Bodenkarten

Die Böden im Kanton Zürich sind sehr vielfältig. Bodenkarten enthalten Informationen zu Aufbau, Eignung und Belastungen.

Inhaltsverzeichnis

Landwirtschaftliche Bodenkarte

Das Landwirtschaftsgebiet des Kantons Zürich wurde zwischen 1988 und 1997 von der Eidg. Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau (FAL) im Auftrag des Kantons Zürich kartiert.

Die Bodenkarte des Kantons Zürich umfasst eine Fläche von 760 Quadratkilometern und zeigt die Vielfalt der Zürcher Landwirtschaftsböden

Das Kartenwerk enthält die eigentliche Bodenkarte im Massstab 1:5000, eine Nutzungseignungskarte, eine Risikokarte und einen Grundlagenbericht, der die Kartiermethoden und Ergebnisse dokumentiert. 

Ausschnitt einer Bodenkarte um die Orte Hauptikon und Rossau. Ein buntes Mosaik verschiedener Farbflächen markiert die unterschiedlichen Böden, ohne dass hier die Farben genauer erläutert werden.
Kartenausschnitt der Bodenkarte. Quelle: GISZH

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Die Bodenkarte im Massstab 1:5000 stellt die bodenkundlichen Verhältnisse der landwirtschaftlich genutzten Flächen dar.

Sie gibt Auskunft über:

  • Bodentyp
  • Wasserhaushalt
  • Bodenaufbau (Gründigkeit)
  • Körnung der Feinerde (Sand, Schluff, Ton)
  • Steingehalt
  • Nährstoffrückhaltevermögen und biologische Aktivität
  • Geländeform
  • pflanzenbauliche Fruchtbarkeit

Die Bodenkarte dient als Grundlage für:

  • standortgerechten Landbau
  • Bodenbewertungen
  • die Planung von Bodenaufwertungen
  • Umweltverträglichkeitsprüfungen

Ausgehend von der Bodenkarte zeigt die Nutzungseignungskarte die pflanzenbaulichen Nutzungsmöglichkeiten für einen Standort.

Landwirtschaftsböden werden je nach Bodeneigenschaften, Geländeform und Klima in zehn Klassen mit unterschiedlichen Anbaumöglichkeiten eingeteilt.

Im Ackerbaugebiet wird die Nutzungseignung hauptsächlich durch die Bodeneigenschaften bestimmt. Im Futterbaugebiet ist der Einfluss von Geländeform und Klima grösser. Während das Klima vor allem die Ertragshöhe beeinflusst, begrenzt die Hangneigung die Möglichkeiten der mechanischen Bewirtschaftung. 

Die Karte dient als Grundlage für:

  • die Ausscheidung von Fruchtfolgeflächen
  • die Projektierung von landwirtschaftlichen Bodenaufwertungen
  • die Auswahl von geeigneten Flächen für die Extensivierung oder den ökologischen Ausgleich

Aus den Bodeneigenschaften und der Geländeform wird das Risiko für Sicker- und Abschwemmverluste von Nährstoffen abgeleitet. Die Hauptkriterien für die Beurteilung sind:

  • das Nährstoffaufnahmevermögen des Bodens
  • das Versickerungsverhalten 
  • die Hangneigung

Die Risikostufe ist in der Legende der Bodenkarte zu finden und dient als Entscheidungshilfe beim Einsatz von flüssigen Hofdüngern.

Ansprechperson

Alexander Lehmann

Bodeninformation

alexander.lehmann@bd.zh.ch
+41 43 259 31 84
Walcheplatz 2, 8090 Zürich

Fruchtfolgeflächen

Diese Karte gibt Auskunft über Lage, Umfang und Qualität der Fruchtfolgeflächen (FFF) im Kanton Zürich. Sie dient als Grundlage für Massnahmen, um den vom Bund vorgegebenen Mindestumfang an FFF (44'400 Hektaren) zu erhalten.

Aktuell verfügt der Kanton Zürich über 44'550 Hektaren Fruchtfolgeflächen.

(39'420 Hektaren vollwertige FFF (NEK 1 – 5) und 10'260 Hektaren bedingt geeignete FFF (NEK 6), die zur Hälfte angerechnet werden. Stand Dezember 2019)

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1992 hat der Bundesrat den Sachplan Fruchtfolgeflächen (SP FFF) erlassen und den Kantonen den jeweils zu sichernden Mindestumfang zugeteilt.

Als Fruchtfolgeflächen (FFF) gilt das für die landwirtschaftliche Nutzung besonders gut geeignete, ackerfähige Kulturland.

Der SP FFF bezweckt den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und die Ernährungssicherung im Krisenfall. Im Vordergrund steht nicht die aktuelle Nutzung der betroffenen Böden, sondern die langfristige Erhaltung des landwirtschaftlichen Produktionspotenzials.

