Artenschutz

Ein Laubfrosch sitzt auf einem Schilfhalm, im Hindergrund ist das Gewässer sichtbar

Einheimische Tier- und Pflanzenarten sind gefährdet. Der Kanton Zürich erstellt Aktionspläne zur Artenförderung und informiert über praktischen Artenschutz.

Inhaltsverzeichnis

Gefährdete Arten

Viele Tier- und Pflanzenarten in der Schweiz sind gefährdet. Nicht alle diese Arten können gleichzeitig gefördert werden. Die Fachstelle Naturschutz priorisiert, für welche Arten der Kanton Zürich eine besondere Verantwortung trägt. Grundlage dafür sind die Roten Listen der gefährdeten Arten. Weitere Kriterien sind:

  • der Artwert
  • die Kenntnis von Fördermassnahmen für eine Art
  • die Erfolgsaussichten der Fördermassnahmen
  • die Dringlichkeit, eine Art zu schützen

Artwert

Der Artwert ist eine Zahl, die den Gefährdungsgrad einer Art, die Grösse ihres Verbreitungsareals und den kantonalen Anteil am Gesamtbestand der Schweiz widerspiegelt. Je höher der Artwert ist, umso grösser ist die Verantwortung des Kantons Zürich dafür, diese Art zu erhalten und zu fördern.

Aktionspläne

Für die prioritären Arten erarbeitet die Fachstelle Naturschutz Aktionspläne. Sie haben zum Ziel, die Situation dieser Arten in einem Zeitraum von zehn Jahren zu verbessern und die Bestände im Kanton Zürich langfristig zu sichern. Diese Massnahmen werden in einem Mehrjahresprogramm Artenschutz umgesetzt.

Ein Aktionsplan enthält:

  • Angaben zur Ökologie und zur Bestandsentwicklung einer Art in Europa, in der Schweiz und im Kanton Zürich
  • die Zielsetzung für die jeweilige Art im Kanton Zürich
  • Erhaltungs- und Fördermassnahmen
  • eine Beurteilung der bereits getroffenen Massnahmen
  • Angaben zur vorgesehenen Erfolgskontrolle

Aktionspläne Fauna

Im Kanton Zürich sollen 36 Tierarten einen Aktionsplan bekommen. Für 23 dieser Arten gibt es schon einen Aktionsplan.

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Aktionspläne Flora

Im Kanton Zürich sollen 51 Blütenpflanzenarten einen Aktionsplan bekommen. Für 40 dieser Arten und eine Armleuchteralge gibt es schon einen Aktionsplan.

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Mitmachen

Möchten Sie helfen, seltene und gefährdete Pflanzenarten zu fördern? Wir suchen tatkräftige Unterstützung in folgenden Bereichen:

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Eine wichtige Grundlage der Aktionspläne Flora ist es, gefährdete Pflanzenarten zu vermehren. Das geschieht in Gartenanlagen, Botanischen Gärten oder in Privatgärten. Möchten Sie dabei helfen? So funktioniert’s:

  • Sie erhalten Samen oder Pflanzen von ursprünglichen Populationen seltener und gefährdeter Pflanzenarten.
  • Sie vermehren die Arten in ihrem Garten.
  • Sie stellen der Fachstelle Naturschutz die gewonnenen Samen oder Pflanzen für Wiederansiedlungen zur Verfügung.

Weitere Informationen finden Sie unter «Vorgehensschritte bei der Vermehrung in Privatgärten» im nachfolgenden Dokument:

Die Mitglieder der Interessengemeinschaft Wildflora produzieren seltene Pfanzen in der Gartenanlage in Wangen (GAW). Sie betreuen die Anlage unter der fachkundigen Leitung eines Gärtners. Die seltenen Pflanzen werden anschliessend in Renaturierungs- oder Naturschutzflächen ausgepflanzt.

Möchten Sie dabei helfen? Sie haben zwei Möglichkeiten:

  • Übernahme von Betreuungswochen
  • Sporadische Aushilfseinsätze

Weitere Informationen finden Sie unter «Vorgehensschritte bei einer Mithilfe in IG Wildflora» im nachfolgenden Dokument:

Seltene und gefährdete Pflanzenarten müssen regelmässig an ihrem natürlichen Wuchsort überprüft werden. Möchten Sie dabei helfen? So funktioniert’s:

  • Wir suchen einen oder mehrere Wuchsorte, falls gewünscht in Ihrer Nähe.
  • Eine Fachperson zeigt Ihnen vor Ort, wie Sie die Arten erkennen und untersuchen (1-2 Stunden).
  • Sie zählen oder schätzen die Anzahl der Pflanzen am Wuchsort und füllen ein Protokollblatt mit weiteren Angaben (Zustand, Gefährdung) dazu aus.
  • Pro Wuchsort einer Art ist mit einem Betreuungsaufwand von ungefähr einem halben Tag pro Jahr zu rechnen.

Anmeldung

Können Sie sich vorstellen, eine dieser Aufgaben zu übernehmen? Dann melden Sie sich bei den Ansprechpersonen der «Koordinationsstelle Förderung seltener Wildpflanzen»:

Jasmin Menzi

Vermehrung in Privatgärten, IG Wildflora

menzi@toposmm.ch

Rebecca Kurz

Betreuung von Aktionsplanarten in der Natur

kurz@toposmm.ch

Exkursion

Wenn Sie Pflanzen vermehren oder Arten betreuen, laden wir Sie einmal im Jahr zu einer Exkursion ein. Dabei besuchen Sie Vorkommen von seltenen Pflanzenarten, erfahren viel Wissenswertes und können Erfahrungen austauschen.

Artenschutz

Wie Arten in der Praxis geschützt werden, zeigen wir hier an einigen konkreten Beispielen. Ebenfalls finden Sie hier zu einzelnen Artengruppen detaillierte Informationen, Hilfestellungen oder Kontaktangaben.

Amphibien

Lebensweise

Amphibien leben das Jahr über an verschiedenen Orten. Im Frühjahr bevorzugen sie stehende Gewässer, wo sie sich fortpflanzen und ihren Laich ablegen. Den Sommer verbringen sie in feuchten Wiesen, Riedflächen oder an Waldrändern. Im Winter verstecken sie sich meist in einem nahe gelegenen Wald.

Die Tiere legen dabei weite Strecken zurück – besonders im Frühling, wenn sie vom Winterquartier in die Laichgebiete wandern. Strassen sind dabei eine tödliche Falle. Dieser Verlust kann eine Population stark schwächen oder sogar vernichten.

Schutzmassnahmen

Amphibienschutzzäune verhindern, dass die Tiere auf die Strasse wandern. Freiwillige Helferinnen und Helfer sammeln täglich die Tiere ein und tragen sie über die Strasse. Das geschieht nur im Frühjahr, weil in dieser Zeit viele Tiere zum gleichen Zeitpunkt wandern. Auf dem Weg in das Sommerquartier sind die Tiere dann wieder sich selber überlassen.

In den letzten Jahren wurden deshalb vermehrt Strassenunterführungen geschaffen. Durch diese gelangen Amphibien das ganze Jahr über sicher auf die andere Strassenseite. Den Umweg durch die Unterführung nehmen Amphibien aber nicht freiwillig. Leitelemente lenken sie an die richtige Stelle.

Von den Unterführungen profitieren aber auch andere Tierarten. Im Kanton Zürich gibt es rund 20 km temporäre Amphibienschutzzäune an etwa 50 Amphibienzugstellen. Pro Jahr werden so ungefähr 70’000 Amphibien geschützt.

Igel

Lebensweise

Der Europäische Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) lebt in kleinstrukturierten Lebensräumen mit Hecken und Heckensäumen, Kleingehölzen und Magerwiesen. Weil es immer weniger dieser natürlichen Lebensräume gibt, drängt der Igel in Gärten und Siedlungen.

Igelpflege 

Es ist im Kanton Zürich grundsätzlich verboten, Igel zu halten. Die vorübergehende Haltung von kranken und verletzten Tieren kann aber aus Tierschutzgründen sinnvoll sein. Die Fachstelle Naturschutz erteilt deshalb Ausnahmebewilligungen. Wer Igel zur Pflege halten möchte, muss

  • schriftlich eine Ausnahmebewilligung beantragen;
  • eine kontrollierende tierärztliche Fachperson angeben;
  • im Igelzentrum Zürich einen zweitägigen, kostenlosen Kurs absolvieren;
  • die Igelstation gemäss dem Merkblatt «Anforderungen an die temporäre Haltung und Notpflege von Igeln» führen.

Schutzmassnahmen

Die nachhaltigste Hilfe für den Igel ist, seinen Lebensraum zu erhalten und aufzuwerten. Sie können dem Igel ganz konkret helfen, indem Sie Ihren Garten naturnah gestalten.

Verwenden Sie:

  • einheimische Bäume und Sträucher
  • vielfältige Blumenwiesen
  • Versteckmöglichkeiten wie Ast- und Laubhaufen

Verzichten Sie auf:

  • Biozide wie Schneckenkörner
  • Motorsensen und Rasenroboter

Hier finden Sie weitere Informationen zum Igelschutz in der Praxis:

Fledermäuse

Fledermäuse sind scheue Wildtiere. Vor Menschen fliegen sie weg. Was tun, wenn man doch eine Fledermaus findet? Sie hat sich vielleicht verirrt, ist erschöpft oder gar verletzt.

Hier helfen die Informationen auf der Website der Stiftung Fledermausschutz weiter. In Notfällen ist die Stiftung über das Fledermausschutz-Nottelefon +41 79 330 60 60 erreichbar.
 

Vögel

Hier finden Sie praktische Informationen, um einem Vogel in Not zu helfen:

Wir empfehlen für alle Fragen rund um den Vogelschutz
diese kompetenten Organisationen:

Wildbienen

Wildbienen haben teils sehr unterschiedliche Ansprüche. Aber fast allen Arten macht der Mangel an geeigneten Nistplätzen und das fehlende Blütenangebot in unserer «aufgeräumten» Landschaft zu schaffen. In den verschiedenen Merkblättern befinden sich Informationen zur Lebensweise von speziellen Wildbienen-Arten sowie zu spezifischen Fördermassnahmen.

Ansprechpersonen

Isabelle Flöss

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

isabelle.floess@bd.zh.ch
+41 43 259 30 58
Stampfenbachstrasse 12, 8090 Zürich

Zuständig für das Thema Tiere

Kaspar Spörri

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

kaspar.spoerri@bd.zh.ch
+41 43 259 30 36
Stampfenbachstrasse 12, 8090 Zürich

Zuständig für das Thema Pflanzen

Kontakt

Amt für Landschaft und Natur – Fachstelle Naturschutz

Adresse

Stampfenbachstrasse 12
8090 Zürich
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