Position des Kantons Zürich

Zwei von drei möglichen Standortgebieten für geologische Tiefenlager befinden sich im Gebiet des Kantons Zürich: Nördlich Lägern im Zürcher Unterland und Zürich Nordost im Weinland. Der Kanton bringt seine Interessen aktiv im Standortauswahlverfahren ein.

Inhaltsverzeichnis

Langfristige Lösung

Radioaktive Abfälle strahlen während sehr langer Zeit und müssen deshalb langfristig so gelagert werden, dass sie keine Gefährdung für die Lebenswelt darstellen. In der Schweiz ist man daran, eine langfristige Lösung zu suchen. Das heisst, es werden geeignete Standortgebiete gesucht, wo die radioaktiven Abfälle für 100'000 Jahre bis 1 Million Jahre sicher im geologischen Untergrund gelagert werden können. Die Suche nach möglichen Standorten für solche geologischen Tiefenlager ist eine nationale Aufgabe. Der Kanton anerkennt seine politische (Mit-) Verantwortung für die sichere Langzeitlagerung der Abfälle. Er unterstützt den Bund bei der Durchführung des Standortauswahlverfahrens (Sachplan geologische Tiefenlager). Gleichzeitig ist er Ansprechpartner für seine betroffenen Gemeinden und Regionen für fachliche Fragestellungen und bei Fragen zur Kommunikation.

Prüfung durch kantonale Experten

In diesem Vorhaben ist die Frage der Sicherheit zentral. Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) ist für die Planung des Tiefenlagerprojektes zuständig. Die Unterlagen der Nagra lässt der Kanton Zürich gemeinsam mit den übrigen Standortkantonen von eigenen Experten überprüfen. Die Experten (Kantonale Expertengruppe Sicherheit) arbeiten im Auftrag des Ausschuss der Kantone (Gremium der Regierungsvertretenden der Kantone). Der Kanton Zürich setzt sich für ein nachvollziehbares, transparentes, faires und verbindliches Verfahren ein. Dabei legt der Kanton Wert auf einen grösstmöglichen Einbezug der Betroffenen.

Vergleich der Standortregionen

Der Kanton verlangt vom Bund und der Nagra, dass alle Standortregionen mit der gleichen Gründlichkeit und Ernsthaftigkeit auf ihre sicherheitstechnische Eignung für geologische Tiefenlager geprüft werden. Die Sicherheit muss in diesem Auswahlverfahren immer an erster Stelle stehen. Es soll nicht der Weg des geringsten (politischen) Widerstands gewählt werden. Es ist darauf zu achten, dass ein Lager für die betroffene Region verträglich ist. Der Kanton unterstützt die Region dabei. Die dereinst gewählte Region wird Lasten für die Schweiz übernehmen. Vor diesem Hintergrund hat der Regierungsrat den Bund wiederholt darauf hingewiesen, dass der Kanton Zürich schon andere (Zentrums-) Lasten der Schweiz trägt.          

Sicherheit

Der wichtigste Grundsatz bei der Realisierung geologischer Tiefenlager ist, dass die Sicherheit für Mensch und Umwelt gewährleistet wird. Dazu plant die Nagra die Tiefenlager als System mit mehreren Barrieren. Die wichtigste Barriere für die radioaktiven Stoffe bildet die Geologie, eine natürlich vorkommende und gering durchlässige Gesteinsschicht. Dieses sogenannte Wirtgestein besitzt besonders gute Eigenschaften für die Rückhaltung radioaktiver Stoffe. In der Schweiz ist der Opalinuston als Wirtgestein vorgesehen.

