Neue Schwerpunktfächer lösen gymnasiale Profile ab

Der Kanton Zürich entwickelt seine Gymnasien weiter. Mit der Einführung einer kantonalen Stundentafel und neuer Schwerpunktfächer wird das Bildungsangebot auf künftige Anforderungen ausgerichtet. Der Regierungsrat und der Bildungsrat haben entsprechende Beschlüsse verabschiedet.

Im Rahmen der nationalen Reform der gymnasialen Maturität (WEGM) richten sich die Gymnasien im Kanton Zürich ab dem Schuljahr 2029/2030 neu aus. Schülerinnen und Schüler sollen bestmöglich auf die veränderten Anforderungen in Studium und Beruf vorbereitet werden.

Breite Zustimmung zur Vernehmlassung

Mit WEGM werden zwölf Grundlagenfächer vorgegeben, die an allen Schweizer Gymnasien maturitätsrelevant sind. Im Kanton Zürich sollen die Schülerinnen und Schüler beim Eintritt ins Gymnasium eines von zwölf neuen Schwerpunktfächern wählen. Dieses Fächerangebot hat die Bildungsdirektion in einem partizipativen Prozess gemeinsam mit Schulen, Lehrpersonen und Hochschulen erarbeitet. Im Herbst 2025 wurden die Vorschläge in einer Vernehmlassung zur Diskussion gestellt (siehe Medienmitteilung vom 12. September 2025). Die Ergebnisse der Vernehmlassung zeigen, dass Politik, Bildungsfeld und Öffentlichkeit die kantonale Umsetzung der nationalen Reform unterstützen. Aus 161 eingegangenen Stellungnahmen ergibt sich eine breite Zustimmung zum Vernehmlassungsvorschlag.

Die Gymnasien erhalten neu eine einheitliche kantonale Rahmenstundentafel, welche die Gesamtzahl der Lektionen für die einzelnen Grundlagenfächer sowie für den Wahlpflichtbereich festlegt. Dadurch wird die Vergleichbarkeit der Maturitätsabschlüsse verbessert. Im Kanton Zürich bleibt die Gesamtzahl der Lektionen bei unverändert 268 Semesterlektionen. Der Druck auf Schülerinnen und Schüler soll nicht weiter steigen.

Zwölf neue Schwerpunktfächer für alle

Im Wahlpflichtbereich stehen den Schülerinnen und Schülern künftig zwölf kantonal definierte Schwerpunktfächer sowie schulspezifische Ergänzungsfächer zur Auswahl. Die sechs Maturitätsprofile im Kanton Zürich entfallen. Die neuen Schwerpunktfächer decken inhaltlich alle Fachbereiche ab (Sprachen; Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften; Geistes- und Sozialwissenschaften sowie künstlerische Fächer). Im Wahlpflichtbereich können die Gymnasien weiterhin schuleigene Akzente setzen.

Damit Schülerinnen und Schüler sich unabhängig von ihrem Wohnort gemäss ihren Interessen vertiefen können, stehen ihnen in ihrer Region künftig alle zwölf Schwerpunktfächer zur Auswahl. Innerhalb neun definierter Angebotsregionen bieten mindestens eine oder mehrere Mittelschulen koordiniert alle Schwerpunktfächer an.

Umsetzung ab dem Schuljahr 2029/2030

Die Einführung des neuen Fächerangebots an den Schulen erfolgt ab dem Schuljahr 2029/2030. Basierend auf den neuen Vorgaben erarbeitet die Bildungsdirektion derzeit die Grundlagen für die schulischen Lehrpläne sowie die Promotions- und Maturitätsbestimmungen. Die entsprechende Vernehmlassung ist für Herbst 2026 vorgesehen. Anschliessend erstellen die Schulen die Lehrpläne und Schulprogramme.

Beschlüsse von Regierungsrat und Bildungsrat

Die neuen Bundesvorgaben und die kantonsspezifische Ausgestaltung der gymnasialen Reform bedingen eine Änderung der Mittelschulverordnung (MSV) sowie Anpassungen des Unterrichtsreglements. Die entsprechenden Beschlüsse haben Regierungsrat und Bildungsrat nun verabschiedet.
 

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