Erfolgsgeschichten

Der Kanton Zürich fördert die politische, wirtschaftliche, kulturelle und soziale Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen. Im Folgenden finden Sie erfolgreiche Beispiele für diese Bemühungen.

Inhaltsverzeichnis

Von erfolgreichen Projekten lernen

Die Vielfalt ist eine grosse Stärke des Kantons Zürich und trägt wesentlich zu dessen hoher Produktivität bei. Der Kanton Zürich fördert die soziale Integration und die Möglichkeiten zur Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen am gesellschaftlichen Leben, an Wirtschaft, Kultur und Politik. Für die kantonale Verwaltung bedeutet Teilhabe

  • die Bedürfnisse verschiedener Gruppen zu verstehen und bei der eigenen Arbeit zu berücksichtigen,
  • für alle Gruppen zugänglich und erreichbar zu sein,
  • sowie klar und einfach zu kommunizieren.

Im Folgenden finden Sie einige ausgewählte Projekte, mit denen unterschiedliche kantonale Organisationseinheiten die Teilhabe erfolgreich fördern konnten.

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Das Bürgerpanel für mehr Klimaschutz in Uster tagte am 28./29. August und 11./12. September 2021. 20 zufällig ausgeloste Einwohnerinnen und Einwohner befassten sich damit, wie in Uster das Klima geschützt, bewusst konsumiert und Abfall vermieden werden kann.

Die Teilnehmendem sitzen in einem Sitzungsraum in einem Kreis und tauschen sich aus. Im hinteren Teil des Raumes sind Flipcharts mit Notizen aufgestellt.
Bürgerpanel in Uster (September 2021) Quelle: Céline Colombo

Für die Deutschschweiz war das Ustermer Bürgerpanel als dialogorientierte Form der politischen Mitwirkung eine Premiere. Das Zentrum für Demokratie der Universität Zürich begleitete das Projekt, die Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich unterstützte es finanziell. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden zufällig ausgelost, unter Berücksichtigung bestimmter Charakteristika wie beispielsweise Alter, Geschlecht, politische Ausrichtung sowie Ausbildung. Auf diese Weise stellen sie ein gutes Abbild der über 16-jährigen Bevölkerung dar und decken eine breite Meinungsvielfalt ab.

Nach einer Einführung ins Thema und der Befragung von Expertinnen und Experten traten die Teilnehmenden in den Dialog ein und entwickelten während zweier Wochenenden Ideen und Empfehlungen für Massnahmen zum Klimaschutz in Uster. Sie erarbeiteten Empfehlungen in den Handlungsfeldern Informationsvermittlung, Abfall und Konsum, Stadtplanung sowie Mobilität. Die Klimaschutz-Empfehlungen richten sich sowohl an die Bevölkerung als auch an die Stadtbehörden. Deshalb wurden die Vorschläge in Form eines Bürgerbriefs Mitte/Ende Oktober zur Information an alle Einwohnerinnen und Einwohner von Uster versendet.

Video von der Ergebnispräsentation des Ustermer Bürgerpanels

Stimmen von der Ergebnispräsentation des Ustermer Bürgerpanels zum Klimaschutz

«Ich bin beeindruckt von der Diskussionskultur im Ustermer Bürgerpanel – den Teilnehmenden ist es gelungen, sich über Meinungs- und Ideologiegrenzen hinweg stets respektvoll und konstruktiv auszutauschen. Daran könnten sich einige politische Gremien ein Beispiel nehmen.»

Céline Colombo, Programmleitung Teilhabe

Céline Colombo

Programmleitung Teilhabe

celine.colombo@ji.zh.ch
+41 43 259 42 95
Direktion der Justiz und des Innern, Neumühlequai 10, Postfach, 8090 Zürich

Das Netzwerk für Frauen in Handwerksberufen.

Das Handwerk-Netzwerk bringt Frauen in handwerklichen Berufen zusammen, bietet ihnen eine Plattform für Austausch und Ermächtigung und engagiert sich, gemischte Teams in Handwerksberufen zu stärken und Frauen für die Berufe zu begeistern.

Die drei Mitgründerinnen des Handwerk-Netzwerk, sitzend nebeneinander.
Die Mitgründerinnen des Handwerk-Netzwerk Quelle: Sabina Bobst

Gemische Teams sind erfolgreicher. Das zeigt sich vor allem im Transfer von Fach- und Methoden-Wissen, in der Problemerkennung, der Risikoeinschätzung und in der gemeinsamen Findung tragfähiger Lösungen. In den meisten handwerklichen Branchen sind allerdings nach wie vor nur wenig Frauen tätig.

