Ordentliche Einbürgerung

Das ordentliche Einbürgerungsverfahren ist das am häufigsten genutzte Verfahren. Es gilt für alle Personen, die seit mindestens zehn Jahren in der Schweiz wohnen und eine C-Bewilligung haben.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeine Informationen

Bei der ordentlichen Einbürgerung sind die Gemeinden, der Kanton Zürich wie auch der Bund zuständig. Beim Bund ist das Staatssekretariat für Migration (SEM) verantwortlich, beim Kanton das Gemeindeamt des Kantons Zürich.

Ihre Wohngemeinde berät Sie über die Voraussetzungen und das Einbürgerungsverfahren. Dort erhalten Sie auch das Gesuchsformular in Papierform.

Das Einbürgerungsverfahren dauert ungefähr 2 Jahre.

Wer kann sich ordentlich einbürgern lassen?

Die ordentliche Einbürgerung ist möglich für folgende Personen:

  • Ausländerinnen oder Ausländer, die im Zeitpunkt der Heirat nicht mit einem Schweizer oder einer Schweizerin verheiratet waren
  • Alleinstehende Ausländerinnen oder Ausländer
  • Ausländerinnen oder Ausländer, die mit einer Schweizerin oder einem Schweizer in einer eingetragenen Partnerschaft leben
  • minderjährige Kinder von ausländischen Eltern
  • ausländische Familien

Ablauf der Einbürgerung

Sich informieren

Sie finden auf dieser Website alle notwendigen Voraussetzungen und Formulare für eine ordentliche Einbürgerung.

Empfehlenswert ist aber eine Beratung bei Ihrer Wohngemeinde, weil es bei den Gemeinden Unterschiede im Verfahren gibt. Die Gemeinde prüft mit Ihnen, ob Sie die Voraussetzungen für eine Einbürgerung erfüllen. Sie gibt Ihnen Formulare ab und berät Sie über das weitere Vorgehen.

Dokumente organisieren

Als Erstes brauchen Sie vom Zivilstandsamt zwingend ein Dokument über die Registrierung im schweizerischen Personenstandsregister (Infostar). Ohne dieses Dokument können Sie das Einbürgerungsverfahren nicht starten.

Beschaffen Sie alle weiteren Unterlagen gemäss der Checkliste für das Einbürgerungsgesuch und senden Sie diese zusammen mit dem vollständig ausgefüllten und unterzeichneten Einbürgerungsgesuch an das Gemeindeamt des Kantons Zürich.

Bearbeitung Ihres Gesuchs

Kanton – Vorprüfung

Der Kanton prüft, ob das Gesuch vollständig ist und Sie die formellen Einbürgerungsvoraussetzungen erfüllen. Danach schickt er das Gesuch der Wohngemeinde zur Prüfung.

Wohngemeinde – Erteilung Gemeindebürgerrecht

Die Wohngemeinde prüft, ob Sie in der Schweiz integriert sind. Wenn Sie alle Voraussetzungen erfüllen, erteilt die Gemeinde das Gemeindebürgerrecht. Sobald Sie die Gebühren bezahlt haben, schickt die Gemeinde das Gesuch zur Weiterbearbeitung an den Kanton.

Kanton – Erteilung Kantonsbürgerrecht

Der Kanton prüft den Aufenthalt in der Schweiz, die Niederlassungsbewilligung, das Strafregister und laufende Strafverfahren. Wenn diese erfüllt sind, erteilt der Kanton das Kantonsbürgerrecht. Danach stellt er beim Bund den Antrag zur Erteilung der Einbürgerungsbewilligung.

Bund – Erteilung Einbürgerungsbewilligung

Der Bund prüft das Gesuch und ob Sie die Einbürgerungsvoraussetzungen erfüllen. Danach erteilt er die Einbürgerungsbewilligung des Bundes. Er schickt diese an den Kanton für den Abschluss des Einbürgerungsverfahrens.

Kanton – Erteilung Schweizer Bürgerrecht

Der Kanton prüft noch einmal das Strafregister und die laufenden Strafverfahren. Wenn alles in Ordnung ist, erteilt der Kanton das Schweizer Bürgerrecht. Sie erhalten eine Verfügung.

Abschluss Einbürgerungsverfahren

Sie haben nun das Schweizer Bürgerrecht. Wenn Sie
Schweizer Ausweispapiere (ID/Pass) bestellen möchten, wenden Sie sich bitte an Ihre Wohngemeinde oder ans Passbüro.

