Schul- und Unterrichtsqualität

Die externe Evaluation misst die Qualität der Schulen an vergleichbaren Massstäben. In einem standardisierten Verfahren wird beurteilt, ob eine Schule die gewünschten Qualitätsansprüche erfüllt.

Inhaltsverzeichnis

Qualitätskriterien

Das vom Bildungsrat verabschiedete «Handbuch Schulqualität» legt fest, welcher Qualitätsrahmen für die Volksschulen im Kanton Zürich gilt. Dieser gliedert sich in drei Abschnitte:

  • Inputqualitäten umfassen die Rahmenbedingungen, unter denen Schule stattfindet (Personal, Infrastruktur, Planungsvorgaben). Die Rahmenbedingungen werden in der Evaluation nicht berücksichtigt, weil sie durch gesetzliche Vorschriften, Verordnungen, Lehrpläne, Stundenpläne etc. vorgegeben sind und von den Schulen nicht beeinflusst werden können.
  • Unter Prozessqualitäten werden alle Aspekte zusammengefasst, die für die Gestaltung des Unterrichts sowie die Gestaltung der Schule als pädagogische Einheit wichtig sind. Diese Prozesse werden verschiedenen Qualitätsbereichen zugeordnet. Die Prozessqualitäten sind Hauptgegenstand der Schulevaluation.
  • Als Outputqualitäten werden die durch die Schulpraxis erzielten Leistungen und Wirkungen bezeichnet. Aus diesem Bereich wird die Zufriedenheit von Schülerinnen und Schülern, Eltern sowie Lehrpersonen in die Schulevaluation miteinbezogen. Wirkungsdaten, wie Leistungsdaten oder Daten über den Laufbahnerfolg, werden nicht durch die Fachstelle für Schulbeurteilung ermittelt oder verwendet.

Qualitätsprofil

Die Fachstelle für Schulbeurteilung erfasst für alle Schulen ein Qualitätsprofil. Es umfasst bei Kindergärten und Primarschulen acht Qualitätsansprüche, bei Sekundarschulen neun. Dabei handelt es sich um Zielformulierungen, die sowohl leitbildartige Anspruchsnormen als auch konkrete Erfüllungsnormen umschreiben. Die Qualitätsansprüche werden durch aussagekräftige und messbare Indikatoren konkretisiert.

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Vorteile:

  • Schulgemeinschaft
    Die Schule pflegt eine lebendige und wertschätzende Schulgemeinschaft.
  • Unterrichtsgestaltung
    Der Unterricht ist klar strukturiert, anregend gestaltet und erfolgt in einem lernförderlichen Klima.
  • Individuelle Lernbegleitung
    Die Lehrpersonen fördern und begleiten das Lernen der einzelnen Schülerinnen und Schüler.
  • Sonderpädagogische Angebote
    Die Förderangebote sind zielgerichtet und mit dem Regelunterricht abgestimmt.
  • Beurteilung der Schülerinnen und Schüler
    Das Schulteam sorgt für eine gemeinsame Beurteilungspraxis und eine vergleichbare Bewertung der Schülerleistungen.
  • Berufswahlvorbereitung (nur an Sekundarschulen)
    Die Schule bereitet die Schülerinnen und Schüler gezielt auf den Übertritt in die berufliche Grundbildung und in weiterführende Schulen vor.
  • Schulführung
    Eine wirkungsvolle Führung der Schule im personellen, pädagogischen und organisatorischen Bereich ist gewährleistet.
  • Qualitätssicherung und -entwicklung
    Die Schule arbeitet gezielt und nachhaltig an der Weiterentwicklung ihrer Schul- und Unterrichtsqualität.
  • Zusammenarbeit mit den Eltern
    Die Schule informiert die Eltern ausreichend und stellt angemessene Kontakt- und Mitwirkungsmöglichkeiten sicher.

Fokusevaluation

Die Fokusevaluation umfasst eine vertiefte Beurteilung von Qualitätsbereichen des Qualitätsprofils oder von zusätzlichen Aspekten der Schulqualität. Die Schulen können unter folgenden Fokusthemen wählen:

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Entwickeln von Schulgemeinschaft umfasst alles, was die Schulbeteiligten unter Mitwirkung der Schülerinnen und Schüler unternehmen, damit möglichst alle die Schule als ihre Schule erleben und sich für diese einsetzen. Die Schule fördert die Entwicklung von Kompetenzen, welche das Zusammenleben in der Gemeinschaft ermöglichen. Gemeinschaft bedeutet, die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Schulbeteiligten wahrzunehmen, wenn möglich zu nutzen und Konflikte konstruktiv zu bearbeiten.

Das Thema «Lehr- und Lernarrangements» umfasst alles, was Lehrpersonen – individuell, im Team und im Kollegium – in der didaktisch-methodischen Unterrichtsplanung und bei der Gestaltung der Lehr- und Lernprozesse unternehmen, damit die Schülerinnen und Schüler möglichst hohe fachliche und überfachliche Kompetenzen entwickeln können. Die Arrangements werden auf die zu erreichenden Ziele und die Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler abgestimmt. Bei der längerfristigen Unterrichtsplanung achten die Lehrpersonen darauf, ein breites Repertoire an Methoden einzusetzen. Sie fördern die Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit dem eigenen Lernen und unterstützen sie, zunehmend Verantwortung dafür zu übernehmen. Das Schulteam setzt sich gemeinsam dafür ein, die didaktisch-methodische Gestaltung des Unterrichts weiterzuentwickeln.

Individuelle Lernbegleitung umfasst alles, was die Lehrpersonen im Regelunterricht unternehmen, um das Lernen der einzelnen Schülerinnen und Schüler zu fördern. Dabei knüpfen sie an den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und am Lernstand der Schülerinnen und Schüler an. Sie bieten ihnen an die individuellen Voraussetzungen angepasste Aufgabenstellungen an, unterstützen sie bei Schwierigkeiten, begleiten sie auf ihren Lernwegen und ermöglichen ihnen Lernerfolge. Die Zusammenarbeit im Team unterstützt die Lehrpersonen bei dieser schwierigen Aufgabe.

(Die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Bedürfnissen unter Beizug von sonderpädagogischen Fachpersonen wird unter dem Thema «Integrative sonderpädagogische Angebote» behandelt.)

Klassenführung umfasst alles, was Lehrpersonen durch ihre Aktivitäten und Haltungen zur Steuerung der Interaktionen in der Klasse beitragen. Der Begriff «Klassenführung» wird im Rahmen der Evaluation weit gefasst. Eine gute Strukturierung des Unterrichts und eine effiziente Organisation des Unterrichts führen zu guter Nutzung der Lernzeit und beugen Disziplinstörungen vor. Auf Disziplinprobleme reagieren die Lehrpersonen flexibel und situationsangemessen.

Die Lehrperson sorgt auch für ein gutes Klima innerhalb der Klasse. Sie unterstützt die Schülerinnen und Schüler darin, selbst Verantwortung für die Klassengemeinschaft zu übernehmen.

Probleme in der Klassenführung können zu grossen Belastungen der Lehrpersonen führen. Darum ist es wichtig, dass sich ein Lehrpersonenteam mit dem Thema auseinandersetzt, das eigene Handlungsrepertoire erweitert und dass sich Lehrpersonen Unterstützung holen können.

Das Fokusthema «Beurteilung der Schülerinnen und Schüler» umfasst alles, was Lehrpersonen in ihrer Schul- und Unterrichtsgestaltung unternehmen, um den jeweiligen Lern- und Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler ganzheitlich zu erfassen und für die Entwicklungs- bzw. Lernförderung, für die Laufbahnberatung und für Laufbahnentscheide zu nutzen. Die Beurteilung orientiert sich an Lernzielen und klaren Kriterien. Methoden und Massstäbe der Beurteilung sind nachvollziehbar. Die Schülerinnen und Schüler erhalten regelmässig Rückmeldungen zu ihren Leistungen. Von Interesse ist auch, was die Schule unternimmt, um eine vergleichbare Beurteilung zu sichern und die Lehrpersonen dabei zu unterstützen.

Schulführung umfasst alles, was die Schulleitung unternimmt, um die Schule in pädagogischer, organisatorischer und personeller Hinsicht funktionsfähig zu erhalten, weiter zu profilieren und zu stärken.

Qualitätssicherung und -entwicklung der Schule umfasst alles, was Schulleitung, Lehrpersonen und weitere Mitarbeitende der Schule unternehmen, um die Qualität der Schule und des Unterrichts zu erfassen sowie zielorientiert und kontinuierlich zu verbessern. Das heisst: Ziele klären und setzen; Massnahmen ableiten und planen; Massnahmen umsetzen; Zielerreichung überprüfen; bei Bedarf weitere Massnahmen ableiten oder neue Ziele setzen. Im Rahmen der Qualitätssicherung und -entwicklung beschaffen sich die Schulbeteiligten das notwendige Steuerungswissen für ihre eigene Aufgabenerfüllung und machen ihre Arbeitsergebnisse nach innen und nach aussen sichtbar (Rechenschaftslegung).

Schulinterne Zusammenarbeit umfasst alles, was Schulleitung, Lehrpersonen und weitere Mitarbeitende der Schule (Hausdienst, Schulsekretariat, Therapien, Schulsozialarbeit u.a.) zu zweit, gruppenweise oder gemeinsam unternehmen, um an jenen Zielen ihrer Schule zu arbeiten, die durch Zusammenarbeit besser erreicht werden können. Eine gute Zusammenarbeit ist unabdingbare Voraussetzung für die Qualität der schulischen Bildungsprozesse, für eine wirkungsvolle Kommunikation nach aussen und für das Wohlbefinden aller am Lern- und Arbeitsplatz Schule.

Zur Zusammenarbeit mit den Eltern zählt alles, was die Schule unternimmt, um mit den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten ihrer Schülerinnen und Schüler eine für alle Seiten gewinnbringende Beziehung aufzubauen bzw. zu erhalten – und zwar, je nach Bedarf, auf der individuellen Ebene, auf der Klassen- oder auf der Schulebene. Sie umfasst sowohl Information der Eltern über allgemeine Belange der Schule oder der Klasse, aber auch regelmässige Informationen über Leistungen und Verhalten der Kinder und schliesslich geeignete Kontakt- und Mitwirkungsmöglichkeiten.

Zur Pflege der Aussenkontakte gehört alles, was Schulleitung, Lehrpersonen und je nach Regelung weitere Schulbeteiligte im Bereich Information und Kommunikation der Schule unternehmen. Mit der Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit werden Abnehmerschulen, Lehrbetriebe, Zulieferschulen, Partnerschulen, Fachstellen (Jugend- und Familienhilfe, Offene Jugendarbeit, Suchtprävention usw.), Vereine, Ausländerorganisationen, schulunterstützende Organisationen (sozialpädagogische Einrichtungen, Tageshort, Aufgabenhilfe usw.) oder die Pädagogische Hochschule angesprochen, bei Bedarf auch die Gemeinde- bzw. Quartierbevölkerung. Ausgenommen ist in diesem Fokusthema die Zusammenarbeit mit den Eltern, da diese in einem eigenen Fokusthema betrachtet wird.

Sprachförderung Deutsch umfasst alles, was Schulleitung und Lehrpersonen aller Fächer in ihrer Schul- und Unterrichtsgestaltung unternehmen, um die Kompetenzen in der deutschen Sprache (Lesen, Schreiben, Zuhören, Sprechen) der einzelnen Schülerinnen und Schüler zu fördern und diese auf eine erfolgreiche Sprachpraxis im Alltag vorzubereiten. Die Schule setzt gemeinsame Schwerpunkte der Sprachförderung. Insbesondere wird auch den unterschiedlichen Sprachkompetenzen der Schülerinnen und Schüler durch ein geeignetes Lernangebot Rechnung getragen. Der Pflege einer anregenden Sprachkultur an der Schule wird Beachtung geschenkt.

Der Bereich Sonderpädagogische Angebote (in Regelschulen) umfasst alles, was Lehrpersonen, weitere Fachpersonen sowie die Schule als Organisation unternehmen, um eine angemessene Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen sicherzustellen. Die besondere Förderung ist auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet, welche in ihrem allgemeinen Lernverhalten, in ihrer Sprachkompetenz, im mathematischen Lernen, im Umgang mit Anforderungen, in ihrer Sozial- und Verhaltenskompetenz oder auch wegen ihren besonderen Begabungen intensivere pädagogische Förderung nötig haben. Im Zentrum des Fokusthemas stehen die systematische Planung und Dokumentation der Förderung mittels Standortgesprächen und Förderplanung, ihre zielgerichtete Umsetzung im Unterricht sowie die Zusammenarbeit zwischen Eltern, Regelklassenlehrpersonen sowie sonderpädagogischen und therapeutischen Fachpersonen. Die Lehrpersonen achten dabei auf die Integration der Schülerinnen und Schüler mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen.

Zur Förderung überfachlicher Kompetenzen gehört alles, was Lehrpersonen und Schulleitung im Unterricht sowie an Klassen- und Schulanlässen unternehmen, um Schülerinnen und Schüler zu befähigen, in unterschiedlichen Lebenssituationen und in unterschiedlichen sozialen Rollen selbstständig, verantwortlich und geschickt handeln zu können. Sie zielt vor allem darauf ab, die Schülerinnen und Schüler in ihren personalen, sozialen und methodischen Kompetenzen zu fördern und so zu stärken, dass sie ihren privaten, schulischen und beruflichen Lebensalltag erfolgreich gestalten können. Die Lehrpersonen fördern insbesondere die Kommunikationsfähigkeit, die soziale Verantwortung sowie die altersgerechte Entwicklung von selbstgesteuertem Lernen und die situationsgerechte Anwendung von Lern- und Arbeitstechniken. Das Schulteam definiert gemeinsame Ziele und Massnahmen der Förderung überfachlicher Kompetenzen.

Tagessschulen zeichnen sich dadurch aus, dass sie Unterricht und Betreuung durch pädagogische, organisatorische, personelle und räumliche Massnahmen verbinden. Hierfür bilden alle Schulbeteiligten eine Einheit, die sich gemeinsam für die Belange der Unterrichts- und Betreuungsqualität der Schule einsetzt. Das Qualitätsprofil der Tagesschule baut auf dem Qualitätsprofil der Regelschule auf. Zusätzlich wird in Tagesschulen die Arbeit der Betreuungspersonen im Betreuungskontext beleuchtet. Schulen, die als Tagesschulen evaluiert werden möchten, wünschen explizit auch eine Beurteilung ihres (kommunal verantworteten) Betreuungsangebots.

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