Waldschutz & Waldgesundheit

Der Wald ist ein Gut, das es zu erhalten gilt. Trockenheit, Klimawandel, Schadorganismen oder Wildverbiss beeinflussen seine Gesundheit. Hier erfahren Sie mehr über den Zustand der Wälder und die aktuelle Waldbrandgefahr im Kanton Zürich.

Inhaltsverzeichnis

Waldbrandgefahr

Bei Trockenheit beurteilt die Abteilung Wald des Amts für Landschaft und Natur (ALN) laufend die Situation in den Zürcher Wäldern. Herrscht Waldbrandgefahr, kann sie Warnungen ausgeben oder ein Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe erlassen.

Aktuelle Lage im Kanton Zürich (gültig ab 5. August 2020)

Gefahrenstufe

2 = mässig

Massnahmen

Keine Massnahmen in Kraft

Helfen Sie mit, Waldbrände zu verhindern. Halten Sie im Wald und in Waldesnähe stets die Verhaltensregeln ein.

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So helfen Sie mit, Brände zu verhüten:

  • Kein brennendes oder glühendes Material wegwerfen (Zigaretten, Zündhölzer usw.)
  • Feuer nur in befestigten Feuerstellen entfachen
  • Feuer laufend überwachen und Funkenwurf sofort löschen
  • Feuer vor dem Verlassen der Feuerstelle vollständig mit Wasser löschen
  • Bei starkem und böigem Wind auf Feuer verzichten

Bei Warnung vor Feuergefahr im Wald und in Waldesnähe gilt:

  • Unbedingt Verhaltensregeln beachten (siehe oben)
  • Am besten gar kein Feuer machen

Bei Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe gelten folgende Bestimmungen:

  • Im Wald und bis 50 Meter vom Wald entfernt ist es verboten, Feuer zu entfachen und brennendes oder glühendes Material wegzuwerfen (Zigaretten, Zündhölzer usw.). Dieses Verbot gilt ausdrücklich auch für befestigte, offizielle Feuerstellen, Feuerstellen in und um Waldhütten sowie für Holzkohlefeuer und -grills.
  • Für Feuerwerk und Brauchtumsfeuer (Höhenfeuer, 1.-August-Feuer) gilt ein Abstand von 200 Meter zum Waldrand.
  • Von diesen Bestimmungen ausgenommen sind Gas- und Elektrogrills, wenn sie mit der nötigen Sorgfalt verwendet werden. Die Geräte müssen in jedem Fall kippsicher und auf feuerfestem Untergrund aufgestellt sein (z.B. auf befestigten Plätzen).

Waldbrandgefahr im Kanton Zürich

Verheerende Waldbrände, wie sie im Gebirge und auf der Alpensüdseite vorkommen, sind im Kanton Zürich zum Glück sehr selten. Dies liegt an den klimatischen Bedingungen, der Topografie und der meteorologischen Situation. Es gibt im Kanton Zürich weder Föhntäler noch steppenartige, südexponierte Hänge wie etwa im Wallis oder im Jura. Im Winter, wenn im Süden trotz tieferer Temperaturen oft Waldbrände wüten, ist die Sonneneinstrahlung bei uns schwach. Es ist oft neblig, also feucht, auch wenn keine Niederschläge fallen. Dennoch sind Waldbrände auch im Kanton Zürich nicht ausgeschlossen!

Feuerverbote im Kanton Zürich

Bei Trockenheit beurteilt die Abteilung Wald des Amts für Landschaft und Natur (ALN) laufend die Situation in den Wäldern. Bei erhöhter Waldbrandgefahr gibt das ALN eine Warnung aus oder erlässt ein Feuerverbot für Wald und Waldesnähe. Ein generelles Verbot, Feuer im Freien zu entfachen, können im Kanton Zürich nur die Gemeinden erlassen.

Für Medien

Kommunikation

Generalsekretariat der Baudirektion, Kanton Zürich

media@bd.zh.ch
+41 43 259 39 00
Walcheplatz 2, 8090 Zürich

Allgemeine Fragen

Abteilung Wald

Amt für Landschaft und Natur

wald@bd.zh.ch
+41 43 259 27 50
Weinbergstrasse 15, 8090 Zürich

Klimawandel im Wald

Die vielfältigen Zürcher Wälder sind gut gerüstet für den Klimawandel. Dennoch wird sich das Waldbild in den nächsten Jahrzehnten verändern. Vorherrschende Baumarten wie Fichte oder Buche werden an Bedeutung verlieren. Eiche oder Linde werden dagegen profitieren, weil sie besser mit Trockenheit umgehen können.

Die Auswirkungen und der Handlungsbedarf im Kanton sind sehr unterschiedlich – je nachdem, auf welchem Bodentyp sich der Wald befindet und welche Baumarten aktuell dort wachsen. Der Forstdienst ist deshalb gleichermassen als Berater und Waldbewirtschafter gefordert. Der altbewährte waldbauliche Grundsatz «Risikoverteilung durch Vielfalt» gilt auch in Zeiten des Klimawandels.

Die Abteilung Wald beschäftigt sich schon seit Jahren mit diesem Thema. Die Empfehlungen für die Waldbewirtschaftung in «Wald und Klimawandel» von 2009 haben auch heute noch ihre Gültigkeit.

Auf übergeordneter Ebene hat die Baudirektion einen «Massnahmenplan zur Anpassung an den Klimawandel» entwickelt. Er bündelt die klimarelevanten Aktivitäten des Kantons Zürich und enthält auch die wichtigsten Massnahmen für den Wald.