Opalinuston am besten geeignet

Der Kanton Zürich ist überzeugt, dass in der Schweiz der Opalinuston die besten Eigenschaften für den Bau eines geologischen Tiefenlagers aufweist. Die Beurteilung der Unterlagen der Nagra durch die Kantonale Expertengruppe Sicherheit hat gezeigt, dass die weiteren Wirtgesteine, die zur Diskussion standen («Brauner Dogger», Effinger Schichten, Helvetische Mergel), sicherheitstechnische Nachteile aufweisen. Der Kanton hält es daher für richtig, in Etappe 3 des Sachplans geologische Tiefenlager nur noch Gebiete mit Opalinuston genauer zu untersuchen und unterstützt den Entscheid des Bundesrats am Ende von Etappe 2, in Etappe 3 die Standortgebiete «Zürich Nordost» (Zürcher Weinland), «Nördlich Lägern» (Zürcher Unterland) und «Jura Ost» (Bözberg, Kanton Aargau) weiter zu untersuchen. Die übrigen in Etappe 1 ins Auge gefassten Standortgebiete «Jura Südfuss», «Wellenberg» und «Südranden» sollen nicht mehr weiterverfolgt werden. 

Opalinuston schliesst radioaktive Abfälle ein

 

Das Bild zeigt den Querschnitt durch einen Stollen mit einem Endlagerbehälter. Damit werden alle Barrieren sichtbar.
Mehrere Barrieren halten die radioaktiven Stoffe im Tiefenlager zurück. Quelle: Nagra

Behälter und Lagerstollen

Die radioaktiven Abfälle werden verglast, d.h. in einer Glasmatrix eingeschlossen (sofern es sich nicht um Brennelemente handelt), dies ist somit die innerste Barriere. Dann werden die Abfälle in einen dickwandigen Endlagerbehälter aus Stahl verpackt. Dieser verhindert die Freisetzung der radioaktiven Stoffe gemäss derzeitigem Wissensstand während 10'000 Jahren. Die Behälter werden in Lagerstollen gelagert, die mit Bentonit verfüllt werden. Bentonit ist ein tonähnliches Material, das sehr geringdurchlässig ist und bei Feuchtigkeit aufquillt und so Risse und Spälte verschliesst.

Opalinuston

Die Lagerstollen sind von Opalinuston umgeben, einer Gesteinsschicht von etwa 100 Metern Mächtigkeit, die eine noch kleinere Durchlässigkeit aufweist als Bentonit. Die radioaktiven Stoffe werden so lange im Opalinuston eingeschlossen, bis ihre Radioaktivität auf ein verträgliches Mass abgesunken ist (im Falle der hochaktiven Abfälle 1 Million Jahre, im Falle der schwach- und mittelaktiven Abfälle 100'000 Jahre).

Tief unter dem Boden

Damit das Lager vor Erosionsprozessen an der Erdoberfläche (z.B. Gletscher) während dieser langen Zeitspanne geschützt bleibt, muss das Lager in mindestens 500 Metern Tiefe gebaut werden.

Verfrühte Einengung auf zwei Standorte

Die Nagra hatte dem Bundesrat im Januar 2015 einen anderen Vorschlag unterbreitet. Sie wollte in Etappe 3 nur noch die Standortgebiete Zürich Nordost und Jura Ost erdwissenschaftlich genauer untersuchen. Der Regierungsrat entgegnete im Januar 2015, dass er diese Einengung auf nur zwei Standortgebiete für verfrüht halte. Die Kantonale Expertengruppe Sicherheit (KES) kam in ihrer Beurteilung vom Februar 2016 zum Schluss, dass auch das Standortgebiet Nördlich Lägern genauer untersucht werden muss. Zum gleichen Ergebnis gelangte auch das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) in seinem Gutachten zu Etappe 2.

Kanton unterstützt Untersuchungen

Die drei Standortgebiete werden für die spätere Auswahl der geeigneten Standortgebiete (oder des geeigneten Standortgebietes) mit seismischen Messungen und Tiefbohrungen sowie weiteren erdwissenschaftlichen Methoden untersucht.

Seismische Messungen und Tiefbohrungen

Mit Sondierbohrungen und Vibrationsmessungen will die Nagra mehr darüber erfahren, wie tief unten die Gesteinsschicht des Opalinustons zu finden ist und wie mächtig diese Gesteinsschicht ist. 

Untiefe Quartärbohrungen

Um abschätzen zu können, in welcher Tiefe das Lager gebaut werden muss, damit es von Erosionsprozessen verschont bleibt und die Abfälle langfristig sicher eingeschlossen bleiben. Dazu sind möglichst gute Prognosen der künftigen Erosionsprozesse (v. a. der Abtragung der Erdoberfläche durch Gletscher oder Flüsse) notwendig. Die Geologen versuchen, ein vertieftes Verständnis der bisherigen Erosionsprozesse in der Region zu erhalten, um die Entwicklung in der Zukunft abschätzen zu können.

