Abfallplanung

Der Kanton Zürich kann auf eine über 30-jährige, gezielte Entwicklung der kantonalen Abfall- und Ressourcenwirtschaft zurückblicken. Mit seiner aktualisierten Abfallplanung für die Jahre 2024 bis 2028 orientiert sich der Kanton Zürich zukunftsgerichtet an den Zielen der Kreislaufwirtschaft.

Inhaltsverzeichnis

Massnahmenplan Abfall- und Ressourcenwirtschaft 2024-2028

Massnahmenplan Abfall- und Ressourcenwirtschaft 2024-2028
Massnahmenplan Abfall- und Ressourcenwirtschaft 2024-2028
Herausgeber/in
AWEL, Abteilung Abfallwirtschaft und Betriebe
Publikationsdatum
Februar 2024
Autor/in
Sektion Abfallwirtschaft, Sektion BUS, Sektion Altlasten

In seinem neusten Massnahmenplan für die Jahre 2024 bis und mit 2028 hält der Kanton Zürich am etablierten abfallwirtschaftlichen Konzept «Urban Mining» fest. Dieses dient nach wie vor als wichtiger Denkansatz und Eckpfeiler einer modernen Abfallbewirtschaftung. Anders als sein Vorgänger berücksichtigt der aktuelle Massnahmenplan jedoch noch stärker die Einbettung und Anbindung der Abfall- und Ressourcenwirtschaft in das Konzept und die Thematik der Kreislaufwirtschaft.

Mit der Annahme des Gegenvorschlags des Regierungsrates zur kantonalen Volksinitiative «Für eine nachhaltige Nutzung von Wertstoffen» (Kreislauf-Initiative) durch die Zürcher Stimmbevölkerung am 25. September 2022 wurde ein neuer Artikel 106a mit dem Randtitel «Stoffkreisläufe» in die Zürcher Kantonsverfassung aufgenommen. Dieser zielt darauf ab, dass Kanton und Gemeinden günstige Rahmenbedingungen für den schonenden Umgang mit Rohstoffen, Materialien und Gütern sowie die Schliessung von Stoffkreisläufen schaffen. Zudem sollen sie Massnahmen zur Vermeidung von Abfällen sowie zur Wiederverwendung und stofflichen Verwertung von Materialien und Gütern treffen. Der Abfall- und Ressourcenwirtschaft fällt dabei eine zentrale Rolle zu. Diese Aspekte nimmt der aktuelle Massnahmenplan auf. Zudem besteht neben dem Bezug zur Kreislaufwirtschaft auch eine enge Verbindung zum Klimaschutz.

Das Wichtigste in Kürze

Vor diesem Hintergrund wurden im aktuellen Massnahmenplan für die nächsten fünf Jahre Ziele beschrieben, um aus der Abfallwirtschaft heraus Beiträge zu leisten und Impulse zu setzen, welche die Kreislaufwirtschaft und die Schliessung von sauberen Stoffkreisläufen klimaschutzwirksam unterstützen sollen. In den dafür definierten Handlungsfeldern sind darauf abgestimmte Schwerpunkte ausgearbeitet worden, aus denen sich einzelne konkrete Massnahmen ableiten. Mit den sieben Handlungsfeldern wird wie schon 2019 bis 2023 erneut der Notwendigkeit Rechnung getragen, die Abfall- und Ressourcenwirtschaft gesamtheitlich zu betrachten und partnerschaftlich mit weiteren involvierten Akteuren anzugehen.

