Kantonaler Angebotskatalog IAZH

Der kantonale Angebotskatalog IAZH beinhaltet alle akkreditierten Angebote zur Integrationsförderung der geflüchteten Personen im Kanton Zürich. Ausserdem finden Sie hier eine Übersicht der akkreditierten Angebotsarten.

Inhaltsverzeichnis

Kantonaler Angebotskatalog IAZH

Die Fachstelle Integration hat ein breites Angebot unterschiedlicher Massnahmen zur Integrationsförderung der geflüchteten Personen im Kanton Zürich akkreditiert und alle diese Angebote im kantonalen Angebotskatalog IAZH erfasst. Damit gibt diese Datenbank einen Überblick über die akkreditierten Angebote und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, direkt mit der jeweiligen Institution Kontakt aufzunehmen. Die fallführenden Stellen können die Angebote potenzial- und bedarfsorientiert auswählen und im Rahmen des Kostendachs für die Unterstützung des Erstintegrationsprozesses nutzen.

Akkreditierte Angebote

Die Fachstelle Integration akkreditiert mindestens einmal pro Jahr neue Angebote und baut somit die kantonalen Fördermassnahmen bedarfsgerecht aus. Massgebend für die Akkreditierung sind die kantonalen Vorgaben in den vier Bereichen:

  • Abklärung
  • Sprache
  • Bildung
  • Arbeitsintegration

Pro Bereich gibt es verschiedenen Angebotsarten. Was diese im Detail beinhalten, erklären wir hier:

Abklärung

Nach der Durchführung des Kurzassessments durch die fallführende Stelle kann eine vertiefte Abklärung der individuellen Integrationsplanung dienen. Die Abklärungsangebote unterstützen sie dabei, geeignete Angebote für die Klientinnen und Klienten zu finden. Für die vertiefte Abklärung stehen den fallführenden Stellen in diesem Bereich zwei Angebotsarten zur Verfügung:

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Wenn die Ergebnisse aus dem Kurzassessment nicht eindeutig sind, ist eine Kompetenzerfassung angezeigt. Sie hilft dabei, den weiteren Erstintegrationsbedarf zu definieren, indem sie die im Kurzassessment gewonnenen Erkenntnisse vertieft. Die entsprechenden Fachpersonen zeigen Kompetenzen, Ressourcen und Interessen der Teilnehmenden auf und gleichen diese mit den Anforderungen des Bildungssystems sowie des Arbeitsmarktes ab. Somit werden Chancen und Lücken hinsichtlich eines bestimmten Integrationsziels sichtbar.

Das Angebot richtet sich an geflüchtete Personen ohne definierten Integrationsplan. Der Fokus liegt auf dem Einstieg in eine Ausbildung oder in den Arbeitsmarkt. In Angeboten, die sich an gut- und hochqualifizierte Personen richtet, kann das Potenzial für den tertiären Bildungsweg abgeklärt werden. Bei Angeboten, die auch für Personen mit sich manifestierenden psychischen Belastungen geeignet sind, wird besonders die gesundheitliche Situation berücksichtigt.

Die Abklärungsbereiche beziehen sich auf die Themen Ausbildungsfähigkeit, Arbeitsmarktfähigkeit, physische und psychische Gesundheit sowie Mehrfachproblematik.

Es wird empfohlen, dass die Teilnehmenden bei Eintritt in das Angebot über Deutschkenntnisse auf dem GER-Niveau A2 verfügen.

Ein Praxisassessment beinhaltet die praktische Abklärung von arbeitsmarktrelevanten Kompetenzen, Entwicklungspotenzialen und/oder von gesundheitlichen Aspekten.

Die Teilnehmenden arbeiten während mehrerer Wochen in spezifischen Einsatzfeldern. Das Praxisassessment verfolgt je nach Auftrag der fallführenden Stellen unterschiedliche Ziele:

  • praxisbezogene Abklärung von Kompetenzen, Potenzialen und Interessen bezüglich des Arbeitsmarktes
  • praxisbezogene Abklärung geeigneter Tätigkeitsbereiche auf dem Arbeitsmarkt
  • Abklärung von Differenzen der Selbst- und Fremdwahrnehmung

Neben arbeitsmarkt- und spezifisch berufsbezogenen Fragestellungen überprüfen und beurteilen die Fachpersonen personale, soziale und methodische Kompetenzen und Potenziale. Darüber hinaus schätzen sie Arbeitsfähigkeit und Belastbarkeit ein. Die Tätigkeitsfelder können im kantonalen Angebotskatalog IAZH über die Filterfunktion ausgewählt werden.

Der Fokus liegt auf dem Einstieg in eine Ausbildung oder in den Arbeitsmarkt. Im Praxisassessment gibt es Angebote, die sich auch an Personen mit sich manifestierenden psychischen Belastungen richten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der gesundheitlichen Situation.

Es wird empfohlen, dass die Teilnehmenden bei Eintritt in das Angebot mindestens über Deutschkenntnisse auf dem GER-Niveau A1 verfügen.

Bildung

Die Angebotsarten im Bereich Bildung bereiten die geflüchteten Personen auf die Anforderungen und Angebote der Sekundarstufe II vor. In diesem Bereich stehen den fallführenden Stellen zwei Angebotsarten zur Verfügung:

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Vollschulische Bildungsangebote dauern in der Regel ein Jahr und beinhalten mindestens 20 Lektionen schulische Bildung pro Woche. Der Fokus liegt auf: Sprachförderung, Mathematik, Informations- und Kommunikationstechnologien sowie Allgemeinbildung.

Die Teilnehmenden erwerben in den vollschulischen Bildungsangeboten neue Kompetenzen und erweitern vorhandene, die für den Übertritt in die Regelstrukturen der Berufsbildung notwendig sind. Der Fokus der Zielgruppe liegt auf dem Übertritt in Angebote der Regelstrukturen der Sekundarstufe II:

  • Vorbereitung auf die berufliche Grundbildung
  • berufliche Grundbildung (EBA oder EFZ)
  • weiterführende Bildungsangebote der Sekundarstufe II

Die Teilnehmenden sind bei Eintritt in das Angebot im lateinischen Alphabet alphabetisiert und verfügen über Sprachkompetenzen auf dem GER-Niveau A1. Ausserdem bringen sie das Potenzial für den Übertritt in die Regelstrukturen der Sekundarstufe II mit.

Die Sprachförderung in diesen Angeboten führt maximal bis zu einem abgeschlossenen GER-Niveau A2. Mit diesen Sprachkenntnissen ist der Eintritt in folgende Angebote zur Vorbereitung auf die berufliche Grundbildung möglich:

  • Integrationsvorlehre
  • Berufsvorbereitungsjahr
  • Vorlehre
  • Motivationssemester

Bildungsmodule sind unterschiedlich lange Kurseinheiten, die sich auf schulische Bildungsinhalte fokussieren. Die Bildungsinhalte ermöglichen es, schulische Lücken in verschiedenen Bereichen zu schliessen. Im kantonalen Angebotskatalog IAZH können sie über die Filterfunktion ausgewählt werden. Die Teilnehmenden dieser Angebote wollen:

  • eine berufliche Grundbildung oder
  • den Einstieg in den Arbeitsmarkt erreichen.

Die Teilnehmenden sind bei Eintritt in das Angebot im lateinischen Alphabet alphabetisiert und verfügen über Sprachkompetenzen zwischen A1 und B2 gemäss GER.

Die Bildungsmodule im Bereich Bildung können auch als ergänzende Massnahmen während eines internen oder externen Arbeitseinsatzes (Angebotsarten im Bereich Arbeitsintegration) stattfinden, sofern die Angebote der Arbeitsintegration nicht bereits Bildungsanteile beinhalten.  

Sprache

Es ist wichtig, die Sprachkenntnisse der geflüchteten Person nach ihrem Potenzial zu fördern, um die Teilnehmenden optimal auf die anschliessenden Angebote vorzubereiten. Die Angebotsarten im Bereich Sprache unterscheiden sich hinsichtlich Kursniveau, Intensität und Kurszeiten. Diese Kriterien sind in den Filtern des kantonalen Angebotskatalogs IAZH abgebildet. Alle Angebotsarten werden teilweise mit Kinderbetreuung angeboten. Den fallführenden Stellen stehen drei Angebotsarten zur Verfügung:

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Die Kurse Deutsch mit Ziel Arbeitsmarkt sind darauf ausgelegt, dass die Teilnehmenden ihren Alltag selbstständig bewältigen können und Zugang zum Arbeitsmarkt sowie zum Aus- und Weiterbildungssystem erhalten. Die Teilnehmenden erweitern und festigen ihre schriftliche und mündliche Sprachhandlungskompetenz bis zum GER-Niveau B2. Die Kurse werden

  • intensiv (14-20 Lektionen pro Woche) und
  • semi-intensiv (7.5-12 Lektionen pro Woche) angeboten.

