Den Naherholungsraum Pfäffikersee in seiner Einzigartigkeit erhalten

23.09.2019 - Medienmitteilung

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Zusammen mit den betroffenen Gemeinden hat der Kanton Zürich ein Mobilitätskonzept für den Freizeitverkehr im Raum Pfäffikersee erarbeitet. Die verkehrliche Erreichbarkeit zu beliebten Ausflugszielen wie dem Juckerhof oder der Badi Auslikon soll weiterhin ausreichend gewährleistet sein, gleichzeitig bundesrechtlichen Vorgaben zum Natur- und Landschaftsschutz besser Rechnung getragen werden. Heute wurden an einer Medienkonferenz im Beisein von Regierungspräsidentin Carmen Walker Späh und Regierungsrat Martin Neukom in Pfäffikon die Ergebnisse und Erkenntnisse des Mobilitätskonzeptes vorgestellt.

Mit rund 750‘000 jährlichen Besucherinnen und Besuchern ist der Pfäffikersee eines der beliebtesten Erholungs- und Ausflugsgebiete im Kanton Zürich. Insbesondere an den Wochenenden weist die Region ein hohes Verkehrsaufkommen auf, was den Erholungs- und Naturraum beeinträchtigt. Der Kanton Zürich hat daher zusammen mit der Planungsregion Zürcher Oberland und den umliegenden Gemeinden das Mobilitätskonzept «Erholung und Freizeit Pfäffikersee» erstellt.

2010 initiierte der Kanton Zürich unter Federführung des Amts für Verkehr (AFV) und des Amts für Raumentwicklung (ARE) sowie unter Mitwirkung des Amts für Landschaft und Natur (ALN) zusammen mit den involvierten Gemeinden Pfäffikon, Wetzikon und Seegräben das Projekt «Koordination Mobilität und Umwelt Pfäffikersee». Damals standen verschiedene Projekte wie der Südanschluss Westtangente Pfäffikon, die Verlegung der Ruetschbergstrasse oder ein Radrundweg zur Diskussion.

Der Steuerungsausschuss des Koordinationsprojektes entschied 2016, für die sich in der Projektierung befindenden Projekte am Pfäffikersee bei der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) ein Gutachten erstellen zu lassen. Diese hat einzelne Projekte und Massnahmen kritisch beurteilt und zeigte auf, dass bei einigen Einrichtungen rund um den Pfäffikersee Handlungsbedarf besteht. Daraufhin wurde ein Neustart beschlossen.

Hotspots Juckerhof und Badi Auslikon

Aufgrund ihres Besucheraufkommens stehen der Juckerhof in Seegräben sowie Badi, Campingplatz und Bootsplatz in Auslikon im Zentrum der Massnahmen. Es wurde eine Abwägung der unterschiedlichen Interessen und Bedarfsgruppen vorgenommen.

Jährlich besuchen rund 500'000 Personen, die sich am Pfäffikersee aufhalten, auch den Juckerhof. Dies macht rund zwei Drittel des gesamten Besucheraufkommens aus.

In den zentralen Bereichen des Pfäffikerseegebiets hat der Schutz von Natur und Landschaft Vorrang. Der Pfäffikersee ist eine Moorlandschaft von nationaler Bedeutung sowie ein national bedeutendes Amphibienlaichgebiet und Wasser- und Zugvogelreservat. Die ENHK hat denn auch in ihrem Gutachten von 2016 verschiedene Schutz- und zusätzliche Aufwertungsmassnahmen gefordert. Die Badi Auslikon sowie der Bootssteg bleiben bestehen. Um die Eingriffe in die nationalen Moorbiotope zu reduzieren, sind insbesondere die Parkplätze unmittelbar am See zu vermindern bzw. an den Rand der Moorlandschaft zu verlegen. Die Erschliessung erfolgt künftig hauptsächlich via Fuss- und Veloverkehr. Die Bilanz der aufzuhebenden und der neu erstellten Parkfelder rund um den Pfäffikersee soll jedoch ausgeglichen sein. Der Betrieb des Ausliker Campingplatzes wird per Ende 2023 eingestellt.

Mobilitätskonzept für den Freizeitverkehr im Raum Pfäffikersee

In einem Massnahmenkatalog sind die gesamtverkehrliche Optik mit den Belangen von Landschaft, Natur und Erholung abgestimmt worden. Zwischen den einzelnen Massnahmenpaketen bestehen sowohl inhaltliche als auch zeitliche Abhängigkeiten. Eine koordinierte Planung und Realisierung ist daher unerlässlich. Der Katalog umfasst insgesamt sieben Massnahmenpakete und verbessert unter anderem die öv-Freizeiterschliessung in Seegräben, steigert die Attraktivität des Veloverkehrs, verlegt Einrichtungen aus dem Moorschutz- und Landschaftsschutzperimeter und optimiert Parkierungsanlagen im entsprechenden Gebiet. Seitens Kanton und Gemeinden sind die erforderlichen Richtplanänderungen einzuleiten.

Neue Trägerschaft

Unter dem Titel «Mobilität und Freizeit Pfäffikersee» wird eine Trägerschaft unter Leitung der Region Zürcher Oberland RZO gebildet. Die drei Seegemeinden und der Kanton Zürich sind ebenfalls Teile der Trägerschaft. Zentrale Aufgabe wird die Koordination der verschiedenen Massnahmenpakete und deren Finanzierung sein.

(Gemeinsame Medienmitteilung der Volkswirtschaftsdirektion und der Baudirektion mit den Gemeinden Pfäffikon, Wetzikon und Seegräben)

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