Massnahmen für einen nachhaltigen Wirtschaftsstandort

Eine nachhaltige Entwicklung stärkt die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Zürich. Der Kanton schafft dafür die entsprechenden Rahmenbedingungen und unterstützt Projekte, die wirtschaftliche, soziale und ökologische Nachhaltigkeit verbinden.

Drei Säulen der Nachhaltigkeit 

Nachhaltigkeit in der Wirtschaft ist die Grundlage für einen zukunftsträchtigen Wirtschaftsstandort. Die Nachhaltigkeit stützt sich auf drei gleichwertige Säulen: die wirtschaftliche, die soziale und die ökologische Nachhaltigkeit.

Der Kanton Zürich legt als Wirtschaftsstandort Wert auf eine nachhaltige Entwicklung. Die Kantonsverfassung verpflichtet Kanton und Gemeinden, Verantwortung für kommende Generationen zu übernehmen und eine ökologisch, wirtschaftlich und sozial nachhaltige Entwicklung anzustreben (Art. 6). 

Diesen Grundsatz nimmt auch das Standortförderungs- und Unternehmensentlastungsgesetz auf. Mit wettbewerbsfähigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und zielgerichteten Entwicklungsmassnahmen wird Zürich als wirtschaftlich, ökologisch und sozial nachhaltiger Wirtschafts-, Forschungs- und Innovationsstandort gestärkt. 

Die Massnahmen und Leistungen der Standortförderung orientieren sich an der mittel- bis langfristigen Entwicklung eines erfolgreichen und somit resilienten Wirtschafts- und Innovationsstandorts Kanton Zürich. Die Gestaltung der entsprechenden Rahmenbedingungen ermöglicht eine hohe nachhaltige Lebensgrundlage und Wohlstand für die Gesellschaft.

Nachhaltigkeit soll hierbei als ganzheitliches Konzept aller drei Dimensionen verstanden werden. Als Wirtschaft mit wenigen natürlichen Rohstoffen ist die nachhaltige Entwicklung des Kantons Zürich eng mit der Förderung eines starken Innovationsstandorts verbunden.

Um die Aktivitäten messbar und vergleichbar zu machen, orientiert sich die Entwicklung an globalen Standards. Als internationaler Massstab dienen die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) die von der internationalen Gemeinschaft festgelegt und von der Schweiz in der «Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung» übernommen wurden. Sie verbinden ökonomischen Fortschritt mit sozialer Verantwortung und dem Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Von den 17 Zielen sind aus wirtschaftlicher Perspektive sechs Ziele besonders relevant.  

  • Gesundheit und Wohlergehen  
  • Geschlechtergleichheit  
  • Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum  
  • Industrie, Innovation und Infrastruktur 
  • Nachhaltige Städte und Gemeinden 
  • Verantwortungsvoller Konsum und Produktion

Massnahmen für einen nachhaltigen Wirtschaftsstandort 

Die folgenden Massnahmen, Förderungen und Programme im Kanton Zürich fokussieren gezielt auf diese Nachhaltigkeitsziele. Sie werden direkt von der kantonalen Standortförderung oder Partnerinstitutionen getragen und machen sie für Unternehmen und die Gesellschaft greifbar.

Gesundheit und Wohlergehen 

Ziel ist es, ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters zu gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern. Dazu gehört, Menschen vor Krankheiten zu schützen und den Zugang zu hochwertigen Gesundheitsdiensten zu sichern. Für den Kanton Zürich als Wirtschaftsstandort bedeutet dies konkret: Gesunde Arbeitskräfte und sichere Arbeitsplätze sind das Fundament einer erfolgreichen Wirtschaft.

Die «Fachstelle Betrieblicher Gesundheitsschutz» unterstützt und sensibilisiert Betriebe gezielt in Fragen der physischen und psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz. Sie fördert ergonomische Arbeitsbedingungen und hilft dabei, gesundheitlichen Belastungen frühzeitig vorzubeugen.

Unter «Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz» bündelt der Kanton wichtige Vorgaben, Beratungsangebote und Präventionsmassnahmen für Betriebe. Diese reichen von Sicherheit am Arbeitsplatz über Arbeits- und Ruhezeiten bis zum Mutter- und Jugendarbeitsschutz.

