Bauabfall

Über zwei Drittel der Abfälle im Kanton Zürich sind Bauabfälle. Ein grosser Teil davon wird als Baustoffe oder Wertstoffe wiederverwertet. Mit diesem «Urban Mining» können Kiesvorräte und Deponievolumen geschont werden.

Inhaltsverzeichnis

Baustoffkreislauf

Das Bauwerk als Rohstofflager

In unseren Gebäuden, Strassen und anderen Bauten lagern grosse Mengen an mineralischen Rohstoffen. Beim Um- oder Rückbau von Bauwerken fallen grosse Mengen dieser Materialien als Bauabfälle an. Die Verwertung von Bauabfällen hat sich in der Bauwirtschaft etabliert. Im Kanton Zürich werden heute über 80 Prozent der mineralischen Bauabfälle als Baustoffe verwertet.

So wird beispielsweise aufbereiteter Beton- und Mischabbruch zur Herstellung von Beton eingesetzt. Im Strassenbau wird aufbereiteter Ausbauasphalt eingesetzt. Auch Bauabfälle von belasteten Standorten können nach vorgängiger Behandlung verwertet werden. Mehrere 100 Tonnen Schadstoffe werden so jährlich aus der Umwelt entfernt.

Entsorgungskonzept

Für Bautätigkeiten (Um- und Rückbau), bei denen Schadstoffe zu erwarten sind oder erhebliche Abfallmengen anfallen, sollte bereits in der Projektphase ein Entsorgungskonzept nach Art. 16 der Abfallverordnung (VVEA) erarbeitet werden. Das gehört zur Grundlage für Ausschreibungen und Werkverträge. Das für alle Bauabfälle erforderliche Entsorgungskonzept dürfte zu einer noch höheren stofflichen Verwertung und zu «sauberen Kreisläufen» führen.

Rück- und Umbau

Mineralische Bauabfälle 

Mineralische Bauabfälle (Bauschutt) machen neben Aushub- und Ausbruchmaterial den grössten Teil der Bauabfälle aus. Sie werden unterteilt in die Fraktionen Ausbauasphalt, Strassenaufbruch, Betonabbruch und Mischabbruch.

Die Verwertung der mineralischen Bauabfälle ist in der Richtlinie für die Verwertung mineralischer Bauabfälle des Bundesamts für Umwelt (BAFU) geregelt.

Ein Haufen von mineralischen Bauabfälle. Diese werden gesammelt, sortiert und zu Bauprodukten aufbereitet.
Mineralische Bauabfälle werden gesammelt, sortiert und zu Bauprodukten aufbereitet. Quelle: Franz Rindlisbacher

Bausperrgut

Bausperrgut bezeichnet ein Gemisch aus verschiedenen Bauabfällen wie Holz, Metall, Kunststoff und mineralischen Anteilen. Bausperrgut muss in geeigneten Anlagen sortiert werden. Ziel ist es, eine hohe Verwertung zu erreichen und Schadstoffe aus dem Baustoffkreislauf zu entfernen.

Ein Haufen von Bausperrgut, der ein Gemisch aus verschiedenen Bauabfällen wie Holz, Metall, Kunststoff und mineralischen Anteilen darstellt.
Bausperrgut kann weiter sortiert werden, um Wertstoffe zurückzugewinnen. Quelle: Franz Rindlisbacher

Sonderabfälle

Beim Bau und Rückbau fallen auch Sonderabfälle an. Es handelt sich um Bauabfälle, die aufgrund ihrer chemischen und physikalischen Eigenschaften eine besondere Gefahr für die Umwelt darstellen. Sonderabfälle müssen bei Bauarbeiten von den übrigen Abfällen getrennt und separat entsorgt werden.

Merkblatt: Entsorgung asbesthaltiger Abfälle

Merkblatt: Entsorgung asbesthaltiger Abfälle
Merkblatt: Entsorgung asbesthaltiger Abfälle
Herausgeber und Bezug
AWEL, Abteilung Abfallwirtschaft und Betriebe

Das Merkblatt «Entsorgung asbesthaltiger Abfälle» enthält Informationen zum Rückbau (Gebäudecheck) und zur Art beziehungsweise Klassierung anfallender Abfallfraktionen und deren Entsorgungswege.

Zuständigkeit & Finanzierung

Gemäss Art. 12 und Art. 17 der Abfallverordnung (VVEA) müssen Bauabfälle getrennt und möglichst weitgehend der Wiederverwertung zugeführt werden. Die Behörde kann eine weitergehende Trennung der Abfälle auf der einzelnen Baustelle verlangen, wenn dadurch zusätzliche Anteile der Abfälle verwertet werden können. Die Kosten, um Bauabfälle zu sortieren, zu verwerten, zu behandeln oder abzulagern, müssen in der Regel durch die Inhaber getragen werden (Verursacherprinzip).

Bauabfallanlagen

Bauabfälle werden in Bauabfallanlagen in einem ersten Schritt gesammelt, sortiert und aufbereitet. Danach werden einzelne Fraktionen weiter behandelt und zu neuen Produkten verarbeitet, andere Fraktionen werden verbrannt oder deponiert.

Bauabfallanlagen, welche kontrollpflichtige Abfälle oder grössere Mengen entgegennehmen, brauchen eine Bewilligung des AWEL. 

Bauteilbörsen und Bauteilvermittlung

Bauteile beim Um- und Rückbau wieder- und weiterverwenden statt wegwerfen.

Zürcher Umweltpraxis (ZUP)-Artikel Nr. 95: Bauteile wiederverwenden statt wegwerfen

Zürcher Umweltpraxis (ZUP)-Artikel Nr. 95: Bauteile wiederverwenden statt wegwerfen
Zürcher Umweltpraxis (ZUP)-Artikel Nr. 95: Bauteile wiederverwenden statt wegwerfen
Herausgeber und Bezug
AWEL, Abteilung Abfallwirtschaft und Betriebe
Autor
Isabel Flynn

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8090 Zürich
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