Pflegefamilien

Zwei Kinder lachen, hinter ihnen stehen zwei Erwachsene Personen

Wenn ein Kind für eine gewisse Zeit oder dauerhaft nicht bei seinen Eltern aufwachsen kann, kann ihm eine Pflegefamilie ein zweites Daheim bieten. Das Amt für Jugend und Berufsberatung (AJB) übernimmt die Bewilligungsabklärungen im Auftrag der KESB sowie die Aufsicht von Pflegeverhältnissen.

Inhaltsverzeichnis

Kinder- und Jugendheimgesetz

Am 1. Januar 2022 tritt voraussichtlich das neue Kinder- und Jugendheimgesetz (KJG) in Kraft.

Dadurch ergeben sich für Pflegefamilien einige Neuerungen: Das Amt für Jugend und Berufsberatung (AJB) übernimmt künftig zentral Aufsicht, Bewilligung und Kostenübernahmegarantien. Es schliesst ausserdem Leistungsvereinbarungen mit den Pflegefamilien ab, die nicht einer DAF (Dienstleistungsanbietende in der Familienpflege) angeschlossen sind, und regelt die Abgeltung – neu auch für verwandtschaftliche Pflegeverhältnisse.

Informationen zum weiteren Vorgehen erhalten Sie an Informationsveranstaltungen im Herbst 2021. Wir informieren Sie rechtzeitig über die Termine.

Pflegeeltern werden

Die Bedürfnisse des Kindes stehen bei der Auswahl einer Pflegefamilie stets im Vordergrund. Ein Kind soll sich in erster Linie gut entwickeln können. Bei seinen Pflegeeltern bekommt es die dafür notwendige Unterstützung.

Als Pflegefamilie ein Kind aufnehmen

In den regionalen Fachstellen können Sie sich über die Aufgaben, Rechte und Pflichten von Pflegeeltern informieren. Unsere Beraterinnen und Berater zeigen Ihnen die verschiedenen Formen von Pflegeverhältnissen auf. Ausserdem klären wir im Auftrag der KESB, ob eine Familie sich eignet und den Bedürfnissen des Kindes gerecht werden kann, sobald ein Pflegeverhältnis geplant ist. 

Informationsabende der PACH

Anmeldeformular zur Aufnahme eines Pflegekindes

Pflegeeltern übernehmen eine öffentliche Aufgabe. Je nach Intensität, Dauer oder Entgelt ist ein Pflegeverhältnis von Gesetzes wegen bewilligungspflichtig und wird beaufsichtigt. Dies gilt auch, wenn Verwandte oder Vertraute aus dem sozialen Umfeld die Pflege von Kindern übernehmen.

Antrag für die Aufnahme eines Pflegekindes

Bei Fragen oder für eine Beratung, wenden Sie sich an Ihre regionale Fachstelle.

Pflegegeld

Pflege- und Tageseltern erfüllen einen wichtigen und verantwortungsvollen Auftrag der Kinder- und Jugendhilfe. Sie verdienen dafür nicht nur hohe Anerkennung, sondern auch eine angemessene Arbeitsentschädigung.  

Vergütung

Neuerungen KJG

Mit dem Inkrafttreten des Kinder- und Jugendheimgesetz (KJG) ergeben sich ab dem 1. Januar 2022 für Pflegefamilien einige Neuerungen.

Die nachfolgenden Informationen basieren auf der Verordnung über die Kinder- und Jugendheime (KJV), die sich nach der Vernehmlassung derzeit in Überarbeitung befindet. Änderungen sind daher möglich.

Pflegeverhältnisse

Neu wird nicht mehr die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB), sondern das AJB die Bewilligungen für Pflegeverhältnisse erteilen.

Ab dem 1. Januar 2022 können Bewilligungsgesuche über das KJG-Portal gestellt werden. Detaillierte Informationen finden Sie zu einem späteren Zeitpunkt hier auf der Webseite.

Das KJG-Portal ermöglicht einen einfachen Datenaustausch zwischen Ihnen und dem AJB. Über das KJG-Portal können verschiedene Prozesse effizient online erledigt werden. Sie haben jedoch auch die Möglichkeit, auf dem Postweg mit dem AJB zu kommunizieren.

Bestehende Bewilligungen

Bestehende Bewilligungen von Pflegeverhältnissen werden übernommen und bleiben bis zu ihrer Erneuerung im Rahmen des ersten Aufsichtsbesuchs nach Inkrafttreten des KJG gültig.

Aufsicht

Bisher haben die regionalen Fachstellen, kjz und die Sozialen Dienste der Stadt Zürich die Aufsicht durchgeführt. Neu übernehmen Mitarbeitende der Abteilung Pflegefamilien des AJB die Aufsicht. Es findet mindestens ein Aufsichtsbesuch pro Jahr statt.

Leistungsvereinbarung

Eine Leistungsvereinbarung ist ein Vertrag zwischen der Pflegefamilie und dem AJB. Künftig schliesst das AJB mit Pflegefamilien, die nicht einer DAF angeschlossen sind, für jedes Pflegeverhältnis eine solche Leistungsvereinbarung ab. Dies gilt nur für Pflegeverhältnisse, die über das KJG finanziert werden.

Für den Abschluss von Leistungsvereinbarungen für Pflegeverhältnisse, die bereits vor dem Inkrafttreten des KJG bestehen, wird das AJB mit den betreffenden Pflegefamilien rechtzeitig Kontakt aufnehmen.

Kostenübernahmegarantien (KÜG)

Zukünftig wird das AJB für die Finanzierung von Pflegeverhältnissen die KÜG, heute auch Kostengutsprachen genannt, erteilen und nicht mehr die Gemeinden, die aktuell dafür zuständig sind.

Bestehende KÜG (für Pflegeverhältnisse und für die Begleitung von Pflegeverhältnissen) werden übernommen. Das bedeutet, dass die nach bisherigem Recht finanzierten Leistungen bis längstens 18 Monate nach Inkrafttreten des KJG weiter finanziert werden. Innert dieser Frist wird für jedes Pflegeverhältnis die KÜG überprüft und gegebenenfalls verlängert. Dies geschieht wenn immer möglich im Rahmen der regulären Aufsicht. KÜG werden zukünftig immer für maximal ein Jahr erteilt.

Das Gesuch um Kostenübernahme für das Pflegeverhältnis stellen die Eltern, urteilsfähige Jugendliche, die Vormundin oder der Vormund oder eine beauftragte und bevollmächtige Person oder Stelle.

Abgeltung

Mit dem KJG wird die Abgeltung von Pflegeverhältnissen vereinheitlicht. Es wird nicht mehr erwartet, dass verwandtschaftliche Pflegeverhältnisse unentgeltlich sind. Ist ein Kind also beispielsweise bei seinen Grosseltern in Pflege, müssen diese ihre Aufgabe nicht mehr ohne finanzielle Entschädigung übernehmen.

Die zukünftige Abgeltung wird in der Kinder- und Jugendheimverordnung (KJV) geregelt. Die Tagestarife enthalten u. a. die Betreuungsentschädigung, die Administrations- und Unterbringungskosten (Logis). Sobald die KJV verabschiedet ist, werden Sie hier über die Tarife informiert.

Pflegefamilien, die keiner DAF angeschlossen sind, werden direkt vom AJB entlöhnt. DAF-Pflegefamilien erhalten ihre Entschädigung weiterhin von ihrer DAF.

Verpflegungsbeiträge und Nebenkosten

Die unterhaltspflichtigen Eltern sind verpflichtet, den Pflegeeltern Verpflegungsbeiträge zu bezahlen. Ausserdem müssen sie wie bisher die Nebenkosten (wie z. B. Kleider, Schuhe, Taschengeld, individuelle Freizeitaktivitäten, ärztliche und zahnärztliche Behandlungen, nicht-kassenpflichtige Medikamente) übernehmen.

Diese Beiträge bei den Herkunftseltern einzufordern, kann eine sehr anspruchsvolle und für Pflegeeltern belastende Aufgabe sein. Wenn die unterhaltspflichtigen Eltern den Verpflegungsbeitrag oder die Nebenkosten nicht zahlen können, müssen sie sich für Unterstützung an die zuständige Sozialbehörde ihrer Gemeinde wenden.

Pflegefamilien mit DAF-Anschluss

Pflegefamilien, die einer DAF angeschlossen sind, werden zukünftig weiterhin von ihrer DAF begleitet und entschädigt. Für ihre Leistungen kann die DAF einen Teil des Tarifes zurückbehalten.

Die DAF vermitteln auch weiterhin Pflegeplätze und bieten Aus- und Weiterbildungen an.

Ausserkantonale Pflegefamilien

Pflegefamilien, die selbst Wohnsitz in einem anderen Kanton haben, aber ein Pflegekind mit Wohnsitz im Kanton Zürich aufnehmen, werden von der zuständigen Stelle ihres Wohnkantons bewilligt und beaufsichtigt. Für eine KJG-Finanzierung des Pflegeverhältnisses mit einem Kind mit Wohnsitz im Kanton Zürich braucht es jedoch auch bei ausserkantonalen Pflegefamilien eine LV und eine KÜG des AJB. Voraussetzung sind eine Bewilligung des Standortkantons und die Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen nach KJG.

Weiterführende Informationen

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Kontakt

Amt für Jugend und Berufsberatung – Zentralbereich Ergänzende Hilfen zur Erziehung, Pflegefamilien

Adresse

Dörflistrasse 120
8090 Zürich
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