Neue Landwirtschaftsbetriebe, Betriebsgemeinschaften oder Betriebszweigsgemeinschaften müssen anerkannt werden. Nur anerkannte Betriebe erhalten Direktzahlungen. Auch ein Wechsel der Betriebsleitung sowie Betriebsaufgaben sind dem Kanton zu melden.
Anpassung der Fristen
Die Fristen für die Gesucheinreichung von Bewirtschafterwechseln, Betriebsanerkennungen und Anerkennungen von Gemeinschaftsformen wurden angepasst. Diese Gesuche müssen künftig bis am 15. Januar eingereicht werden, damit sie für das laufende Beitragsjahr berücksichtigt werden können.
Wir empfehlen, Gesuche bereits im Vorjahr (bis zum 15. Dezember) einzureichen. In begründeten Fällen können Sie bis zum 15. Januar schriftlich eine Fristerstreckung bis zum 15. März beantragen. Weitere Informationen finden Sie weiter unten bei den entsprechenden Gesuchen.
Direktzahlungsberechtigung
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Vorteile:
- Der Betrieb ist vom Kanton anerkannt.
- Die Vorschriften zu Tier- und Gewässerschutz werden eingehalten.
- Der Betrieb wird auf eigene Rechnung und Gefahr geführt; das gilt auch für Sömmerungs- oder Gemeinschaftsweidebetriebe (Nachweis: Anmeldung bei kantonaler Ausgleichskasse)
- Es besteht ein betrieblicher Arbeitsbedarf von mindestens 0,2 SAK (Standardarbeitskraft).
- Betriebseigene Arbeitskräfte erledigen mindestens 50 Prozent der auf dem Betrieb anfallenden Arbeiten.
- Alle Mitbewirtschaftenden innerhalb einer Gesellschaft oder Gemeinschaft erfüllen die Kriterien für den Bezug von Direktzahlungen.
- Der ökologische Leistungsnachweis (ÖLN) wird erfüllt; das gilt auch für Biobetriebe (nicht aber für Sömmerungsbetriebe).
Vorteile:
- Natürliche Personen mit zivilrechtlichem Wohnsitz in der Schweiz
- Juristische Personen mit Sitz in der Schweiz (nur berechtigt für Getreidezulage, Biodiversitäts-, Landschaftsqualitäts- und Einzelkulturbeiträge)
Beiträge werden nur bis zum 65. Lebensjahr gezahlt. Bei Personengesellschaften und Betriebsgemeinschaften werden die Beiträge anteilig reduziert, wenn Personen die Altersgrenze überschritten haben.
Landwirtschaftliche Ausbildung
Der eidgenössisch anerkannte Abschluss einer landwirtschaftlichen Aus- oder Weiterbildung muss zum Zeitpunkt des Bewirtschafterwechsels oder spätestens bis zum 1. Mai des Beitragsjahres vorliegen, sofern Direktzahlungen beantragt werden. Davon ausgenommen sind Betriebe im Berggebiet mit weniger als 0,5 SAK.
Andere Ausbildung
Wenn Sie einen anderen anerkannten Berufsabschluss haben und mindestens 28 Jahre alt sind, genügt bis zum 1. Mai des Beitragsjahres auch entweder eine landwirtschaftliche Weiterbildung oder ein Nachweis von drei Jahren landwirtschaftlicher Praxis (z.B. durch Arbeitsverträge, Lohnabrechnungen).
Weitere Bestimmungen
Es gelten folgene Ausnahmen:
- Falls Ihr Ehepartner oder Ihre Ehepartnerin die Altersgrenze erreicht hat und Sie mindestens zehn Jahre auf dem Betrieb mitgearbeitet haben, müssen Sie keine Ausbildungsanforderungen erfüllen.
- Falls Sie als Erbe oder Erbin einen Betrieb bis maximal drei Jahre nach dem Tod des bisherigen Bewirtschafters oder der bisherigen Bewirtschafterin bewirtschaften, müssen Sie keine Ausbildungsanforderungen erfüllen.
Sozialversicherungspflicht
Ab dem 1. Januar 2027 muss die Ehefrau, der Ehemann, die eingetragene Partnerin oder der eingetragene Partner des Bewirtschafters oder der Bewirtschafterin über einen persönlichen Sozialversicherungsschutz verfügen, sofern sie oder er regelmässig und in beträchtlichem Masse auf dem Betrieb mitarbeitet. So wird es neu im Landwirtschaftsgesetz gefordert (neu Art. 70a Abs. 1 Bst. i LwG, in Kraft ab 1.1.2027).