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Urs Kamm

Sektion Waldentwicklung & Ressourcen

urs.kamm@bd.zh.ch
+41 43 259 27 45
Weinbergstrasse 15, 8090 Zürich

Wald und Wild

Wald ist für viele Wildtiere der wichtigste Lebensraum. Die Knospen junger Bäume gehören zu ihrer natürlichen Nahrung. Jungbäume können aber nur heranwachsen, wenn sie nicht zu stark durch Wild verbissen werden. Deshalb ist es wichtig, das Ausmass der Verbisse zu kennen. So können Massnahmen für Wald, Wildtiere und Lebensraum getroffen werden.

Untersuchungen im Jahr 2019 haben gezeigt, dass die waldbaulich wichtigsten Baumarten in den beginnenden «Verjüngungen» verbissen werden. Junge, überlebensfähige Eichen findet man nur noch selten. Auch die Weisstanne wird nach wie vor zu stark verbissen.

Der Einfluss des Wildverbisses auf die Waldverjüngung wird im Frühjahr 2021 wieder ermittelt.

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Neobiota im Wald

Invasive Neophyten sind im geschlossenen Wald nur selten zu finden. Sie bevorzugen Standorte mit viel Licht, z.B. lichte Wälder, Sturmflächen oder entlang von Waldrändern und Waldstrassen. Die meisten Neophyten im Wald sind keine eigentlichen Waldarten (z.B. spätblühende Goldrute, drüsiges Springkraut). Sie behindern die natürliche Waldentwicklung nur temporär und nehmen rasch wieder ab, wenn sich der Jungwald schliesst. Sie gefährden aber das Aufkommen einer diversen heimischen Krautschicht im Wald. Deshalb sind sie ein Problem für die biologische Vielfalt.

Einzelne Arten können sich unter geschlossenem Kronendach etablieren (z.B. Henrys Geissblatt, Götterbaum). Sie erschweren das Aufkommen junger Bäume erheblich und verursachen weitere Schäden (Schneedruckschäden, reduzierte Schutzwirkung etc.).

Die «Strategie Neobiota Wald 2017» beschreibt, wie die Abteilung Wald mit diesen Herausforderungen umgeht:

  • Sie unterstützt die Bekämpfung von Neophyten in Wäldern mit einem hohen naturschützerischen Wert. 
  • Sie fördert die Bekämpfung einzelner Arten, die für den Wald besonders schädlich sind.

In der Schweiz gibt es seit 2016 eine nationale Strategie zur Bekämpfung invasiver gebietsfremder Organismen. Sie sieht vor, dass die Kantone den Vollzug der Massnahmen zur Prävention, Bekämpfung und ihre Erfolgskontrolle sicherstellen.

Im Kanton Zürich werden diese Vollzugsaufgaben mit dem «Massnahmenplan invasive gebietsfremde Organismen» (MP igO) auf die kantonale Situation heruntergebrochen. Weitere Informationen zum Thema Neobiota:

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Urs Kamm

Sektion Waldentwicklung & Ressourcen

urs.kamm@bd.zh.ch
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Schadorganismen im Wald

Seit wir Menschen den Wald nach unseren Bedürfnissen bewirtschaften, gibt es Organismen, die unseren Nutzungsansprüchen entgegenwirken. Wir bezeichnen diese Organismen deshalb abschätzig als «Schadorganismen». Die meisten Waldschädlinge sind Pilze oder Insekten.

Viele Schädlinge und Krankheitserreger profitieren von höheren Temperaturen. Das gilt auch für den wichtigsten Waldschädling: den Borkenkäfer (Buchdrucker). Dadurch steigen die Schäden bei Fichten, die durch Wetterextreme ohnehin schon geschwächt sind. Weitere Informationen zum Borkenkäfer finden sie auf der Seite der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL).

Was tun, wenn sie unbekannte Schadorganismen entdecken?

Globalisierte Reise- und Handelsströme haben in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass immer mehr Schadorganismen eingeschleppt werden. Es ist wichtig, neue Schadorganismen möglichst schnell zu entdecken und zu bekämpfen. Dabei sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen. Benachrichtigen Sie uns, wenn Sie unbekannte Schadorganismen oder Schäden an Waldbäumen beobachten.

Kontakt bei Verdacht

Urs Kamm

Sektion Waldentwicklung & Ressourcen

urs.kamm@bd.zh.ch
+41 43 259 27 45
Weinbergstrasse 15, 8090 Zürich

Waldschutz Schweiz (WSS, WSL) ist die nationale Fachstelle für Waldschutzfragen. Auf der Homepage finden sie eine Diagnosehilfe und Informationen zu Schadorganismen.

Waldzustand

Interkantonale Walddauerbeobachtung

Seit dem Jahr 1984 führen die Kantone AG, BE, BL, BS, SO, TG, ZG, GR, ZH und die Zentralschweizer Kantone gemeinsam mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) an ausgewählten Standorten die interkantonale Walddauerbeobachtung (IAP) durch.

Zu hohe Stickstoffeinträge verursachen gravierende Veränderungen der Waldbäume und ihrer Lebensgrundlagen.

Karte der Dauerbeobachtungsflächen im Kanton Zürich. Markiert sind zehn Standorte für Buchen und Fichten, drei für Eichen und einzelne für andere Kombinationen von Baumarten.
Lage der 17 Dauerbeobachtungsflächen im Kanton Zürich. Quelle: KTZH

Waldboden

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