Staatsarchiv

Aussenansicht des Neubaus des Staatsarchivs auf dem Irchel.

Das Staatsarchiv ist mit seinen Archivbeständen aus 1150 Jahren das zentrale Archiv des Kantons Zürich und seiner historischen Rechtsvorgänger. Indem wir Originalunterlagen überliefern und der Öffentlichkeit zugänglich machen, wird staatliches Handeln nachvollziehbar. Damit trägt das Staatsarchiv zur Rechtssicherheit bei.

Inhaltsverzeichnis

Unsere Themen

Alle Informationen zu unseren Themen finden Sie über die folgenden Links:

Über uns

Das Staatsarchiv ist das Archiv der öffentlichen Organe des Kantons Zürich: des Kantonsrats, des Regierungsrats, der kantonalen Zentral- und Bezirksverwaltung, der Gerichte, der Notariate und der öffentlichen Anstalten. Das Staatsarchiv übernimmt, erschliesst und konserviert deren überlieferungswürdige Unterlagen.

Als historisches Archiv bewahrt das Staatsarchiv zudem das Verwaltungsschriftgut des alten Stadtstaats Zürich aus der Zeit des Mittelalters, der Reformation und der Frühen Neuzeit. Ergänzt werden diese Bestände durch Dokumente privater Herkunft, zum Beispiel von Firmen, Vereinen, Zünften, Familien und Einzelpersonen.

Die Aufbewahrung dieser Unterlagen soll staatliches Handeln nachvollziehbar machen, historische Forschungen ermöglichen und kulturelle Interessen im weitesten Sinn bedienen.

Das Staatsarchiv ermöglicht Interessierten im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen Einsicht in seine Bestände. Ergänzend betreibt es eine öffentliche Präsenzbibliothek mit den Schwerpunkten Geschichte des Kantons Zürich, Historische Grundwissenschaften und Archivwissenschaft.

Es beaufsichtigt und unterstützt zudem die Gemeinden des Kantons in Fragen der Archivierung.

Gesetzlicher Auftrag

  • Bewertung, Übernahme und Verzeichnung der dauernd überlieferungswürdigen Unterlagen der anbietepflichtigen Stellen
  • Erhaltung der Bestände und Gewährleistung ihrer Benutzbarkeit
  • Förderung und Erleichterung der Forschung
  • Beratung und Unterstützung der öffentlichen Organe in Fragen der Aktenführung und Aktenablage
  • Fachliche Aufsicht über die öffentlichen Archive im Kanton
  • Übernahme von Unterlagen privater Herkunft, wo dies für die Ergänzung der staatlichen Bestände und die zürcherische Geschichte von Bedeutung ist

Organisation

Das Staatsarchiv ist gegliedert in die Archivleitung, fünf Abteilungen und zwei Bereiche.

Die Abteilungen Überlieferungsbildung, Aktenerschliessung und Individuelle Kundendienste bilden drei archivische Kernprozesse in Serie. Die Abteilung Nacherschliessung und Digitalisierung ergänzt als weiterer Kernprozess die Aktenerschliessung und die Kundendienste. Die Abteilung Beständeerhaltung steht als fünfter Kernprozess parallel zu den vier anderen.

Der Bereich Querschnittaufgaben unterstützt Archivleitung und Abteilungen, der Bereich Gemeindearchive berät und unterstützt Gemeinden in allen Fragen der Informationsverwaltung und Archivierung.

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Das Staatsarchiv übernimmt die nicht mehr benötigten Unterlagen von Parlament, Regierung, Verwaltung, Gerichten und selbständigen öffentlich-rechtlichen Anstalten des Kantons Zürich mit dem Ziel, deren Tätigkeit dauernd authentisch zu überliefern und das staatliche Handeln nachvollziehbar zu machen. Zusätzlich kann das Staatsarchiv Unterlagen von privaten Anbietern übernehmen, soweit dies zur Ergänzung seiner Bestände sinnvoll ist.

In der Abteilung Aktenerschliessung werden die als dauernd überlieferungswürdig bewerteten Unterlagen geordnet, im Archivinformationssystem verzeichnet, konservatorisch aufbereitet und magaziniert. Die dadurch gebildeten Archivbestände sind im Online-Archivkatalog recherchierbar und können so von unseren Kundinnen und Kunden, im Rahmen der geltenden Einschränkungs- und Schutzfristen, genutzt werden.

