Pflegefamilien

Zwei Kinder lachen, hinter ihnen stehen zwei Erwachsene Personen

Wenn ein Kind für eine gewisse Zeit oder dauerhaft nicht bei seinen Eltern aufwachsen kann, kann ihm eine Pflegefamilie ein zweites Daheim bieten.

Inhaltsverzeichnis

Kinder- und Jugendheimgesetz

Am 1. Januar 2022 tritt voraussichtlich das neue Kinder- und Jugendheimgesetz (KJG) in Kraft.

Dadurch ergeben sich für Pflegefamilien einige Neuerungen: Das Amt für Jugend und Berufsberatung (AJB) übernimmt künftig zentral Aufsicht, Bewilligung und Kostenübernahmegarantien. Es schliesst ausserdem Leistungsvereinbarungen mit den Pflegefamilien ab, die nicht einer DAF (Dienstleistungsanbietende in der Familienpflege) angeschlossen sind, und regelt die Abgeltung – neu auch für verwandtschaftliche Pflegeverhältnisse.

Pflegeeltern werden

Pflegeeltern geben Kindern ein zweites Zuhause, wenn sich ihre leiblichen Eltern für eine gewisse Zeit oder dauerhaft nicht oder nicht mehr angemessen um sie kümmern können. Verschiedene Modelle sind möglich: Dauerplätze oder auch Entlastungsplätze (Wochenend- oder Ferienplätze). Pflegeltern unterstützen Kinder auf ihrem Weg durchs Leben.

Als Pflegefamilie ein Kind aufnehmen

Interessieren Sie sich für die Aufnahme eines Pflegekindes? Informieren Sie sich bei uns über die Aufgaben, Rechte und Pflichten von Pflegeeltern. Wir zeigen Ihnen die verschiedenen Formen von Pflegeverhältnissen auf. Ausserdem klären wir ab, ob Sie sich als Familie eignen um den Bedürfnissen eines Pflegekindes gerecht zu werden. 

Rufen Sie uns an:

Abteilung Pflegefamilien

pflegefamilien@ajb.zh.ch
+41 43 259 89 88

Informationsabende der PACH

Die PACH (Pflege- und Adoptivkinder Schweiz) bietet kostenlose Informationsveranstaltungen an. 

Pflegeverträge

Pflegegeld

Pflege- und Tageseltern erfüllen einen wichtigen und verantwortungsvollen Auftrag der Kinder- und Jugendhilfe. Sie verdienen dafür nicht nur hohe Anerkennung, sondern auch eine angemessene Arbeitsentschädigung.  

Vergütung

Neuerungen KJG

Mit dem Inkrafttreten des Kinder- und Jugendheimgesetz (KJG) ergeben sich ab dem 1. Januar 2022 für Pflegefamilien einige Neuerungen.

Die nachfolgenden Informationen basieren auf der Verordnung über die Kinder- und Jugendheime (KJV), die sich nach der Vernehmlassung derzeit in Überarbeitung befindet. Änderungen sind daher möglich.

Die Informationsveranstaltung vom 5. Oktober 2021 steht Ihnen hier zum Nachschauen zur Verfügung:

Titelbild der Präsentation: Familienpflege Informationen KJG
Informationsvideo für Pflegefamilien zum Kinder- und Jugendheimgesetz (KJG) Informationsvideo für Pflegefamilien zum Kinder- und Jugendheimgesetz (KJG)

Das müssen Sie als bestehende Pflegefamilie nun tun

Vorteile:

  • Einverständniserklärung für das KJG-Portal unterschreiben und per Post an uns zurückschicken.

Was ist das KJG-Portal?

Über das KJG-Portal können verschiedene Prozesse effizient online erledigt werden wie z. B. das direkte Ausfüllen von Anträgen und Hochladen von Dokumenten. Damit wir Ihnen ein Login zustellen können, benötigen wir die von Ihnen unterzeichnete Einverständniserklärung.

Wenn Sie bereits ein Login haben, gelangen Sie über diesen Link direkt zum KJG-Portal:

Vorteile:

  • Persönliche Daten auf dem KJG-Portal nach Erhalt des E-Mail-Einladungslinks prüfen und ergänzen. Falls Sie das KJG-Portal nicht nutzen möchten, fordern Sie bei der Abteilung Pflegefamilien bitte das entsprechende Papierformular an, ergänzen Sie die Daten und schicken Sie es umgehend zurück.

Wenn Sie bei einem Dienstleistungsanbietenden in der Familienpflege (DAF) wie z.B. Espoir, Projekt Perspektive, ChangeKultur etc. angestellt sind, …

…dann kontaktieren Sie bitte Ihre DAF und klären Sie Ihr Vertragsverhältnis. Ihre DAF weiss, was Sie als Pflegeeltern weiter zu tun haben.