Der Versicherungsschutz umfasst eine Taggeldversicherung, welche das Risiko einer Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit und Unfall abdeckt, sowie eine Risikovorsorge, welche das Risiko von Invalidität und Tod infolge Krankheit und Unfall abdeckt. Der Versicherungsschutz umfasst keine Mutterschaftsversicherung. Die Direktzahlungsverordnung wird mit einem neuen Abschnitt zum Versicherungsschutz bei Krankheit und Unfall ergänzt (neu Abschnitt 1a; Art. 10a ff. DZV, in Kraft ab 1.1.2027).
Bei den folgenden Voraussetzungen muss ein Versicherungsschutz bei Krankheit und Unfall vorhanden sein:
Die Ehepartnerin, der Ehepartner, die eingetragene Partnerin oder der eingetragene Partner des Bewirtschafters oder der Bewirtschafterin
- ist am 1. Januar des Beitragsjahres mit dem Bewirtschafter oder der Bewirtschafterin des Betriebs verheiratet oder lebt in eingetragener Partnerschaft;
- hat am 1. Januar des Beitragsjahres das 65. Altersjahr noch nicht vollendet (zu beachten ist jedoch die Übergangsbestimmung, wonach für Personen mit Jahrgang 1972 und älter keine Pflicht zu einem Versicherungsschutz bei Krankheit und Unfall besteht) und
- hat im Jahr vor dem Beitragsjahr kein eigenes Einkommen erzielt, das höher ist als der jährliche Mindestlohn nach Artikel 7 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (Fr. 22 680; Stand BVG vom 1.1.2025).
Als regelmässige und beträchtliche Mitarbeit auf dem Betrieb gemäss Gesetz gilt eine Mitarbeit, die in der Steuererklärung mit einem Zweiverdienerabzug nach Artikel 33 Absatz 2 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer (DBG) geltend gemacht wurde.
Taggeldversicherung
Es gelten folgende Anforderungen an die Taggeldversicherung:
- Das Taggeld beträgt mindestens 100 Franken pro Tag.
- Es muss spätestens nach 60 Tagen Wartefrist während der Dauer der Arbeitsunfähigkeit ausgerichtet werden.
- Es darf längstens während zweier Jahre ausgerichtet werden.
Risikovorsorge
Für die Risikovorsorge kann zwischen einer Rente und einer Kapitalleistung gewählt werden. Möglich ist auch eine Kombination von Rente und Kapitalleistung.
- Die Rente muss mindestens 24'000 Franken pro Jahr betragen.
- Die einmalige Kapitalleistung muss mindestens 300'000 Franken betragen.
Wird eine Kombination von Rente und Kapitalleistung gewählt, so gelten die genannten Mindesthöhen anteilsmässig.
Es besteht keine entsprechende Versicherungspflicht, wenn eine Versicherung die zu versichernde Person wegen ihres Gesundheitszustands abgelehnt oder einen Vorbehalt angebracht hat. Der Vorbehalt darf höchsten fünf Jahre alt sein.
Die weiteren Ausnahmen, bei denen kein Versicherungsschutz erforderlich ist, werden ab 1.1.2027 in Art. 10b DZV geregelt.
Erkundigen Sie sich bitte, ob Sie vom ab dem Jahr 2027 geltenden Sozialversicherungsschutz in der Landwirtschaft betroffen sind.
Auf der Infoseite des Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) finden Sie weitere Informationen sowie einen interaktiven Fragebogen, der Sie prüfen lässt, ob ein Versicherungsschutz erforderlich ist oder nicht:
Betriebsanerkennung
Neue Landwirtschaftsbetriebe, Betriebsgemeinschaften oder Betriebszweigsgemeinschaften müssen anerkannt werden. Nur anerkannte Betriebe erhalten Direktzahlungen.
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Als Betrieb gilt ein landwirtschaftliches Unternehmen, das:
Vorteile:
- Pflanzenbau und/oder Nutztierhaltung betreibt;
- eine oder mehrere Produktionsstätten umfasst;
- rechtlich, wirtschaftlich, organisatorisch und finanziell selbständig und unabhängig von anderen Betrieben ist;
- ein eigenes Betriebsergebnis ausweist;
- während des ganzen Jahres bewirtschaftet wird.
Als Produktionsstätte gilt eine Einheit von Land, Gebäuden und Einrichtungen,
Vorteile:
- die räumlich als solche erkennbar ist;
- die getrennt von anderen Produktionsstätten ist;
- auf der eine oder mehrere Personen tätig sind.
Umfasst ein Betrieb mehr als eine Produktionsstätte, so gilt als Betriebszentrum der Ort, an dem sich das Hauptgebäude oder das Schwergewicht der Betriebstätigkeit befinden.
Als Bewirtschafter oder Bewirtschafterin gilt eine natürliche Person, eine Personengesellschaft (z. B. Generationengemeinschaft) oder eine juristische Person (GmbH, AG), die einen Betrieb auf eigene Rechnung und Gefahr führt, und damit das Geschäftsrisiko trägt.
