Studien in der Bildung

Studien, Analysen und Evaluationen sind Instrumente zur wissenschaftlichen Beschreibung, Untersuchung und Überprüfung des Bildungssystems. Sie dienen dem Schulfeld, der Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit als Informationsquelle und unterstützen die Bildungsdirektion bei der Planung und Weiterentwicklung der Schulen.

Inhaltsverzeichnis

Aktuell

Situation des Kindergartens im Kanton Zürich

Monitoringbericht
Monitoringbericht
Herausgeber und Bezug
Bildungsdirektion Kanton Zürich, Bildungsplanung, Walcheplatz 2, 8090 Zürich
Autor
Imlig Flavian, Bayard Sybille, Mangold Max

Situationsanalysen

Situationsanalysen dienen der Gewinnung von systematischem Wissen zu Bildungsstufen oder -themen sowie der Entwicklung von Handlungsempfehlungen. Vielfältige Methoden wie bildungsstatistische Analysen, Dokumentenanalysen und Interviews mit Zielgruppen fliessen in die Berichte mit ein. 

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Mit dem Volksschulgesetz von 2005 wurde der Kindergarten zu einem obligatorischen Teil der Volksschule. Seither stellen die beiden Kindergartenjahre das Fundament der Bildungslaufbahn dar. Schwerpunkte dieser Situationsanalyse sind die Vielfalt der Kinder, das Lernen und Lehren im Kindergarten, die Sprachförderung sowie die Übergänge in den Kindergarten und vom Kindergarten in die Primarschule. Der Bericht basiert u.a. auf einer durch die Pädagogischen Hochschulen Bern und Zürich erstellten wissenschaftlichen Studie in 20 Kindergärten des Kantons und einer Online-Befragung sämtlicher Kindergartenlehrpersonen. 

Familien- und unterrichtsergänzende Betreuungsangebote spielen eine wichtige Rolle für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Gemeinden sind per Gesetz dazu verpflichtet, ein ausreichendes Angebot an Kinderbetreuung zur Verfügung zu stellen. Zwischen 2005 und 2013 wurde das Betreuungsangebot mit dem Kinderbetreuungsindex erhoben. Nach einer vierjährigen Pause startete Ende 2017 eine weitere, thematisch breiter angelegte Erhebung. Gegenstand der Befragungen von politischen Gemeinden, Schulgemeinden, Kindertagesstätten und Horten waren u.a. die Anzahl an Betreuungsplätzen und betreuten Kindern, die Finanzierung und Kosten sowie die Qualifikation des Personals. Der Bericht wird voraussichtlich Mitte 2020 publiziert und künftig im Abstand von ca. vier Jahren aktualisiert.  

Wie durchlaufen Schülerinnen und Schüler im Kanton Zürich die obligatorische Schulzeit? Der Bericht zeigt, dass Bildungsverläufe nicht nur geradlinig sind, sondern auch gekennzeichnet durch verfrühte oder verspätete Einschulungen in den Kindergarten, Versetzungen in Heim- und Sonderschulen und Wechsel der Abteilung auf Sekundarstufe I. Die Repetitionsquote ist im Verlauf der letzten 15 Jahre kontinuierlich von 1,6 auf 1,1 Prozent gesunken. Klassenüberspringen kommt hingegen nur in Einzelfällen vor. Analysen langfristiger Verläufe weisen darauf hin, dass der Verlauf der ersten Schuljahre mit dem später eingeschlagenen Bildungsweg zusammenhängt. Die Ergebnisse betonen die Relevanz von angemessenen Ressourcen zur individuellen Förderung, sorgfältigen Abklärungen und einer umfassenden Information der Bezugspersonen vor allem zu Beginn der Schulkarriere.

Die Untersuchung nimmt die Berufsbildung im Kanton Zürich seit 2008 in den Fokus. Festgestellt wird, dass es Jugendlichen heute besser gelingt, direkt nach der Volksschule in die Lehre einzusteigen. Vor allem leistungsschwächere Jugendliche schaffen den Übertritt in die Berufsbildung besser als früher. Dies liegt insbesondere an der Einführung der zweijährigen Lehre mit eidgenössischem Berufsattest (EBA), die sich gut etabliert hat. Der Bericht zeigt auch, dass heute insgesamt mehr Jugendliche eine Berufsmaturität absolvieren als 2008. Einen geringfügigen Rückgang verzeichnet jedoch die Berufsmaturität, die während der Lehre absolviert wird, die BM 1. Aus diesem Grund führte die Bildungsdirektion 2018 ein neues Modell ein, die «BM 1 flex», die den Lehrbetrieben und Jugendlichen mehr Zeit für die Berufsmaturität einräumt.

Die nichtgymnasialen Mittelschulen stehen oft etwas im Schatten der grossen Ausbildungsgänge Gymnasium und Berufsbildung. Mit dem Monitoringbericht FMS|HMS|IMS werden diese nun vertieft in den Blick genommen: die Fachmittelschule (FMS), die Handelsmittelschule (HMS) und die Informatikmittelschule (IMS). Der Bericht wird Mitte 2020 veröffentlicht.
Er soll wichtige Entwicklungen im Bereich der nichtgymnasialen Mittelschulen im Zeitraum zwischen 2008 und 2018 aufzeigen und die strategische Planung der FMS, der HMS und der IMS unterstützen. Eingegangen wird u.a. auf die Entstehungsgeschichte dieser Schulen, die Rahmenbedingungen und das Angebot. Detailliert untersucht werden zudem die Bildungsverläufe von Schülerinnen und Schülern dieses Schultyps auf der Sekundarstufe II: vor, während und nach Verlassen der Schulen.

2006 erarbeitete die Bildungsdirektion einen Bericht zu den gymnasialen Mittelschulen. Darin sind Leistungen der Zürcher Gymnasien beschrieben, Defizite genannt und Massnahmen vorgeschlagen. 2015 erschien der Nachfolgebericht: Danach hat sich zwischen 2006 und 2014 an den Zürcher Gymnasien viel getan. So wurden das curriculare Angebot (z.B. zweisprachige Matura) und die neuen Lehr- und Lernangebote (z.B. Förderung des selbst organisierten Lernens SOL) erweitert, was viel zur Profilbildung der Schulen beitrug. Wichtige weitere Entwicklungen waren die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Mittel- und Hochschulen durch Projekte wie «HSGYM» oder die Weiterentwicklung der Führung und Organisation der Mittelschulen.
Die Analyse von Bildungsverläufen der Gymnasiastinnen und Gymnasiasten zeigt, dass Regelverläufe nicht selbstverständlich sind. Austritte aus dem Gymnasium, Übertritte in die Berufsbildung oder Unterbrüche bedeuten aber nicht zwingend ein Scheitern, sondern sind auch Ausdruck der Durchlässigkeit des Bildungssystems.

Der Kanton Zürich verfügt über den bedeutendsten Hochschulplatz der Schweiz. Die geplante Analyse beschreibt den Hochschulplatz im Hinblick auf Eintritte, Übertritte und Verläufe, Studienerfolg, Studienabbruch und Übertritt in den Arbeitsmarkt. Dabei werden nicht nur die Hochschulen miteinander verglichen, sondern auch bestimmte Gruppen von Studierenden in den Blick genommen (Fachbereichsgruppen, Maturitätsprofile, Herkunft des Zulassungsausweises). Dies erlaubt Aussagen zur Durchlässigkeit der Zürcher Hochschullandschaft und identifiziert potenziell schwierige Übergänge. Hierzu werden Längsschnittdaten im Bildungsbereich sowie Daten aus der Erhebung bei den Hochschulabsolventinnen und -absolventen des Bundesamts für Statistik verwendet.

«Austritte aus dem Gymnasium, Übertritte in die Berufsbildung oder Unterbrüche bedeuten aber nicht zwingend ein Scheitern, sondern sind auch Ausdruck der Durchlässigkeit des Bildungssystems.»

Aus: «Entwicklung der gymnasialen Mittelschulen des Kantons Zürich 2006–2014»

Externe Studien

Externe Studien gibt die Bildungsdirektion in Auftrag, um spezifischen Fragestellungen rund um das Thema Bildung auf den Grund zu gehen und Handlungsfelder abzuleiten. Der Kanton Zürich nimmt zudem teil an den internationalen und nationalen Schulleistungsstudien PISA und ÜGK.

