Integrationsagenda

Die neue Strategie koordiniert die Umsetzung der Integrationsförderung von Geflüchteten.

Inhaltsverzeichnis

Integrationsagenda Schweiz

Bund und Kantone wollen vorläufig aufgenommene Personen und Flüchtlinge rascher in die Arbeitswelt und besser in die Gesellschaft integrieren. Aus diesem Grund haben sie sich auf eine gemeinsame Integrationsagenda Schweiz (IAS) geeinigt, die eine Intensivierung der Integrationsförderung vorsieht. Dafür wird die einmalig pro Person ausbezahlte Integrationspauschale (IP) von 6'000 auf 18'000 Franken erhöht für die seit dem 1. Mai 2019 als vorläufig Aufgenommene und Flüchtlinge anerkannten Personen. Die höheren Bundesbeiträge sind gekoppelt an die Vorgaben des Bundes, konkrete Wirkungsziele zu erreichen und einen für alle Akteurinnen und Akteure verbindlichen Integrationsprozess zu etablieren.

Ziele der Integrationsagenda

Bund und Kantone haben sich mit der Integrationsagenda folgende Wirkungsziele gesetzt:

  1. Alle vorläufig aufgenommenen Personen und Flüchtlinge haben nach drei Jahren Grundkenntnisse einer Landessprache.
  2. 80 Prozent der Kinder können sich beim Schulbeginn in der lokalen Sprache verständigen.
  3. Zwei Drittel aller vorläufig aufgenommenen Personen und Flüchtlinge im Alter von 16-25 Jahren befinden sich fünf Jahre nach Einreise in einer beruflichen Grundbildung.
  4. Die Hälfte aller erwachsenen vorläufig aufgenommenen Personen und Flüchtlinge ist sieben Jahre nach Einreise in den Arbeitsmarkt integriert.
  5. Vorläufig aufgenommene Personen und Flüchtlinge sind sieben Jahre nach Einreise mit den schweizerischen Lebensgewohnheiten vertraut und haben Kontakte zur Bevölkerung.

Zielgruppen

In der Integrationsagenda werden vier Hauptzielgruppen unterschieden, für die verschiedene Fördermassnahmen vorgesehen sind:

  • Vorläufig aufgenommene Personen und Flüchtlinge mit Potenzial für einen Abschluss auf Sekundarstufe II
  • Vorläufig aufgenommene Personen und Flüchtlinge mit Arbeitsmarktpotenzial
  • Vorläufig aufgenommene Personen und Flüchtlinge mit primärem Fokus auf soziale Integration
  • Kinder im Vorschulalter

Zudem hat der Kanton Zürich entschieden, die Integrationspauschale auch für die Sprachförderung von Asylsuchenden einzusetzen.

Neuerungen

Ziel aller involvierten Stellen ist es, die Integrationsmassnahmen früher einzusetzen, sie zu erweitern und zu intensivieren, damit Geflüchtete stärker ihre individuellen Potenziale einbringen, entwickeln und gesellschaftlich teilhaben können. Mit der Umsetzung der Integrationsagenda im Kanton Zürich (IAZH) ändert sich im Kern Folgendes:

  • Frühzeitiger Start der Förderung und muttersprachliche Erstinformation
  • Engere Begleitung durch integrationsorientierte Fallführung
  • Individuelle Potenzialabklärungen und zielgerichtete Bildungs- und Arbeitsintegrationsmassnahmen
  • Neue und ergänzende Angebote zur sozialen Integration und zur frühen Sprachbildung für Kinder im Vorschulalter sowie neue spezifische Projekte für Personen mit psychischen Belastungen
  • Diversifizierter kantonaler Angebotskatalog

Bei der Umsetzung der IAZH handelt sich nicht um eine grundlegende Neuausrichtung, sondern um eine gezielte Weiterentwicklung der bisherigen Integrationsförderung. Die Integrationsagenda wird im Kanton Zürich schrittweise umgesetzt. Die Jahre 2019 und 2020 gelten als Übergangsphase, im Jahr 2021 werden alle Massnahmen vollständig umgesetzt.

Gemeinsam umsetzen

Zur Umsetzung der Integrationsagenda im Kanton Zürich (IAZH) hat die kantonale Fachstelle Integration gemeinsam mit den relevanten kantonalen Ämtern und den Gemeinden ein Konzept erarbeitet. Am 24. April 2019 wurde dieses Konzept vom Regierungsrat verabschiedet.

Für die Umsetzung arbeiten die Gemeinden und die relevanten kantonalen Stellen sowie die Fachstelle Integration eng zusammen. Das Kantonale Sozialamt (KSA), das Volksschulamt (VSA), das Amt für Jugend und Berufsberatung (AJB), das Mittelschul- und Berufsbildungsamt (MBA) sowie das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) übernehmen wichtige Rollen bei der Integration von vorläufig aufgenommenen Personen und Flüchtlingen.

Für eine erfolgreiche Integration von geflüchteten Menschen sind neben den staatlichen Stellen auch die Anbietenden, zivilgesellschaftlichen Akteure und Akteurinnen sowie private Organisationen unverzichtbar. Diese stärken mit ihren bewährten Integrationsangeboten das gesellschaftliche Miteinander und tragen damit wesentlich zur gelingenden Integration bei. Mit der IAZH wird deshalb u.a. das freiwillige Engagement gefördert und besser mit den staatlichen Angeboten vernetzt.

Integrationsagenda Kanton Zürich (Umsetzungskonzept IAZH)

Häufige Fragen

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Ab 2021 haben die Gemeinden ein Kostendach zur Finanzierung von  Integrationsangeboten zur Verfügung. Dieses können die fallführenden Stellen der Gemeinden für die Integration der Zielgruppe der Integrations­agenda nutzen. Dafür stehen akkreditierte Integrationsangebote zur Verfügung. Die fallführenden Stellen weisen vorläufig aufgenommene Personen und Flüchtlinge auf Basis einer Potenzialabklärung und Integrationsplanung direkt geeigneten Angeboten zu und gelten die Anbietenden direkt ab.

Die Zielgruppen sind Asylsuchende (Ausweis N), vorläufig Aufgenommene (Ausweis F) und Flüchtlinge (Ausweis F und B). Für Asylsuchende ist die Förderung im Rahmen der Integrationsagenda auf den Förderbereich Sprache begrenzt.  

Die Kostendächer wurden anhand eines transparenten Verteilschlüssels berechnet, der sich am Bestand an Asylsuchenden, vorläufig aufgenommenen Personen und Flüchtlinge in der Zuständigkeit der Gemeinde orientiert. Weitere Informationen zur Berechnungsweise finden Sie hier:

Das Kostendach der Gemeinde darf ausschliesslich für akkreditierte Angebote genutzt werden. Diese sind im kantonalen Angebotskatalog IAZH aufgeführt. Das Kostendach wird gemäss individuellem Bedarf für die Zielgruppen der IAZH verwendet. Dabei ist auf eine Gleichbehandlung von vorläufig aufgenommenen Personen und Flüchtlingen sowie von Frauen und Männern zu achten. Es gibt kein Kostendach pro Person.

Mit der Integrationsagenda erfolgt ein Impuls für die Integrationsförderung von Asylsuchenden (Ausweis N). Eine frühzeitige Integrationsförderung wirkt sich nachweislich positiv auf die berufliche Integration aus. Die fallführenden Stellen können deshalb das Kostendach auch für Sprachfördermassnahmen für Asylsuchende einsetzen.

Auf Basis des Kurzassessments entscheidet die fallführende Stelle der Gemeinde im Rahmen der Integrationsplanung, welche Massnahme angezeigt ist. Das Formular ist unter dem Namen «Ergebnisse der Potenzial­abklärung» auf der Webseite des SEM aufgeschaltet.

Die Gemeinden bzw. die fallführenden Stellen (FFST) sind verpflichtet, in einem Reporting über die Nutzung der Integrationsangebote im ­Rahmen des Fördersystems zu berichten. Die Fachstelle überprüft das Reporting der FFST im Folgejahr und vergütet den FFST die effektiven Kosten für die Nutzung der akkreditierten Angebote im Berichtsjahr. Die Obergrenze bildet dabei das Kostendach der jeweiligen Gemeinde. Alle dafür relevanten Informationen finden Sie im Online-Handbuch IAZH.  

Für alle interessierten Personen besteht die Möglichkeit, sich in regelmässigen Abständen durch den Newsletter der Fachstelle informieren zu lassen. Dieser wird versendet und auf der Webseite veröffentlicht. Alle wichtigen Informationen sind im Online-Handbuch IAZH zusammengefasst. Dieses richtet sich in erster Linie an die fallführenden Stellen der Gemeinden. Die Koordinationspersonen der Gemeinden sowie operativ tätige Personen werden über Aktuelles im neuen Fördersystem für Geflüchtete direkt informiert.

Die nächste Akkreditierung erfolgt im Herbst 2021. Für eine erfolgreiche Akkreditierung eines Angebots müssen die entsprechenden «Kantonalen Vorgaben Akkreditierung» erfüllt sein. Der Nachweis dafür muss in einem Konzept erbracht werden. Neu akkreditierte Angebote werden auf den 1. Januar 2022 in den kantonalen Angebotskatalog aufgenommen. Das Datum für die Gesuchseingabe wird im Frühling kommuniziert. Bitte konsultieren Sie die Webseite und/oder abonnieren Sie den Newsletter der Fachstelle.

Kontakt

Fachstelle Integration Mehr erfahren

Adresse

Neumühlequai 10
8090 Zürich
Route (Google Maps)

Telefon

+41 43 259 25 31


Bürozeiten

Montag bis Freitag
9 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr

Für dieses Thema zuständig: