Wenn man sie kennt, sind viele Deliktsformen im Internet einfach durchschaubar. Der Übergang von Kriminalität in der realen zur digitalen Welt ist fliessend. Nehmen Sie sich Zeit, die Gefahren im Internet zu verstehen.
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Digitalisierte Kriminalität
Auf cybercrimepolice.ch werden Warnmeldungen für die Bevölkerung vor gegenwärtigen und neuen Cyberbedrohungen publiziert.
Viele Deliktsformen im Internet sind eher einfach durchschaubar, wenn man sie kennt. Der Übergang von Kriminalität in der realen zur digitalen Welt ist fliessend. Cyberkriminelle zielen meist auf den Menschen als grösste Schwachstelle im System. Wer die Risiken und die Schwachstellen kennt, ist besser geschützt. Mit alten und neuen Tricks wollen Diebe und Betrüger nur eines: Ihr Geld. Seien Sie darum vorbereitet: mit starken Passwörtern, Datensicherung und einem Realitätscheck.
5 Grundregeln gegen Gefahren im Internet
Datensicherung
Wichtige Daten sollten Sie auf externen Festplatten oder Datenträgern speichern. Sichern Sie Ihre Daten mit einer Sicherheitskopie, bevor Sie einen Datenverlust erleiden.
Virenschutz und Firewall
Schützen Sie Computer, Tablet und Mobiltelefon mit einem Virenschutzprogramm und einer aktivierten Firewall und aktualisieren Sie diese regelmässig.
Software-Updates
Beugen Sie vor, indem Sie aktuelle Software-Updates installieren.
Starke Passwörter
Schützen Sie Ihre Geräte und Online-Zugänge vor fremdem Zugriff. Verwenden Sie sichere und unterschiedliche Passwörter mit mindestens 10 Zeichen.
Für die sichere Verwendung von Onlinediensten ist für jedes Konto ein anderes starkes Passwort erforderlich. In der Praxis führt diese Regel zu unzähligen Passwörtern, die man sich merken muss. Mit spezieller Software, sogenannten Passwortmanagern, lässt sich dieses Problem in den Griff bekommen. Sie erleichtern die Erstellung und Nutzung sicherer Passwörter, weil man sich nur noch wenige merken muss. Im Merkblatt des Datenschutzbeauftragten des Kantons Zürich erhalten Sie weitere Informationen dazu.
- Passwort-Sicherheit: So schützen Sie Ihre Online-Accounts
- Starke Passwörter: Schützen Sie sich und Ihre Konten
Realitätscheck
Seien Sie beim Surfen im Internet stets misstrauisch und überlegen Sie sich gut, wo und wem Sie Ihre persönlichen Informationen preisgeben.
Maschen der Online-Betrüger
Auch im Internet gibt es fragwürdige Angebote und Formen von Kriminalität. Gefahren lauern in sozialen Netzwerken, bei E-Mail-Anhängen oder auf Internetseiten mit selbst aktivierenden Inhalten. Und zwar immer dann, wenn Unwissenheit oder Sicherheitslücken mit im Spiel sind. Die Täter sind erfinderisch und handeln im Netz mit allen möglichen Tricks und Maschen, um an Ihr Geld zu kommen. Die damit verbundenen Betrugsformen sind vielfältig. Seien Sie sich der Risiken im Internet bewusst und seien Sie immer kritisch.
Anlagebetrug und weitere Betrugsformen
Auch auf Auktionsseiten im Internet versuchen Betrüger, an Ihre Benutzerdaten zu kommen. Oder sie bieten in verlockenden Kleinanzeigen Dinge zum Verkauf an, die nicht geliefert werden oder die es gar nicht gibt. Schauen Sie sich die Kurzfilme der Schweizerischen Kriminalprävention an.
- Anlagebetrug im Internet – grosse Verluste statt hohe Renditen
- Betrug bei der Wohnungssuche
- Lotteriebetrug – falsche Gewinnversprechen
- Betrügerische Supportanrufe
- Betrügerische Onlineshops
- Der CEO-Betrug in vier Schritten erklärt
Liebesbetrug im Internet
Die verhängnisvolle Beziehung beginnt im Internet. Das Opfer wird vom Täter über Partnerbörsen im Internet und über soziale Medien kontaktiert, erhält Komplimente, verliebt sich und lässt sich auf eine Internetbeziehung ein. Langsam wird eine innige Vertrauensbeziehung aufgebaut. Wegen angeblicher Notlagen des Täters wird bald die Frage nach Geld gestellt. Solange Geld überwiesen wird, dauert die angebliche Liebesbeziehung an. Stoppt der Geldfluss, ist nebst dem bezahlten Geld auch die Liebe weg. Was Sie tun sollten:
- Machen Sie einen Realitätscheck: Klingt alles viel zu gut, um wahr zu sein? Würde sich so eine Person im realen Leben für Sie interessieren?