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Titelbild
Titelbild der Zürcher Längsschnittstudie

Seit 2003 begleitet das Institut für Bildungsevaluation der Universität Zürich im Auftrag der Bildungsdirektion dieselben rund 2000 Schülerinnen und Schüler. Die regelmässig durchgeführten Erhebungen zeigen den Lernstand dieser Schülerinnen und Schüler bei Schuleintritt nach drei, sechs und neun Schuljahren. Untersucht wurde, wie sich individuelle und familiäre Merkmale (z.B. Lernmotivation respektive soziale Herkunft) auf den Lernfortschritt auswirken.
Die jüngste Erhebung fand 2016 am Ende der nachobligatorischen Ausbildungszeit auf der Sekundarstufe II statt. Die jungen Erwachsenen sind danach zufrieden mit ihrer Ausbildung, unabhängig davon, welchen Bildungsweg sie eingeschlagen haben. Den meisten Schülerinnen und Schülern gelingt der Übertritt von der obligatorischen in die nachobligatorische Ausbildung gut. 

Die wissenschaftlichen Schlussberichte der fünf Erhebungen können bei der Abteilung Bildungsplanung bezogen werden.

PISA (Programme for International Student Assessment) ist eine internationale, durch die OECD durchgeführte Studie. Sie geht der Frage nach, ob die obligatorische Schule die Jugendlichen genügend auf die Herausforderungen des beruflichen Lebens vorbereitet und ob sie befähigt werden, künftig ihre Rolle in der demokratischen Gesellschaft wahrzunehmen.
Getestet werden Kompetenzen von 15-Jährigen in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Die Erhebungen finden seit dem Jahr 2000 im Abstand von drei Jahren im schulischen Rahmen statt. Bis 2009 nahm der Kanton Zürich mit einer zusätzlichen Stichprobe teil und liess kantonsspezifische Berichte erstellen. Ab PISA 2015 stehen ausschliesslich Resultate zur gesamten Schweiz zur Verfügung. Im Kanton Zürich nehmen jeweils rund 1000 15-Jährige teil. Bei Bedarf leitet die Bildungsdirektion aus den Ergebnissen gezielte Massnahmen ab.

Die Kantonsporträts der Erhebungen 2000 bis 2006 können bei der Abteilung Bildungsplanung bezogen werden.

Seit der Revision der Bildungsartikel in der Bundesverfassung im Jahr 2006 sind die Kantone verpflichtet, zentrale Eckwerte der obligatorischen Schule zu harmonisieren. Dazu gehören das Schuleintrittsalter und die Dauer bzw. die Ziele der Bildungsstufen. Die von der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) im Jahr 2011 beschlossenen Bildungsstandards beschreiben, über welche Grundkompetenzen Schülerinnen und Schüler in Sprachen, Mathematik und Naturwissenschaften zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihrer Schullaufbahn verfügen sollen.
2016 wurden die Grundkompetenzen in Mathematik (9. Klasse) überprüft, 2017 die Grundkompetenzen in Schulsprache und erster Fremdsprache (6. Klasse). Erste Ergebnisse liegen in Berichtsform vor. Die Bildungsdirektion prüft derzeit vertiefte Auswertungen der Erhebungen 2016 und 2017 für den Kanton Zürich. Die nächsten geplanten Erhebungen sind:
2023: 11. Schuljahr zu den Fachbereichen Schulsprache sowie erste und zweite Fremdsprache.
2024: 4. Schuljahr zu den Fachbereichen Schulsprache und Mathematik.

Zur Sicherung der Ausbildungsqualität auf der Sekundarstufe II beteiligt sich der Kanton Zürich an zwei interkantonalen Befragungen, durchgeführt durch das Institut für Externe Schulevaluation auf der Sekundarstufe II (IFES). Die Ergebnisse dienen den Schulen zur Standortbestimmung im Rahmen ihres Qualitätsmanagements. Die Bildungsdirektion leitet bei Bedarf Massnahmen ab.
Bei der Standardisierten Ehemaligenbefragung (SEB) werden Abgängerinnen und Abgänger von Mittelschulen zwei Jahre nach ihrem Abschluss zum Ausbildungsverlauf nach dem Abschluss, zur Zufriedenheit mit der Ausbildung und zum Ausbildungsstand zum Zeitpunkt des Abschlusses befragt. Die Befragung wird seit 2000 alle drei Jahre durchgeführt.
Seit 2006 befragt die Standardisierte Abschlussklassenbefragung (SAB) im 3-Jahres-Rhythmus Lernende der Berufsfachschulen und Berufsmittelschulen in ihrem letzten Schuljahr. Zentrale Themen sind die Lernvoraussetzungen, die Zufriedenheit mit der Schule und der Wert der Ausbildung für die Zukunft.

