Zahlen und Fakten

Das Gleichstellungsgesetz gibt es in der Schweiz seit 1995. Doch wo stehen wir heute, was die Umsetzung angeht? Hier finden Sie Zahlen und Fakten zur Gleichstellung im Kanton Zürich.

Inhaltsverzeichnis

Erwerbstätigkeit

92% der Männer der Schweizer Bevölkerung im Alter zwischen 25 und 54 Jahren und 82% der Frauen der Schweizer Bevölkerung sind erwerbstätig. Im internationalen Vergleich fällt die Schweiz damit überdurchschnittlich hoch auf1.

Teilzeitarbeit noch immer ein weibliches Phänomen

Der Kanton Zürich zählt 1.53 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Beim Blick auf das Arbeitspensum der erwerbstätigen Zürcherinnen und Zürcher zeigt sich dabei eine deutliche Geschlechterdifferenz: 58.1% der Frauen arbeiten Teilzeit, wohingegen Männer nur zu 19.7% teilzeitbeschäftigt sind.  In den letzten 20 Jahren hat Teilzeitarbeit zwar auch bei Männern an Popularität gewonnen, dennoch bleibt die Teilzeitbeschäftigung weiterhin ein vorwiegend weibliches Phänomen. Fehlende Strukturen für die Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben bringen Frauen häufiger dazu, ihr Pensum zugunsten der Betreuungs- und Haushaltsarbeit zu reduzieren. In der untenstehenden Grafik zeigt sich aber, dass Frauen zunehmend höherprozentige Teilzeitstellen wählen und häufiger zwischen 50-89% arbeiten, wohingegen bei Männern sowohl tiefe als auch höhere Teilzeitanstellungen beliebter werden. Langfristig sind Anstellungen zu tiefen Pensen allerdings unattraktiv: sie sind mit einem niedrigeren Einkommen und einer kleineren Sozialvorsorge verbunden.  

Ein Balkendiagramm, das die Entwicklung verschiedener Arbeitszeitmodelle von Frauen und Männern im zeitraum von 1998 bis 2018 miteinander Vergleicht. Die verschiedenen Kategorien sind: Vollzeit (80-90%), Teilzeit 50-89% und Teilzeit unter 50%.
Im Vergleich arbeiteten in den letzten 20 Jahren immer deutlich mehr Männer in Vollzeitmodellen als Frauen. Quelle: Statistisches Amt, Kanton Zürich

Männer mit mehr Verantwortung

Frauen nehmen im Vergleich noch immer öfter Positionen ohne Vorgesetztenfunktion ein als ihre Kollegen. Nur 20.6% sind in einer Funktion mit Personalverantwortung. Dagegen sind es 32.5% der Männer, die entweder eine Vorgesetztenfunktion innehaben oder in der Unternehmensleitung sind. Die häufigere Teilzeitarbeit ist mitverantwortlich, dass der berufliche Aufstieg für Frauen schwieriger ist. Dennoch ist der Anteil der Frauen mit Führungsverantwortung in den letzten Jahren langsam angestiegen. Besonders Strukuturen für die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf sind ein wichtiger Faktor, um hohe Positionen für Frauen attraktiv zu gestalten.

Das Balkendiagramm vergleicht die Entwicklung der betrieblichen Funktionen, in denen Frauen und Männer im zeitraum von 1998 bis 2018 tätig waren. Männer waren immer deutlich öfter in Vorgesetztenfunktionen oder gar in der Unternehmensleitung angestellt als Frauen. Auch der Anteil Selbständiger war bei den Frauen stets tiefer als bei den Männern.
Im Vergleich arbeiteten in den letzten 20 Jahren immer deutlich weniger Frauen in Vorgesetztenfunktionen oder gar in der Unternehmensleitung einer Firma als Männer. Auch war bei den Männern der Anteil der Selbständigen stets höher. Quelle: Statistisches Amt, Kanton Zürich

Der Frauenanteil in Unternehmen steigt2

In den öffentlichen Verwaltungen besetzen Frauen mittlerweile 38% der Führungspositionen. Damit ist der Frauenanteil im Topkader des öffentlichen Sektors  doppelt so hoch wie in den Geschäftsleitungen der Privatwirtschaft. Eine bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben durch die Etablierung von flexibleren Arbeitszeitmodellen für Männer und Frauen ist dabei ein massgeblicher Erfolgsfaktor.

Erfreulicherweise steigt der Anteil von Frauen in den Geschäftsleitungen. Momentan ist etwas mehr als jede fünfte Führungsposition in Frauenhand (21%). Die Beförderungen erfolgen immer häufiger aus den eigenen Reihen (61% aus dem internen Kader), ein Zeichen dafür, dass sich die Investition in den eigenen Frauennachwuchs auszuzahlen beginnt.

Geschlechterrichtwerte nach neuem Aktienrecht

Per 2020 hat das Parlament im neuen Aktienrecht Geschlechterrichtwerte für Verwaltungsräte und Geschäftsleitungen verankert. Gemäss Beschluss müssen in bedeutenden Publikumsgesellschaften neu im Verwaltungsrat ein Geschlechterrichtwert von 30% und in der Geschäftsleitung ein Geschlechterrichtwert von 20% angestrebt werden. Für die Umsetzung der Vorgaben ist eine Übergangsfrist von zehn Jahren (für Geschäftsleitungen), beziehungsweise fünf Jahren (für Verwaltungsräte) angesetzt.

Politische Vertretung

Kantonsrat

Bei den kantonalen Wahlen 2019 wurden 71 Frauen und 109 Männer in den Kantonsrat gewählt. Der Frauenanteil liegt im Kantonsrat somit bei knapp 40% und ist im Vergleich zum Vorjahr um 6% angestiegen. Die ersten 6 Frauen wurden 1971 in den Kantonsrat gewählt, was damals einem Anteil von 3% entsprach. Seither hat der Frauenanteil stetig zugenommen. Dennoch machen Männer im Parlament noch immer die Mehrzahl aus.

Geschlechterverteilung im Zürcher Kantonsrat

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Wahlchancen von kandidierenden Frauen  

Die Aussicht auf Erfolg bei einer Kandidatur für den Kantonsrat ist bei Frauen derzeit minim kleiner als bei Männern. 2019 stellten Frauen 41.7% der Kandidatinnen und Kandidaten dar. Im Kantonsrat sind sie nun mit 32.7% vertreten. Die Diskrepanz zwischen dem prozentualen Anteil an kandidierenden und gewählten Frauen ist in den letzten 30 Jahren zurückgegangen. 1979 betrug der Frauenanteil bei den Kandidierenden 20.5%. Bei den tatsächlich Gewählten schrumpfte der Anteil dann auf 9.4 – 11.1% weniger. Diese Differenz hat sich 2011 auf 0.8% reduziert.

Das Kurvendiagramm zeigt den Frauenanteil bei den Kandidaturen für den Kantonsrat seit 1979 und der Frauenanteil unter den tatsächlich gewählten Kantonsrätinnen und Kantonsräten.
Die Diskrepanz zwischen dem prozentualen Anteil an kandidierenden und gewählten Frauen ist in den letzten 30 Jahren zurückgegangen. Quelle: Statistisches Amt

Regierungsrat

Seit den Wahlen 2019 befinden sich aktuell wieder vier Frauen und drei Männer im Regierungsrat. In den vergangenen 20 Jahren war der Geschlechteranteil mit Ausnahme von der Periode 2011–2015 ausgeglichen. Während in den ersten Wahlperioden nach der Einführung des Frauenwahlrechts 1971 noch keine Frau in den Regierungsrat gewählt wurde, hat der Anteil an Frauen seit den 80er Jahren stetig zugenommen. Mit Hedi Lang (SP, bis 1995) zog 1983 die erste Frau in den Regierungsrat ein. Aktuell amtieren Jacqueline Fehr (SP), Nathalie Rickli (SVP), Silvia Steiner (CVP) und Carmen Walker Späh (FDP), zusammen mit Mario Fehr (SP), Martin Neukom (Grüne) und Ernst Stocker (SVP).

Geschlechteranteile des Zürcher Regierungsrats 1971-2019
Der Frauenanteil hat im Regierungsrat seit der Einführung des Frauenwahlrechts 1971 stetig steil zugenommen. Aktuell sind die Frauen in der Mehrzahl.

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