Das Staatsarchiv macht seine Unterlagen dauernd öffentlich zugänglich. Zu diesem Zweck publiziert es seine Findmittel über den Online-Archivkatalog, betreibt öffentlich zugängliche Lesesäle, beantwortet Anfragen zu den Archivbeständen und unterstützt und berät Forschende bei ihrer Projektarbeit.

Das Staatsarchiv ist bestrebt, die Bedürfnisse der Öffentlichkeit möglichst zeitgemäss zu erfüllen. Seit einigen Jahren werden deshalb zentrale Quellenbestände (Serien, Einzelstücke) als digitale Volltexte aufbereitet und online zugänglich gemacht. Parallel dazu ist die Abteilung in der Nacherschliessung und Einzelverzeichnung vormoderner Bestände (Akten, Bände, Urkunden) tätig.

Die im Staatsarchiv aufbewahrten Unterlagen müssen dauerhaft zugänglich und benutzbar bleiben. Deshalb betreut sie die Abteilung Beständeerhaltung kontinuierlich konservatorisch, unabhängig davon, auf welchem originalen Datenträger sie sich befinden. Diese Betreuung umfasst Massnahmen von der richtigen Verpackung über die Kontrolle des Klimas in den Magazinen bis zur Restaurierung beschädigter Unterlagen.
Zur Abteilung gehört auch das Team Medien und Daten. Seine Aufgabe ist es, dem Technologiewandel des 20. und 21. Jahrhunderts gerecht zu werden, um audiovisuelle Medien und digitale Daten dauerhaft lesbar zu erhalten und zu konservieren.

Zum Bereich Querschnittaufgaben gehören einerseits Qualitätsmanagement, Personaladministration, Logistik, Finanzen und Controlling, anderseits Aufgaben zugunsten des Gesamtbetriebs (Sicherheit, Hausdienst, IT) oder zugunsten externer Partner.

Der Bereich Gemeindearchive berät die kommunalen Archive im Kanton und übt die Aufsicht über sie aus. Auf der Basis von Verträgen gegen Erstattung der vollen Kosten erbringt er zudem Dienstleistungen im Bereich Informationsverwaltung für Zürcher Gemeinden.

Wie wir arbeiten

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Das Erschliessungshandbuch ist das periodisch aktualisierte Regelwerk, nach dem die Abteilung Aktenerschliessung und zum Teil auch die Abteilungen Nacherschliessung und Digitalisierung sowie Beständeerhaltung arbeiten. Es steht auch externen Interessierten zur Verfügung.

Lernen & Arbeiten im Staatsarchiv

Das Staatsarchiv bietet Stellen für Lernende, Studierende, wissenschaftliche Praktikantinnen und Praktikanten sowie Zivildienstleistende.

 

Zwei studentische Mitarbeiterinnen der Abteilung Aktenerschliessung.
Studentische Mitarbeiterinnen bei Erschliessungsarbeiten

Weitere Angebote

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Seit der Eröffnung von Bau 3 des Staatsarchivs 2019 verfügen wir über eine moderne Benutzungsinfrastrukur mit Räumlichkeiten, die wir gerne auch Vereinen und Gruppen zur Verfügung stellen, die dem Staatsarchiv durch ihre Aktivitäten nahestehen.

Ein Veranstaltungssaal für maximal 80 Personen sowie drei Seminarräume für rund 10, 20 und 40 Personen mit PC-Anschlüssen und Wandbildschirmen stehen zur Verfügung, ebenso eine Cafeteria.

Sie erhalten mehrmals pro Jahr Gelegenheit zu Einblicken in die Vielfalt unserer Bestände. Das Staatsarchiv bietet jeweils im ersten und zweiten Halbjahr öffentliche Führungen an, bei denen Ihnen eine Auswahl an Originaldokumenten zu einem bestimmten Thema gezeigt wird.

Auf Anfrage können auch Gruppen einen Termin für eine Führung vereinbaren und einen Blick hinter die Kulissen des Staatsarchivs werfen. Auf diesen Führungen werden unsere Arbeitsabläufe erläutert und Dokumente aus über tausend Jahren Zürcher Geschichte präsentiert.

Führungen für private Gruppen

Die Abteilung Individuelle Kundendienste veranstaltet auf Anfrage Führungen für

  • historisch interessierte Gruppen (Vereine,  Organisationen und Gesellschaften)
  • Studierende (Proseminare, Seminare, Kolloquien)
  • Schulklassen (Quellenbasiertes Lernangebot)
Führungen für die Verwaltung

Die Abteilung Überlieferungsbildung führt Gruppen von kantonalen Behörden und Verwaltungsabteilungen gerne durch das Staatsarchiv und ermöglicht es deren Mitarbeitenden, für einmal den Vorgängern im Amt über die Schulter zu schauen. Führungen können auf die Arbeitsgebiete des jeweiligen Amtes zugeschnitten werden. Wichtige Themen von Verwaltungsführungen sind aber auch die Arbeitsabläufe im Staatsarchiv sowie die Schnittstelle zwischen den kantonalen Organen und dem Staatsarchiv.

Führungen in den Restaurierungswerkstätten

Die Abteilung Beständeerhaltung stellt auf Anfrage Gruppen mit spezifisch konservatorisch-restauratorischem Interesse ihre Infrastruktur und ihre Arbeit vor.

Vor 40 Jahren hielten die so genannten «Opernhauskrawalle» Zürich auf Trab. Anlass für uns, Ihnen anhand von Dokumenten im Staatsarchiv die Perspektive der Gesetzeshüter und Staatsschützer zu zeigen. Eine weitere Führung hat die mindestens 800-jährige Geschichte jüdischer Präsenz auf dem Gebiet des Kantons Zürich zum Thema, und eine dritte Führung anlässlich des «Europäischen Tags der Restaurierung» am 11. Oktober 2020 lässt Sie Einblick in die Arbeiten unserer Restaurierungsabteilung nehmen.


Die wilden Achtziger in Zürich – aus der Sicht des Staates (Leitung: Verena Rothenbühler)
 

Dienstag, 29. September 2020, 18–19 Uhr        ausgebucht!
Donnerstag, 22. Oktober 2020, 18–19 Uhr
Donnerstag, 19. November 2020, 18-19 Uhr


Jüdisches Leben in Zürich (Leitung: Karin Huser)

 

Dienstag, 6. OKtober 2020, 18–19 Uhr            ausgebucht! 
Donnerstag, 29. Oktober 2020, 18–19 Uhr     ausgebucht!
Dienstag, 10. November 2020, 18-19 Uhr
Donnerstag, 26. November 2020, 18–19 Uhr
Dienstag, 1. Dezember 2020, 18–19 Uhr          ausgebucht!

 
Bücher sprechen Bände – Ein Blick in die Restaurierungsateliers (Leitung: Ines Rauschenbach)
 

Dienstag, 13. Oktober 2020, 18–19 Uhr           ausgebucht!
Donnerstag, 5. November 2020, 18–19 Uhr

Anmeldung

Per E-Mail an staatsarchivzh@ji.zh.ch oder per Telefon 043 258 50 00 (bis 14 Uhr am Veranstaltungstag). Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen beschränkt. Die Führungen sind kostenlos.

Ab dem Schuljahr 2020/2021 baut das Staatsarchiv sein Angebot bei der Vermittlung von (staats-)politischer Bildung und Geschichte für Schulklassen aus. Es richtet sich damit zunächst an die Lehrkräfte der Mittel-, Berufsmittel- und Sekundarschulen und akzentuiert so seine Rolle als zentrale Anlaufstelle für die Vermittlung der Geschichte des Kantons Zürich. Gleichzeitig kommt es damit seinem gesetzlichen Auftrag, das Handeln der öffentlichen Organe transparent zu machen, auch gegenüber einem Bevölkerungssegment nach, das seine eigene staatsbürgerliche Rolle erst entwickelt: Das Staatsarchiv will mithelfen, die selbständige Aneignung von Wissen, die freie Meinungsbildung, die Wahrnehmung von individuellen und demokratischen Rechten und die Kontrolle des staatlichen Handelns zu fördern.
Das quellenbasierte Lernangebot für Schulen ergänzt das bestehende Angebot für unterschiedliche Zielgruppen, das gegenwärtig Archivseminare für Studierende, öffentliche Führungen und Führungen auf Anfrage umfasst.

Vorgesehen sind zunächst zwei Programmgefässe:

Sie besuchen uns für eine Archivführung (ab 3. Sekundarschulstufe)

Archivführungen bieten die Möglichkeit, Jugendliche in die vielfältigen Aufgabenbereiche eines kantonalen und öffentlichen Archivs einzuführen. Bei einer Archivführung für Schülerinnen und Schüler soll immer eine Aktivität eingeschlossen sein. Dazu bietet sich die Arbeit mit Originalquellen an. Diese kann sehr unterschiedlich gestaltet werden, je nach verfügbarer Zeit, Alter und Lehrplan. Gerne können wir unser Angebot den Bedürfnissen und Vorstellungen der Lehrpersonen anpassen.
Für Führungen sind in erster Linie Themen geeignet, die im Lehrplan der Sekundarschule, im Gymnasium oder der Fachmittelschule/Berufsschule (BMS) behandelt werden.

Sie kommen für einen archivpädagogischen Workshop ins Staatsarchiv

Zielgruppe für archivpädagogische Workshops sind (vorerst) Schülerinnen und Schüler des Ergänzungsfachs Geschichte (Maturaklassen, Kantonsschulen). Auch Berufsmaturitätsklassen oder Fachmittelschulklassen sind willkommen. Die Workshops planen wir zusammen mit der Lehrperson. Die didaktische und methodische Kompetenz liegt bei den Lehrpersonen, wir stellen die Quellen zur Verfügung und bieten eine Einführung an.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Melden Sie sich bei uns per E-Mail an staatsarchivzh@ji.zh.ch oder per Telefon 043 258 50 60 oder 043 258 50 62.

Weitere Informationen

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Viele weitere Beispiele finden Sie in unserem Online-Archivkatalog, wo Sie in der Volltextsuche die Suche auf «Online verfügbare Bilder» einschränken können.

Als Gründungsjahr des Staatsarchivs im modernen Sinn gilt 1837, als der am 4. Februar zum Nachfolger des bisherigen «Registrators» gewählte Historiker Gerold Meyer von Knonau am 7. November nachträglich die neue Bezeichnung «Staatsarchivar» erhielt. Gleichzeitig begann 1837 die Verschmelzung der verschiedenen Sonderarchive des Kantons zu einem Zentralarchiv, das im Fraumünsteramt auch räumlich erstmals selbständig in Erscheinung trat. Schliesslich war für die Archivbenutzung durch Aussenstehende fortan nicht mehr eine regierungsrätliche Genehmigung erforderlich.

Verschiedene Aspekte der Geschichte des Staatsarchivs behandelt ein 2007 für ein Handbuch erarbeiteter Text. Er enthält auch ein Verzeichnis der älteren archivgeschichtlichen Literatur.

Staatsarchivare seit 1837
1837–1858 Gerold Meyer von Knonau
1858–1870 Johann Heinrich Hotz
1870–1881 Johannes Strickler
1881–1897 Paul Schweizer
1897–1902 Jakob Heinrich Labhart
1902–1903 Johannes Häne
1903–1931 Hans Nabholz
1905–1917 Friedrich Hegi (II. Staatsarchivar)
1931–1958 Anton Largiadèr
1958–1964 Werner Schnyder
1964–1969 Hans Conrad Peyer
1969–1983 Ulrich Helfenstein
1983–2006 Otto Sigg
2006– Beat Gnädinger

Archive wachsen so lange, wie der Staat, dem sie gehören, funktioniert. Das Staatsarchiv besteht aus drei Baukörpern aus drei Epochen, die miteinander verbunden sind – auch über drei spektakuläre Kunstwerke, die Teil der kantonalen Kunstsammlung sind. Die raumfüllenden Werke sind eigenständig und nehmen doch über die Farben Bezug aufeinander.

Kunstwerk von Richard Paul Lohse im Bau 1 des Staatsarchivs.
Bau 1: Richard Paul Lohse (1902–1988), Farbkomplementäre Reihen, 1982, Acryl auf Aluminium, 284 x 1846 cm, Inv.-Nr. 12214
Kunstwerk von Katharina Grosse im Bau 2 des Staatsarchivs.
Bau 2: Katharina Grosse (geb. 1961), Ohne Titel, 2006, Acrylfarbe auf Beton, Inv.-Nr. 12905
Kunstwerk von Tobias Rehberger im Bau 3 des Staatsarchivs.
Bau 3: Tobias Rehberger (geb. 1966), Le Ghost, 2019, Glas, Stahl, Leuchtmittel, LED-Steuerung, 567 x 414 x 334 cm, Inv.-Nr. 19176

Beat Gnädinger

Staatsarchivar

Beat Gnädinger ist promovierter Historiker und seit Mai 2006 Staatsarchivar des Kantons Zürich.

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