Geschlechtergleichheit 

Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung hat das Ziel, Geschlechtergleichstellung zu erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung zu befähigen. Dazu gehören Chancengleichheit in der ökonomischen Entwicklung, die Eliminierung von Diskriminierung sowie eine Gleichberechtigung auf allen Ebenen. Für den Kanton Zürich als Wirtschaftsstandort bedeutet dies konkret: Chancengleichheit und die gezielte Förderung von Talenten, unabhängig vom Geschlecht, sind essenziell für die Innovationskraft und den Arbeitsmarkt von morgen, insbesondere in zukunftsweisenden Branchen.

Mit der Initiative «More Women in Tech» werden Frauen aktiv gefördert, um den Fachkräftenachwuchs in der zukunftsweisenden Techbranche zu stärken und junge Frauen und Quereinsteigerinnen für diese Berufe zu begeistern. Mehr Frauen in Tech-Berufen erhöhen die Kreativität und sorgen dafür, dass Produkte und Dienstleistungen besser auf die gesamte Bevölkerung ausgerichtet sind.

Das «Future Lab Zürich» schliesst eine strategische Lücke für Kinder und Jugendliche, die sich für Technik interessieren. Der erweiterte MINT+-Bildungsansatz verbindet Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik mit überfachlichen Future Skills wie Kreativität, Problemlösung und Kollaboration und fördert gezielt junge Frauen und Schülerinnen auf ihrem Weg in technische Berufsfelder.

Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum 

Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung hat das Ziel, dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern. Für den Kanton Zürich als führenden Wirtschaftsstandort bedeutet dies konkret: Wirtschaftlicher Erfolg und Stabilität basieren auf attraktiven Rahmenbedingungen, innovationsfreundlichen Strukturen und der vorausschauenden Begleitung technologischer sowie gesellschaftlicher Transformationen.

Beim Anlass «Tag des Standorts» / «Fokus Standort» treffen sich jährlich rund 250 führende Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Verwaltung mit dem Zürcher Regierungsrat. Das Format baut gezielt Brücken zwischen verschiedenen Bereichen, fördert den Dialog über Community-Grenzen hinweg und setzt gemeinsame Impulse. Diskutiert werden drängende Zukunftsfragen wie Fachkräfte, neue Technologien, Regulierung und Mobilität.

Neue Technologien wie Künstliche Intelligenz verändern die Arbeitswelt tiefgreifend, sollen aber gesellschaftsverträglich weiterentwickelt werden. Der Kanton Zürich hilft Unternehmen dabei, neue Technologien wie Künstliche Intelligenz sicher und praxisnah auszuprobieren – zum Beispiel mit der «KI-Sandbox» oder dem «KI-Innovationsprogramm» für Unternehmen.

Die Stiftung «Team Ensemble» bringt auf Initiative des Amts für Wirtschaft Akteure aus Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um gemeinsam Herausforderungen und Lösungsansätze für einen zukunftsfähigen Arbeitsmarkt im Kontext von KI zu definieren.

Der Kanton Zürich setzt auf starke digitale Angebote und moderne Verwaltungsleistungen, um den Aufwand für Firmen so gering wie möglich zu halten und die Rahmenbedingungen für Unternehmen zu verbessern. Das zentrale «Unternehmensportal» dient dabei als kompakter Überblick und direkte Anlaufstelle für verschiedene Unternehmensphasen – von der Gründung über die Weiterführung bis hin zur Übergabe oder Auflösung. Ergänzt wird dies durch die Initiativen der Digitalen Verwaltung (wie die Plattformen ZHservices und das Zürikonto), die es Unternehmen ermöglichen, behördliche Prozesse, Verwaltungsverfahren und den Austausch mit den Behörden digital, gebündelt und unkompliziert abzuwickeln. 

Industrie, Innovation und Infrastruktur 

Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen. Diese Zielsetzung ist Teil der Agenda 2030. Dazu gehören der effizientere Ressourceneinsatz und die Förderung sauberer, umweltverträglicher Technologien, Bildung und Forschung. Für den Kanton Zürich als führenden Wirtschafts- und Forschungsstandort bedeutet dies konkret: Um im globalen Wettbewerb zu bestehen und ökologische Herausforderungen zu lösen, braucht es Innovations-Hubs in den Schlüsseltechnologien, modernste Testumgebungen und einen engen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis.