Mit dem Handwerk-Netzwerk unterstützt die Fachstelle Gleichstellung die Bemühungen, mehr junge Frauen zu motivieren, in handwerkliche und technische Berufe einzusteigen, an diesen spannenden, vielseitigen und anspruchsvollen Berufswelten teilzuhaben und diese in Zukunft auch selber aktiver mit zu entwickeln.

«Weil sich im Rahmen des Projekts einzelne Frauen in der Öffentlichkeit zeigten und über ihren Alltag berichteten, konnten weitere Frauen motiviert werden, sich unserem Netzwerk anzuschliessen.»

Sandra Fischer, Mitgründerin Handwerk-Netzwerk

Helena Trachsel

Leiterin Fachstelle Gleichstellung

helena.trachsel@ji.zh.ch
+41 79 207 34 52
Direktion der Justiz und des Innern, Fachstelle Gleichstellung, Neumühlequai 10, Postfach, 8090 Zürich

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Das künstlerisch-ethnografische Langzeitprojekt macht die emotionalen und unaufgearbeiteten Momente der jüngeren Schweizer Geschichte sinn- und augenfällig. Dadurch wird – ausgehend von der Kritik am «Schwarzenbach-Komplex» – eine vielstimmige und transformative Erinnerungskultur für Gegenwart und Zukunft der Schweiz erprobt.

Ein erinnerungspolitisches Treffen mit Zeitzeuginnen und Alltagsexperten findet in den Lokalitäten des Ristorante Cooperativo statt. Menschen sitzen und hören den Zeitzeuginnen und Alltagsexperten zu. Sie tragen Muschutzmasken.
Ein erinnerungspolitisches Treffen mit Zeitzeuginnen und Alltagsexperten fand in den Lokalitäten des Ristorante Cooperativo statt. Quelle: kesara

Die Arbeitsgemeinschaft [ké*sarà] nimmt das Gedenkjahr zur Ablehnung der Schwarzenbach-Initiative zum Anlass für ein künstlerisch-ethnografisches Langzeitprojekt. Es erinnert an die hartnäckige Tradition der Fremdenfeindlichkeit und des strukturellen Rassismus in der Schweiz. Dafür wurden geschichtsträchtige Orte erkundet, ein Video-Apell mit Archivmaterial und Zeitzeugenberichten gegen das Vergessen entwickelt sowie eine erinnerungspolitische Versammlung mit Betroffenen und Gästen aus Wissenschaft und Kultur lanciert. Am Zürcher Theater-Spektakel 2021 fand schliesslich unter dem Titel «Not the Same Procedure!» ein vielstimmiger Abend der Appelle aus dem Migrationsuntergrund statt.

«Schwarzenbach-Komplex» will eine vielstimmige Erinnerungskultur in der Schweiz sowie das Community-Building zwischen Zeitzeuginnen, Alltagsexperten, Aktivistinnen, Kulturschaffenden, Forschenden und der breiten Öffentlichkeit stärken. Gemeinsam werden Räume, Sprachen und Beziehungen eines kollektiven Erinnerns und Aufarbeitens erprobt.

Gegründet wurde [ké*sarà] vom Sozialanthropologen Rohit Jain, dem Theaterschaffenden Tim Zulauf und der Historikerin Paola De Martin. Die Fachstelle Integration des Kantons Zürich hat das Langzeitprojekt finanziell unterstützt.

«Es ist immer wieder berührend zu erfahren, wie viel Wissen über die Migrationsgesellschaft in uns allen steckt. Es handelt sich um viel Schmerz und Scham aber auch um Wut, Widerstand und Solidarität. Es ist Zeit, diese «andere» Wirklichkeit anzuerkennen und die Gesellschaft zu verändern.»

Rohit Jain, Projektkoordinator von [ké*sarà]

Fachstelle Integration

integration@ji.zh.ch
+41 43 259 25 31
Neumühlequai 10, Postfach, 8090 Zürich

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Das Kantonale Sozialamt (KSA) und die Behindertenkonferenz Kanton Zürich (BKZ) haben eine Zusammenarbeit vereinbart. Diese sieht vor, dass die BKZ ein Mitwirkungsmodell aufbaut und pflegt, damit alle Gruppen von Menschen mit Behinderung bei der Umsetzung der Behindertenrechtskonvention (BRK) im Kanton Zürich einbezogen werden.