Für den Schutz der FFF sind die Kantone zuständig. Sie sorgen dafür, dass die FFF der Landwirtschaftszone zugeteilt sind und im Richtplan eingetragen werden (Art. 30 der Eidg. Raumplanungsverordnung).

Die FFF im Kanton Zürich wurden in den 1980er-Jahren erstmals erhoben und 2009 bis 2011 umfassend überprüft. Sie werden regelmässig nachgeführt und räumlich verbindlich in der Fruchtfolgeflächenkarte ausgewiesen.

Die durch den Kanton Zürich zu sichernde Mindestfläche an FFF beträgt 44›400 Hektaren. Das entspricht 10 Prozent der schweizerischen Fruchtfolgeflächen.

Grundlage zur Ausscheidung der FFF ist die Landwirtschaftliche Bodenkarte 1:5000, die für alle kartierten Flächen die landwirtschaftliche Nutzungseignung (NEK) ausweist. 

Zwischen NEK und FFF gilt folgende Zuordnung:

NEK FFF
1–5
geeignet
6 bedingt geeignet*
7–10 ungeeignet

*werden zu 50 % als FFF angerechnet

Neben der NEK gibt es weitere Ausschlusskriterien für FFF:

  • Siedlungsgebiet (gemäss kantonalem Richtplan)
  • Bau-, Verkehrs- und Gewässerzonen
  • 10-Meter Waldabstand
  • Kernzonen von Naturschutzgebieten
  • Fassungsbereiche von Grundwasserschutzzonen
  • Flächen mit Bodenbelastungen über Prüfwert (VBBo)
  • Flächen kleiner als 0,25 Hektaren oder Breite kleiner als 5 Meter

Verluste von FFF durch Bauvorhaben oder Einzonungen müssen kompensiert werden: durch Rückzonung von Baulandreserven oder Aufwertung beeinträchtigter Böden. Davon ausgenommen sind Verluste durch landwirtschaftliche, zonenkonforme Bauten.

Für die Kompensation muss eine entsprechende Fläche so aufgewertet werden, dass sie mindestens die gleiche landwirtschaftliche Nutzungseignung hat wie die beanspruchte FFF.

Hinweiskarte anthropogene Böden

Für viele Fragestellungen im Zusammenhang mit Nutzung und Schutz des Bodens ist es wichtig zu unterscheiden, ob ein Boden natürlich gewachsen ist, durch menschliche Eingriffe verändert oder gar künstlich aufgebaut wurde. 

Die Hinweiskarte für anthropogene Böden weist Flächen aus, auf denen Böden durch menschliche Eingriffe in Struktur, Aufbau oder Mächtigkeit verändert wurden. Meistens handelt es sich dabei um bauliche Eingriffe.

Die Karte wird regelmässig nachgeführt. Sie ist ein wichtiges Instrument bei der Planung von Bodenaufwertungen und zeigt mögliche Flächen auf, die für die Kompensation von Fruchtfolgeflächen in Frage kommen.

Prüfperimeter für Bodenverschiebungen

Diese Karte zeigt Flächen mit begründeten Hinweisen auf Schadstoffbelastungen im Boden. Wir gehen davon aus, dass auf diesen Flächen die Belastung über dem Richtwert gemäss Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo) liegt. 

Jede Fläche enthält Informationen zur Art und Ursache der Bodenbelastung. Das erlaubt die möglichen Schadstoffe auf jeder Fläche einzugrenzen.

Der Schadstoffeintrag erfolgte häufig in früherer Zeit (z. B. Kupfer auf ehemaligen Rebbergen), kann aber auch bis heute andauern (z. B. Verbrennungsrückstände an Strassenböschungen).

Für die gesetzeskonforme Verwertung bzw. Entsorgung von abgetragenem Boden aus solchen Flächen muss vorher die tatsächliche Belastung erhoben werden. 

Bodenkarten im Wald

Seit 2013 werden im Kanton Zürich stark versauerte Böden im Wald kartiert. Bis Ende 2020 sollen etwa zehn Prozent der Zürcher Waldfläche kartiert sein. 

Die Karten sind Grundlage für: 

  • Massnahmen gegen die Versauerung
  • Planungsinstrumente zur Baumartenwahl und für eine nachhaltige Waldnutzung
  • Modelle zu möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf Boden und Wald
  • Bestimmung von nährstoffarmen Waldstandorten
  • Ausscheidung von trockenheitsempfindlichen Böden

Die Karten werden nach ihrer Fertigstellung im GIS-Browser veröffentlicht und zum Download angeboten. 

Kontakt

Amt für Landschaft und Natur – Fachstelle Bodenschutz

Adresse

Walcheplatz 2
8090 Zürich
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