Kurzversion und Übersicht zum Massnahmenplan Abfall- und Ressourcenwirtschaft 2024-2028

Kurzversion und Übersicht zum Massnahmenplan Abfall- und Ressourcenwirtschaft 2024-2028
Kurzversion und Übersicht zum Massnahmenplan Abfall- und Ressourcenwirtschaft 2024-2028
Herausgeber/in
AWEL, Abteilung Abfallwirtschaft und Betriebe
Publikationsdatum
Februar 2024
Autor/in
Sektion Abfallwirtschaft, Sektion BUS, Sektion Altlasten

Unsere Ziele 2024 bis 2028

Die Grafik zeigt die fünf Ziele, welche der Kanton Zürich in den nächsten fünf Jahren (2024 bis 2028) in der Abfall- und Ressourcenwirtschaft verfolgt.
Um die Abfallwirtschaft weiter in Richtung Ressourcenwirtschaft zu entwickeln, setzt sich der Kanton Zürich in den nächsten fünf Jahren insbesondere für diese Ziele ein Quelle: AWEL, Abteilung Abfallwirtschaft und Betriebe

Die Ziele 2024 bis 2028 im Detail

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Die Abfallmenge pro Kopf, die in KVA oder Deponien entsorgt wird, sinkt.

Abfälle, die auf Deponien entsorgt werden, können nur noch unter grossemAufwand in Stoffkreisläufe zurückgeführt werden. In KVA wiederum werden viele Wertstoffe zerstört beziehungsweise bislang noch unzureichend zurückgewonnen. Die zurückbleibende Schlacke nimmt zudem wertvollen Deponieraum in Anspruch.

In den kommenden fünf Jahren beabsichtigt der Kanton Zürich darum, die Mengeder Abfälle pro Kopf, die in KVA und auf Deponien entsorgt werden, zu senken, indem die Abfälle in die stoffliche Verwertung umgelenkt oder vermieden werden.

Das Energiepotenzial von Abfällen wird klimaschutzwirksam, ökologischund effizient genutzt, insbesondere in Vergärungsanlagen und Altholzfeuerungen.

Bei der Verwertung von biogenen Abfällen in Vergärungsanlagen und in Altholzfeuerungen fällt Energie in nutzbarer Form an. Diese soll möglichst effizient verwendet werden. Ebenso sollen solche Abfälle jenen Anlagen zugeführt werden, die die beste ökologische Leistung aufweisen. Bei Vergärungsanlagen und Altholzfeuerungen möchte der Kanton Zürich eine Steigerung der Energieeffizienz erreichen. Bei Kehrichtverwertungsanlagen werden verbindliche Zielvorgaben zur Energieerzeugung und zu Treibhausgasemissionen festgelegt.

Die Transparenz von Stoffströmenaus der Separatsammlung von Abfällen ist gewährleistet.

Bei den Abfällen gibt es immer noch ein grosses ungenutztes Potenzial zurWiederaufbereitung von Rohstoffen. Für ein ökologisch sinnvolles Sammelsystem und eine anschliessende stoffliche Verwertung (Recycling) muss Folgendes gegeben sein:

  • Die Mengenströme sind bekannt.
  • Die Verwertungswege sind transparent und auch über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt.
  • Die Gemeinden und die Bevölkerung sind für die Separatsammlungsensibilisiert.

Der Kanton Zürich hat mit einer Branchenvereinbarung im Kunststoffrecycling positive Erfahrungen gesammelt. Diese will er nutzen, um mehr Transparenz bei der Wiederverwertung weiterer Fraktionen aus der Separatsammlung zu schaffen.

Der Einsatz von Sekundärrohstoffenaus dem Recycling wird gefördert.

Der Einsatz von Sekundärrohstoffen (das sind Rohstoffe, die aus Abfällen aufbereitet worden sind) ist ein wichtiges Element für eine funktionierende nachhaltige Kreislaufwirtschaft. Die Sekundärrohstoffe sollen dabei so eingesetzt werden, dass eine mehrfache Verwendung möglich ist. Der Kanton Zürich setzt sich für günstige Rahmenbedingungen zum Einsatz von rezyklierten Stoffenund Materialien ein.

Saubere Stoffkreisläufe werden für eine sichere und nachhaltige Kreislaufwirtschaft etabliert.

Um aus Abfällen sichere Rohstoffe für den Wiedereinsatz herzustellen, müssen schädliche Inhaltsstoffe soweit möglich aus dem Kreislauf entfernt werden. Diese Schadstoffe müssen in erster Linie vernichtet werden. Ist dies nicht umsetzbar, müssen die schadstoffbelasteten Restfraktionen auf Deponien gelagert werden. Der Kanton Zürich engagiert sich dafür, dass ausreichend Deponieraum für solche Abfälle zur Verfügung steht und die Gefährdung der Umwelt durch neue Schadstoffe mit geeigneten Massnahmen minimiert wird.

Handlungsfelder der Abfall- und Ressourcenwirtschaft im Kanton Zürich

Die Illustration zeigt, in welchen Handlungsfelder der Abfall- und Ressourcenwirtschaft der Kanton Zürich konkret Massnahmen umsetzt.
In diesen - gleichwertigen - Handlungsfeldern handelt der Kanton Zürich und setzt konkrete Massnahmen um. Quelle: AWEL, Abteilung Abfallwirtschaft und Betriebe

Zum Hauptdokument des Massnahmenplans

Gemäss Art. 31 des Umweltschutzgesetzes vom 7. Oktober 1983 (SR 814.01) und Art. 4 der Verordnung vom 4. Dezember 2015 über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (SR 814.600) haben die Kantone eine Abfallplanung auszuarbeiten, diese periodisch nachzuführen und dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) zu übermitteln. Dieser Pflicht kommt der Kanton mit dem Massnahmenplan zur Abfall- und Ressourcenwirtschaft nach.

Massnahmenplan Abfall- und Ressourcenwirtschaft 2024-2028

Massnahmenplan Abfall- und Ressourcenwirtschaft 2024-2028
Massnahmenplan Abfall- und Ressourcenwirtschaft 2024-2028
Herausgeber/in
AWEL, Abteilung Abfallwirtschaft und Betriebe
Publikationsdatum
Februar 2024
Autor/in
Sektion Abfallwirtschaft, Sektion BUS, Sektion Altlasten

Neben der Koordination der kantonalen Abfallwirtschaft – für die Bereiche Abfall und Altlasten – zeigt dieses Planungsinstrument auf, welche Ziele in der Planungsperiode der nächsten fünf Jahre mit welchen Massnahmen angestrebt werden. Zudem beschreibt der Massnahmenplan, mit welchem Grundauftrag und welchen Handlungsprinzipien diese Massnahmen in definierten Handlungsfeldern und Schwerpunkten angepackt und umgesetzt werden. Ergänzend dazu wird erläutert, welche Aktivitäten und Aufgaben der Kanton sowieso wahrnimmt, um seinen gesetzlichen Grundauftrag und den damit verbundenen Vollzug in der Abfallwirtschaft zu erfüllen. Mit einer kurzen Bilanz würdigt der Massnahmenplan abschliessend auch die Bemühungen und Erfolge des vorgängigen Massnahmenplans 2019 bis 2023.

Standort- und Kapazitätsplanung der Kehrichtverwertungsanlagen (KVA) im Kanton Zürich

Im vorliegenden Massnahmenplan wurde zudem die 2022 bis 2023 überarbeitete Kapazitäts- und Standortplanung der thermischen Verwertung von Abfällen im Kanton Zürich 2022-2045 inhaltlich verankert. Dieses Element wird damit als integraler Bestandteil des Massnahmenplans, zusammen mit diesem, formell festgesetzt.

Kantonale Deponieplanung

Der Kanton muss den Bedarf an Deponieraum ermitteln und die Standorte für Deponien planen, unter Berücksichtigung der relevanten Fachbereiche wie Gewässerschutz, Wasserbau, Natur- und Landschaftsschutz etc.
Der Bedarf an Deponien sowie neue Standorte für Deponien werden im Rahmen der «Gesamtschau Deponien» und der damit verbundenen kantonalen Deponieplanung umfassend evaluiert. Das Ergebnis dieser Arbeiten sollte im Verlauf des Jahres 2024 vorliegen.