Voraussetzungen

Wenn Sie sich ordentlich einbürgern lassen möchten, müssen Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Diese Kriterien werden geprüft:  

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Ein Einbürgerungsgesuch können Sie nur dann einreichen, wenn Sie im schweizerischen Personenstandsregister eingetragen sind und ein entsprechendes Dokument vorlegen können. Dieses Dokument (Infostar-Auszug Zivilstandsamt) können Sie beantragen, wenn Sie eine C-Bewilligung (Niederlassungsbewilligung) haben.

Ohne den Infostar-Auszug werden wir Ihr Gesuch nicht bearbeiten. Wir werden es Ihnen zurück senden.

Für alle Personen gilt:

  • gültige C-Bewilligung (Niederlassungsbewilligung)
  • Aufenthalt in der Schweiz: 10 Jahre, davon 3 Jahre in den letzten 5 Jahren vor Einreichung des Gesuchs
  • Je nach Alter gibt es noch folgendes zu beachten:
Personen   Aufenthalt  
16–25 Jahre und
  • in der Schweiz geboren oder
  • im Ausland geboren und mindestens 5 Jahre obligatorische Schule in der Schweiz besucht
Aufenthalt im Kanton Zürich: mindestens seit 2 Jahren
Alle anderen Personen   Aufenthalt in der Wohngemeinde: mindestens seit 2 Jahren

Anrechnung Aufenthalt

Die in der Schweiz verbrachte Zeit wird je nach Status anders angerechnet und für die 10-Jahres-Frist berücksichtigt:

  • C-Bewilligung (Niederlassung), B-Bewilligung (Aufenthalt): Der Aufenthalt zählt ganz.
  • F-Bewilligung (vorläufig Aufgenommene): Der Aufenthalt zählt halb.
  • N-Bewilligung (Asylsuchende), L-Bewilligung (Kurzaufenthalt): Der Aufenthalt zählt nicht.

Was gibt es Besonderes?

  • Die Jahre in der Schweiz zwischen dem 8. und 18. Geburtstag zählen doppelt.
  • Das Kind muss sich aber mindestens 6 Jahre in der Schweiz aufgehalten haben.
  • In das Gesuch miteinbezogene Kinder müssen die Aufenthaltsfrist nicht erfüllen.
  • Für Personen in eingetragener Partnerschaft mit einem Schweizer oder einer Schweizerin: Leben Sie seit mindestens 3 Jahren in dieser eingetragenen Partnerschaft, dann reichen insgesamt 5 Jahre Aufenthalt in der Schweiz. Von diesen 5 Jahren müssen Sie unmittelbar vor der Gesuchstellung 1 Jahr in der Schweiz gelebt haben.

Umzug während dem Einbürgerungsverfahren

Sie dürfen während dem Einbürgerungsverfahren in eine andere Gemeinde oder einen anderen Kanton umziehen, sobald Ihre Wohngemeinde die für die Einbürgerung notwendigen Abklärungen getroffen hat. Erkundigen Sie sich deshalb unbedingt bei Ihrer Wohngemeinde vor einem Umzug, ob ein solcher möglich ist.

Wenn Sie aus der Wohngemeinde wegziehen, bevor die Wohngemeinde alle notwendigen Abklärungen getroffen hat, wird Ihr Gesuch abgeschrieben. Sie können erst wieder ein Gesuch stellen, wenn Sie die kommunale Aufenthaltsfrist von 2 Jahren erneut erfüllen.

Eine Ausnahme besteht, wenn Sie zwischen 16 und 25 Jahre alt sind und in der Schweiz geboren sind oder während mindestens 5 Jahren die obligatorische Schule in der Schweiz besucht haben. Wenn Sie vom Kanton Zürich wegziehen, wird das Verfahren nicht abgeschrieben und weiterbearbeitet.