Um dies herauszufinden, werden sogenannte untiefe «Quartärbohrungen» vorgenommen, um die mit Lockergesteinen gefüllten, unterirdischen Felsrinnen (von früheren Flüssen im Standortgebiet) genauer zu betrachten. Diese bieten für künftige Gletscher oder Flüsse die Möglichkeit, die Rinne weiter zu vertiefen und dadurch das Lager zu beeinträchtigen.

Vor- und Nachteile müssen gezielt untersucht werden

Die erdwissenschaftlichen Untersuchungen haben zum Ziel, den jeweils sichersten Standort für beide Lagertypen, das heisst für ein Lager für schwach- und mittelaktive Abfälle (SMA-Lager) sowie ein Lager für hochaktive Abfälle (HAA-Lager) zu finden. Der Kanton Zürich unterstützt diese Untersuchungen. Nur so können die Vor- und Nachteile der drei Gebiete in Erfahrung gebracht werden.

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Verantwortung

Der Kanton Zürich ist sich seiner Verantwortung für die radioaktiven Abfälle bewusst und setzt sich für eine sichere Lagerung auf lange Zeit ein, so dass für Mensch und Umwelt keine Gefahr entsteht. Deshalb ist auch er an einem erfolgreichen Abschluss des Projekts interessiert. Die heute bestehenden Zwischenlager sollen nicht zu einem Dauerzustand werden. Einzig neue Erkenntnisse zur Nachbehandlung von Abfällen dürfen allenfalls zu einer Aufschiebung der Inbetriebnahme der geologischen Tiefenlager führen. Es darf dabei aber keinesfalls zu einem Abstrich an der Sicherheit kommen. Seit Beginn des Sachplans setzt sich der Kanton Zürich entschlossen dafür ein, dass bei der Suche nach geeigneten Tiefenlagerstandorten die Sicherheit immer oberste Priorität hat. 

Grundwasser

Der Kanton und die Gemeinden haben auch die Aufgabe, die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser langfristig und überregional sicherzustellen. Die Grundwasserressourcen, die heute und/oder künftig für die Versorgung der Zürcher Bevölkerung mit Trinkwasser relevant sind, müssen geschützt werden. In der Vergangenheit hat sich der Regierungsrat deshalb kritisch mit den Vorschlägen der Nagra für die Platzierung der Oberflächenanlagen eines Tiefenlagers auseinandergesetzt, beispielsweise im Rahmen der Vernehmlassung zu Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlagers. Der Kanton setzt sich bei der Planung der Platzierung der Oberflächeninfrastruktur eines Tiefenlagers für diejenige Lösung ein, mit der die Ziele der Sicherheit, der Raumplanung und des Umweltschutzes – insbesondere betreffend Trinkwasserressourcen – am besten erreicht werden können. 

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Wichtige Grundwasserressourcen

Der Kanton verfügt über mächtige und qualitativ hochwertige Trinkwasserressourcen, welche einerseits aus diversen Grundwasservorkommen in den Tälern und andererseits aus dem Zürichsee-Wasser bestehen. Die ergiebigsten Grundwasserressourcen liegen entlang des Rheins, entlang der Limmat und der Töss. 

 

Eine Karte des Kantons Zürich zeigt die Lage der wichtigsten Trinkwasserressourcen: die Grundwasserressourcen entlang des Rheins, der Limmat und der Töss sowie den Zürichsee.
Wichtigste Trinkwasserressourcen des Kantons Zürich. Quelle: Baudirektion 2013


Die Grundwasserreserven tragen mit einem Anteil von 40 Prozent neben dem Zürichsee den grössten Anteil zur Trinkwasserbeschaffung im Kanton bei.

Die Grafik zeigt die Herkunft des Trinkwassers im Kanton Zürich: 40 % des Trinkwassers stammt aus Seewasser, 40 % aus Grundwasser und 20 % aus Quellwasser.
Trinkwasserbeschaffung im Kanton Zürich. Quelle: Baudirektion 2013


Trinkwasserverbund

Damit die Wasserversorgung auch in Notlagen (wie z.B. bei Verschmutzungen ergiebiger Trinkwasserressourcen) im ganzen Kantonsgebiet sichergestellt ist, will der Kanton Zürich mehrere grössere Wassertransportleitungen bauen. Diese sollen die Wasserversorgungen verschiedener Regionen verbinden (kantonaler Trinkwasserverbund). Dabei spielt das grosse Grundwasservorkommen im Rheintal im Norden des Kantons mit den Grundwasserschutzarealen Weiacher Hard, Rheinau und Rafzerfeld eine wichtige Rolle.

 

Die Grafik zeigt eine Karte des Kantons Zürich und die wichtigsten Trinkwasserquellen, d.h. die Grundwasserschutzgebiete im Norden des Kantons (Weiacher Hard, Rafzerfeld und Rheinau) und den Zürichsee sowie die Wassertransportleitungen, die bestehen oder noch gebaut werden sollen. Es ist ersichtlich, dass die Grundwasserschutzgebiete künftig mit Wassertransportleitungen erschlossen werden sollen, so dass ein redundantes System für die Trinkwasserversorgung für die Belieferung des gesamten Kantonsgebietes geschaffen wird.
Kantonaler Trinkwasserverbund (Stand: März 2010). Quelle: Baudirektion 2013

Trinkwasserversorgung unter Druck

Die Trinkwasserversorgung gerät sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht immer stärker unter Druck – dies aufgrund des anhaltenden Bevölkerungswachstums, des prognostizierten Klimawandels und den Pflanzenschutzmittel-Einträgen aus der Landwirtschaft ins Grundwasser. Mit den vorhandenen Trinkwasserressourcen muss deshalb schonend umgegangen werden.  

Oberflächeninfrastruktur

Die Nagra hat im Mai 2019 ihre Vorschläge für die Platzierung der Oberflächeninfrastruktur in den zur Diskussion stehenden Standortgebieten für geologische Tiefenlager veröffentlicht. 

Oberflächeninfrastruktur eines Tiefenlagers

 

Das Bild zeigt eine dreidimensionale Abbildung eines geologischen Tiefenlagers und der dazugehörigen Oberflächenanlage sowie der beiden Nebenzugangsanlagen. Von der Oberflächenanlage führt gemäss Grafik eine Rampe, von den Nebenzugangsanlagen führen Schächte ins Lager hinunter. Das Lager ist abgebildet als Stollensystem in der Gesteinsschicht des Opalinustons.
Zu einem Tiefenlager (hier für hochaktive Abfälle) gehören eine Oberflächenanlage mit Hauptzugang zum Lager sowie die Nebenzugangsanlagen für den Bau (Betriebsschacht) und die Lüftung des Lagers (Lüftungsschacht). Quelle: Nagra

Oberflächenanlage

In der Oberflächenanlage (OFA) werden die radioaktiven Abfälle (z.B. verbrauchte Brennelemente) angeliefert und in Endlagerbehälter verpackt. Dies geschieht in der sogenannten Verpackungsanlage – im Falle des Lagers für hochaktive Abfälle spricht man von der Brennelemente-Verpackungsanlage (BEVA). Neben der Verpackungsanlage umfasst die OFA weitere Betriebsgebäude, ein Administrationsgebäude und ein Besucherzentrum. Der Flächenbedarf beträgt etwa 5 bis 8 Hektaren (entspricht etwa zehn Fussballfeldern). Die Oberflächenanlage befindet sich am Eingang zum Tunnel oder zum Schacht, der ins Tiefenlager hinunterführt.

Nebenzugänge

Für Bau und Betrieb des Tiefenlagers werden zusätzlich zum Hauptzugang zwei Nebenzugänge benötigt, je einer für die Lüftung und den betrieblichen Zugang zum Lager (z.B. für Betriebspersonal, Besucher). Die entsprechenden Anlagen an der Erdoberfläche werden als Nebenzugangsanlagen bezeichnet. Da diese schon für den Bau des Lagers benötigt werden, erfolgt deren Erstellung Jahre vor dem Bau der Oberflächenanlage. Die Nebenzugangsanlagen bleiben über die gesamte Betriebsdauer des Lagers bestehen (mindestens mehrere Jahrzehnte). Der Flächenbedarf für die beiden Nebenzugangsanlagen beträgt je 1 bis 4 Hektaren.