Folgende Vorrausetzungen gelten für eine Personengesellschaft:
Vorteile:
- Gründung durch mindestens zwei Personen
- Regelung der Zusammenarbeit in einem schriftlichen Vertrag
- Persönliche Haftung der Gesellschafter
Fristen Betriebsanerkennung
Wir empfehlen, Gesuche für eine Betriebsanerkennung bis zum 15. Dezember einzureichen, wenn Sie im folgenden Jahr Beiträge erhalten möchten. Der letztmögliche Zeitpunkt für das Einreichen eines Gesuchs im laufenden Jahr ist der 15. Januar. Wenn Sie Ihr Gesuch nach dieser Frist einreichen, können Sie erst im nächsten Jahr Beiträge erhalten.
In begründeten Fällen können Sie bis zum 15. Januar schriftlich eine Fristerstreckung bis zum 15. März beantragen.
Bewirtschafterwechsel
Wenn die Betriebsleitung wechselt oder sonstige Änderungen anstehen, ist dies der Abteilung Landwirtschaft zu melden.
Fristen Bewirtschafterwechsel
Wir empfehlen, Gesuche für einen Betriebsleitungswechsel für das folgende Jahr bis zum 15. Dezember bei der Abteilung Landwirtschaft einzureichen. Letztmöglicher Zeitpunkt für das Einreichen eines Gesuchs im laufenden Jahr ist der 15. Januar (Datum Poststempel). In begründeten Fällen können Sie bis zum 15. Januar schriftlich eine Fristerstreckung bis zum 15. März beantragen.
Anerkennung von Gemeinschaftsformen
Gemäss Landwirtschaftliche Begriffsverordnung (LBV) muss der Zusammenschluss von Betrieben zu einer Betriebsgemeinschaft oder Betriebszweiggemeinschaften anerkannt werden.
Verträge für die verschiedenen Gemeinschaftsformen sind beim Schweizer (SBV) oder Zürcher Bauernverband (ZBV) erhältlich:
Betriebsgemeinschaft (BG)
Betriebsgemeinschaften sind ein vollständiger Zusammenschluss von zwei oder mehreren Betrieben zu einem Betrieb.
Voraussetzungen
Vorteile:
- Regelung der Zusammenarbeit in einem schriftlichen Vertrag
- Gemeinsame Bewirtschaftung auf eigene Rechnung und Gefahr
- Erfüllung der Tätigkeiten für die Betriebsgemeinschaft durch beteiligte Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter
- Keine Tätigkeiten über 75 Prozent ausserhalb der Betriebsgemeinschaft
- Maximal 15 Kilometer Fahrdistanz zwischen den Betriebszentren der beteiligten Betriebe
- Mindestarbeitsbedarf von 0.20 SAK je beteiligtem Betrieb vor dem Zusammenschluss
Fristen Gründung Betriebsgemeinschaft
Melden Sie der Abteilung Landwirtschaft bis spätestens 15. Januar (Datum Poststempel), wenn Sie im laufenden Jahr eine Betriebsgemeinschaft gründen wollen. Wenn Sie Ihr Gesuch später einreichen, ist ein Wechsel erst im Folgejahr möglich.
Betriebszweiggemeinschaft (BZG)
Gemeinsame Haltung von Nutztieren oder gemeinsame Führung eines anderen Betriebszweigs.
Voraussetzungen
Vorteile:
- Regelung der Zusammenarbeit und der Aufteilung der Flächen und Tiere in einem schriftlichen Vertrag
- Erfüllung der Tätigkeiten für die Betriebsgemeinschaft durch beteiligte Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter
- Maximal 15 Kilometer Fahrdistanz zwischen den Betriebszentren der beteiligten Betriebe
- Mindestarbeitsbedarf von 0.20 SAK je beteiligtem Betrieb vor dem Zusammenschluss
Verfügt ein Bewirtschafter oder eine Bewirtschafterin über mehrere Einheiten, gelten die einzelnen Einheiten als Produktionsstätten (PS) und zusammen als ein Betrieb.
Fristen Gründung BZG
Melden Sie der Abteilung Landwirtschaft bis spätestens 15. Januar, wenn Sie im laufenden Jahr eine Betriebszweiggemeinschaft gründen wollen. Wenn Sie Ihr Gesuch später einreichen, ist ein Wechsel erst im Folgejahr möglich.
Betriebsaufgabe
Wenn Sie einen Betrieb ganz oder teilweise aufgeben, müssen Sie das der Abteilung Landwirtschaft bis zum 15. Januar mit dem «Formular Betriebsaufgabe» melden.
Sie können darin ebenfalls melden, falls Sie zwar den landwirtschaftlichen Betrieb aufgeben, aber weiterhin Flächen bewirtschaften oder Tiere halten.
Weiterführende Informationen
Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.
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