Menschen informieren sich am Messestand von Partizipation Kanton Zürich.
«Partizipation Kanton Zürich» präsentieren sich bei einer kantonalen Veranstaltung für die Gemeinden. Quelle: Vera Markus

Der Kerngedanke von «Partizipation Kanton Zürich» ist der Einbezug möglichst aller Gruppen von Menschen mit Behinderung im Kanton Zürich. Dazu wurden in einem ersten Schritt sieben Arbeitsgruppen (AG) gebildet. Je eine Arbeitsgruppe für Menschen mit Gehbehinderung, Sehbehinderung, Hörbehinderung, geistiger oder psychischer Behinderung. Eine Arbeitsgruppe besteht aus Vertretungen von Verbänden, die verschiedenste Betroffene vertreten und die behinderungsartenübergreifende Dienstleistungen anbieten. Die AG «Weitere» ist für jene Menschen, die sich nicht einer der anderen Gruppe zuordnen lassen.

Die sieben Arbeitsgruppen haben die wichtigsten Hindernisse aus der Perspektive von Menschen mit Behinderung im Kanton Zürich erarbeitet und diese priorisiert. Die Steuergruppe hat die höchsten Prioritäten im Dokument «TOP-PRIORITÄTEN» zusammengefasst.

Die Koordinationsstelle Behindertenrechte im KSA hat die Top-Prioritäten im Mai 2020 entgegengenommen. Die Ergebnisse fliessen in die Erarbeitung des ersten Aktionsplans für den Kanton Zürich ein.

«Partizipation Kanton Zürich gewährt Menschen mit Behinderung ein aktives Mitspracherecht bei der Umsetzung der UNO-Behindertenrechtskonvention. Dadurch entsteht gegenseitiges Verständnis, Hindernisse werden durch gute Lösungen abgebaut und Ressourcen werden zielgerichtet eingesetzt.»

Matyas Sagi-Kiss, Vorstandsmitglied BKZ und Bezirksrat

Bernhard Krauss

Koordinationsstelle Behindertenrechte

behindertenrechte@sa.zh.ch
+41 43 259 52 68
Sicherheitsdirektion, Kantonales Sozialamt, Koordinationsstelle Behindertenrechte, Schaffhauserstrasse 78, 8090 Zürich

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Mit den niederschwelligen Programmen MiniMove, OpenSunday und Midnight-Sports öffnet die Stiftung IdéeSport Sporthallen für Sport und Begegnung. Damit schafft sie regelmässige Treffpunkte über kulturelle und gesellschaftliche Grenzen hinweg.

Im Vordergrund sind zwei Teilnehmende einer OpenSunday-Veranstaltung zu sehen. Sie rennen in Richtung der Kamera und halten je ein Ende eines doppeltgefassten Seiles fest, mit dem sie einen aufgeblasenen Ballon transportieren. Sie haben einen angestrengten, aber doch vergnügten Gesichtsausdruck. Im Hintergrund sind weitere Kinder zu sehen, manche sitzen, andere stehen.
Spiel und Spass am OpenSunday. Quelle: Stiftung IdéeSport, Christian Jaeggi

IdéeSport fördert Bewegung unabhängig von Geschlecht, kultureller Herkunft, sozialem Status oder sportlichen Fähigkeiten und spricht mit ihren einfach zugänglichen und kostenlosen Programmen verstärkt sozial benachteiligte Gruppen an.

MiniMove richtet sich an Kinder im Vorschulalter mit ihren erwachsenen Bezugspersonen und fördert die motorische und emotionale Entwicklung der Kinder.
Im OpenSunday toben sich Kinder im Primarschulalter am Sonntagnachmittag während des Winterhalbjahres bei Spielen und in Bewegungslandschaften aus. Das Programm ist inklusiv für Kinder mit und ohne Handicap gestaltet.

MidnightSports bietet Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren am Samstagabend während des Winterhalbjahres einen Treffpunkt für Bewegung und Begegnung.

Die Mitarbeit und Förderung von Jugendlichen ist zentrales Element aller Programme. Mit dem CoachProgramm bildet IdéeSport Jugendliche zu Coachs aus. Die Coachs organisieren und gestalten die Angebote gemeinsam mit einer erwachsenen Projektleitung und übernehmen in der Sporthalle Verantwortung. 

«Es ist beeindruckend, wie sich die Teams innerhalb weniger Veranstaltungen einspielen und diese, im Rahmen des Konzepts, so unterschiedlich gestalten.»

Dana Bachofner, Projektmanagerin IdéeSport

Sybille Burch

Projektrealisation

zuerich@ideesport.ch
+41 62 296 10 38
Stiftung IdéeSport, Tannwaldstrasse 48, 4600 Olten

Bei ZÄMEGOLAUFE treffen sich Menschen im Alter von 60+, um gemeinsam an ihrem Wohnort spazier-wandern zu gehen. Das von Prävention und Gesundheitsförderung Kanton Zürich unterstützte Angebot ist kostenlos und kann ohne Voranmeldung genutzt werden. Es besteht im Kanton Zürich zurzeit in 15 Gemeinden zwei weitere Gemeinden sind im Aufbau.

