Geschichte der Gleichstellung

Der Weg der Frauen in der kantonalen Politik ist ein langer. Seit 1970 sind Frauen im Kanton Zürich stimm- und wahlberechtigt. Eine Übersicht über die Geschichte der Gleichstellung.

Inhaltsverzeichnis

Chronologie der Gleichstellung im Kanton Zürich

2019

40.5% der Kandidierenden für den Nationalrat sind Frauen. 42% davon ziehen in den Nationalrat ein; damit sitzen neu 10% mehr Frauen als bisher im grossen Rat. Im Ständerat steigt der Frauenanteil ebenfalls an, von 13% auf 21%.  

Im Kanton Zürich kandidieren 41.7% Frauen für den Kantonsrat, 39% davon werden letztlich gewählt. Frauen sind nach der Wahl 2019 mit vier Sitzen noch immer die Mehrheit im Regierungsrat.

2018

Nach dem Rücktritt von Doris Leuthard (CVP) und Johann Schneider-Ammann (FDP), werden das erste Mal in der Geschichte der Schweizer Regierung zwei Frauen gleichzeitig in den Bundesrat gewählt: Viola Amherd (CVP) und Karin Keller-Sutter (FDP). Die CVP hatte gar auf ein reines Frauen-Ticket gesetzt

2010

Nach der Wahl von Simonetta Sommaruga in den Bundesrat bilden Frauen mit vier Bundesrätinnen erstmals die Mehrheit in der Schweizer Regierung.

2003

Bei den kantonalen Wahlen werden vier Frauen in den siebenköpfigen Zürcher Regierungsrat gewählt. Frauen sind somit das erste Mal in der Mehrheit in diesem Gremium.

1990

Das Bundesgericht zwingt den Kanton Appenzell Innerrhoden durch eine Neuinterpretation seiner Verfassung zur sofortigen Einführung des Frauenstimm- und -wahlrechts.

1984

Elisabeth Kopp wird als erste Frau in den Schweizer Bundesrat gewählt.

1983

Hedi Lang (SP) wird als erste Frau in den Zürcher Regierungsrat gewählt. Sie ist die erste Frau in einer Kantonsregierung.

1971

Das Stimm- und Wahlrecht für Frauen in eidgenössischen Angelegenheiten wird in der Abstimmung vom 7. Februar mit 65.7% Ja-Anteil angenommen.

1970

Das Frauenstimmrecht wird im Kanton Zürich auf kantonaler Ebene Realität.

1969

Das Frauenstimmrecht wird im Kanton Zürich auf Gemeindeebene eingeführt. Am 1. März findet der sogenannte Marsch nach Bern statt, bei dem 5000 Personen das volle und sofortige Frauenstimm- und -wahlrecht forderten.

1957

Im Kanton Basel-Stadt werden die Bürgergemeinden am 1. Dezember ermächtigt, das Frauenstimmrecht einzuführen.

1948

In Zürich sowie in vier anderen Kantonen endet eine Abstimmung über das Frauenstimmrecht negativ.

1929

Eine gesamtschweizerische Petition für das Frauenstimmrecht wird mit 249'237 Unterschriften eingereicht.

1919-1921

Zürich, Genf, Neuenburg, Basel-Stadt, Glarus und St. Gallen stimmen über das Frauenstimmrecht ab, alle mit negativem Ergebnis.

1918/19

Im Dezember 1918 werden erstmals zwei Motionen im Nationalrat für das eidgenössische Frauenstimmrecht eingereicht, welche aber zu Postulaten abgeschwächt werden. 1919 werden sie an den Bundesrat überwiesen, der sie jahrzehntelang nicht behandelt.

1909

Der Schweizerische Verband für Frauenstimmrecht wird gebildet.

1907

Die (männlichen) Zürcher Stimmbürger lehnen es an der Urne ab, es den Gemeinden selbst zu überlassen, ob volljährige Schweizer Bürgerinnen in Kirchen-, Schul- und Armenbehörden wählbar sind.

1904

Die SP nimmt das Frauenstimmrecht in ihr Parteiprogramm auf.

1890

Gründung des Schweizerischen Arbeiterinnenverbandes.

1868

Im Zuge der demokratischen kantonalen Verfassungsrevision fordert eine Gruppe Zürcher Frauen durch eine anonyme Bittschrift erstmals öffentlich die volle bürgerliche und politische Gleichstellung.

1848

Die neue Bundesverfassung garantiert den Schweizer Männern das allgemeine und direkte Stimm- und Wahlrecht. Die Frauen bleiben von der politischen
Mitbestimmung ausgeschlossen.

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