Sie führen in der Regel an die Angebote im Bereich Arbeitsintegration heran. Die Sprachförderung für Personen mit Potenzial für eine berufliche Grundbildung findet in der Regel im Rahmen eines vollschulischen Bildungsangebots statt und führt bis zum GER-Niveau A2. Anschliessend erfolgt der Übertritt in die Regelstrukturen der Berufsbildung (Vorbereitung auf die berufliche Grundbildung).

Die Kurse Deutsch lokal befähigen die Teilnehmenden, ihren Alltag autonom zu bewältigen. Sie fördern die Kommunikationsfähigkeit in der deutschen Sprache auf dem GER-Niveau A1/A2 sowie die Orientierung im Schweizer Alltag. Sie stärken die soziale Integration und ermöglichen persönliche Kontakte. Die Kurse behandeln alltagsnahe Aspekte und thematisieren (Integrations-)Angebote in der Wohnumgebung.

Die Kurse werden extensiv angeboten (4-6 Lektionen pro Woche).

Alphabetisierungskurse ermöglichen den Anschluss an einen Sprachkurs, der den Bedürfnissen der Geflüchteten entspricht. Alphabetisierungskurse legen den Fokus auf den Erwerb folgender Kompetenzen:

  • Grundtechniken und -fertigkeiten im Lesen und Schreiben
  • Förderung von allgemeinen schulischen Kompetenzen
  • mündlichen Sprachkompetenzen

Teil der Alphabetisierungskurse ist die Nachalphabetisierung, die den Teilnehmenden ermöglicht, ihre Lese- und Schreibfertigkeiten zu festigen. Die Kurse werden

  • intensiv (14-20 Lektionen pro Woche) und
  • semi-intensiv (6-12 Lektionen pro Woche) angeboten.

Arbeitsintegration

Die Angebotsarten im Bereich Arbeitsintegration bereiten die geflüchteten Personen auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vor. Die Angebote haben ihre Zielsetzungen und Zielgruppen hinsichtlich verschiedener Kriterien festgelegt: Alter, Ausrichtung (Arbeitsmarkt oder Ausbildung), Mindestarbeitsfähigkeit (Pensum), Bildungsstand inklusive Deutschkenntnisse. Die Anforderungen an die Teilnehmenden gelten beim Eintritt in das Angebot.

Teilweise sind die Angebote spezifisch auf Personen mit sich manifestierenden psychischen Belastungen (auch Beeinträchtigungen, Erkrankungen, Traumata) oder auf gut- und hochqualifizierte Personen ausgerichtet. Diese Kriterien sind in den Filtern des kantonalen Angebotskatalogs IAZH abgebildet. Den fallführenden Stellen stehen im Bereich Arbeitsintegration vier Angebotsarten zur Verfügung:

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Bei internen Arbeitseinsätzen steht die qualifizierende Arbeit an einem internen Arbeitsort im Zentrum. Es handelt sich in der Regel um Gruppenprogramme und die Teilnehmenden erwerben Arbeitserfahrungen im Angebot. Im Gegensatz dazu erwerben die Teilnehmenden externer Arbeitseinsätze diese im ersten Arbeitsmarkt. Bei internen Arbeitseinsätzen erweitern und festigen sie zudem ihre Deutschkenntnisse sowie ihre überfachlichen Kompetenzen «on the job». Ausserdem lernen sie ihre arbeitsmarktbezogenen Fähigkeiten und Ressourcen kennen.
Die Angebote können weitere Bildungsanteile in den Bereichen

  • (Alltags-)Mathematik und Informations- und Kommunikationstechnologien sowie
  • Bewerbungsunterstützung und Stellenvermittlung beinhalten.

Die Teilnehmenden werden im Angebot und am Arbeitsort von Fachpersonen begleitet. Im Rahmen eines Angebotsbesuches können verschiedene Arbeitseinsätze geleistet werden. Interne Arbeitseinsätze setzen auf folgende Ziele:

  • Erhöhung der Arbeitsmarktfähigkeit
  • Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt
  • Übertritt in die Regelstrukturen der Berufsbildung
  • Erhöhung der Arbeitsfähigkeit (Steigerung Arbeitspensum)

Bei externen Arbeitseinsätzen steht die qualifizierende Arbeit an einem externen Einsatzort im Zentrum. Im Unterschied zur Angebotsart interne Arbeitseinsätze, erwerben die Teilnehmenden Arbeitserfahrungen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt durch Arbeitseinsätze in externen Betrieben. Die Arbeitseinsätze können in der Privatwirtschaft, in Non-Profit-Organisationen oder in der Verwaltung stattfinden. Es handelt sich in aller Regel um Einzelarbeitsplätze. «On the job» erweitern und festigen die Teilnehmenden zudem ihre Deutschkenntnisse sowie ihre überfachlichen Kompetenzen. Ausserdem lernen sie ihre arbeitsmarktbezogenen Fähigkeiten und Ressourcen kennen. Die Angebote können weitere Bildungsanteile in den Bereichen

  • (Alltags-)Mathematik und Informations- und Kommunikationstechnologien sowie
  • Bewerbungsunterstützung und Stellenvermittlung beinhalten.