ZÄMEGOLAUFE

Eine Gruppe älterer Menschen spazieren durch den Wald
ZÄMEGOLAUFE Quelle: ZGL

ZÄMEGOLAUFE ist ein von Prävention und Gesundheitsförderung Kanton Zürich unterstütztes kostenloses Spazier-Wanderangebot für Menschen ab 60 Jahren, das in Zürcher Gemeinden bzw. Quartieren durchgeführt wird. Ziel ist es, Menschen 60+ mit Wunsch nach mehr Bewegung und nach neuen Kontakten in ihrer Gemeinde zum regelmässigen, gemeinsamen Laufen zu motivieren. Die Parcours sind auf verschiedene Bedürfnisse abgestimmt und unterschiedlich lang. Für ältere Menschen mit oder ohne chronische Krankheiten ist regelmässige Aktivität relevant, um unabhängig zu bleiben, die Lebensqualität zu erhalten und Krankheiten zu bewältigen. Das gemeinsame Laufen mit dem Ausgangspunkt im Dorf bzw. in der Stadt und mit Personen aus der eigenen Gemeinde beeinflusst die physische und psychische Gesundheit positiv und bestärkt das soziale Netzwerk. Dies wirkt sich auf Lebensfreude und Unterstützung in verschiedensten Lebensbereichen aus.

ZÄMEGOLAUFE wurde 2015 am Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention der Universität Zürich unter der Leitung von Professor Milo Puhan entwickelt. Der so genannte Bürger-Wissenschaft-Ansatz ermöglicht eine starke Identifikation der Zielgruppe mit dem Projekt. Nach dem Rückzug der Forschungsgruppe organisierte die Zielgruppe das Spazierangebot an den verschiedenen Standorten selbstständig. Die Teilnehmenden planen unter der Koordination einer in der Gemeinde wohnhaften Schlüsselperson selbst, wann sie zusammen «laufen» gehen. An regelmässigen Stammtischen können sich die Teilnehmenden einbringen und das Angebot mitprägen. Nach der ersten erfolgreichen Multiplikationsphase im Kanton Zürich soll ZÄMEGOLAUFE in den nächsten Jahren erfolgreich schweizweit skaliert werden.

Als in Wetzikon publik wurde, dass eine Gruppe mit Menschen ab 60 Jahren für eine Aktion ZÄMEGOLAUFE gesucht wird, meldete ich mich. ZÄMEGOLAUFE, dieser Name gefiel mir. Unter diesem Titel konnte ich mir etwas Interessantes, Lebendiges vorstellen. Inzwischen habe ich meinen 84. Geburtstag gefeiert und gehöre natürlich zu den Langsamsten, ich nenne sie «Geniesser»! Doch jedes Mal, wenn wir unterwegs waren, bin ich glücklich! Denn wandern in der kleinen Gruppe ist anregend, unterhaltsam und kurzweilig.

Doris, 84 Jahre

Mirco Dalla Lana

Verein ZÄMEGOLAUFE (ZGL)

hello@zgl.ch
+41 44 552 47 48
Hertistrasse 26, 8304 Wallisellen

Der 150-jährige Verein Familien- und Jugendhilfe Winterthur (FUJH) setzt in einigen Angeboten neben Fachpersonen auch ehrenamtliche Mitarbeitende ein. Im Begleiteten Besuchstreff (BBT) ist daraus ein Konzept entstanden, in welchem sich Menschen aus verschiedenen Berufsfeldern, Studierende und Pensionierte engagieren. Die BBT werden im Auftrag des Amts für Jugend- und Berufsberatung (AJB) durchgeführt.

Blick in einen Schulhort mit Tischen und Spielzeug im Hintergrund
BBT ermöglichen Kindern, ihren besuchsberechtigten Elternteil in einem betreuten, kin-derfreundlichen Umfeld zu treffen. Quelle: FUJH

Begleitete Besuchstreffs (BBT) helfen Kindern und Eltern, den Kontakt auch in schwierigen Trennungs- und Scheidungssituationen aufrechtzuerhalten.

Die Kinder können sich in einem geschützten und begleiteten Rahmen mit dem Elternteil treffen, bei dem sie nicht leben. Mutter und Vater bleiben so gleichermassen Teil des Lebens ihrer Kinder – auch wenn die Umstände nicht günstig sind. Ziel ist es, dass die Eltern mit Unterstützung einer Fachstelle eine langfristige Lösung finden, wie die Familie auch nach der Trennung weitergehen kann.

Der Verein FUJH setzt in den BBT neben sozialpädagogischen Leitungspersonen auch Begleitpersonen aus anderen Berufsfeldern ein. Ursprünglich handelte es sich um ehrenamtliches Engagement, heute wird ein Entgelt bezahlt. Eine wichtige Motivation für das Engagement ist nach wie vor das Interesse an der Thematik und der Wunsch, sich gesellschaftlich zu engagieren.

«Ich fing als Studentin der Pädagogischen Hochschule an, als Begleitperson im BBT zu arbeiten. Mich reizte die Möglichkeit, an einem spannenden Ort Erfahrungen mit Kindern und Eltern zu sammeln und dabei auch noch etwas Geld zu verdienen. Nun bin ich längst eine Kindergärtnerin geworden, aber ich bleibe dem Treff dennoch treu.»

Lena Hofmann, Mitarbeiterin Besuchstreff

Barbara Sutter

Geschäftsleitung Verein Familien- und Jugendhilfe Winterthur

barbara.sutter@fujh.ch
+41 52 244 02 30
FUJH ‐ Verein Familien- und Jugendhilfe Winterthur, St. Gallerstrasse 57, 8400 Winterthur

«Femmes-Tische» ist ein mehrsprachiges, niederschwelliges Programm der informellen Bildung. In kleinen Runden diskutieren Frauen mit Migrationshintergrund zu Themen der Familie, Gesundheit und Integration.

Drei Frauen sitzen mit ihren Töchtern nebeneinander auf einer Bank vor einem Wald.
Femmes-Tische sind moderierte Gesprächsrunden und offen für alle interessierten Menschen – mit oder ohne Migrationshintergrund. Quelle: AJB

Femmes-Tische basiert auf dem Peer-Ansatz. Die Gesprächsrunden werden von einer geschulten Moderatorin, meist in der Erstsprache der Teilnehmenden, geleitet. Sie führen bei den Teilnehmenden zu einem Wissenszuwachs und zu Empowerment. Zudem werden die soziale Teilhabe, das soziale Netzwerk und die persönlichen Ressourcen gefördert. Wichtige Kriterien sind u.a. ein niederschwelliger Zugang, der Austausch in der Herkunftssprache, die bedürfnisgerechte Wissensvermittlung und ein partizipativer Ansatz.

Die Geschäftsstelle Elternbildung des Amtes für Jugend und Berufsberatung stellt das Angebot im Kanton Zürich sicher. Sie übernimmt die Koordination der Standorte von Femmes-Tischen im Kanton und steht für Fragen zur Qualitätssicherung sowie für die Weiterentwicklung des Angebots mit den Standortleitungen in Kontakt. Männer-Tische werden ebenfalls bereits in einigen Regionen umgesetzt.

Femmes-Tische und Männer-Tische für ältere Menschen

An den Gesprächsrunden für ältere Personen und ihre Angehörigen erfahren die Teilnehmenden, welche Rolle die gesunde Ernährung, die Bewegung und die psychische Gesundheit spielen. Sie können die Gesprächsthemen mitbestimmen. Neben dem Wissenszuwachs profitieren sie von der Vernetzung mit anderen älteren Personen in ihrem nahen Lebensraum, stärken dadurch ihre sozialen Ressourcen und die Integration. Es findet ein Austausch zu Sorgen und Herausforderungen, aber auch zu Stärkendem statt. Gute Ideen werden geteilt und können im Alltag umgesetzt werden. Die Gesprächsrunden werden im Rahmen des kantonalen Programms Prävention und Gesundheitsförderung im Alter unterstützt.
 

Monika Allenspach

Amt für Jugend und Berufsberatung, Geschäftsstelle Elternbildung

monika.allenspach@ajb.zh.ch
+41 43 259 79 30
Bildungsdirektion, Amt für Jugend und Berufsberatung, Geschäftsstelle Elternbildung, Siewerdtstrasse 105, 8090 Zürich

Ausgehend von den Bedürfnissen der Young Carers und in enger Zusammenar-beit mit ihnen wird ein Angebot entwickelt, das spezifisch auf sie ausgerichtet ist. Ganz im Sinne von «Support und Empowerment von, mit und für Young Carers»

Bunte Post-Its hängen an einer weissen Wand und sind mit Wünschen beschrie-ben
Einblicke in den Workshop mit acht Young Carers Quelle: Amt für Jugend und Berufsberatung, Greenhouse

Young Carers sind Kinder und Jugendliche, die Angehörige pflegen und unterstützen. In der Schweiz trifft dies laut einer SNF-Studie auf ca. 8% der 10-15 Jährigen zu, d.h. rund 40’000 Kinder und Jugendliche, wobei die Dunkelziffer hoch ist.

Im Projekt wird zusammen mit Young Carers ein spezifisches Angebot entwickelt, ausgerichtet an ihren besonderen Bedürfnissen in Bezug auf Gesundheit, Soziales und Bildung. In einem Workshop mit acht (ehemaligen Young Carers) zu Beginn des Projektes wurde ermittelt, welche Anliegen und Unterstützungsformen für sie prioritär sind. Im Vordergrund stehen eine Webseite mit Informationen für Young Carers und Fachpersonen, die Sensibilisierung von Fachpersonen sowie der Aufbau einer spezifischen Anlaufstelle für Young Carers.

Der Workshop mit den Young Carers war ein eindrückliches und bewegendes Erlebnis für uns! Es kamen so viele tolle Ideen und Vorschläge zusammen – ohne dies hätten wir unser Projekt gar nicht durchführen können.

Ladina Gartmann und Michèle Maycock, Projektleiterinnen «Care 4 Young Carers»

Ladina Gartmann

Projektleiterin

ladina.gartmann@ajb.zh.ch
+41 43 259 96 82
Bildungsdirektion, Amt für Jugend und Berufsberatung, Dörflistrasse 120, Postach, 8090 Zürich

Michèle Maycock

Projektleiterin

michele.maycock@ajb.zh.ch
Bildungsdirektion, Amt für Jugend und Berufsberatung, Dörflistrasse 120, Postach, 8090 Zürich

Das «Rudel der Löwinnen» stärkt junge Frauen nach dem Studium oder der Lehre, damit sie selbstbewusst in die Berufswelt starten. Das Pilotprojekt des Amts für Jugend und Berufsberatung umfasst Mentorings, Workshops und eine Online-Plattform mit Blog, Selbstbewusstseins-Test und Austauschmöglichkeit.

Vier junge Frauen stehen vor einem grauen Hintergrund und lachen.
Das Pilotprojekt „Rudel der Löwinnen“ stärkt junge Frauen in ihrem Selbstbewusstsein. Quelle: AJB

Das «Rudel der Löwinnen» stärkt junge Frauen nach dem Studium oder der Lehre, damit sie selbstbewusst in die Berufswelt starten. Das Projekt hat zum Ziel, einen gleichberechtigten Berufsstart zu erwirken und ein Frauenbild fern von stereotypischen Rollenbildern zu fördern. Denn Studien zeigen, dass junge Frauen insbesondere während der Pubertät an Selbstvertrauen verlieren. Dies kann auch Auswirkungen auf deren Start in die Berufs- und Arbeitswelt haben. So besteht noch immer ein unerklärter Lohnunterschied - bereits beim Berufsstart (Zahlen und Fakten).

Hier können Mentorinnen junge Frauen unterstützen. Sei es, dass sie ihre Mentees in der Bewerbungsphase stärken oder ihnen Tipps für den Antritt der neuen Stelle geben. Im Projekt «Rudel der Löwinnen» sind die Mentorinnen Frauen in Führungs- und Fachpositionen des Amtes für Jugend und Berufsberatung. Neben dem Mentoring, nehmen die jungen Frauen an vier Workshops teil, unter anderem zu erfolgreichen Bewerbungsgesprächen, selbstbewusst Auftreten oder zum Umgang mit Macht. Auf der Plattform www.rdl-zh.ch können junge Frauen zudem ihr Selbstbewusstsein testen und erhalten Hilfsmittel zur Stärkung dessen.

«Es ist bereichernd zu sehen, wie wenig es benötigt, damit junge Frauen an sich glauben und für ihre Rechte einstehen. Aber auch wenn es »wenig« ist - genau diese Unterstützung ist wichtig, um bestehende Rollenbilder zu erkennen und sich dagegen wehren zu können.»  

Fiona Feuz, Projektleiterin

Fiona Feuz

info@rdl-zh.ch
Amt für Jugend und Berufsberatung, Dörflistrasse 120, 8090 Zürich

In ergebnisoffenen und partizipativen Workshops mit Jugendlichen der Oberstufe wird der Frage nachgegangen, wie die Angebote des kjz Kloten (Kinder- und Jugendhilfezentrum) jugendgerecht vermittelt werden können.

Drei Jugendliche sitzen an einem Tisch und sprechen miteinander.
GenZ-4-kjz ist ein Pilotprojekt des Amts für Jugend und Berufsberatung, das Jugendliche u.a. bei der Angebotsentwicklung aktiv miteinbezieht. Quelle: AJB

Das Kinder- und Jugendhilfezentrum Kloten ist eine Institution mit offenen Türen für die freiwillige Jugend- und Familienberatung und für die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB).

Die meisten Jugendlichen und ihre Eltern finden den Weg zum kjz Kloten primär über die KESB. Das kjz ist in der Präventionsarbeit in den Schulen oder Jugendtreffs nicht präsent, obwohl viele jugendspezifische Themen Teilgebiet der Jugendhilfe sind.

Durch das Projekt genZ-4-kjz werden in einem partizipativen und peer-educationalen Ansatz Wege und Möglichkeiten herausgefunden, um Jugendliche durch die Angebote des kjz besser erreichen zu können. Dies unter dem Motto: Von Jugendlichen für Jugendliche, indem Schülerinnen und Schüler der 7. bis 9. Klasse in einem Workshop Ideen sammeln, wie die Angebote des kjz vermittelt werden können. Ziel ist eine Früherkennung von Problemstellungen. So soll ermöglicht werden, dass Jugendliche und ihre Eltern rechtzeitig mit adäquaten, freiwilligen und kindsgerechten Angeboten durch das kjz Kloten unterstützt werden.

«Die Methode des Projekts ist partizipativ und ergebnisoffen. Die Jugendlichen können einerseits selber einen Beitrag für kreative Ideen leisten, andererseits sollen sie bei der Auswahl der Ideen mitentscheiden und in der Umsetzung dabei sein. Besonders herausfordernd ist der Zugang zu den Jugendlichen.»

Burim Luzha

Burim Luzha

Projekt genZ-4-kjz Kloten

burim.luzha@ajb.zh.ch
+41 43 259 96 42
Bildungsdirektion, Amt für Jugend und Berufsberatung, Dörflistrasse 120, 8090 Zürich

Mentoring Ithaka will Schülerinnen und Schülern Ende 2. Sek, 3. Sek und im Berufsvorbereitungsjahr den Einstieg ins Berufsleben ermöglichen. Mentorinnen und Mentoren bieten den jungen Menschen ehrenamtlich ihre Begleitung an.

Ein Mentor und ein Mentee treffen sich in der Infothek des biz zum Arbeiten.
Ein Mentor und ein Mentee treffen sich im Rahmen des Ithaka-Programms in der Infothek des biz zum Arbeiten. Quelle: Mentoring Ithaka

Für manche Jugendliche ist es schwierig, den Schritt von der Schule ins Berufsleben zu schaffen. Oft fehlt es ihnen an Wissen und Beziehungen. Beides sind wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Lehrstellensuche.

Hier setzt Mentoring Ithaka an. Jugendliche werden mit erfahrenen Berufspersonen zusammengeführt. Diese Mentoren und Mentorinnen unterstützen die jungen Menschen bei der Lehrstellensuche: Gemeinsam erstellen sie Bewerbungsdossiers, bereiten auf Schnuppertage vor, üben Vorstellungsgespräche oder sie motivieren die Jugendlichen bei Absagen.

Angehende Mentorinnen und Mentoren verfügen über einige Jahre Berufserfahrung und werden von Fachpersonen des Amts für Jugend und Berufsberatung in einem zweitägigen Seminar in ihre Aufgabe eingeführt. Während ihrer Einsatzdauer steht ihnen eine Ansprechperson zur Verfügung. Jeweils drei bis neun Monate (ca. zwei Stunden pro Woche) begleiten und unterstützen sie ihre Mentees bei der Lehrstellensuche.

Mentoring Ithaka fördert die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, in dem Jugendliche mit Unterstützungsbedarf bei der Integration ins Berufsleben begleitet werden.

Zugleich nehmen auch die Mentoren und Mentorinnen selber an einem gesellschaftlichen Entwicklungsprozess teil, in dem sie sich unterstützend und systemübergreifend, von der Schule in den Beruf, einbringen und so unter Anderem auch einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Jugendarbeitslosigkeit leisten.

«Mit dem Engagement als Mentor kann ich einerseits einen kleinen Beitrag an die soziale und wirtschaftliche Gemeinschaft leisten und bin gleichzeitig immer am Puls der Situation zwischen Schulabgang und Lehrbeginn.»

Stefan Rupp, Mentor biz Uster

«Ich hatte das Glück, zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn und während meiner Karriere mehrere inspirierende Mentorinnen und Mentoren zu haben – mit der Tätigkeit bei Ithaka möchte ich der nächsten Generation die Inputs und Learnings weitergeben.»

