewärmenutzung im Kinderzoo Rapperswil

Blick auf das Elefantengehege im Kinderzoo Rapperswil
Der Kinderzoo Rapperswil nutzt das Seewasser als Wärmequelle. Quelle: Energie 360°

Bitte anzapfen! Im Zürichsee steckt grosses Potenzial als Energiespeicher: im Winter bleibt er relativ warm, im Sommer ist er auch bei hoher Lufttemperatur angenehm kühl. Der Kinderzoo Rapperswil macht sich diese Umweltenergie zu Nutze und deckt seinen Wärmebedarf über eine Wärmepumpe, durch die Seewasser geleitet wird. Eine von Energie 360° eigens dafür gebaute Anlage macht es so möglich, pro Jahr gut 100 000 Liter Heizöl zu sparen.

Fachleute von Energie 360° geben uns eine Einführung in die Funktionsweise der Anlage und führen uns anschliessend durch die Zentrale. Nach dem Rundgang kann das Thema bei einer Frage- und Diskussionsrunde vertieft werden.

Treffpunkt: 14 Uhr, Kinderzoo, Oberseestrasse 36, Rapperswil-Jona

Leitung: Michael Emmenegger, Geschäftsführer Ampio Partizipation GmbH

Exkursion 4 - Aus Bürgerinnen und Bürgern Akteure machen: Das Bürgerpanel für mehr Klimaschutz in Uster

Aufnahme einer Veranstaltung im Rahmen der Bürgerpanels in Uster.
Gerade auf kommunaler Ebene gibt es vielversprechende Beteiligungsmodelle im Bereich des Klimaschutzes. Die Stadt Uster hat mit ihrem Bürgerpanel ein solches Modell ausprobiert. Quelle: DJI

Erfolgreicher Klimaschutz lässt sich nur mit der Bevölkerung erreichen – und nicht gegen sie. Umso wichtiger ist es, immer wieder nach neuen Möglichkeiten zu suchen, um die Bevölkerung am Klimaschutz zu beteiligen. Dabei gibt es gerade auf kommunaler Ebene vielversprechende Beteiligungsmodelle.

Die Stadt Uster hat mit ihrem Bürgerpanel für mehr Klimaschutz ein solches Modell ausprobiert – die Teilnehmenden waren zufällig ausgeloste Ustermer und Ustermerinnen.

Auch andere Zürcher Gemeinden arbeiten mit solchen Modellen. Wie funktionieren solche Bürgerräte? Was bringen sie? Was können sie leisten, wo liegen ihre Grenzen und wie lässt sich verhindern, dass sie als Konkurrenz der klassischen demokratischen Institutionen wahrgenommen werden? Und wie lassen sich die Erkenntnisse der Bürgerpanels in die Politik einbringen?

Daniel Kübler, Professor am Zentrum für Demokratie in Aarau und Fachverantwortlicher des Ustermer Bürgerpanels, sowie die zuständige Stadträtin Karin Fehr geben den Exkursionsteilnehmenden Einblicke, berichten von ihren Erfahrungen und freuen sich auf Diskussionen.

Treffpunkt: 14 Uhr, Bahnhof Uster

Leitung: Céline Colombo, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Direktion für Justiz und Inneres

Exkursion 5 - Klimawandel konkret: Klimaspaziergänge für Bürgerinnen und Bürger am Beispiel Uster

Fotografie der Stadt Uster aus der Vogelperspektive
Blick über die Stadt Uster. Quelle: Werkheim Uster

Hitze im Sommer führt zu Stress und Gesundheitsproblemen. Je dichter der Siedlungsraum bebaut und je wenig er begrünt ist, umso grösser ist das Problem. Der Klimawandel verstärkt es zusätzlich.

Bei einem Rundgang durch die Stadt Uster zeigen Stadtplaner Patrick Neuhaus und der Leiter Natur, Land- und Forstwirtschaft, Philipp Jucker, mit welchen Massnahmen man der Entstehung von Hitzeinseln begegnen kann.

Damit vermehrt auch Private auf ihrem Grund solche Massnahmen ergreifen, braucht es eine entsprechende Sensibilisierung der Bevölkerung. Diesem Ziel dienen die Klimaspaziergänge. Die Teilnehmenden erkennen und erleben dabei die Wirkung von vermeintlich Alltäglichem, von einem Baum zum Beispiel oder einem Brunnen. Nana von Felten, Projektleiterin Klimaschutz Aargau, hat solche Klimaspaziergänge für Bürgerinnen und Bürger organisiert und lässt uns an ihren Erfahrungen teilhaben.

Treffpunkt: 14 Uhr, Bahnhof Uster

Leitung: Lhamo Meyer, Projektleiterin Ampio Partizipation GmbH

2. Teil: Der gemeinsame Ausklang

Luftaufnahme des Ritterhauses in Bubikon
Der zweite Teil des Klimadialogs vor Ort findet im Ritterhaus in Bubikon statt. Quelle: Ritterhaus Bubikon

Zwischen 16 und 16.30 Uhr erfolgt der Transfer von den Exkursionsorten nach Bubikon.

Im dortigen Ritterhaus (10 Minuten zu Fuss vom Bahnhof) treffen sich die Exkursionsteilnehmenden zum Ausklang – bei schönem Wetter im Innenhof, bei schlechtem in der Trotte.

Ablauf:

Begrüssung durch

  • Hans-Christian Angele, ab 1. Juli Gemeindepräsident von Bubikon
  • Regierungsrätin Jacqueline Fehr, Vorsteherin Direktion der Justiz und des Innern

Kurzberichte aus den fünf Exkursionen

Kurzansprache von Regierungsrat Martin Neukom, Baudirektion

Schlusswort von Kantonsrat Jörg Kündig, Präsident der Gemeindepräsidien des Kantons Zürich

Apéro

Kontakt

Medienstelle der Baudirektion

Adresse

Walcheplatz 2
8001 Zürich
Route (Google)

Telefon

+41 43 259 39 00


Bürozeiten


Montag bis Donnerstag
8.00 bis 12.00 Uhr und
13.30 bis 17.00 Uhr

Freitag
8.00 bis 12.00 Uhr und
13.30 bis 16.00 Uhr