Die Geflüchteten werden im Angebot begleitet und es ist sichergestellt, dass am externen Einsatzort eine Fachperson für sie zuständig ist. Im Rahmen eines Angebotsbesuches können verschiedene Arbeitseinsätze geleistet werden. Zielsetzung im Angebot kann

  • die Erhöhung der Arbeitsmarktfähigkeit,
  • die Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt,
  • der Übertritt in die Regelstrukturen der Berufsbildung oder
  • die Erhöhung der Arbeitsfähigkeit (Steigerung Arbeitspensum) sein.

Im Zentrum des Angebots steht ein Branchenkurs. Branchenqualifizierungen vermitteln branchenspezifische, praktische und theoretische Kenntnisse. Sie führen zum Erwerb eines in der Branche anerkannten Leistungsnachweises. Der Leistungsnachweis erhöht die Chancen auf eine Anschlusslösung in der entsprechenden Branche. Die Teilnehmenden werden im Angebot begleitet. Je nach Angebot beinhaltet es branchenspezifische Sprachförderung oder der Branchenkurs wird durch Arbeitseinsätze ergänzt, die intern oder in externen Betrieben stattfinden.

Jobcoaching ist eine individuelle Beratung und Begleitung im Prozess der Arbeitsintegration. Das Jobcoaching besteht aus drei Modulen, die einzeln gebucht werden können:

  • Modul 1 beginnt direkt nach dem Kurzassessment und beinhaltet die Erstellung eines Arbeitsintegrationsplans zuhanden der fallführenden Stelle. Dieser Plan führt entweder Richtung erster Arbeitsmarkt oder Richtung Übertritt in die Regelstrukturen der Berufsbildung. Die Teilnehmenden werden in Einzelsettings begleitet und unterstützt. In Angeboten, die sich auch oder spezifisch an gut- oder hochqualifizierte Personen richten, wird geklärt, ob eine Anerkennung und Validierung von Berufsabschlüssen und Arbeitserfahrungen aus dem Herkunftsland Teil des Arbeitsintegrationsplans ist. In Angeboten, die sich auch oder spezifisch an Personen mit sich manifestierenden psychischen Belastungen richten, ist die gesundheitliche Situation zu klären, damit diese sowie die aktuelle Arbeitsfähigkeit im Arbeitsintegrationsplan berücksichtigt werden kann.
  • Modul 2 beginnt, sobald ein Arbeitsintegrationsplan erstellt ist. Der Jobcoach koordiniert und begleitet die Umsetzung der Integrationsplanung. Er oder sie ist Ansprechperson für Institutionen, die Integrationsmassnahmen anbieten und für Arbeitgebende. In Absprache mit den fallführenden Stellen und gemäss dem vorhandenen Integrationsplan, weist der Jobcoach die Teilnehmenden den verschiedenen Integrationsmassnahmen zu. Zudem begleitet und unterstützt er oder sie die Teilnehmenden. Bei Bedarf werden nach Rücksprache mit der fallführenden Stelle Anpassungen in der Integrationsplanung vorgenommen. In Angeboten für die Zielgruppe der gut- oder hochqualifizierten Geflüchteten bietet der Jobcoach Unterstützung im Prozess der Anerkennung und Validierung von Berufsabschlüssen und Arbeitserfahrungen aus dem Herkunftsland.
  • Modul 3 beinhaltet Bewerbungsunterstützung mit dem Ziel einer Anstellung im ersten Arbeitsmarkt oder dem Übertritt in eine berufliche Grundbildung. Ausserdem beinhaltet dieses Modul eine Nachbegleitung von maximal drei Monaten nach Antritt einer Lehr- oder Arbeitsstelle. Die Teilnehmenden eignen sich Bewerbungswissen und Bewerbungsstrategien an. Der Jobcoach unterstützt sie bei der Erstellung eines Bewerbungsdossiers und bei der Lehrstellen- oder Stellensuche. 

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