Um die Innovationskraft gezielt zu stärken, setzt der Kanton auf wichtige Projekte und Einrichtungen. Der «Innovationspark Zürich» dient dabei als treibende Kraft, um die rasche Diffusion und Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft zu ermöglichen.

Mit dem «Bio-Technopark Schlieren», dem «Digital Health Center Bülach», dem «Cleantech Hub Dietikon Limmattal» oder dem «Foodhub Wädenswil» verfügt der Kanton Zürich über weitere Zentren in wichtigen Branchen rund um das Thema Nachhaltigkeit.

Breit abgestützt sind diese Schlüsselbranchen durch die «Strategie des Kantons zur Stärkung des Innovationsstandort», welche die strategischen Rahmenbedingungen für Entwicklung absteckt: Halbleiter, Raumfahrt, Umwelttechnologien, Gesundheit und Risikokapital.

Ob es um die erste Geschäftsidee, die Firmengründung oder die Unterstützung von bestehenden kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) geht: Das Gründungs- und Innovationszentrum «Ahead» berät und begleitet Unternehmerinnen und Unternehmer professionell durch alle Phasen ihres Geschäftslebens. Als früheres Startzentrum vereint es Mikrofinanzierungen und die Innovationsberatung unter einem Dach.

Das «Innovation Leaders Network» bringt mit dem Kanton Zürich, Singapur, Bayern, Baden-Württemberg, der Region Stockholm sowie North Carolina einige der innovativsten Regionen der Welt zusammen, um Stärken und Fachwissen zu bündeln. Ziel ist es, voneinander zu lernen, Expertinnen und Experten sowie Institutionen zu vernetzen und die Beziehungen in konkrete Verbundprojekte umzusetzen.

Die «Innovation-Sandbox für KI» ist eine geschützte und praxisnahe Testumgebung des Kantons Zürich. Sie ermöglicht es Unternehmen, Forschenden und Entwicklern, neue Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz sicher und unter realitätsnahen Bedingungen zu erproben, bevor sie regulär auf den Markt kommen. Damit unterstützt der Kanton einen verantwortungsvollen, sicheren und innovationsfreundlichen Umgang mit modernen Technologien, fördert den Wissensaustausch und hilft dabei, ethische sowie rechtliche Fragen frühzeitig zu klären.

Gesellschaftsdialoge machen Innovationen für alle verständlich und erlebbar, schaffen Vertrauen und binden die Bevölkerung in den technologischen Wandel ein. Ein Beispiel dafür ist das «Zurich AI Festival». Das dezentrale Event bringt Forschende, Wirtschaft, Gründerinnen und Gründer an 17 verschiedenen Standorten – von der ETH über Start-up-Hubs bis hin zu öffentlichen Plätzen – zusammen. Mit Tausenden von Besuchenden und einem starken Fokus auf den offenen Austausch über Chancen und Verantwortung stärkt das Festival den Standort Zürich nachhaltig als globalen KI-Hub und verankert den Fortschritt direkt in der Gesellschaft.  

Nachhaltige Städte und Gemeinden 

Die Agenda 2030 definiert inklusive, sichere, widerstandsfähige und nachhaltige Städte als Zielsetzung. Dazu gehört eine ressourcenschonende Raumentwicklung, die Senkung der Umweltbelastung sowie der Zugang zu sicheren Grünflächen und bezahlbarem Wohnraum. Für den Kanton Zürich als stark wachsenden Wirtschafts- und Lebensraum bedeutet dies konkret: Nachhaltiges Wachstum erfordert eine verantwortungsvolle Bodennutzung, die Schonung wertvoller Ressourcen und eine zukunftsfähige Gestaltung von urbanen sowie wirtschaftlichen Zentren, um wirtschaftliche Dynamik und Lebensqualität im Gleichgewicht zu halten.

