Die Pandemie fordert den Flughafen Zürich

Der Regierungsrat hat den Flughafenbericht 2021 verabschiedet. Die Coronapandemie stellt seit Frühling 2020 die gesamte Luftfahrtbranche und damit auch die Volkswirtschaft weiterhin vor grosse Herausforderungen. Trotzdem wurden die in der kantonalen Eigentümerstrategie für die Flughafen Zürich AG vorgegebenen Ziele weitgehend erreicht, teilweise sogar übertroffen. Aufgrund des pandemiebedingten Rückgangs der Anzahl Flugbewegungen ist insbesondere der Zürcher Fluglärm-Index (ZFI) 2020 stark gesunken und liegt deutlich unter dem Richtwert. Die neusten Entwicklungen mit der Wiedereinführung von pauschalen Reisebeschränkungen stellt die Branche erneut vor grosse Herausforderungen.

Inhaltsverzeichnis

Medienkonferenz vom 3. Dezember 2021
Aufzeichnung der Medienkonferenz vom 3. Dezember 2021

Der Kanton Zürich ist Hauptaktionär der Flughafen Zürich AG. In der Eigentümerstrategie zur kantonalen Beteiligung hat der Regierungsrat für die Bereiche «verkehrs- und volkswirtschaftliche Bedeutung», «Umweltschutz», «Unternehmensführung» und «Beziehungspflege» eigene strategische Ziele und Erwartungen an die Flughafen Zürich AG formuliert. Im Flughafenbericht informiert er jährlich über deren Erreichung.

Strategiecontrolling: Vorgegebene Ziele weitgehend erreicht

In Bezug auf die globale Erreichbarkeit hat der Flughafen Zürich gemäss dem Forschungsinstitut BAK Economics mit seinem achten Platz das Ziel 2020 erreicht und bei der kontinentalen Erreichbarkeit knapp verpasst (zehnter Platz). Hinsichtlich Qualität wurden die Ziele der Eigentümerstrategie (achter Rang weltweit oder dritter Rang in Europa) hingegen übertroffen. So verbesserte sich der Flughafen trotz Pandemie in der Rangliste des Skytrax «World Airport Award» und erreichte die weltweit siebte und in Europa die zweite Position. In den übrigen Bereichen Umweltschutz, Unternehmensführung und Beziehungspflege hat die Flughafen Zürich AG die Ziele erreicht. Der Regierungsrat ist mit der Geschäftstätigkeit der Flughafen Zürich AG sehr zufrieden. Sie hat die Gesellschaft erfolgreich durch die grösste Krise der Luftfahrt geführt, ohne dafür staatliche Mittel beanspruchen zu müssen.

Fluglärmcontrolling: 2020 deutlich weniger Menschen von Fluglärm betroffen

Der ZFI-Monitoringwert sank aufgrund des pandemiebedingten Rückgangs des Flugverkehrs 2020 auf 15 468 Personen. Im Vergleich zu 2019 entspricht dies einem Rückgang von insgesamt 73 Prozent, wobei die Zahl der in der Nacht im Schlaf gestörten Personen um 86 Prozent abnahm und die Zahl der stark belästigten Personen am Tag um 65 Prozent zurückging. Der ZFI-Richtwert (47 000) wurde 2020 aufgrund der Pandemie um 31 532 Personen deutlich unterschritten.

Die Anzahl Flugbewegungen lag aufgrund vieler Restriktionen im Reiseverkehr im Berichtsjahr bei rund 111 000 und damit knapp 60 Prozent tiefer als 2019 und sogar 66 Prozent tiefer als noch im Jahr 2000. Der Wert liegt somit weit unter dem gesetzlich festgelegten Maximalwert von 320 000 Bewegungen. Expertinnen und Experten gehen aktuell davon aus, dass die Passagierzahlen in Europa möglicherweise erst im Jahr 2025 wieder das Niveau von vor der Pandemie erreichen werden. Zusätzlich werden immer lärmgünstigere Flugzeuge eingesetzt. Es ist darum zu erwarten, dass der ZFI-Monitoringwert in den nächsten Jahren weiterhin tief bleiben wird.

Krise im Luftverkehr nicht ausgestanden 

Im aktuellen Jahr hat sich der internationale Luftverkehr im Vergleich zu 2020 zwar leicht erholt, die Herausforderungen bleiben jedoch weiterhin gross. Insbesondere die Unsicherheiten über den weiteren Verlauf der Pandemie sowie neue Reisebeschränkungen und Quarantäneregelungen für Reisende treffen die Luftfahrt sowie die Tourismus- und Reisebranche hart und führen zu einschneidenden wirtschaftlichen Folgen und gefährden Arbeitsplätze. Trotz der herausfordernden Umstände bleibt das Thema Klimaschutz weiterhin zentral. SWISS verfolgt ihr Ziel, bis 2050 CO2-neutral zu fliegen, weiter und setzt dabei insbesondere auf moderne Flugzeuge und nachhaltigen Treibstoff. Auch die Flughafen Zürich AG bekennt sich mit einem konkreten Absenkungspfad zur CO2-Neutralität der Flughafeninfrastruktur bis 2050 und setzt sich für die Verfügbarkeit von nachhaltigem Flugtreibstoff am Flughafen Zürich ein. Dass der Tourismus der Zukunft nachhaltiger werden muss, bekräftigt auch Regierungsrätin Carmen Walker Späh: «Wir sind auf den Flughafen Zürich als Drehscheibe für den internationalen Personen- und Warenverkehr angewiesen. Unsere Bemühungen im Bereich Lärm- und Umweltschutz treiben wir gemeinsam mit allen Partnern weiter voran, auch in dieser schwierigen Zeit.»

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