Mögliche Standorte für die Oberflächeninfrastruktur

Für die Platzierung der Oberflächenanlage (OFA) – hat die Nagra in Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager für jede Region verschiedene Vorschläge gemacht. Die Regionalkonferenzen (die Partizipationsgremien der Regionen im Sachplan) konnten sich damals dazu äussern. Nach einer Vernehmlassung bei den betroffenen Akteuren legte der Bundesrat im Ergebnisbericht zu Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager drei mögliche OFA-Standorte als Zwischenergebnis fest (zwei Standorte in Nördlich Lägern, ein Standort in Zürich Nordost). Im Mai 2019 neu hinzugekommen sind die Nebenzugangsanlagen für die Belüftung und den Bau des Lagers. Die Nagra hat verschiedene Vorschläge für deren Platzierung vorgelegt sowie einen vierten Standort für eine Oberflächenanlage (in Zürich Nordost) aufgenommen.

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Im Standortgebiet Nördlich Lägern schlägt die Nagra in ihrem Bericht vom Mai 2019 (NAB 19-08) zwei mögliche Standortareale für die Oberflächenanlage vor: «NL-2» in der Kiesgrube bei Weiach und «NL-6» im Haberstal bei Stadel (s. Abbildung unten). Diese Wahl stimmt überein mit der Haltung der Regionalkonferenz Nördlich Lägern, die in ihrer Stellungnahme zu Etappe 2 des Sachplans festgehalten hat, «dass von den bewerteten Vorschlägen die Standorte NL-2 Weiach und NL-6 Stadel Haberstal für eine allfällige Oberflächenanlage zu bevorzugen seien, da sie am wenigsten Nachteile aufweisen». Die beiden Standorte wurden am Ende von Etappe 2 vom Bundesrat bestätigt, wobei im Ergebnisbericht zu Etappe 2 festgehalten ist, dass die Standorte im Rahmen der weiteren Zusammenarbeit zu optimieren sind (gemäss Information des Bundesamts für Energie heisst dies, dass die Anlage innerhalb eines Radius von einem Kilometer verschoben werden kann).

Ausschnitt der Grundwasserkarte überlagert mit der Gewässerschutzkarte im Standortgebiet Nördlich Lägern, d.h. im Umfeld von Stadel und Weiach mit eingezeichneten möglichen Standorten für eine Oberflächenanlage gemäss Vorschlägen der Nagra: NL-2 bei Weiach und NL-6 bei Stadel.
Standortareale für eine Oberflächenanlage in Nördlich Lägern: NL-2 bei Weiach (Kiesgrube) und NL-6 bei Stadel (Haberstal). Quelle: maps.zh.ch (verändert)

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Im Standortgebiet Zürich Nordost weist die Nagra in ihrem Bericht vom Mai 2019 (NAB 19-08) zwei mögliche Standortareale für die Oberflächenanlage aus: «ZNO-6b» bei Marthalen und «ZNO-1» bei Rheinau. Beide Standorte standen schon in Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager zur Diskussion. Der Standort ZNO-1 wurde jedoch von der Region sowie dem Kanton im Jahr 2012 abgelehnt. Danach fokussierte die Nagra ihre weiteren Betrachtungen auf den Standort ZNO-6b. Der Bundesrat legte am Ende von Etappe 2 im Jahr 2018 ZNO-6b als möglichen OFA-Standort (als Zwischenergebnis) fest. Auch hier besteht (wie in Nördlich Lägern) gemäss Angaben des Bundesamts für Energie die Möglichkeit, die Anlage im Sinne einer Optimierung innerhalb eines Radius von einem Kilometer zu verschieben. 

Ausschnitt der Grundwasserkarte überlagert mit der Gewässerschutzkarte im Standortgebiet Zürich Nordost mit eingezeichneten möglichen Standorten für eine Oberflächenanlage gemäss Vorschlägen der Nagra: ZNO-1 bei Rheinau und ZNO-6b bei Marthalen.
Standortareale ZNO-1 bei Rheinau und ZNO-6b bei Marthalen für eine Oberflächenanlage in Zürich Nordost. Quelle: maps.zh.ch (verändert)

Diskussion zur Oberflächeninfrastruktur

Der Regierungsrat hat sich in seiner Stellungnahme zu Etappe 2 des Sachplans zu den möglichen Standorten der Oberflächenanlagen im Kanton Zürich geäussert. Zurzeit sind zwischen den Akteuren im Sachplan vertiefte Diskussionen zur Entscheidfindung betreffend die gesamte Oberflächeninfrastruktur im Gang. 

Auswahlverfahren

Der Sachplan geologische Tiefenlager hat sich aus Sicht des Regierungsrats bewährt. Das Auswahlverfahren für Tiefenlagerstandorte umfasst drei Etappen. Das Ziel ist, letztendlich den sichersten Standort bzw. die sichersten Standorte für geologische Tiefenlager zu finden. Im Falle eines Kombilagers für schwach- und mittelaktive Abfälle (SMA) und hochaktive Abfälle (HAA) bräuchte es nur einen Standort. Im Falle von zwei getrennten Lagern, je eines für SMA und HAA, müssten zwei Standorte bestimmt werden. Das etappenweise Vorgehen des Sachplans ermöglicht eine schrittweise und systematische Einengung auf einen beziehungsweise zwei geeignete Standorte. Gleichzeitig bietet der Sachplan die notwendige Flexibilität, wenn zusätzliche Abklärungen notwendig werden und mehr Zeit für die Klärung einzelner Fragen notwendig ist. Die Gremien des Sachplans schaffen dabei den notwendigen Raum für Diskussionen, so dass im Austausch der Akteure (Bund, Kantone, Regionen und Nagra) Anpassungen vorgenommen werden können.

Kanton unterstützt Regionen

Der Kanton unterstützt die Regionen, die sich unter anderem über die Regionalkonferenzen in die Sachplandiskussionen einbringen können. Diese Gremien setzen sich über politische, kommunale und demografische Grenzen hinweg kritisch mit der geologischen Tiefenlagerung auseinander und sind so zu starken Stimmen für die Regionen geworden. Das grosse Engagement und die erlangte Kompetenz der Regionalkonferenzen und derer Fachgruppen sind beeindruckend und wertvoll. Die Regionalkonferenzen haben sich für den Kanton Zürich zu wichtigen Partnern entwickelt.

Transparenter und nachvollziehbarer Prozess

Abschliessend lässt sich sagen, dass die bisherigen Arbeiten im Sachplan den Prinzipien der Transparenz, Nachvollziehbarkeit, Fairness und Glaubwürdigkeit gefolgt sind. Der Kanton unterstützt das Auswahlverfahren weiterhin mit dem Ziel, den oder die sichersten Tiefenlagerstandorte zu finden.

Stellungnahmen des Kantons

Der Kanton hat sich verschiedentlich zur Planung geologischer Tiefenlager in der Schweiz geäussert, beispielsweise im Rahmen der Vernehmlassungen zum Sachplan geologische Tiefenlager. Hier finden Sie die Stellungnahmen des Kantons.

Newsletter Standpunkt

Der Kanton informiert die Bevölkerung in den Zürcher Gemeinden der Standortregionen Nördlich Lägern und Zürich Nordost regelmässig mit dem Newsletter «Standpunkt». Hier finden Sie die bisherigen Newsletter zum Download.

 

Ansprechpersonen

Bei Fragen zur Planung geologischer Tiefenlager wenden Sie sich bitte an:

Thomas Flüeler

Bereichsleiter Kerntechnik

thomas.flueeler@bd.zh.ch
+41 43 259 41 70

Regula Rometsch

Wissenschaftliche Mitarbeiterin Bereich Kerntechnik

regula.rometsch@bd.zh.ch
+41 43 259 29 95

Annette Spörri

Raumplanerin Tiefenlager

annette.spoerri@bd.zh.ch
+41 43 259 41 99

Kontakt

Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft – Bereich Kerntechnik

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