- Überweisen Sie kein Geld an jemanden, den Sie nur aus dem Internet kennen.
- Seien Sie zurückhaltend: Bilder und Dokumente können gefälscht sein.
- Liebesbetrug: Und Sie? Hätten Sie ja gesagt?
- Liebesbetrug über das Internet – die Betrugsmasche
- Was man gegen Einsamkeit im Alter tun kann
- Liebesbetrug – lassen Sie sich nicht täuschen
Erpressung mit intimen Bildern
Sextortion bezeichnet eine Erpressungsmethode, bei der eine Person mit Bild- und Videomaterial erpresst wird, das sie beim Vornehmen sexueller Handlungen zeigt. Meistens erfolgen die Erpressungen via E-Mail oder über soziale Netzwerke und Dating-Plattformen. Weiterführende Informationen.
Vom Geldesel zum Geldwäscher
Ahnungslose Jobsuchende können ungewollt zu Geldwäschern werden. Mit ansprechenden Stellenangeboten locken Kriminelle im Internet Personen als Finanzagentinnen und Finanzagenten an, auch «Geldesel» oder «money mules» genannt. Diese sollen unrechtmässig erwirtschaftetes Geld ins Ausland überweisen. Wer an solchen Geschäften mitwirkt, macht sich der Geldwäscherei strafbar.
So schützen Sie sich vor fragwürdigen Jobangeboten:
- Stellen Sie Ihre Bankkonten nicht für andere zur Verfügung.
- Geben Sie Bankangaben und persönliche Angaben nur an Personen weiter, die Sie kennen und denen Sie vertrauen.
- Senden Sie niemals Geld im Auftrag von Dritten an Empfänger, die Ihnen nicht näher bekannt sind.
- Nehmen Sie keine Pakete für Dritte über Ihre Postadresse in Empfang und leiten Sie keine Pakete für Dritte ins Ausland weiter.
Datensicherheit
Datendiebstahl per E-Mail
Phishing ist eine Technik, um an vertrauliche Daten von ahnungslosen Internet-Nutzerinnen und -Nutzern zu gelangen. Dabei kann es sich zum Beispiel um die Zugangsdaten zu E-Mail-, Post-, E-Banking- oder Online-Auktionsanbieter-Konten handeln. Phishing-Angriffe starten meistens mit einer E-Mail:
So schützen Sie sich vor Datendiebstahl:
- Verwenden Sie nie einen Link, der per E-Mail zugeschickt oder per QR-Code eingescannt wurde, um sich bei einem Online-Dienstleister oder Finanzinstitut anzumelden.
- Füllen Sie nie Formulare aus, die per E-Mail zugestellt wurden und zur Eingabe von Anmeldeinformationen auffordern.
Machen Sie den Test, ob Sie Phishing erkennen.
Wenn sich Schadprogramme einnisten
Unter Hacking versteht man das Eindringen in ein fremdes Computersystem durch einen oder mehrere Hacker. In den meisten Fällen nutzen Hacker Sicherheitslücken.
Malware wie Viren, Würmer und Trojaner kommt zum Einsatz, wenn Hacker nach einem Angriff den Zugang zu einer Website, einem E-Mail-Konto oder einem Computer offengelegt haben und schädliche Aktionen auf den fremden Computersystemen ausgeführt werden.
- Schützen Sie Ihren Computer und Ihre mobilen Geräte.
- Wählen Sie ein starkes Passwort.
- Benutzen Sie nicht überall dasselbe Passwort.
- Beachten Sie die 5 Grundregeln.
Angriff auf Ihre Computerdaten
Ransomware, auch bekannt als Erpressungs- oder Verschlüsselungstrojaner, verschlüsselt sämtliche Dateien auf einem Computer. Betroffene können danach ihren Computer nicht mehr benutzen, da der Zugriff auf die persönlichen Daten gesperrt ist.
Es erscheint ein Sperrbildschirm, worauf zu lesen ist, dass eine bestimmte Geldsumme in Form einer Kryptowährung an die Hacker zu bezahlen sei. Im Anschluss an die Bezahlung würden die verschlüsselten Dateien wieder freigegeben, sodass der Computer wieder einwandfrei funktioniere. Wer auf die erpresserischen Forderungen der Hacker eingeht, hat jedoch keine Garantie, den Zugang zu den verschlüsselten Dateien wieder zu erhalten.
- Klicken Sie in verdächtigen E-Mails auf keine Anhänge und folgen Sie keinen Links.
- Nutzen Sie ein aktuelles Virenschutzprogramm.
- Erstellen Sie regelmässig eine Sicherungskopie Ihrer Daten.
Auf ein Delikt reagieren
Wenn Sie Opfer eines Cyberdelikts wurden, melden Sie sich persönlich bei Ihrer örtlichen Polizeistelle, dem Online-Polizeiposten oder in Notfällen telefonisch über die Notrufnummer 117.
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