Der Kanton Zürich führt ein Projekt für ein kreislauffähiges «Netto-Null-Gebäude» durch. Es bezieht sowohl die Planung, die Erstellung, den Betrieb wie auch den Rückbau mit ein. Das «Netto-Null-Haus» soll sowohl in Bezug auf CO2-Emissionen als auch in Hinblick auf zirkuläres Bauen wegweisend sein.

Flächen sind ein zentraler Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit eines Wirtschaftsraums, doch die Rahmenbedingungen im Kanton Zürich haben sich in den letzten Jahren spürbar verändert. Bevölkerungs- und Beschäftigungswachstum, die Forderung nach Innenentwicklung und zunehmende Nutzungskonkurrenzen erhöhen den Druck auf die bestehenden Flächen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzt sich die «Fachstelle Innovationspark Zürich» für das Management von Flächen ein, auf denen sich Unternehmen ansiedeln können.

Der Kanton Zürich ist ein starker Motor für die Schweizer Wirtschaft und bietet dank hoher Lebensqualität, internationaler Vernetzung und exzellenten Hochschulen ideale Rahmenbedingungen für Unternehmen und Arbeitskräfte. Um diesen Erfolg langfristig zu sichern, unterstützt die Standortförderung gezielt den Austausch, vernetzt Schlüsselbranchen wie Cleantech, Life Sciences oder die ICT-Branche miteinander und treibt den wichtigen Technologietransfer aktiv voran.  Bei der aktiven Ansiedlung von Unternehmen fokussiert sich der Kanton Zürich gezielt auf innovative Branchen und setzt im Sinne einer nachhaltigen Stärkung des Wirtschaftsstandorts konsequent auf Qualität vor Quantität.

Verantwortungsvoller Konsum und Produktion

Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sollen sichergestellt werden, um den Ressourcenverbrauch so zu reduzieren, dass die Tragfähigkeit der Ökosysteme nicht überlastet wird. Dazu gehört ein umweltverträglicher Umgang mit Abfällen, die Reduktion der Lebensmittelverschwendung sowie die Förderung nachhaltiger Unternehmensführung. Für den Kanton Zürich bedeutet dies konkret: Der Übergang zu einer ressourceneffizienten Wirtschaft erfordert innovative Technologien, alternative Treibstoffe und nachhaltige Ansätze in der Produktion, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und gleichzeitig die Umwelt zu schonen.

Im Bereich des Schlüsselökosystems Cleantech hat sich Zürich dank starken Unternehmen, Hochschulen und Spin-offs zu einem dynamisch wachsenden Zentrum entwickelt. Die Schlüsselbranche vereint Umwelt- und Energietechnologien und deckt wichtige Teilmärkte ab. Dazu gehören nachhaltiges Ressourcenmanagement mit Ökodesign und Kreislaufwirtschaft, erneuerbare Energien und effiziente Energiesysteme wie Photovoltaik und Gebäudesanierungen sowie nachhaltige Mobilität, Ressourcenschutz, Emissionsreduktion und die Trink- und Abwasserbehandlung ab.

Zudem bringt der Kanton durch renommierte Plattformen wie das «Swiss Green Economy Symposium» oder das «Lifefair Forum Wirtschaft», Wissenschaft und Politik an einen gemeinsamen Tisch. Ergänzt wird dies durch das Schlüsselökosystem Foodtech, über welches der Kanton die Entwicklung neuartiger und ressourcenschonender Lebensmittel wie innovative Ansätze im Bereich alternativer Proteine und Laborfleisch unterstützt.

Ein eigenständiges Pilotprojekt widmet sich zudem dem Thema «Sustainable Innovation Fuel (SIF)». Im Fokus steht dabei meist Sustainable Aviation Fuel (SAF), eine umweltfreundlichere Alternative zu herkömmlichem Kerosin, die aus erneuerbaren Energien, landwirtschaftlichen Abfällen oder recyceltem Kohlenstoffdioxid gewonnen wird. Es reduziert die CO2-Emissionen im Lebenszyklus deutlich und funktioniert sicher in bestehenden Triebwerken, ohne dass technische Änderungen an den Flugzeugen nötig sind. So wird im Transport- und Mobilitätssektor der ökologische Fussabdruck signifikant verringert.

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Amt für Wirtschaft – Standortförderung

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