Wenn Sie sich einbürgern lassen wollen, müssen Sie Ihre Zahlungsverpflichtungen erfüllen und dürfen nicht gegen das Strafgesetz verstossen. Folgende Bestimmungen gelten:

  • Betreibungen: keine unbezahlten Betreibungen aus den letzten 5 Jahren.
  • Steuern: keine unbezahlten definitiven Steuerrechnungen aus den letzten 5 Jahren.
  • Strafen: keine Einträge im Strafregister und keine laufenden Strafverfahren.
    Falls Sie in den letzten 20 Jahren (Erwachsene) bzw. in den letzten 8 Jahren (Kinder) eine strafrechtliche Verurteilung hatten, erkundigen Sie sich bitte bei Ihrer Wohngemeinde, ob eine Einbürgerung dennoch möglich ist.
  • Keine öffentliche Billigung/Werbung für schwere Verbrechen wie z. B. Völkermord oder Kriegsverbrechen usw.

Wenn Sie sich einbürgern lassen wollen, müssen Sie die Werte der Bundesverfassung respektieren. Dies bedeutet, dass Sie nicht im Widerspruch zu diesen Werten handeln. Als Werte der Bundesverfassung bezeichnet der Gesetzgeber die Grundprinzipien, Grundrechte und Pflichten der Bundesverfassung. Für eine Einbürgerung sind vor allem diese Werte wichtig:

  • Die Schweiz ist ein Rechtsstaat.
  • Die Schweiz hat eine freiheitlich-demokratische Grundordnung.
  • In der Schweiz sind Frauen und Männer gleichberechtigt.
  • Jede Person hat ein Recht auf Leben.
  • Jede Person hat das Recht auf persönliche Freiheit.
  • Jede Person hat die Glaubens- und Gewissensfreiheit.
  • Jede Person hat die Meinungsfreiheit.
  • Die Männer haben die Pflicht, Militär- oder zivilen Ersatzdienst zu leisten.
  • Jedes Kind hat die Pflicht, zur Schule zu gehen.

Ihre mündlichen Deutschkenntnisse müssen mindestens auf dem Referenzniveau B1 und schriftlich mindestens auf dem Referenzniveau A2 des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) sein. Diese Kenntnisse müssen Sie mit einem Sprachnachweis belegen.

Ihre Deutschkenntnisse genügen für die Einbürgerung, wenn Sie:  

  • Deutsch als Muttersprache sprechen und schreiben.
  • während mindestens 5 Jahren die obligatorische Schule in deutscher Sprache besucht haben.
  • eine Ausbildung auf Sekundarstufe II (z.B. Berufslehre oder Gymnasium) oder Tertiärstufe (Universität oder Fachhochschule) in deutscher Sprache abgeschlossen haben.
  • einen Sprachtest mindestens über das Niveaus B1 bestanden haben.

Falls Sie keinen dieser Punkte erfüllen, müssen Sie den für das Einbürgerungsverfahren entwickelten Deutschtest (KDE) bestehen oder bestanden haben.

In jeder Gemeinde ist der Zeitpunkt, wann der Nachweis über die notwendigen Deutschkenntnisse eingereicht werden muss, unterschiedlich geregelt:

Sie müssen die Lebenshaltungskosten für sich und Ihre Familie decken können. Dies kann durch Einkommen, Vermögen oder Leistungen Dritter, auf die Sie einen rechtlichen Anspruch haben (z.B. AHV- oder IV-Rente, Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung) sein.

Die Ausnahme ist: Wenn Sie eine Aus- oder Weiterbildung machen, müssen Sie finanziell noch nicht selbständig sein. Zu Aus- und Weiterbildung gehören zum Beispiel diese Schulen: obligatorische Schule, Berufsschule, Fachhochschule, Gymnasium oder Universität.

Für eine Einbürgerung ist es zudem nötig, dass Sie nicht von der Sozialhilfe abhängig sind. Das heisst: Sie haben in den letzten 3 Jahren bis und mit Abschluss des Einbürgerungsverfahrens keine Sozialhilfe bezogen.

Es gibt Ausnahmen:

  • Falls Sie in den letzten 3 Jahren Sozialhilfe bezogen haben, diese aber vollständig zurückbezahlt haben, können Sie dennoch ein Einbürgerungsgesuch stellen.
  • Falls Sie sich in einer erstmaligen formalen Ausbildung in der Schweiz befinden und deshalb unverschuldet Sozialhilfe beziehen, können Sie dennoch ein Einbürgerungsgesuch stellen.
  • Andere: Informieren Sie sich bei Ihrer Wohngemeinde.

Hinweis: Ein eventueller Sozialhilfebezug der Eltern wird den minderjährigen Kindern nicht angerechnet, wenn die Kinder in Ausbildung sind.

Sie können sich nur einbürgern lassen, wenn Sie die Integration Ihrer Ehefrau oder Ihres Ehemannes, Ihrer eingetragenen Partnerin oder Ihres Partners und Ihrer Kinder unter 18 Jahren unterstützen. Die Unterstützung kann z. B. erfolgen:

  • bei Kursen oder Weiterbildungen (beim Deutschlernen) oder bei ihrer beruflichen Entwicklung (Job finden und arbeiten),
  • in der Schule (Teilnahme von Ihrem Kind am Schwimmunterricht oder an Klassenlagern),
  • bei der Freizeitgestaltung (Teilnahme an kulturellen, sportlichen oder sozialen Veranstaltungen).

Wenn Ihre Ehepartnerin oder Ihr Ehepartner nicht integriert ist (z. B. kein Deutsch kann), müssen Sie glaubhaft darlegen, dass Sie alles unternommen haben, um sie oder ihn in der Integration zu unterstützen.

Damit Sie genügend integriert sind, um sich einbürgern zu lassen, müssen Sie Kenntnisse in Geographie, Politik, Geschichte und Gesellschaft der Schweiz, des Kantons Zürich und Ihrer Wohngemeinde haben. Ihr Wissen wird von der Wohngemeinde in einem Gespräch oder mit einem Test überprüft. Informieren Sie sich am besten frühzeitig bei Ihrer Wohngemeinde darüber, wie Sie sich vorbereiten können.

In jeder Gemeinde ist der Zeitpunkt, wann der Nachweis der Grundkenntnisse eingereicht werden muss, unterschiedlich geregelt:

Wichtig ist auch, dass Sie am sozialen und kulturellen Leben der Schweizer Gesellschaft teilnehmen. Sie besuchen z. B. öffentliche Anlässe oder Feste, sind in einem Verein aktiv oder übernehmen eine ehrenamtliche Tätigkeit (Freiwilligenarbeit) in der Gemeinde oder der
Region. Zudem sollten Sie regelmässig Kontakt mit der Schweizer Bevölkerung haben.

Es werden nur Ausländerinnen und Ausländer eingebürgert, die keine Gefahr für die innere und äussere Sicherheit der Schweiz darstellen. Kritisch wird es für Einbürgerungsbewerbende, wenn konkrete Anhaltspunkte bestehen für eine Beteiligung, Unterstützung, Förderung oder Anwerbung in folgenden Bereichen: Terrorismus, gewalttätiger Extremismus, verbotener Nachrichtendienst, organisierte Kriminalität sowie Handlungen, welche die Beziehungen der Schweiz zu anderen Staaten ernsthaft gefährden oder auf eine gewaltsame Änderung der staatlichen Ordnung abzielen.  

Erfüllen Sie alle beschriebenen Voraussetzungen? Falls ja, können Sie nun Ihr Einbürgerungsgesuch zusammenstellen und einreichen.

Gebühren 

Für die ordentliche Einbürgerung müssen Sie dem Bund, dem Kanton und der Wohngemeinde eine Gebühr bezahlen. Unten sind die Gebühren von Kanton und Bund aufgeführt. Die Gebühren der Wohngemeinden sind unterschiedlich. Informieren Sie sich deshalb an Ihrem Wohnort.  

Zusätzlich entstehen Kosten durch die Beschaffung der Unterlagen wie Wohnsitzbestätigungen, Betreibungsregisterauszug, Bescheinigung des Steueramtes usw. Es lohnt sich darum, sich vor der Einreichung des Gesuchs bei der Wohngemeinde beraten zu lassen, ob die Voraussetzungen erfüllt sind. 

Ausländer und Ausländerinnen Gemeinde Kanton Bund
unter 25-Jährige halbe Gebühr der Gemeinde CHF 250 CHF 100 / 50 (unter 18 Jahre)
über 25-Jährige Gebühr der Gemeinde CHF 500 CHF 100 / 150 (Ehepaar)
einbezogene Kinder kostenlos kostenlos kostenlos
Abweisung Gebühr der Gemeinde CHF 200 CHF 300

Kontakt

Gemeindeamt des Kantons Zürich – Abteilung Einbürgerungen

Mehr erfahren

Adresse

Wilhelmstrasse 10
8005 Zürich
Route anzeigen


Postadresse

Postfach
8090 Zürich

Für dieses Thema zuständig: