Spitalfinanzierung

Die Finanzierung des Zürcher Spitalwesens erfolgt grossteils durch den Kanton und die obligatorische Krankenpflegeversicherung. Darüber hinaus tragen private Zusatzversicherungen und Selbstzahlende einen wesentlichen Anteil an den Kosten.

Inhaltsverzeichnis

Kantonaler Vergütungsanteil

Der Kanton Zürich ist gesetzlich verpflichtet, sich finanziell an der Vergütung von stationären Leistungen in Listenspitälern zu beteiligen. Ab dem Jahr 2017 beträgt der für alle Kantonseinwohnerinnen und -einwohner geltende kantonale Anteil 55 Prozent.

Freie Spitalwahl

Versicherte können bei einem Spitalaufenthalt unter den von den Kantonen anerkannten Listenspitälern frei wählen. Die entstehenden Kosten sind hingegen nicht in jedem Fall vollumfänglich durch die Krankenversicherer und den Kanton Zürich gedeckt. Es gibt folgende Unterschiede:

  • Notfallmässige Behandlung: Schweizweite und volle Kostenübernahme durch die Krankenversicherungen und den Kanton (abgesehen vom Selbstbehalt und der Jahresfranchise);
  • Geplante Behandlung in einem Spital ohne Leistungsauftrag des Kantons Zürich, jedoch mit Leistungsauftrag eines anderen Kantons: Kostenübernahme durch die Krankenversicherungen und den Kanton nur mit erteilter Kostengutsprache, ansonsten bis höchstens zum Referenztarif; der Restbetrag geht zulasten der Versicherten oder einer allfälligen Zusatzversicherung;
  • Behandlung in einem Spital, das auf keiner kantonalen Spitalliste aufgeführt ist: Keine Vergütung durch den Kanton; die Kosten werden vollumfänglich von den Versicherten (und unter Umständen ihrer Krankenversicherungen) getragen.

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Bei stationären Behandlungen in ausserkantonalen Spitälern ohne Leistungsauftrag des Kantons Zürich ist für die volle Kostenübernahme durch die Krankenversicherungen und den Kanton unter Umständen eine Bewilligung notwendig. Dies ist dann der Fall, wenn

  • die vorgesehene medizinische Behandlung gar nicht oder – bei medizinischer Dringlichkeit – nicht rechtzeitig in einem Zürcher Listenspital verfügbar ist.

Keine Kostengutsprache ist notwendig, wenn

  • die Behandlung notfallmässig erfolgt.
  • die Behandlung auch in einem Zürcher Listenspital verfügbar wäre. In diesem Fall übernimmt der Kanton Zürich die Kosten der Behandlung höchstens bis zum Referenztarif (vgl. oben stehende Erläuterungen).

Für ein Gesuch um Erteilung einer Kostengutsprache verwenden Sie bitte die nachfolgenden Formulare:

Einreichung Gesuche Kostengutsprache

per E-Mail: kvg@gd.zh.ch
per Fax: +41 43 259 52 10
oder per Post:

Gesundheitsdirektion Kanton Zürich

Kostengutsprache KVG
Stampfenbachstrase 30
8090 Zürich

Bei Fragen zu ausserkantonalen Hospitalisationen erreichen Sie uns von 09.00 bis 11.30 Uhr unter +41 43 259 24 38.

Beschwerden im Fall einer Nichtaufnahme

Spitäler mit einem Leistungsauftrag des Kantons Zürich sind verpflichtet, alle Versicherten mit Wohnsitz im Kanton Zürich aufzunehmen – ungeachtet davon, ob sie über eine Zusatzversicherung verfügen oder nicht. Patientinnen und Patienten, denen die Aufnahme verwehrt wird, können sich an eine im Auftrag der Gesundheitsdirektion von der Ärztegesellschaft des Kantons Zürich betriebene Beschwerdestelle wenden.

Tarife

Die Vergütung stationärer Leistungen basiert auf Pauschalen. Die Pauschalen sind leistungsbezogen und beruhen auf gesamtschweizerisch einheitlichen Strukturen. Während in der Akutsomatik leistungsbezogene Fallpauschalen zur Anwendung kommen (SwissDRG), erfolgt die Vergütung in der Psychiatrie auf Basis von leistungsbezogenen Tagespauschalen (TARPSY). In der Rehabilitation wird ein schweizweit einheitliches Tarifsystem (ST Reha) erst erarbeitet. Behandlungen in der Rehabilitation werden deshalb weiterhin mit Tagespauschalen vergütet.

Referenztarife

Ist das behandelnde Spital für die entsprechende Leistung auf der Spitalliste des Standortkantons jedoch nicht auf der Liste des Wohnkantons aufgeführt, wird mit Ausnahme von Behandlungen aus medizinischen Gründen höchstens der Referenztarif vergütet. Die Referenztarife werden vom Regierungsrat festgelegt.

Spitaltarife

Die Tarife für stationäre Behandlungen werden zwischen Leistungserbringern und Krankenversicherern verhandelt und dem Regierungsrat zur Genehmigung unterbreitet. Können sich die Tarifpartner nicht einigen, setzt der Regierungsrat den Tarif hoheitlich fest.

Frühere Übersichten Spitaltarife

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Subventionen

Zur Sicherstellung einer ausreichenden Gesundheitsversorgung kann der Kanton Subventionen an Zürcher Listenspitäler mit Betriebsstandort im Kanton Zürich gewähren.

Subventionsberechtigung

Unterstützungsberechtigt sind Leistungen im öffentlichen Interesse,  

  1. deren Kosten durch die Tarife nicht gedeckt werden.
  2. die in § 11 Abs. 1 des Spitalplanungs- und Finanzierungsgesetzes aufgeführt sind:
  • Stationäre und spitalgebundene ambulante Pflichtleistungen für Personen bis zum vollendeten 18. Altersjahr;
  • Spitalgebundene ambulante Pflichtleistungen für Personen ab vollendetem 18. Lebensjahr in psychiatrischen Kliniken;
  • In Zusammenhang mit kantonalen Leistungsaufträgen stehenden gemeinwirtschaftlichen Leistungen;
  • Nichtpflichtleistungen im Rahmen neuer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden;
  • Leistungen im Rahmen neuer Versorgungsmodelle.

Subventionsantrag

Die zeitlichen und inhaltlichen Anforderungen an einen Subventionsantrag entnehmen Sie bitte dem folgenden Merkblatt.

Kostenentwicklung

Angesichts der steigenden Kosten im Gesundheitswesen stehen Massnahmen zu deren Dämpfung im Fokus der gesundheitspolitischen Debatte – sowohl national als auch im Kanton Zürich. So ist es eine stetige Aufgabe der Gesundheitsdirektion, nach Möglichkeiten zu suchen, mit denen die Kostenentwicklung wirksam eingedämmt werden kann – ohne dabei die Qualität und die Zugänglichkeit der Gesundheitsversorgung zu beschränken. Vor diesem Hintergrund hat die Gesundheitsdirektion das Institut für Gesundheitsökonomie der ZHAW beauftragt, eine Studie zu den wichtigsten Massnahmen und Instrumenten zur Beeinflussung der Gesundheitskosten aus der Perspektive des Kantons Zürich zu erarbeiten.

Sparpotentiale im Gesundheitswesen

Sparpotentiale im Gesundheitswesen
Sparpotentiale im Gesundheitswesen
Herausgeber und Bezug
Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Autor
Matthias Maurer, Fabio Knöfler, Robin Schmidt, Urs Brügger

Ambulant vor stationär

Seit dem 1. Januar 2018 wird im Kanton Zürich bei ausgewählten Eingriffen nur noch die ambulante Durchführung vergütet, sofern eine stationäre Behandlung nicht zwingend notwendig ist. Die nötigen Kriterien, Prozesse und Vorgaben hat die Gesundheitsdirektion in Zusammenarbeit mit Fachexpertinnen und -experten der Zürcher Spitäler festgelegt. Damit leistet der Kanton einen wichtigen Beitrag, um die Gesundheitskosten mit konkreten Massnahmen spürbar zu senken.

Ambulant durchzuführende Eingriffe

Die im Kanton Zürich geltende Liste ist abgestimmt mit dem BAG und den anderen Kantonen. Die kantonale Liste wurde zusammen mit dem Kanton Luzern erarbeitet. 

Ausnahmekriterien

Die folgende Übersicht dient der Beurteilung und Dokumentation der Notwendigkeit stationärer Behandlungen. Die Anwendung des Formulars ist freiwillig.

Weiterführende Informationen

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Kontakt

Gesundheitsdirektion – Geschäftsfeld Gesundheitsversorgung

Adresse

Postfach
Stampfenbachstrasse 30
8090 Zürich
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