Abfall als Teil der Kreislaufwirtschaft

Abfälle stecken voller Wertstoffe und Energie. Dieses Ressourcenpotenzial muss noch stärker genutzt werden: Saubere Stoffkreisläufe sind eine Voraussetzung, damit die zurückgewonnenen Stoffe hochwertig in Produkte zurückgeführt werden können. Ist eine stoffliche Verwertung nicht möglich, müssen Energie und Ressourcen über eine thermische Behandlung möglichst ökologisch, klimaschutzwirksam und kosteneffizient zurückgewonnen werden.

Recycling allein genügt nicht 

Würden aktuell alle Abfälle in der Schweiz vollständig wiederverwertet, könnte damit aber lediglich rund ein Fünftel unseres aktuellen Materialbedarfs gedeckt werden. Real sind es zurzeit etwa 11 Prozent. Alle übrigen Materialien, die wir brauchen, stammen aus dem Rohstoffabbau und der Produktion im Inland sowie aus Importen von Rohmaterialien und verarbeiteten Produkten aus dem Ausland. Dazu gehören auch alle von der Schweizer Wirtschaft im Ausland verbrauchten Materialien.

Dadurch haben wir nach wie vor einen starken Materialzuwachs in unserer Gesellschaft. Durch unseren Konsum entsteht eine Zunahme von beweglichen Sachen, Infrastrukturen und Gebäuden in unserem Land, die aktuell rund 6,5 Tonnen pro Person und Jahr beträgt. Solange wir unsere Materiallager weiterhin derart anhäufen, sind wir in einer materiellen Wachstumsphase, dem genauen Gegenteil einer Kreislaufwirtschaft.

Materialflüsse in der Schweiz pro Person im Jahr 2020

Grafik, welche die Materialflüsse in der Schweiz pro Person im Jahr 2020 zeigt. 100 Prozent verarbeitetes Material entsprechen rund 14 Tonnen pro Person.
Materialflüsse in der Schweiz pro Person im Jahr 2020: 100 Prozent verarbeitetes Material entsprechen rund 14 Tonnen pro Person. Der direkte Materialinput entspricht rund 12,5 Tonnen pro Person. (Quelle: Bundesamt für Statistik (BfS), 2023) Quelle: AWEL, Abteilung Abfallwirtschaft und Betriebe

Recycling allein reicht also nicht aus. Vielmehr setzt eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft voraus, dass wir auch den Materialzuwachs reduzieren. Güter und Produkte müssen mit weniger Material hergestellt werden, sich möglichst lange verwenden und am Ende ihrer Lebensdauer ohne schädliche Rückstände wiederverwerten lassen. Dies betrifft nicht nur die Abfall- und Ressourcenwirtschaft, sondern die gesamte Wertschöpfungskette bis und mit Konsumenten und damit die ganze Gesellschaft und alle Wirtschaftsbranchen. Nur auf diese Weise kommen wir weg vom Materialzuwachs und von den Abfallbergen, reduzieren zudem unsere Abhängigkeit von ausländischen Rohstoffen und sichern uns eine kreislauffähige, klimaverträgliche und nachhaltige Zukunft.

Im Kanton Zürich gibt es seit Herbst 2022 einem neuen Artikel in der kantonalen Verfassung, mit dem Auftrag an Kanton und Gemeinden die Kreislaufwirtschaft voranzubringen.

Ausgewählte Stoffflüsse der Abfallwirtschaft im Kanton für das Jahr 2021

Sankey-Diagramm, das die Stoffflüsse der Abfallwirtschaft im Kanton Zürich zeigt. Dargestellt sind Abfallmengen pro Person und Jahr im Jahr 2021
Stoffflüsse schliessen mit Urban Mining: Ausgewählte Abfallmengen pro Person im Jahr 2021 im Kanton Zürich Quelle: AWEL, Abteilung Abfallwirtschaft und Betriebe

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