Schulstufen & Übergänge

Während ihrer schulischen Laufbahn haben Schülerinnen und Schüler einige Übergänge zu bewältigen. Die dazu nötigen Qualifikationen unterscheiden sich jeweils. Die Volksschule unterstützt die Kinder und Jugendlichen bei den damit verbundenen Herausforderungen.

Inhaltsverzeichnis

Übergang in den Kindergarten

Kinder, die bis zum 31. Juli eines Jahres das vierte Altersjahr vollenden, treten im selben Jahr in den Kindergarten ein. Der Kindergarten ist die erste Stufe der zürcherischen Volksschule und damit eine wichtige Grundlage für die weiterführenden Schulstufen. 

Mit dem Übergang in den Kindergarten sind alle Schülerinnen und Schüler regelmässig für einige Stunden von ihren Eltern oder Erziehungsberechtigten getrennt. Damit eröffnet sich für sie ein neuer Lebens-, Spiel- und Erfahrungsraum.

Der Übergang in den Kindergarten ist sowohl für die Kinder wie auch für die Eltern oder Erziehungsberechtigten mit vielfältigen Herausforderungen verbunden. Deshalb ist es hilfreich, wenn der Einstieg in die Schule bewusst gestaltet wird. In der Planung sollen die Bedürfnisse aller Beteiligten und die lokalen Verhältnisse berücksichtigt werden.

Kindergarten

Mit dem Eintritt in den Kindergarten beginnt für die Kinder die Bildungslaufbahn in der Volksschule. In dieser ersten Phase werden die Schülerinnen und Schüler auf vielfältige Weise beim Erwerb der Kompetenzen, die im Zürcher Lehrplan 21 festgelegt sind, unterstützt und an den Übergang in die Primarschule herangeführt. Das Spiel hat im Kindergarten eine hohe Bedeutung und ist ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts. Wenn Kinder spielen, lernen sie gleichzeitig. Im Verlauf der ersten drei bis vier Schuljahre verändert sich das Denken und Lernen der Kinder: Weil sich ihre Aufmerksamkeit immer besser auf Lerninhalte richtet, verschiebt sich der Schwerpunkt des Lernens hin zum Lernen in den Fachbereichen.

Die Unterrichtssprache im Kindergarten ist grundsätzlich Schweizerdeutsch. Einzelne Unterrichtssequenzen in Hochdeutsch sind möglich. Im Unterricht Deutsch als Zweitsprache (DaZ) wird generell Hochdeutsch unterrichtet.

Übergang in die Primarschule

Grundsätzlich erfolgt der Übergang in die Primarschule nach zwei Jahren Kindergarten. Der Entscheid für den Übertritt erfolgt aufgrund einer Gesamtbeurteilung des Kindes. Neben seinen kognitiven Fähigkeiten sowie dem Lern-, Arbeits- und Sozialverhalten wird auch dessen individueller Entwicklungsstand berücksichtigt. Die Gesamtbeurteilung beruht auf Beobachtungen – Lernkontrollen sind nicht zulässig. Erreicht ein Kind nicht alle im Lehrplan aufgeführten Kompetenzen (bzw. die Kompetenzstufen gemäss dem Zürcher Lehrplan 21), kann es trotzdem in die Primarschule übertreten. In diesem Fall muss jedoch abgeklärt werden, ob besondere Massnahmen zu ergreifen sind.

Je nach Entwicklungsstand des Kindes kann der Übertritt in die Primarschule auch bereits nach einem Jahr oder erst nach drei Jahren Kindergarten erfolgen. In beiden Fällen ist ein schulisches Standortgespräch erforderlich. In diesem entscheiden Kindergartenlehrperson und Eltern gemeinsam über die weiteren Schritte und allfällige Massnahmen. Kann keine Einigung erzielt werden, wird die Schulleitung und bei Bedarf die Schulpflege miteinbezogen. Nach Überprüfung aller Akten fällt die Schulpflege einen Entscheid.

Primarschule

Die Primarschule dauert in der Regel sechs Jahre. In dieser Zeit werden die Kinder unabhängig von ihren schulischen Leistungen gemeinsam unterrichtet. Indem Kinder mit unterschiedlichen sozialen, sprachlichen und kulturellen Hintergründen die gleiche Klasse besuchen, erfüllt die Primarschule eine wichtige Integrationsfunktion.
Die Klassen können als Jahrgangsklassen oder mehrklassig gebildet werden. Für jede Klasse trägt eine Klassenlehrperson die Gesamtverantwortung. Sie erteilt ihrer Klasse mindestens zehn Wochenlektionen. In der Regel ist mit dem Wechsel von der 3. in die 4. Primarklasse auch ein Wechsel der Klassenlehrpersonen verbunden.

Die drei Zyklen des Lehrplans - die Stufen der Volksschule

Die Gliederung der Volksschule kann auf verschiedene Weise erfolgen. Der Lehrplan 21 teilt die Volksschule beispielsweise in drei Zyklen ein: Der 1. Zyklus umfasst zwei Jahre Kindergarten und die ersten zwei Jahre der Primarschule (1. bis 2. Klasse). Der 2. Zyklus umfasst vier Jahre Primarschule (3. bis 6. Klasse) und der 3. Zyklus die drei Jahre der Sekundarschule.

Das Zürcher Volksschulgesetz (VSG) gliedert die Volksschule dagegen in die drei Abschnitte Kindergarten, Primarstufe und Sekundarstufe. Diese Struktur hat eine lange Tradition. Die Klassenzuteilung richtet sich nach dieser Einteilung. Das heisst, die Klassenlehrperson wechselt mit dem Übertritt vom Kindergarten in die Primarschule, in der Regel in der 4. Klasse der Primarschule sowie beim Übertritt in die Sekundarschule.

Übergang in die Sekundarschule oder ins Langgymnasium

Nach der 6. Primarklasse stehen den Schülerinnen und Schülern zwei Wege offen: Sie wechseln entweder prüfungsfrei in die Sekundarschule oder sie besuchen nach bestandener Aufnahmeprüfung das Langgymnasium (Mittelschule).

Der Übergang in die Sekundarschule geht mit der Einteilung in eine Abteilung (A, B oder C) und gegebenenfalls in eine Anforderungsstufe (I, II oder III) einher. Welche Abteilung eine Schülerin oder ein Schüler besuchen wird, entscheiden Lehrpersonen und Eltern gemeinsam. Bei Uneinigkeit entscheidet die für die Sekundarschule zuständige Schulpflege. Der Prozess der Einteilung ist auf der Webseite «Sekundarschule: Informationen für Eltern» beschrieben.

Der Übergang ins Langgymnasium setzt eine bestandene Aufnahmeprüfung voraus. Die definitive Aufnahme erfolgt nach einer Probezeit von einem halben Jahr. Wird die Probezeit nicht bestanden, treten die betroffenen Schülerinnen und Schüler im nachfolgenden Semester in die 1. Klasse der Sekundarschule über. 

Sekundarschule

Die Sekundarschule ist in zwei oder drei Abteilungen (A, B und teilweise C) mit unterschiedlichen Anforderungen eingeteilt, wobei A die kognitiv anspruchsvollste ist. Zusätzlich können die Schülerinnen und Schüler in höchstens drei Fächern (Mathematik, Deutsch, Französisch oder Englisch) auf den Anforderungsstufen I, II oder III unterrichtet werden. Die Anforderungsstufe I ist die kognitiv anspruchsvollste.

Innerhalb eines Schuljahres kann von einer Abteilung oder Anforderungsstufe zur andern gewechselt werden. Dies gewährleistet die Durchlässigkeit innerhalb der Sekundarschule. Diese Wechsel erfolgen prüfungsfrei zu bestimmten Terminen (vgl. § 40 Abs. 1 Volksschulverordnung). In Einzelfällen ist auch die Repetition einer Klasse möglich.

Die 3. Klasse der Sekundarschule soll optimale Voraussetzungen für den Übertritt der Schülerinnen und Schüler in die berufliche Grundbildung oder eine weiterführende Schule schaffen. Deshalb spielen in diesem Schuljahr die Berufswahlvorbereitung und die darauffolgende individuelle Profilierung der Schülerinnen und Schüler eine zentrale Rolle. Die Profilierung wird in der 3. Sekundarklasse insbesondere durch Wahlfächer, Projektunterricht und eine Abschlussarbeit realisiert.
Mit dem Abschluss der Sekundarschule erreichen die Schülerinnen und Schüler das Ende der Schulpflicht.

Übergang in die berufliche Grundbildung

Die Berufsvorbereitung beginnt in der Regel ab der 2. Sekundarklasse. Dabei klären die Jugendlichen ihre Wünsche, Ziele und Zukunftspläne. Mit der individuellen Standortbestimmung Stellwerktest werden sie sich ihrer Stärken bewusst, bauen diese aus und arbeiten gezielt Lücken auf. Zudem werden die Schülerinnen und Schüler darin unterstützt, einen angemessenen Berufswahlentscheid zu treffen sowie einen entsprechenden Ausbildungsplatz zu finden.

Sollte sich trotzdem nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit keine Anschlusslösung finden, kann unter Umständen das Berufsvorbereitungsjahr (10. Schuljahr) für den Einstieg in die Berufswelt hilfreich sein. Insbesondere Jugendliche mit individuellen Bildungslücken am Ende der Sekundarschule werden so auf die berufliche Grundbildung vorbereitet.

Für leistungsstarke Jugendliche steht die Berufsmaturität offen. Sie ergänzt die berufliche Grundbildung mit einer erweiterten Allgemeinbildung im schulischen Bereich und qualifiziert die Absolventinnen und Absolventen zum Eintritt in eine Fachhochschule oder mittels Passerelle in eine Universität.

Übergang ins Kurzzeitgymnasium

Der Besuch des Kurzzeitgymnasiums (Mittelschule) setzt eine bestandene Aufnahmeprüfung voraus. An der Zentralen Aufnahmeprüfung (ZAP) sind Kenntnisse und Fähigkeiten verlangt, die leistungsfähige Schülerinnen und Schüler durch den Besuch der Primarschule sowie von zwei oder drei Jahren Sekundarschule erwerben können.
 

Weiterführende Informationen

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