Überprüfung der Grundkompetenzen

Die von der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) im Jahr 2011 beschlossenen Bildungsziele beschreiben, welche Grundkompetenzen Schülerinnen und Schüler in Sprachen, Mathematik und Naturwissenschaften jeweils am Ende eines Zyklus der obligatorischen Schule erreichen sollen. Die nun vorliegenden Vertiefungsanalysen sollen aufzeigen, weshalb im Kanton Zürich Schülerinnen und Schüler mit weniger privilegierter sozialer Herkunft in geringerem Ausmass die Grundkompetenzen erreichen als der Schweizer Durchschnitt.

Inhaltsverzeichnis

Im Jahr 2011 wurden von der EDK erstmals nationale Bildungsziele für die Fachbereiche Schulsprache, Fremdsprachen, Mathematik und Naturwissenschaften festgelegt. Diese Bildungsziele halten fest, welche Grundkompetenzen die Schülerinnen und Schüler in diesen Fachbereichen bis zum Ende des 4., 8. und 11. Schuljahres erreichen müssen. Wie viele Schülerinnen und Schüler tatsächlich diese Grundkompetenzen erreichen, wird mit der Erhebung zur Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen (ÜGK) untersucht.

2016 wurden die Grundkompetenzen in Mathematik (11. Klasse HarmoS) und 2017 die Grundkompetenzen in Schulsprache und erster Fremdsprache (8. Klasse HarmoS) überprüft. Die entsprechenden nationalen Berichte zeigen, dass der Kanton Zürich im Vergleich zum Schweizer Mittel «durchschnittlich» abschneidet.

Die Grafik zeigt, dass die Grundkompetenzen in Mathematik von 59% im Kanton Zürich der Schülerinnen und Schüler erreicht werden. In der Gesamtschweiz beträgt der Anteil 62%.
Die Grundkompetenzen in Mathematik werden von 59% der Schülerinnen und Schüler im Kanton Zürich erreicht. In der Gesamtschweiz beträgt der Anteil 62%.

Im Kanton Zürich erreichen zudem Schülerinnen und Schüler mit weniger privilegierter sozialer Herkunft in geringerem Ausmass die Grundkompetenzen als dies im Schweizer Mittel der Fall ist.

Gemeinsam mit fünf anderen Kantonen (AG, FR, GL, SG, TG) hat die Bildungsplanung beim Interfaculty Centre for Educational Research (ICER) Vertiefungsanalysen der ÜGK 2016 in Auftrag gegeben. Im Zentrum der Analysen steht die Frage, wieso sich der Einfluss der sozialen Herkunft auf das Erreichen der Grundkompetenzen zwischen den Kantonen unterscheidet. Der Bericht soll mögliche Faktoren identifizieren, warum Jugendliche mit geringen sozioökonomischen Ressourcen die Grundkompetenzen im Kanton Zürich weniger häufig erreichen als in anderen Kantonen. Der Bericht liegt nun vor (siehe unten: Merkblätter & Downloads).

Zentrale Ergebnisse


Starke Polarisierung

Die Zusammensetzung der Schülerschaft im Kanton Zürich zeichnet sich durch Polarisierung aus. Überdurchschnittlich viele Schülerinnen und Schüler stammen aus sozial privilegierten Verhältnissen. Gleichzeitig besteht eine Kumulation von Risikomerkmalen bei sozial benachteiligten Schülerinnen und Schülern. Sie erreichen die Grundkompetenzen seltener.

Grafik zeigt starke Polarisierung der Schülerschaft im Kanton Zürich
Starke Polarisierung der Schülerschaft im Kanton Zürich

Weniger soziale Durchmischung

Die Schulen sind sozial weniger durchmischt als im schweizerischen Mittel. Es gibt Schulen mit vielen sozial privilegierten Schülerinnen und Schülern; es gibt aber auch Schulen mit vielen Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund. Schulen, in denen sich Schülerinnen und Schüler aus sozial privilegierten und sozial benachteiligten Verhältnissen oder mit und ohne Migrationshintergrund die Waage halten, sind seltener.
 

Die Grafik zeigt, dass die Schulen sozial weniger durchmischt als im schweizerischen Mittel sind.
Die Schulen sind sozial weniger durchmischt als im schweizerischen Mittel.

Gliederung Sekundarstufe I

Übergänge zwischen den Bildungsstufen tragen zur Verstärkung von sozialen Unterschieden bei. Dies ist besonders ausgeprägt in gegliederten Schulsystemen wie auf der Sekundarstufe I im Kanton Zürich. Eltern haben in Abhängigkeit ihrer sozialen Herkunft unterschiedlich viele Ressourcen, um ihre Kinder während der Schullaufbahn und beim Übergang zu unterstützen. So bestimmt der sozioökonomische Hintergrund der Schülerinnen und Schüler im Kanton Zürich zu grossen Teilen, in welchen Schultyp bzw. welche Abteilung der Sekundarschule sie übertreten. Der besuchte Schultyp wiederum beeinflusst, ob die Grundkompetenzen erreicht werden oder nicht.
 

Übergänge zwischen den Bildungsstufen tragen zur Verstärkung von sozialen Unterschieden bei.
Übergänge zwischen den Bildungsstufen tragen zur Verstärkung von sozialen Unterschieden bei.

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