Der im Auftrag der Bildungsdirektion durch das Institut für Bildungsevaluation (IBE) erstellte Bericht thematisiert die Austritte während der Probezeit an Zürcher Gymnasien und deren Ursachen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Aufnahmeprüfung ein guter Indikator dafür ist, wer die Probezeit besteht. Schülerinnen und Schüler, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, bekunden mehr Mühe, die Probezeit zu bestehen. Keinen Einfluss auf das Bestehen der Probezeit hat die Klassengrösse oder die Länge des Schulweges. Die Ergebnisse wurden anlässlich einer Medienkonferenz im Mai 2017 der Öffentlichkeit präsentiert. Zu diesem Zeitpunkt haben die Gymnasien bereits erste Massnahmen getroffen: Sie bieten vermehrt Aufgabenhilfen und Coachings an und arbeiten im Rahmen des Projekts VSGYM enger mit der Volksschule zusammen.

«Die Ergebnisse zeigen, dass junge Erwachsene zufrieden sind mit ihrer Ausbildung nach der obligatorischen Schulzeit, unabhängig davon, welchen Bildungsweg sie eingeschlagen haben.»

Aus: «Zürcher Längsschnittstudie: Von der Schule in den Beruf»

Evaluationen

Zur Weiterentwicklung des Bildungssystems führt die Bildungsdirektion Schulversuche und Projekte durch. Um Auskunft über deren Wirkung zu erhalten, werden die Schulversuche von wissenschaftlichen Institutionen begleitet. Die Erkenntnisse dienen dazu, die Massnahmen zu optimieren oder den Schulversuch im Schulfeld zu verallgemeinern.

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Um die Zahl der in einer Klasse tätigen Lehrpersonen zu reduzieren, werden im Schulversuch «Fokus Starke Lernbeziehungen» (FSL) Mittel aus Unterstützungs- und Fördermassnahmen umgelagert, so dass Lehrpersonen vermehrt im Teamteaching unterrichten können. Der zwischen 2014 und 2018 im Kindergarten und in der Primarschule durchgeführte Schulversuch wurde vom Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich mit einem Längsschnittdesign evaluiert.
Die Resultate zeigen auf, dass FSL die Schulorganisation vereinfacht, einen Beitrag zur Weiterentwicklung des integrativen Unterrichts leistet und eine effizientere Zusammenarbeit ermöglicht. Die Stärkung der Lernbeziehungen konnte hingegen nicht nachgewiesen werden. Deshalb beschloss der Regierungsrat, auf die flächendeckende Einführung des Modells zu verzichten. Die Bildungsdirektion prüft derzeit, welche positiven Elemente des Versuchs breiter genutzt werden können.

Die Ergebnisse von PISA und der Zürcher Längsschnittstudie zeigen, dass rund 20 Prozent der Jugendlichen die Grundkompetenzen bis zum Ende der Volksschule nicht erreichen. Mit dem Pilotprojekt «Aktive Lernzeit und Lernerfolg für ALLE» wurden zwischen 2015 und 2019 Massnahmen an ausgewählten Sekundarschulen erprobt, um grundlegende Kompetenzen in Deutsch und Mathematik zu verbessern. Dies umfasst u.a. fachdidaktische Weiterbildungen und der gezielte Einsatz von Schulassistenz und Aufgabenhilfe mit dem Ziel einer verbesserten Lernzeitnutzung für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler. Wissenschaftlich wird das Projekt durch die Pädagogische Hochschule St. Gallen, Institut Professionsforschung und Kompetenzentwicklung, begleitet. Die Evaluationsergebnisse liegen Mitte 2020 vor.

Der neu definierte Berufsauftrag hat zum Ziel, die Anstellungsbedingungen von Lehrpersonen der Volksschule an diejenigen des übrigen Staatspersonals anzunähern. Das Arbeitspensum der Lehrpersonen ist im Rahmen einer Jahresarbeitszeit festgelegt. Die verschiedenen Tätigkeitsbereiche, die im Lehrpersonalgesetz definiert sind, werden konkretisiert und quantifiziert. Damit sollen die Erwartungen an Lehrpersonen nicht nur in Bezug auf Inhalt, sondern auch in zeitlicher Hinsicht geklärt werden. Die wissenschaftliche Evaluation wird durch eine Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus Interface Politikstudien Forschung Beratung in Luzern, dem Kompetenzzentrum für Public Management der Universität Bern und dem Institut für Bildungsmanagement und Bildungsökonomie der Pädagogischen Hochschule Zug, durchgeführt. Die Ergebnisse werden Ende 2020 publiziert.

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