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Die Innovation-Sandbox für KI ist eine Testumgebung, in der Unternehmen, Verwaltung und Forschung gemeinsam KI-Vorhaben unter realen Bedingungen umsetzen. Sie fördert verantwortungsvolle Innovation, indem teilnehmende Organisationen eng an regulatorischen Fragestellungen arbeiten und die Nutzung neuartiger Datenquellen ermöglichen.
Sandbox: Eine Testumgebung für KI-Innovation
Aufgrund des rasanten technologischen Fortschritts sind die Rahmenbedingungen von KI-Technologien für Unternehmen, Forschung und Verwaltung oftmals unklar. Deshalb entstehen bei der Umsetzung von KI-Vorhaben Unsicherheiten, die Innovation hemmen. Die Innovation-Sandbox bietet eine Testumgebung, in der Akteurinnen und Akteure innerhalb eines klar definierten Rahmens KI-Vorhaben umsetzen können.
Startups, KMU, Grossunternehmen und Forschungsinstitute erhalten durch die Sandbox Zugang zu regulatorischem Know-how sowie neuartigen Datenquellen, um Innovation gezielt zu fördern und datenbasierte Entwicklungen zu ermöglichen. Durch die gemeinsame Arbeit in der Sandbox wird zudem der Know-how-Transfer zwischen den teilnehmenden Organisationen sichergestellt. Alle gewonnenen Erkenntnisse und Resultate werden öffentlich geteilt und liefern wertvolle Inputs für die Ausgestaltung eines künftigen Rechtsrahmens.
Mehrwert
Vorteile:
- Schaffung regulatorischer Klarheit
- Förderung von Datenzugang und Innovation
- Sicherstellung des Know-how-Transfers
- Bereitstellung von Inputs für künftigen Rechtsrahmen
Im Gegensatz zu vielen ausländischen Ansätzen geht die Innovation-Sandbox für KI einen Schritt weiter: Eingereichte Projekte werden nicht nur überprüft, sondern auch praktisch umgesetzt.
Die Innovation-Sandbox für KI ist weder eine klassische regulatorische noch eine technische Sandbox: Sie operiert innerhalb der geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen und ermöglicht keine temporären Lockerungen oder Abweichungen von regulatorischen Vorgaben. KI-Systeme werden auch nicht in isolierten, dedizierten Testumgebungen entwickelt und erprobt,
sondern in projektbezogen ausgewählten und ausgestalteten Umgebungen umgesetzt. Dadurch wird eine praxisnahe Erprobung unter realen Bedingungen bei gleichzeitiger Einhaltung der rechtlichen und organisatorischen Anforderungen sichergestellt.
Die Innovation-Sandbox für KI ist industrieunabhängig ausgerichtet, konzentriert sich jedoch besonders auf Projekte in komplexen und vertrauensrelevanten Bereichen, da dort der Bedarf an Klärung und Lernen besonders hoch ist. Bisher wurden Projekte unter anderem in den Bereichen Gesundheit, Mobilität, Logistik, Landwirtschaft, Bildung sowie in der Kernverwaltung umgesetzt.
Das Ziel ist es verantwortungsvolle Innovation unter Berücksichtigung von rechtlichen und ethischen Kriterien voranzutreiben und die Anwendung von KI in der Verwaltung, Wirtschaft und Forschung nachhaltig zu stärken.
Die Wirkung der Sandbox entfaltet sich in drei aufeinanderaufbauenden Ebenen:
Wirkung in den Sandbox-Projekten (Projekt-Ebene)
Im Zentrum steht der unmittelbare Nutzen für die beteiligten KI-Anbieter und öffentlichen Partner, indem konkrete Umsetzungsfragen direkt im Projektkontext adressiert werden. Es werden regulatorische Fragestellungen frühzeitig geklärt, der Zugang zu relevanten Datenquellen strukturiert ermöglicht sowie technische und organisatorische Herausforderungen in Pilotvorhaben gemeinsam gelöst.
Know-how-Transfer im KI-Ökosystem (Transfer-Ebene)
Die in den Projekten gewonnenen Erkenntnisse werden systematisch aufbereitet und über den Einzelfall hinaus zugänglich gemacht, um ihre Übertragbarkeit und Anschlussfähigkeit sicherzustellen. So werden Erfahrungen zu rechtlichen Rahmenbedingungen, Datenzugang, organisatorischen Voraussetzungen oder technischen Lösungsansätzen in Berichten und Veranstaltungen für weitere Akteure nutzbar gemacht.
Systemische Wirkung und öffentliche Verankerung (Policy-Ebene)
Auf dieser Ebene werden Projekterkenntnisse in strukturelle Weiterentwicklungen überführt, sei es die Weiterentwicklung regulatorischer Vorgaben, in die Konkretisierung von Vollzugspraktiken oder in die strategische Steuerung von KI auf Verwaltungsebene. Diese Ebene stellt sicher, dass aus operativen Projekten nachhaltige strukturelle Wirkung entsteht.
Auswahl der Projekte
Anforderungen an Projektbewerbungen
Einbringen von eigenen KI-Kompetenzen
Organisationen müssen über eigene Kompetenzen im Bereich Künstliche Intelligenz verfügen. Dies umfasst vor allem das technische Know-how und den Einsatz von konkreten KI-Anwendungen. Das Sandbox-Team bietet keine technologische Lösungsentwicklung.
Verzicht auf finanzielle Entschädigung
Teilnehmende Organisationen bringen eigene personelle Ressourcen ein und verzichten auf finanzielle Entschädigung. Die Teilnahme am Sandbox-Projekt bietet Zugang zu Rechtskompetenzen und relevanten Daten. Die Sandbox deckt Kosten, die für zusätzliche Drittdienstleistungen anfallen (bspw. Rechenleistung, Datenaufbereitung, Beschaffung von Hardware, Installation von Infrastruktur etc.).
Bereitschaft für Veröffentlichung von Erkenntnissen
Organisationen müssen bereit sein, die im Rahmen des Sandbox-Projekts gewonnenen Erkenntnisse zu teilen. Dies beinhaltet die Veröffentlichung von Ergebnissen und Best-Practices in Form von Reports und Events. Dies betrifft keine IP-relevanten Aspekte wie Code oder andere sensitive Produktinformationen.
Sitz in der Schweiz
Teilnehmende Organisationen haben eine Präsenz (bspw. Hauptsitz oder Tochtergesellschaft) in der Schweiz und reichen maximal ein KI-Vorhaben in die Sandbox ein.
Bewerbungsprozess
- Einreichung: Mittels eines niederschwelligen Online-Formulars erfolgt die schriftliche Einreichung eines Anwendungsfalls.
- Validierung: In einem 30-minütigem Interview werden die Motivation und die Fachkompetenzen validiert.
- Priorisierung: Durch das Steering Commitee findet eine abschliessende Evaluation und Priorisierung statt.
Unsere Partnerinnen und Partner
Folgende Institutionen nehmen eine zentrale Rolle in der Steuerung und im Betrieb der Innovation-Sandbox für KI ein:
- Standortförderung im Amt für Wirtschaft, Kanton Zürich
- Amt für Wirtschaft, Kanton Schwyz
- Statistisches Amt, Kanton Zürich
- Digitale Verwaltung und E-Government, Staatskanzlei Kanton Zürich
- Metropolitanraum Zürich
- ETH AI Center
- UZH Center for Information Technology, Society, and Law (ITSL)
- UZH Digital Society Initiative (DSI)
- swissICT
- ZHAW digital
- Hochschule Luzern
Das Sandbox-Team
Wir sind ein interdisziplinäres Team. Je nach Projektbedarf arbeiten wir mit einem Netzwerk von externen Dienstleistern zusammen.
Auszeichnungen
Digital Economy Awards 2025
Die Innovation-Sandbox für Künstliche Intelligenz gewann den Digital Economy Award 2025 in der Kategorie «Digital Excellence – GOV & NPO». Die Jury würdigte die Innovation-Sandbox als «Leuchtturm für digitale Innovation mit nachhaltiger gesellschaftlicher Wirkung».
Über den Digital Economy Award
Der Digital Economy Award wird vom ICT-Fachverband swissICT veranstaltet. Jährlich werden in verschiedenen Kategorien Unternehmen und Organisationen ausgezeichnet, welche die digitale Transformation und Digitalisierung in der Schweiz voranbringen. Insgesamt begutachten über 40 Jurierende die Ideen, Projekte und Unternehmen. Der Digital Excellence Award NPO/GOV zeichnet Organisationen aus dem öffentlichen und Non-Profit-Sektor aus, die dank digitaler Initiativen und Projekte ihre Wirkung oder Leistungsfähigkeit gesteigert haben.
Standortförderungsawards 2023
Die Innovation-Sandbox für KI wurde mit dem Standortförderungsaward 2023 ausgezeichnet. Die Jury würdigte insbesondere den klaren strategischen Ansatz und hob die Relevanz solcher Initiativen im internationalen Kontext hervor, insbesondere mit Blick auf regulatorische Fragestellungen im Bereich Künstliche Intelligenz. Zudem wurde die enge Zusammenarbeit einer kantonalen Stelle mit Unternehmen zur gemeinsamen Stärkung des Hightech-Standorts Schweiz als besonders positiv hervorgehoben.
Über den Standortförderungsaward
Mit dem Awards zeichnet das Netzwerk Standort Schweiz jedes Jahr zielgerichtete, effektive und innovative Projekte aus den Bereichen Standortmarketing, Standortentwicklung und Wirtschaftsförderung aus. Es möchte damit die Vielfalt und Qualität sowie die Innovationskraft von Projekten aus dem ganzen Land sichtbar machen.
Weitere Publikationen
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Amt für Wirtschaft – Standortförderung
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8.00 bis 12.00 Uhr und
13.30 bis 17.00 Uhr