Linda Krajnak, Mentorin biz Oerlikon

«Ich fühlte mich sofort dazugehörend.»

Rolf Billeter, Mentor biz Meilen

Susanne Roth

Amt für Jugend und Berufsberatung, biz Winterthur

susanne.roth@ajb.zh.ch
+41 43 259 82 48
Bildungsdirektion, Amt für Jugend und Berufsberatung, biz Winterthur, Zürcherstrasse 12, Postfach 414, 8401 Winterthur

Was – wenn nicht Teilhabe – wird mit den sonderpädagogischen Massnahmen im Vor- und Nachschulbereich ermöglicht?

Foto von zwei Kindern, die auf einem Sofa miteinander spielen
Zwei Kinder am spielen. Quelle: iStock/AJB 2021

Die sonderpädagogischen Massnahmen zielen darauf ab, die Teilhabemöglichkeiten der Kinder und Jugendlichen zu erweitern:

  • sei es, indem die Eltern in Gebärdensprache angeleitet werden, um mit ihrem gehörlosen Kind kommunizieren zu können.
  • sei es, indem Kinder, die sich in der Lautsprache nicht verständigen können, lernen mittels Piktogrammen zum Ausdruck zu bringen, was sie möchten.
  • sei es, dass für ein Kind mit motorischen Schwierigkeiten ein Laufrad umgebaut wird, damit es sich auch auf Rädern fortbewegen kann.
  • sei es, dass ein Jugendlicher mit einer Lese-Rechtschreib-Störung dank der Unterstützung einer Logopädin und eines Nachteilsausgleichs das Gymnasium besuchen kann.

Andrea Häuptli

Amt für Jugend und Berufsberatung, Sonderpädagogische Massnahmen,

andrea.haeuptli@ajb.zh.ch
+41 43 259 96 19
Amt für Jugend und Berufsberatung, Sonderpädagogische Massnahmen, Dörflistrasse 120, 8090 Zürich

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Der Webauftritt des Kantons Zürich soll für alle Menschen mit möglichst wenig Hürden zugänglich sein. Welche Ziele der Kanton dabei anstrebt und wo er auf diesem Weg steht, macht er erstmals in einer «Erklärung zur Barrierefreiheit» transparent.

Der Kanton Zürich ist verpflichtet und bestrebt, den digitalen Informationszugang für möglichst viele Menschen hürdenfrei zu gestalten. Barrieren für Menschen mit physischen und geistigen Beeinträchtigungen sollen mehr und mehr abgebaut werden. Der kantonale Webauftritt spielt hierbei eine wichtige Rolle.

Informationen zum Stand dieser Bestrebungen hat der Kanton Zürich nun erstmals in einer «Erklärung zur Barrierefreiheit» veröffentlicht. Diese wird regelmässig aktualisiert und umfasst folgende Angaben:

  • An welchen internationalen und schweizerischen Standards sowie rechtlichen Grundlagen zur digitalen Barrierefreiheit sich der Kanton orientiert.
  • Wie barrierefrei der kantonale Webauftritt derzeit ist und wo noch Hindernisse bestehen.
  • Bis wann welche Hürden abgebaut werden sollen.
  • Welche Bereiche nicht barrierefrei gemacht werden und warum.
  • Der Kanton Zürich plant ausserdem, sich an regelmässigen Reviews durch den Bund zu beteiligen. Deren Resultate werden ebenfalls publiziert.

Anlaufstelle zum barrierefreien Informationszugang

Neu gibt es ausserdem eine offizielle Anlaufstelle beim Kanton für Anliegen rund um die digitale Barrierefreiheit. Der entsprechende Kontakt ist Bestandteil der «Erklärung zur Barrierefreiheit».

«Die Erklärung zur Barrierefreiheit anerkennt die Anliegen der betroffenen Menschen. Gleichzeitig bezeugt sie die Verpflichtung, weitere Hürden im digitalen Informationszugang abzubauen. Der Kanton Zürich übernimmt hierbei eine Vorreiterrolle.»

Bernhard Krauss, Koordinationsstelle Behindertenrechte

Roger Zedi

Leiter ZHweb, Staatskanzlei/DVE

roger.zedi@sk.zh.ch
+41 43 259 20 43
Neumühlequai 10, Postfach, 8090 Zürich

Haben Sie selber ein interessantes Projekt, welches die Teilhabe fördert und Sie hier gerne vorstellen möchten? Für weitere Informationen nehmen Sie gerne mit uns Kontakt via kanzlei.gsji@ji.zh.ch auf.  

Koordination

Céline Colombo

Programmleitung Teilhabe

celine.colombo@ji.zh.ch
+41 43 259 42 95
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