Kompostierung & Vergärung

Im Kanton Zürich werden biogene Abfälle seit über drei Jahrzehnten separat gesammelt und verwertet. Über die Hälfte dieser Abfälle stammt aus den Separatsammlungen der Gemeinden.

Biogene Abfälle & deren Behandlung

Biogene Abfälle sind in aller Regel Abfälle aus der Küche, dem Garten oder von Grünflächen (Grüngut). Mengenmässig sind sie mit ungefähr 30 Prozent die grösste verwertbare Fraktion der Siedlungsabfälle. Seit 1993 werden die biogenen Abfälle nicht mehr nur stofflich (Kompostierung), sondern auch energetisch (Vergärung) genutzt. Die Ausschöpfung des Energiepotentials der biogenen Abfälle wird im aktuellen Abfallgesetz und auch im Energiegesetz vorgeschrieben. Als zulässige Energienutzung bei zentralen Anlagen gilt die Verwertung in Vergärungsanlagen oder in Holzschnitzelheizungen.

Biogene Abfälle aus dem Haushalt

Grüngut und Gartenabfälle sind am besten dezentral und möglichst nahe am Entstehungort, also beispielsweise im eigenen Garten, zu kompostieren. Es gibt Gemeinden, welche zur Förderung der dezentralen Kompostierung einen Häckseldienst und zusätzlich eine Kompostberatung anbieten oder vermitteln. Details und Daten zum Häckseldienst können dem Abfallkalender der jeweiligen Gemeinde entnommen werden.

Ist eine dezentrale Kompostierung nicht möglich, sollten biogene Abfälle separat gesammelt und in einer zentralen Anlage unter Ausschöpfung der enthaltenen Energie vergärt oder kompostiert werden. Die meisten Gemeinde im Kanton Zürich bieten eine Grüngutabfuhr an. 

Verschiedene Verfahren

Die Vergärung von biogenen Abfällen weist gegenüber der Verbrennung in Kehrichtverwertungsanlagen (KVA) einige ökologische Vorteile auf. Die Kompostierung wiederum weist gegenüber der Vergärung und Verbrennung eine negative Energiebilanz auf, hat jedoch positive ökologische Effekte aufgrund der wertvollen Stoffe, welche zurück in die Böden gelangen. Kompost kann als Düngerersatz oder Bodenverbesserer in die Böden eingebracht werden. Durch Vergärung von biologisch abbaubaren Abfällen kann der Energieträger Gas gewonnen werden. Diesen kann man als Strom, Wärme oder Treibstoff nutzen. Auch bei der Kompostierung kann Energie gewonnen werden, wenn das Holz separiert und einer Holzschnitzelheizung zugeführt wird.

Bei den Verwertungsanlagen unterscheidet man zwischen drei Verfahren:

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Durch anaerobe Fermentation von tierischem (beispielsweise Speisereste) und pflanzlichem (beispielsweise Grüngut aus dem Garten) Material wird flüssiges und festes Gärgut und Biogas gewonnen. Das Gärgut wird zum grössten Teil in der Landwirtschaft zur Düngung und Bodenverbesserung eingesetzt. Das Biogas wird als Treibstoff oder zur Produktion von Elektrizität und Wärme genutzt.

Blick in den Innenraum einer Vergärungsanlage
Bei der Vergärung werden festes und flüssiges Gärgut, welches v.a. in der Landwirtschaft zur Düngung und Bodenverbesserung eingesetzt wird, und Biogas gewonnen. Quelle: Franz Rindlisbacher

Hier wird flüssige Gülle anaerob fermentiert. Dieser Prozess wird mit biogenen Abfällen (beispielsweise Rüstabfälle) angereichert. Diese Co-Substrate sind nötig, weil die Gülle allein einen zu geringen Energieinhalt aufweist. Durch den finanziellen Erlös aus der Annahme von Substraten kann die Anlage erst wirtschaftlich betrieben werden.

Seitenansicht einer Co-Vergärungsanlage
Die Co-Vergärung benötigt Gülle und biogene Abfälle als Co-Substrate. Quelle: Franz Rindlisbacher

Unter Luftzufuhr werden die biogenen Abfälle fachgerecht verrottet. Dazu werden die Abfälle zunächst zerkleinert und gemischt. Danach werden sie in sogenannten Mieten auf befestigten Plätzen oder an Feldrändern angelegt. Um die aerobe Verrottung zu unterstützen, werden die Mieten regelmässig mit geeigneten Geräten umgesetzt. 

Bild einer Feldrandkompostierung in der Nähe eines Waldes
Aerobe Verrottung biogener Abfälle via Feldrandkompostierung. Quelle: Beat Hürlimann

Entsorgungsunternehmen

Unternehmen, die biogene Abfälle entgegennehmen und behandeln, also Vergärungs-, Co-Vergärungs- und Kompostieranlagen, benötigen eine kantonale Errichtungs- und Betriebsbewilligung, wenn sie über 100 Tonnen Abfälle pro Jahr verarbeiten. Übersteigt der Durchsatz 5'000 Tonnen pro Jahr, sind eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und eine Betriebsbewilligung notwendig.

Zulassungsliste

Die zuständigen Bundesämter haben mit Fachleuten der Kompostier- und Vergärungsbranche eine umfassende Liste der Materialien entwickelt, welche für die Kompostierung und Vergärung geeignet sind. In dieser Liste sind auch hygienische Anforderungen berücksichtigt.

Produkte aus Kompostierung & Vergärung

Die Produkte, welche aus der Kompostierung und Vergärung hervorgehen, müssen den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Für höhere Ansprüche gilt die schweizerische Qualitätsrichtlinie der Branche für Kompost und Gärgut. 

Erdenmischungen auf Kompostbasis

Erkenntnisse aus diversen Studien haben gezeigt, dass eine Nachfrage nach Erdenmischungen auf Kompostbasis besteht. Diese hochwertigen Mischungen könnten zur Imageverbesserung von Kompost beitragen und gleichzeitig neue Absatzwege eröffnen. Allerdings unterliegt die Produktion von Qualitätskomposten auch hohen Ansprüchen und zieht deshalb hohen Aufwand mit sich.

Der nachfolgende Bericht dient als Grundlage für die Produktion von Komposterdenmischungen in Kompostieranlagen und informiert über Möglichkeiten zur weiteren Produktentwicklung und Vermarktung. Nebst den am Projekt beteiligten Anlagen, Kunz Baumschulen in Uster und Biomassehof AG in Winterthur, welche beide eine positive Bilanz aus den Projekterfahrungen ziehen, könnten auch weitere Anlagen die gewonnenen Erkenntnisse umsetzen.

Erdenmischungen als Lösungsansatz für Komposte

Erdenmischungen als Lösungsansatz für Komposte
Erdenmischungen als Lösungsansatz für Komposte
Herausgeber/in
AWEL, Abteilung Abfallwirtschaft und Betriebe
Autor/in
Jacques G. Fuchs, Konrad Schleiss

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