KI bei Baubewilligungen
Das Baubewilligungsverfahren ist ein komplexer Verwaltungsprozess. Die Anwendung der vielen baurechtlichen Vorgaben ist anspruchsvoll, wobei unvollständige oder fehlerhafte Baueingaben den Aufwand zusätzlich erhöhen. Der Bericht zeigt auf, wie anhand von der Verwendung von KI der Baubewilligungsprozess optimiert werden kann.
Einleitung
Das Baubewilligungsverfahren ist ein komplexer Verwaltungsprozess. Die Anwendung zahlreicher baurechtlicher Vorgaben ist anspruchsvoll, wobei unvollständige oder fehlerhafte Baueingaben den Aufwand zusätzlich erhöhen. Dies stellt Gemeinden, Fachstellen und Gesuchstellende vor erhebliche Herausforderungen. Das vorliegende Sandbox-Projekt hat den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) zur Optimierung des Baubewilligungsprozesses und zur gezielten Entlastung der Beteiligten untersucht. Gemeinsam mit Praxis- und Technologiepartnern testete das Amt für Wirtschaft des Kantons Zürich konkrete KI-Anwendungsfälle und führte eine systematische KI-Analyse durch. Die Analyse fokussierte auf die Evaluation der heutigen Fähigkeiten verschiedener KI-Modelle und zeigte erhebliche Unterschiede in Konsistenz und Qualität der Resultate, insbesondere bei der Interpretation von Plandarstellungen. Bei der Entwicklung des Prototyps für KI im Meldeverfahren (z.B. bei Solaranlagen, Wärmepumpen oder Ladestationen) zeigte sich, dass regelbasierte Systeme hohe Effizienzgewinne erzielen, während KI-gestützte Vorabchecks zusätzlichen Mehrwert liefern. Der Bericht leistet einen Beitrag zum künftigen Einsatz von KI bei Baubewilligungen. Er zeigt auf, wo KI heute konkret unterstützen kann, wo regelbasierte Lösungen vorzuziehen sind und wo derzeit praktische Grenzen bestehen. Zugleich macht er deutlich, weshalb technologische Innovation stets im Kontext rechtlicher, organisatorischer und institutioneller Rahmenbedingungen weiterentwickelt werden muss.
Fallbeispiele aus der Innovation-Sandbox für KI
Das Projekt «KI bei Baubewilligungen» diente als Fallstudie innerhalb der Innovation-Sandbox für KI des Kantons Zürich. Die Firma NOKEMA hat den Projektvorschlag eingereicht und gemeinsam mit dem Technologiepartner Byte Studio, dem Fachpartner Gossweiler Ingenieure AG sowie der Umsetzungspartnerin Stadt Kloten im Rahmen der Innovation-Sandbox umgesetzt. Das Projektteam hat konkrete KI-Anwendungsfälle entlang des Baubewilligungsverfahrens analysiert und einen Prototyp für einen KI-gestützten-Vorabcheck im Meldeverfahren entwickelt. Die Erkenntnisse und Empfehlungen dieses Berichts basieren auf den Erfahrungen aus dieser Fallstudie.
Mit fachlicher Unterstützung durch
Dr. Alexander N. Walzer
Dozent, Institut Digitales Bauen, FHNW
Benjamin Meyer
Kantonsplaner, Baudirektion Kanton Zürich
Prof. Dr. Désirée Klingler
Assistenzprofessorin für Verwaltungsrecht, Universität St. Gallen
Evelyne Jost
Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut Digitales Bauen, FHNW
Marcel Hüppin
Sektionsleiter Koordination Bau und Umwelt, Baudirektion Kanton Zürich
Maria-Luise Baldwin
Gebietsbetreuerin Ortsbild und Städtebau, Baudirektion Kanton Zürich
Prof. Oliver Schneider
Dozent, Institut Digitales Bauen, FHNW
Patrick Arnold
Manager, Wüest Partner
Dr. Patrik Louis
Leiter Bereich Stab, Baudirektion Kanton Zürich
Tomas Polach
CTO und Co-Founder, onprem.ai
Urs Spätig
Digital Transformation Officer, Baudirektion Kanton Zürich
Glossar
Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.
Schnittstelle, über die Softwaresysteme standardisiert miteinander kommunizieren und Funktionen oder Daten austauschen können, ohne die interne Logik offenzulegen.
Digitale, modellbasierte Methode zur Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Bauwerken auf Basis eines gemeinsamen, strukturierten 3D-Gebäudemodells.
KI-gestütztes Dialogsystem, das Nutzereingaben in natürlicher Sprache verarbeitet und automatisiert Antworten oder Handlungsvorschläge generiert.
Digitale Kartenanwendung, die geografische Informationen und raumbezogene Daten (z.B. Zonen, Schutzgebiete oder Leitungen) visuell darstellt und oftmals als eine der Grundlagen für Abklärungen zur Bestimmung des korrekten Verfahrens (z.B. Meldeverfahren) dient.
KI-Modelle, die mit grossen Textmengen trainiert wurden und natürliche Sprache analysieren, verstehen und generieren können, zum Beispiel für Zusammenfassungen, Abfragen oder Textentwürfe.
Ansatz, bei dem ein grosses Sprachmodell zur Bewertung von KI-Outputs eingesetzt wird, etwa zur Beurteilung von Qualität, Konsistenz oder Übereinstimmung mit definierten Kriterien.
Vereinfachtes baurechtliches Verfahren, bei dem ein Vorhaben der Behörde gemeldet wird und ohne formelle Baubewilligung umgesetzt werden darf, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Störende oder irrelevante Informationen in Daten oder Modellausgaben, die die Genauigkeit, Verständlichkeit oder Zuverlässigkeit der Ergebnisse beeinträchtigen können.
Öffentlich zugängliche Ablagen für Quellcode oder technische Komponenten unter offenen Lizenzen, die Einsicht, Nutzung und Weiterentwicklung durch Dritte ermöglichen, ohne einen verbindlichen Einsatz vorzugeben.
Öffentlich zugängliche Informationen zu rechtlichen Einschränkungen von Grundstücken, zum Beispiel durch Bau-, Umwelt- oder Denkmalschutzvorgaben.
Ansatz, bei dem ein Sprachmodell externe, geprüfte Informationsquellen abruft und diese gezielt in die Textgenerierung einbezieht, um Aktualität und Faktentreue zu erhöhen.
Suchverfahren, das Inhalte nicht nur anhand von Schlüsselwörtern, sondern anhand ihrer Bedeutung und ihres Kontexts auffindet.
Fähigkeit eines KI-Modells, Aufgaben zu bearbeiten oder Fragen zu beantworten, ohne zuvor speziell für diesen Anwendungsfall trainiert worden zu sein.
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