Wenn Sie nicht bei einer DAF angestellt sind, …

... dann erhalten Sie vom AJB eine Leistungsvereinbarung (LV) zugestellt, welche Sie nach Erhalt unterschreiben und der Abteilung Pflegefamilien umgehend per Post zurückschicken.

  • Wenn Sie bisher ein Pflegegeld erhalten aber keine LV zugestellt bekommen, heisst dies, dass uns für Ihr Pflegeverhältnis keine gültige Kostengutsprache der aktuell zuständigen Gemeinde vorliegt. Melden Sie sich in diesem Fall bei der Abteilung Fallfinanzierung (fallfinanzierung@ajb.zh.ch), damit diese bei der zuständigen Gemeinde die Kostengutsprache einfordern kann.
  • Wenn Sie bisher kein Pflegegeld erhalten, unter KJG aber neu abgegolten werden wollen, muss zuerst ein Antrag auf Kostenübernahmegarantie eingereicht werden. Anträge auf Kostenübernahmegarantie können voraussichtlich ab Mitte November bei der Abteilung Fallfinanzierung des AJB von den sorgeberechtigten Eltern, einem urteilsfähigen Pflegekind, dem Vormund, der KESB oder von einem von der KESB beauftragten Beistand eingereicht werden. Nehmen Sie bei weiteren Fragen Kontakt mit der zuständigen Beistandsperson auf.

Weiter müssen Sie nichts tun. Im Jahr 2022 meldet sich die für Sie zuständige Aufsichtsperson bei Ihnen und vereinbart mit Ihnen einen Termin für einen Hausbesuch.

Wir empfehlen Ihnen, die bestehenden Pflegeverträge zu ersetzen. Das AJB wird Ihnen dafür voraussichtlich bis Ende Jahr eine Vorlage hier auf der Website zur Verfügung stellen.

Pflegeverhältnisse

Neu wird nicht mehr die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB), sondern das AJB die Bewilligungen für Pflegeverhältnisse erteilen.

Ab dem 1. Januar 2022 können Bewilligungsgesuche über das KJG-Portal gestellt werden. Detaillierte Informationen finden Sie zu einem späteren Zeitpunkt hier auf der Webseite.

Bestehende Bewilligungen

Bestehende Bewilligungen von Pflegeverhältnissen werden übernommen und bleiben bis zu ihrer Erneuerung im Rahmen des ersten Aufsichtsbesuchs nach Inkrafttreten des KJG gültig.

Aufsicht

Bisher haben die regionalen Fachstellen, kjz und die Sozialen Dienste der Stadt Zürich die Aufsicht durchgeführt. Neu übernehmen Mitarbeitende der Abteilung Pflegefamilien des AJB die Aufsicht. Es findet mindestens ein Aufsichtsbesuch pro Jahr statt.

Leistungsvereinbarung

Eine Leistungsvereinbarung ist ein Vertrag zwischen der Pflegefamilie und dem AJB. Darin wird die Art und Weise der Abgeltung (Abgeltungsmodalitäten) geregelt. Künftig schliesst das AJB mit Pflegefamilien, die nicht einer DAF angeschlossen sind, für jedes Pflegeverhältnis eine solche Leistungsvereinbarung ab. Dies gilt nur für Pflegeverhältnisse, die über das KJG finanziert werden.

Für den Abschluss von Leistungsvereinbarungen für Pflegeverhältnisse, die bereits vor dem Inkrafttreten des KJG bestehen, wird das AJB mit den betreffenden Pflegefamilien rechtzeitig Kontakt aufnehmen.

Für Pflegeverhältnisse, die bisher unentgeltlich waren und ab dem 1. Januar 2022 abgegolten werden sollen, muss zuvor ein Antrag auf Kostenübernahmegarantie (KÜG) bei der Abteilung Fallfinanzierung eingereicht werden:

Amt für Jugend und Berufsberatung
Zentralbereich Ergänzende Hilfen zur Erziehung
Abteilung Fallfinanzierung
Dörflistrasse 120
8090 Zürich
fallfinanzierung@ajb.zh.ch
Telefon +41 43 259 96 96

Kostenübernahmegarantien (KÜG)

Zukünftig wird das AJB für die Finanzierung von Pflegeverhältnissen die KÜG, heute auch Kostengutsprachen genannt, erteilen und nicht mehr die Gemeinden, die aktuell dafür zuständig sind.

Bestehende KÜG (für Pflegeverhältnisse und für die Begleitung von Pflegeverhältnissen) werden übernommen. Das bedeutet, dass die nach bisherigem Recht finanzierten Leistungen bis längstens 18 Monate nach Inkrafttreten des KJG weiter finanziert werden. Innert dieser Frist wird für jedes Pflegeverhältnis die KÜG überprüft und gegebenenfalls verlängert. Dies geschieht wenn immer möglich im Rahmen der regulären Aufsicht. KÜG werden zukünftig immer für maximal ein Jahr erteilt.

Das Gesuch um Kostenübernahme für das Pflegeverhältnis stellen die Eltern, urteilsfähige Jugendliche, die Vormundin oder der Vormund oder eine beauftragte und bevollmächtige Person oder Stelle.

Die Kinder- und Jugendhilfezentren (kjz) und die Sozialhilfezentren der Stadt Zürich können die leiblichen Eltern beim Ausfüllen von KÜG-Anträgen unterstützen. Dies erfolgt kostenlos und ohne weitere Verpflichtungen für die Familien.

Abgeltung

Mit dem KJG wird die Abgeltung von Pflegeverhältnissen vereinheitlicht. Es wird nicht mehr erwartet, dass verwandtschaftliche Pflegeverhältnisse unentgeltlich sind. Ist ein Kind also beispielsweise bei seinen Grosseltern in Pflege, müssen diese ihre Aufgabe nicht mehr ohne finanzielle Entschädigung übernehmen.

Die zukünftige Abgeltung wird in der Kinder- und Jugendheimverordnung (KJV) geregelt. Die Tagestarife enthalten u. a. die Betreuungsentschädigung, die Administrations- und Unterbringungskosten (Logis). Sobald die KJV verabschiedet ist, werden Sie hier über die Tarife informiert.

Pflegefamilien, die keiner DAF angeschlossen sind, werden direkt vom AJB entlöhnt. Das AJB gilt für diese Pflegeeltern als sozialversicherungsrechtlicher Arbeitgeber und bezahlt die entsprechenden Sozialversicherungsabgaben. DAF-Pflegefamilien erhalten ihre Entschädigung weiterhin von ihrer DAF.

Pflegeverhältnisse können mit dem neuen Gesetz unter gewissen Umständen auch über die Volljährigkeit des Pflegekindes hinaus durch das AJB finanziert werden. Bitte wenden Sie sich für mehr Informationen dazu an die Abteilung Pflegefamilien.

Verpflegungsbeiträge und Nebenkosten

Die unterhaltspflichtigen Eltern sind verpflichtet, den Pflegeeltern Verpflegungsbeiträge zu bezahlen. Ausserdem müssen sie wie bisher die Nebenkosten (wie z. B. Kleider, Schuhe, Taschengeld, individuelle Freizeitaktivitäten, ärztliche und zahnärztliche Behandlungen, nicht-kassenpflichtige Medikamente) übernehmen.

Diese Beiträge bei den Herkunftseltern einzufordern, kann eine sehr anspruchsvolle und für Pflegeeltern belastende Aufgabe sein. Wenn die unterhaltspflichtigen Eltern den Verpflegungsbeitrag oder die Nebenkosten nicht zahlen können, müssen sie sich für Unterstützung an die zuständige Sozialbehörde ihrer Gemeinde wenden.

Pflegefamilien mit DAF-Anschluss

Pflegefamilien, die einer DAF angeschlossen sind, werden zukünftig weiterhin von ihrer DAF begleitet und entschädigt. Für ihre Leistungen kann die DAF einen Teil des Tarifes zurückbehalten.

Die DAF vermitteln auch weiterhin Pflegeplätze und bieten Aus- und Weiterbildungen an.

Beratung, sozialpädagogische Begleitung und Aus- und Weiterbildung

Wenn Pflegefamilien für einige Zeit fachliche Unterstützung in Anspruch nehmen möchten, kann dafür bei der Abteilung Fallfinanzierung ein Antrag auf KÜG eingereicht werden. Die Begleitung kann finanziert werden, weil sozialpädagogische Begleitung von Pflegeverhältnissen neu zu den gesetzlich geregelten Leistungen gehört. Die sozialpädagogische Begleitung von Pflegeverhältnissen kann bei einer DAF in Anspruch genommen werden.

Eine Übersicht der Dienstleistungserbringer in der Familienpflege, welche eine sozialpädagogische Begleitung anbieten, wird zu einem späteren Zeitpunkt auf unserer Homepage veröffentlicht.

Ausserkantonale Pflegefamilien

Pflegefamilien, die selbst Wohnsitz in einem anderen Kanton haben, aber ein Pflegekind mit Wohnsitz im Kanton Zürich aufnehmen, werden von der zuständigen Stelle ihres Wohnkantons bewilligt und beaufsichtigt. Für eine KJG-Finanzierung des Pflegeverhältnisses mit einem Kind mit Wohnsitz im Kanton Zürich braucht es jedoch auch bei ausserkantonalen Pflegefamilien eine LV und eine KÜG des AJB. Voraussetzung sind eine Bewilligung des Standortkantons und die Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen nach KJG.

Kontakt

Amt für Jugend und Berufsberatung – Zentralbereich Ergänzende Hilfen zur Erziehung, Pflegefamilien

Adresse

Dörflistrasse 120
8090 Zürich
Route (Google Maps)

Telefon

+41 43 259 89 88

Telefonzeiten:

Montag bis Donnerstag 8.30 - 11.30 und 14.00 - 16.00
Freitag 8.30 - 11.30

Für dieses Thema zuständig: