Informationen für Gemeinden

Den Gemeinden kommt eine Schlüsselrolle bei der Vermeidung von Schäden durch gebietsfremde Arten zu. Sie kennen die Gegebenheiten vor Ort und sind die erste Anlaufstelle für die Bevölkerung.

Inhaltsverzeichnis

Neobiota-Kontaktperson

Jede Gemeinde hat eine für Neobiota zuständige Kontaktperson ernannt. Diese ist das Bindeglied zwischen Kanton und Gemeinde und ist die erste Anlaufstelle für Privatpersonen. Die Neobiota-Kontaktperson sorgt für den Informationsfluss innerhalb der Gemeinde und plant und koordiniert die notwendigen Massnahmen. Dazu erhält sie vom Kanton Informationen und Unterstützung.

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Beratungen in Sachen Knöterich können kostenfrei von Gemeinden gebucht werden. In der Ausschreibung finden Sie weitere Informationen und einen kleinen Erfahrungsbericht der Gemeinde Bäretswil.

Gezielter Einsatz von Ressourcen

Es wird empfohlen, dass jede Gemeinde ein Konzept zum Umgang mit Neobiota erarbeitet, welches sich an der Vorlage des Kantons orientiert. Dadurch kann gewährleistet werden, dass die Ressourcen wirkungsvoll eingesetzt werden.

Dieses Konzept sollte eine Bestandesaufnahme der wichtigsten Neophyten (mit Hilfe der Hinweiskarte Neophytenverbreitung), prioritäre Bekämpfungszonen oder -arten, konkrete Bekämpfungspläne und Grundsätze für die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden enthalten.

Wir beraten die Neobiota-Kontaktperson dazu gerne in einer Sprechstunde: Anmeldung unter neobiota@zh.ch oder 043 259 32 60.

Bekämpfungspflichtige Pflanzen

Ambrosia, Schmalblättriges Greiskraut & Riesenbärenklau sind bekämpfungspflichtig.

Gemeinden werden gebeten, Privatpersonen auf die Bekämpfungspflicht aufmerksam zu machen und Bestände in der Hinweiskarte Neophytenverbreitung zu erfassen.

Kommen Privatpersonen der Bekämpfungspflicht nicht nach, können sich die Gemeinden an die Sektion Biosicherheit (neobiota@bd.zh.ch, 043 259 32 60) wenden.

  • Ambrosia: Grosse Bestände und Bestände in der Landwirtschaft sind dem Strickhof zu melden, Kontaktperson: Fiona Cimei, 058 105 99 03, fiona.cimei@strickhof.ch
  • Riesenbärenklau: Privatpersonen sind darauf hinzuweisen, dass bei der Bekämpfung Vorsicht geboten ist, da bei Berührung des Riesenbärenklaus schwere Verbrennungen auftreten können.
  • Schmalblättriges Greiskraut: Die Gemeinden werden bei der Bekämpfung des Schmalblättrigen Greiskrauts von Regionalkoordinatoren unterstützt.

Bekämpfung des Einjährigen Berufkrauts

Das Einjährige Berufkraut breitet sich aktuell stark im Kanton Zürich aus. Betroffen sind beispielsweise die Landwirtschaftsflächen, Magerwiesen und Strassenränder. Aus einzelnen Pflanzen können in wenigen Jahren dichte Bestände entstehen. Aus diesem Grund empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

  • Einzelpflanzen konsequent entfernen (ausreissen)
  • dichte Bestände regelmässig mähen, um das Versamen zu verhindern
  • die Bekämpfung durch verschiedene Akteure innerhalb der Gemeinde koordinieren

Bekämpfung von Henrys Geissblatt

Bei dieser Pflanze ist es sehr wichtig, dass man die Bestände frühzeitig erkennt und die Bekämpfung sofort einleitet. Im Kanton Zürich gibt es bereits riesige Bestände, die man nur noch mittels einer Sanierung tilgen kann.

Bekämpfung:

  • Pflanzen, die an Bäumen hochwachsen: am Grund abschneiden und direkt am Baum vertrocknen lassen. Dabei sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab. 
  • Restlichen Pflanzen:  regelmässig Einzelpflanzen oder lockere Bestände (zu Beginn halbjährlich) ausreissen/ausstocken. Dabei möglichst viel Wurzelwerk auszerren und bei älteren Pflanzen ausgraben. Diese Arbeit gelingt bei feuchtem und lockerem Boden sehr gut. Im Winterhalbjahr sind zudem die immergrünen Pflanzen besser zu erkennen.
  • Sollte dies nicht möglich sein: weitere Ausbreitung verhindern durch das Entfernen der Beeren (am besten schon die Blüten entfernen, diese sieht man gut) und das Absuchen der noch nicht befallenen anliegenden Fläche. In diesen Flächen sollten neue Pflanzen sofort von Hand ausgerissen oder ausgegraben werden.
Henrys Geissblatt überwuchert eine Waldfläche
Henry Geissblatt überwuchert eine grosse Waldfläche Henrys Geissblatt überwuchert eine Waldfläche

Invasive gebietsfremde Tiere

Wenn Schädlinge wie gebietsfremde Ameisen oder Mücken auftreten, obliegt deren allenfalls notwendige Bekämpfung der Gemeinde.

Tigermücken

Besteht ein Verdacht auf eine Tigermücke kann dies auf der Seite des Schweizerischen Mückennetzwerks abgeklärt werden.

Auf der Seite des Schweizerischen Mückennetzwerks gibt es auch gute Abbildungen und Informationen zu den verschiedenen gebietsfremden Mückenarten. Die Tigermücke (Aedes albopictus) wird häufig mit der Asiatischen Buschmücke (Aedes japonicus) verwechselt. Die Asiatische Buschmücke hat sich im Gegensatz zur Tigermücke im Kanton Zürich praktisch flächendeckend etabliert. Sie ist wesentlich grösser als die Tigermücke. 

Im Flyer Invasive Mücken finden Sie Massnahmen zur Eindämmung der Weiterverbreitung von invasiven Mücken.

Invasive gebietsfremde Ameisen

Im Kanton Zürich sind bis heute hauptsächlich zwei problematische gebietsfremde Ameisenarten bekannt: Die vernachlässigte Wegameise Lasius neglectus und Tapinoma magnum.

Warum sind diese Ameisen problematisch?

Beide Arten bilden Nester mit mehreren Königinnen und es kann zur Bildung von Superkolonien kommen. Eine Superkolonie ist ein Komplex bestehend aus mehreren kooperierenden Nestern (>800 Ameisen pro Quadratmeter). Wird eine Königin durch die Bekämpfung getötet, erlischt der Befall nicht, weil in der Superkolonie noch viele weitere Königinnen vorhanden sind. Die Bekämpfung ist aus diesen Gründen sehr viel langwieriger und teurer als bei einem herkömmlichen Ameisenbefall. 

Was für Schäden richten die Ameisen an?

  • teils starke Belästigung in Wohnung und Garten
  • Verdrängung anderer Ameisen und Insekten
  • Blattläuse werden zur Honigtaugewinnung gehegt und können ebenfalls sehr hohe Dichten erreichen.
  • Schäden an Fassaden und Elektrik
  • Hygieneprobleme in Lebensmittel- und Gesundheitsbetrieben

Eine Verschleppung aus einem Befallsgebiet ist unbedingt zu vermeiden!

Der Hauptverschleppungsweg ist mittels Topf- und Gartenpflanzen oder Erdmaterial, das vom Menschen verschoben wird.

Gemeinden

Gemeinden, welche einen Befall mit Ameisen haben, werden gebeten, betroffene Privatpersonen mit dem «Merkblatt Invasive Ameisen» zu informieren, dass bei Abtransport und bei Entsorgung von Material aus dem Garten besondere Vorsicht geboten ist. 

Es reicht eine unentdeckte befruchtete Königin, um eine Ameisenkolonie in ein neues Gebiet zu verschleppen. Kommen Privatpersonen dieser Anweisung nicht nach, können sich die Gemeinden an die Sektion Biosicherheit (neobiota@bd.zh.ch, 043 259 32 60) wenden. 

Überprüfung von Baugesuchen

Die Gemeinde überprüft, ob die Angaben im Zusatzformular Entsorgung Bauabfälle und im Zusatzformular Belastete Standorte (inkl. Neobiota)  bezüglich biologischer Belastungen korrekt sind und leitet diese bei Belastungen mit Asiatischem Staudenknöterich oder Essigbaum an den Kanton weiter.

gebietsfremde Pflanzen Formular Weiterleitung
Kantonale Leitstelle
Baubewilligung
Asiatischer Staudenknöterich,
Essigbaum
Zusatzformular Entsorgung Bauabfälle
Zusatzformular Belastete Standorte und Altlasten (inkl. Neobiota)
ja
Ambrosia, Riesenbärenklau, Schmalblättriges Greiskraut, Erdmandelgras Zusatzformular Entsorgung Bauabfälle nein

Ansprechperson:

Kontakt

Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft – Sektion Biosicherheit

Telefon

+41 43 259 32 60

Sekretariat


Bürozeiten


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Kontaktperson Bianca Saladin

Für dieses Thema zuständig: