Werkschau

An der Werkschau präsentiert die Fachstelle Kultur jedes Jahr dreissig künstlerische Positionen aus dem Kanton Zürich, die für einen der zwölf Werkbeiträge nominiert sind.

Inhaltsverzeichnis

Werkschau 2022

Visual der Werkschau 2022 mit dem Veranstaltungsdatum 29. September bis 9. Oktober. Abstrakte, geometrische Formen.
Gestaltung: Martin Woodtli

Die Fachstelle Kultur ist zu Gast im Museum Haus Konstruktiv und zeigt Werke von 30 Zürcher Künstler:innen, die sich um die zwölf kantonalen Werkbeiträge im Bereich Bildende Kunst bewerben. Die Eröffnung findet am Mittwoch, den 28. September, von 19.30 bis 22 Uhr statt. Im Rahmen der Werkschau finden verschiedene Lesungen, Performances, Führungen, Workshops für Kinder sowie ein Speeddating mit den Künstler:innen statt.  

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Eröffnung: Mittwoch, 28. September, 19.30 bis 22 Uhr

Öffnungszeiten:
Di/Do/Sa/So 11 bis 17 Uhr
Mi & Sa 11 bis 20 Uhr

Ausstellungsort:
Museum Haus Konstruktiv
Selnaustrasse 25
8001 Zürich

Der Eintritt ist frei.  

Benedikt Bock
«Robert Zweifel - Der Traum von Vier», 2022, ca. 20 min
Freitag, 30. September, 19 Uhr
Samstag, 8. Oktober, 14.30 Uhr

Cathrin Jarema
«amongst strangers and glitches», 2022
Während der gesamten Ausstellungsdauer

Nils Amadeus Lange
«e piangono ancora», 2022, ca. 40 min
Samstag, 8. Oktober, 15.30 Uhr  

Freitag, 7. Oktober, 17 bis 19 Uhr  

Begegnungen mit den Kunstschaffenden, moderiert von Autor:innen der Zeitschrift Kunstbulletin  

  • Sonntag, 2. Oktober, 11.45 Uhr: mit Simon Husslein und Duscha Kistler (Verantwortliche Werkschau)
  • Mittwoch, 5. Oktober, 18.30 Uhr: mit Alexandra Blättler (Jurymitglied) und Duscha Kistler (Verantwortliche Werkschau)
  • Sonntag, 9. Oktober, 11.45 Uhr: mit Deborah Keller (Jurymitglied) und Duscha Kistler (Verantwortliche Werkschau)

Es ist keine Anmeldung erforderlich.  

Gestalterische Workshops für Kinder von 5 bis 10 Jahren

  • Sonntag, 2. Oktober, 11.15 bis 13.15 Uhr
  • Sonntag, 9. Oktober, 11.15 bis 13.15 Uhr

Anmeldung erforderlich unter: info@hauskonstruktiv.ch

Nominierte Künstler:innen 2022

Folgende Künstler:innen und Kollektive sind für einen Werkbeitrag nominiert und zeigen an der Werkschau 2022 ihre aktuellen Arbeiten.  

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Aldo Mozzinis Kunst umfasst neuere Arbeiten aus Textilien sowie Zeichnungen und architektonische Rauminstallationen, die an Städte erinnern und aus Elementen bestehen, die für ihn den urbanen Raum konstituieren. Entgegen vieler Werke von Mozzini funktioniert «quasi un’apparizione», eine figurative Arbeit aus Stoff, die er an der Werkschau zeigen wird, als Solitär.  

Im Atelier aufgenommen von Laura Breitschmid (Ausstellungstext)

Benedikt Bocks Werkzeug ist die Metapher: «Sie ist eine Art Trägerin, wie ein Schiff, dass die Ware, den Inhalt oder eine Frage über das Meer transportiert. Es gibt so viele Fragen, die gerne über Bord geworfen werden. Für sie Schiffe zu bauen, verstehe ich als meine Arbeit.» Darin verbindet er Bildende Kunst und Literatur und schafft visuelle Erzählungen, die er als ein persönliches, kritisches und alternatives Wörterbuch zur Gegenwart sieht, das er ständig ergänzt und weiterspinnt.  

Im Atelier aufgenommen von Nadja Stephanie Schmid (Ausstellungstext)

Bettina Carl ist vor allem für ihre grossformatigen Zeichnungen auf Papier bekannt, die sie auf malerische Weise gestaltet. Ihre Kompositionen entspringen meist der Spontaneität und orchestrieren sich spielerisch während des Entstehungsprozesses. Ihrer neuen Arbeit «M», die sie an der Werkschau zeigt, liegt jedoch eine andere, eher untypische Praxis zugrunde: Die Serie aus drei Zeichnungen beruht motivisch auf einem Zeitungsfoto aus den 1930er-Jahren, das Benito Mussolini beim Schlittenfahren zeigt.  

Im Atelier aufgenommen von Samantha Grob (Ausstellungstext)

Cathrin Jarema arbeitet interdisziplinär. Sie entwickelt Performances, Videos und skulpturale Installationen – stets einer narrativen Forschung verpflichtet, die seziert und neu zusammengesetzt wird, oftmals in direktem Kontakt mit dem Publikum. (Selbst-)Reflexion ist dabei zentral, genauso wie die Frage, wie sich unser Sprachgebrauch auf unsere Kommunikation auswirkt. In ihrem Beitrag für die Werkschau hinterfragt sie Floskeln und Vokabular aus den Sozialen Medien.  

Im Atelier aufgenommen von Valeska Marina Stach (Ausstellungstext)

Doris Dehan Son knüpft, näht, webt und wickelt Textilien zu körperhaften Skulpturen. Ihre Arbeiten denkt sie im Raum und will damit Emotionen auslösen und sichtbar machen. Die Textilien, mit denen sie arbeitet, gelangen oft zufällig zu ihr. Genauso wie der PVC, den sie in ihr neustes Werk, das sie an der Werkschau zeigt, einarbeitet.  

Im Atelier aufgenommen von Laurindo Lietha (Ausstellungstext)

Ian Wooldridge macht Videoarbeiten, die er aus gefundenem Material aus dem Internet zusammenschneidet und mit selbst gefilmten Sequenzen ergänzt. Angesprochen werden dabei oft Themen wie Arbeitsbedingungen oder die Aufmerksamkeitsökonomie. Seine Filme sind jedoch keine kritischen Reportagen, sondern investigative Aneignungen der Ästhetik medialer Sprache. Ihn interessiert, wie visuelle Sprache funktioniert und was die unausgesprochenen Codes etwa der Businesswelt oder der Social-Media-Plattformen sind.  

Aufgenommen von Ian Wooldridge

Ob in Installation, Choreografie, Video, Skulptur oder Zeichnung – jeweils begleitet von korrespondierenden Schreibprozessen – widmet sich die stark konzeptuelle Arbeit von Izidora I LETHE der kritischen Befragung historischer Kanons. Auch in der für die Werkschau konzipierten Arbeit «CONVERSION (glow)» kombiniert LETHE diverse Medien zu einem installativen Ganzen. Den Hintergrund bildet dabei ein Wandbild, das während des Ausstellungsaufbaus in Abwesenheit des Publikums von fünf Performer:innen markiert wurde.  

Im Atelier aufgenommen von Selma Meuli (Ausstellungstext)

Sammeln und Recherchieren entlang künstlerischer Positionen, eines Stils oder einer Bewegung sind Methoden, die in der Praxis von Jack Pryce verschmelzen. Er spielt mit Referenzfeldern aus Büchern, Objekten und Kunstwerken, mit Codes aus der Kunstwelt, Musikvereinen und der eigenen Familie. So auch in seiner neusten Arbeit für die Werkschau, in welche der Humor einfliesst, den seine Eltern pflegen und der typisch für englische Vororte ist.  

Im Atelier aufgenommen von Laura Breitschmid (Ausstellungstext)

Johanna Müller untersucht die Wechselwirkungen zwischen Internetraum und User:in. Ihre künstlerische Herangehensweise beschreibt sie als eine Art des Flanierens im World Wide Web. Bei ihrer neuesten Arbeit «Who the f*** is Karen? (don›t show feelings)», die an der Werkschau 2022 ausgestellt wird, nimmt die Künstlerin das Internetphänomen der Karen (Meme) auf, welches ursprünglich aus den USA stammt und für spezifische Verhaltensmuster der weissen Mittelschicht steht.  

Aufnahme von Johanna Müller

Es ist die Verbindung von Stimme und Körper, die Lara Dâmaso momentan speziell interessiert. Ihre Pieces sind strukturale Improvisationen – offene Choreografien, die aus einem Wechselspiel von Struktur und Improvisation etwas Neues entstehen lassen. Lara Dâmaso bestimmt die Regeln und lässt dann ihrem Körper freien Lauf. In der Videoarbeit «Saudade» hinterfragt die Künstlerin den kolonialen Kontext des portugiesischen Fado und formt eine eigenständige Gegenposition.  

Im Atelier aufgenommen von Ava Slappnig (Ausstellungstext)

Leander Eisenmanns arbeitet mit Tusche, Farbe und Pinsel. Während einige seiner Arbeiten gegenstandslose Malereien oder Collagen zeigen, bekunden die figurativen Arbeiten in ihrer piktogrammhaften Reduziertheit Eisenmanns Affinität zum Grafischen. Die in der Werkschau gezeigte Serie «Probleme sind auch keine Lösung», an der er seit 2019 arbeitet, bringt er durch die Beschränkung auf Tusche, Sprayfarbe und Papier materiell auf einen Nenner und öffnet gleichzeitig einen Raum für Dialog und Assoziationen.  

Im Atelier aufgenommen von Tiziana Bonetti (Ausstellungstext)

In der künstlerischen Praxis von Leila Peacock wirken Schreiben und Zeichnen, Text und Bild eng zusammen. Im gegenseitigen Dialog formen sie eine offene Erzählung, die zwischen Wahrheit und Fiktion pendelnd zur freien Lesart einlädt. Peacock siedelt ihre (Bild-)Sprache gerne in der Nähe der Poesie an. Ihre Arbeiten nehmen unterschiedlichste Formen an und entziehen sich einer eindeutigen Definition: «Ich zeichne Essays und schreibe Cartoons und schaffe grossformatige, handgezeichnete Installationen.»  

Im Atelier aufgenommen von Patrizia Keller (Ausstellungstext)

Li Tavors künstlerische Praxis befasst sich mit den Relationen zwischen Klang, Architektur und der subjektiven menschlichen Wahrnehmung. In zumeist installativen Arbeiten interessiert sich Tavor dafür, wie die spezifische Positionierung eines Individuums in einem gebauten, gesellschaftlichen oder kulturellen Raum die Wahrnehmung beeinflusst. In der für die Werkschau konzipierten mehrkanaligen Video- und Audioinstallation «hi fidelity – my own private canon or the politics of silence» hinterfragt Li Tavor das Verhältnis von physischem und audiovisuellem Raum.  

Im Atelier aufgenommen von Selma Meuli (Ausstellungstext)

Marc Lee arbeitet in seiner Kunst mit Inhalten aus dem Internet, die er auf Bildschirmen, dem Handy oder auch in interaktiven Installationen den Besucher:innen zugänglich macht. Seine Werke verändern sich laufend, sind meist mit dem Internet verbunden, beziehen ständig neue Informationen und visualisieren diese. Marc Lee nutzt im Internet zugängliche Daten, um auf Themen wie Biodiversität, synthetische Biologie oder Auswirkungen des technischen Fortschritts und der Globalisierung aufmerksam zu machen.  

Aufgenommen von Marc Lee

«Ich male nur das, was ich sehe, nichts anderes.» Als Chronistin dokumentiert Maria Pomiansky den architektonischen und sozialen Wandel der Stadt – in Farbstift oder mit Öl und Acryl auf Leinwand. Mit ihrem Beutel voll farbigen Stiften seziert sie ihre Umgebung. Aufmerksamkeit ist ihr wichtigstes Instrument. Diese schenkt sie in ihrer Arbeit für die Werkschau unterschiedlichen Künstler:innen, die sie in ihrem Atelier besucht und porträtiert. Es sind die Arbeitsweise und Räume, die Maria Pomiansky dabei interessieren.  

Im Atelier aufgenommen von Claudia Heim (Ausstellungstext)

Klänge können uns innerhalb von Augenblicken berühren, evozieren Bilder, wecken Erinnerungen und Sehnsüchte. Die Faszination an dieser Eigenschaft markiert den Grundstein für Marianthi Papalexandri Alexandris Arbeit. Ihre Werke bewegen sich zwischen Instrumentenbau, kinetischer und bildender Kunst. Sei es eine Komposition, eine Performance oder eine Klangskulptur – Papalexandri Alexandris Interesse gilt den resonanten Oberflächen der alltäglichen Dingwelt, anhand derer sie das ursprüngliche Wesen von Klängen erforscht.  

Im Atelier aufgenommen von Rani Magnani (Ausstellungstext)

Marius Eckerts Arbeitsinstrument ist die analoge Kamera. Mit ihr macht er sich auf die Suche nach dem Bruch in der gängigen Ästhetik. Ihn interessieren nicht die Postkartenmotive, sondern die Momente davor und danach. Finden tut er diese zum Beispiel auf dem Bau, an Partys oder, wie in seiner Arbeit für die Werkschau, indem er Augenblicke festhält, in denen Menschen etwas zum letzten Mal tun.  

Im Atelier aufgenommen von Caroline Teufelberger (Ausstellungstext)

Das breite Schaffen von Mickry 3 reicht von Malerei über Bildhauerei bis hin zu skulpturaler Installation. Heiter und mit einem Augenzwinkern wollen die drei Künstlerinnen ihre Kunst für alle nahbar und zugänglich machen. Damit alleine wird man ihnen aber nicht gerecht. Denn bei genauerem Hinschauen liest man subtil gehaltene, gesellschaftskritische Kommentare aus ihrem Werk heraus. So auch bei ihrem Beitrag zur Werkschau, in dem sie sich mit dem Thema Geld auseinandersetzen.  

Im Atelier aufgenommen von Vivianne Tat (Ausstellungstext)

Im Zentrum von Nadia Hauris teils monumentalen Skulpturen steht die Faszination für die physikalische Beschaffenheit und die spezifische Oberflächenstruktur von Material sowie für dessen assoziative Aufladung. Wenn Nadia Hauri von «Materialpsychologie» spricht, meint sie damit die körperliche und emotionale Auseinandersetzung, zu welcher ihre Arbeiten auffordern. Für die Werkschau verwendet die Künstlerin zum ersten Mal einen Stab aus mit Kunstharz gemischtem Lavendelquarz.  

Im Atelier aufgenommen von Rani Magnani (Ausstellungstext)

Nicola Genovese arbeitet mit Performances und Objekten, die er oftmals miteinander verbindet. An der Werkschau zeigt er eine neue grossformatige Skulptur mit dem Titel «Tinnitus». In seinem skulpturalen Schaffen verwendet Nicola Genovese Materialien wie Keramik, glattes Metall und weiche Textilien, die sich durch ihre Konnotation und die haptische Wahrnehmung kontrastieren, Spannung aufbauen und mit ihrer Formsprache Themen wie Männlichkeit und den «Postgender-Body» umkreisen.  

Im Atelier aufgenommen von Gianna Rovere (Ausstellungstext)

In ihren halbfiktionalen Videoarbeiten erforscht Nicolle Bussien vorherrschende gesellschaftliche Narrative und Denkmuster. Die in der Werkschau präsentierte Arbeit «Réviser les Lignes» reiht sich ein in ihre anhaltende Auseinandersetzung mit Diskriminierung und Ausgrenzung sowie ihr kontinuierliches Herausfordern von geradlinigen Gesellschaftsperspektiven. Auf poetische Weise richtet die Künstlerin darin den Blick auf die für Fussballfelder charakteristischen weissen Markierungslinien.  

Im Atelier aufgenommen von Selma Meuli (Ausstellungstext)

Die Ordnung der Dinge zu «queeren», insbesondere aber auch gesellschaftliche Modelle und Genderstereotypen betreffende Konventionen zu dekonstruieren, ist anhaltender Bestandteil von Nils Amadeus Langes künstlerischer Praxis, die sich dynamisch zwischen Performance, Choreografie und skulpturaler Praxis artikuliert. In der für die Werkschau konzipierten Performance «e piangono ancora» führt der Künstler seine Recherche zu den Möglichkeiten, das Publikum in das performative Geschehen zu integrieren, fort.  

Aufnahme von Flavio Karrer

Nina Emge untersucht in ihrem künstlerischen Schaffen die Schnittstellen zwischen dem musikalischen, dem sozialen und dem politischen Zuhören. Dabei bedient sie sich Materialien wie Metall, Glas oder Keramik und erprobt und erbaut mit diesen Hypothesen und Narrative. Ihre Installationen bestehen aus Objekten, die sich zwischen Instrument und Skulptur ansiedeln lassen und soziale Räume über eine Form von Klang öffnen – auch wenn dieser oftmals nur imaginiert ist.  

Im Atelier aufgenommen von Gianna Rovere (Ausstellungstext)

Paula Henrike Herrmann sucht die Motive und Erzählungen für ihre Malereien und Collagen im Alltag, in oft scheinbar nebensächlichen Kleinigkeiten. Sie fängt Momente ein, die sie im Internet oder in Zeitungen entdeckt, aus ihrem eigenen Alltag herausfiltert, oder die sie auf der Strasse findet. Diese Entdeckungen schichtet sie zu grossen oder kleinen Installationen. An der Werkschau zeigt Paula Henrike Herrmann eine mehrteilige Collagearbeit, ein spielerisches Schichten vor Ort.  

Im Atelier aufgenommen von Nadja Stephanie Schmid (Ausstellungstext)

Paulo Wirz befragt in seiner künstlerischen Arbeit die gesellschaftliche Bedeutung von symbolisch aufgeladenen Objekten. Die Arbeit, die er an der Werkschau zeigt, ist eine Weiterführung früherer Werke. Es ist ein System von Dingen, das Paulo Wirz «Parafernália» nennt: eine Sammlung von Objekten, die für bestimmte Aktivitäten notwendig sind oder auch Kultgegenstände und Grabbeigaben sein können.  

Aufnahme von Paulo Wirz

Samrat Banejee widmet sich der künstlerischen Forschung zum Anthropozän, dem Zeitalter, in dem der Mensch zur dominanten biologischen, geologischen und klimatologischen Gewalt geworden ist. Medien und Materialien werden durch den Prozess der künstlerischen Recherche vorgegeben, wobei Video ein Fokus der meisten Arbeiten von Samrat Banerjee darstellt. Ausgangspunkt seiner Werkschaupräsentation ist eine kolorierte Radierung von 1790, die den «Vater der modernen Alpenforschung», Horace Bénédict de Saussure, auf dem Gipfel des Mont Blanc zeigt.  

Im Atelier aufgenommen von Michel Rebosura (Ausstellungstext)

Die an der Werkschau ausgestellte mehrteilige Installation «Aroleid» bildet den vorläufigen Abschluss von Susan Steigers mehrjähriger künstlerischer Recherche zur sozialen Konstruktion des Fremden. An einem fiktiven Ort prallen mehrere Ereignisketten, die kausal nichts miteinander zu tun haben, aufeinander. Menschen mit spirituellem Interesse fühlen sich von diesem Ort in den Schweizer Alpen angezogen. Es entsteht ein Spannungsfeld zwischen heimatlicher und fremder Lebensweise.  

Im Atelier aufgenommen von Michel Rebosura (Ausstellungstext)

Taiyo Onorato & Nico Krebs arbeiten mit Fotografie, Film und Installationen, wobei die Auseinandersetzung mit dem Medium Fotografie im Zentrum steht. Dieses behauptet, ein Abbild der Realität zu sein. Onorato und Krebs nutzen es, um mit dieser Erwartung zu brechen. Die Arbeit, die das Duo an der Werkschau zeigt, ist in einer Residenz im Red Sea Research Center in Saudi-Arabien entstanden und setzt sich mit der Wahrnehmung unter Wasser sowie mit der wissenschaftlichen Praxis im Bereich der Meeresbiologie auseinander.  

Im Atelier aufgenommen von Laura Breitschmid (Ausstellungstext)

Ursula Palla setzt sich in ihren Videoarbeiten, Installationen und Skulpturen mit dem Verhältnis von Natur, Kultur und Technik auseinander. Die Arbeit für die Werkschau trägt den Titel «Displaced Herbarium» und ist ein dreidimensionales und semifiktives Herbarium. In dieser zweiteiligen Installation werden ausgestorbene Pflanzen, die nur noch in Abbildungen und Beschreibungen existieren, rekonstruiert, bruchstückhaft in Bronze gegossen und auf kleinen Monitoren in den Farben ihrer Blütenblätter festgehalten.  

Im Atelier aufgenommen von Sabine von Fischer (Ausstellungstext)

Der Fokus von Val Minnigs Kunst liegt auf der Beziehung zwischen Mensch und Umwelt. Meist übersetzt sie Alltagsmomente, in denen Lebensräume von Menschen und Tieren aufeinanderprallen, in installative Arbeiten. Diese entstehen vorwiegend für konkrete Ausstellungssituationen in Reaktion auf den jeweiligen Raum und Kontext und bringen Materialien zum Einsatz, die nicht in erster Linie mit Kunst in Verbindung gebracht werden. An der Werkschau zeigt Val Minnig die neue grossformatige Arbeit «vom feinsten light lunch time moments tavola».  

Im Atelier aufgenommen von Laura Breitschmid (Ausstellungstext)

Jury 2022

248 Gesuche um einen Werkbeitrag sind bei der Fachstelle Ende März 2022 eingegangen. Die Gesuchsbeurteilung erfolgte durch eine Jury, die sich aus Mitgliedern der kantonalen Kulturförderungskommission sowie externen Fachpersonen zusammensetzt:

  • Sabian Baumann (Künstler*, Zürich)
  • Alexandra Blättler (Sammlungskuratorin Kunstmuseum Luzern)
  • Anders Guggisberg (Künstler, Zürich)
  • Sophie Jung (Künstlerin, Basel/London)
  • Deborah Keller (Redaktorin Kunstbulletin, Kuratorin Kunsthalle Arbon)
  • Carmen Weisskopf (Künstlerin, Berlin)  

Werkbeiträge

An der Werkschau präsentiert die Fachstelle Kultur jedes Jahr dreissig künstlerische Positionen aus dem Kanton Zürich, die für einen der zwölf Werkbeiträge in der Höhe von je 24'000 Franken nominiert sind. Die Ausstellung wird jeweils von der Fachstelle Kultur konzipiert und umgesetzt und ist seit 2014 zu Gast im Museum Haus Konstruktiv.

Die Werkbeiträge in der Bildenden Kunst werden einmal jährlich in einem zweistufige Verfahren von einer Jury vergeben. Der Beitrag will Kunstschaffenden eine finanzielle Hilfe bieten, um ihre künstlerische Tätigkeit weiterzuentwickeln oder ein konkretes Projekt oder Werk auszuarbeiten. Ziel dieser Art von Förderung ist die unmittelbare und personenbezogene Unterstützung von Künstler:innen mit Wohnsitz im Kanton Zürich. Die Ausstellung im Museum ermöglicht die Vermittlung der Kunstschaffenden und ihrer Arbeit an die breite Öffentlichkeit und das Fachpublikum.

Die Teilnahme an der Ausschreibung ist für etablierte wie auch für junge Kunstschaffende mit wenig Ausstellungserfahrung möglich. Eine Altersgrenze besteht nicht. Einzelne Künstler:innen oder Kollektive können insgesamt maximal drei Werkbeiträge in Empfang nehmen.  

Vergangene Werkschauen

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Gestaltung: Martin Woodtli

Die Werkschau 2021 fand vom 30. September bis 10. Oktober 2021 im Museum Haus Konstruktiv statt. 252 Künstler*innen und Kollektive haben sich für einen Werkbeitrag beworben. Folgende wurden mit einem Werkbeitrag von je 24'000 Franken ausgezeichnet:

Josephine Baan
Shamiran Istifan
Gautam Kansara
Roman Selim Khereddine
David Knuckey
Eleonora Meier
Noha Mokhtar
Philip Ortelli
Karoline Schreiber
Pascal Sidler
Peter Tillessen
Jiajia Zhang

Jury 2021: Sabian Baumann (Künstler*), Alexandra Blättler (Sammlungskuratorin Kunstmuseum Luzern), Anders Guggisberg (Künstler), Deborah Keller (Redaktorin Kunstbulletin, Kuratorin Kunsthalle Arbon), Nadia Veronese (Kuratorin Kunstmuseum St.Gallen)

Die Werkschau 2020 fand vom 1. bis 11. Oktober im Museum Haus Konstruktiv statt. 244 Künstlerinnen, Künstler und Kollektive haben sich für einen Werkbeitrag beworben. Folgende wurden mit einem Werkbeitrag von je 24'000 Franken ausgezeichnet:

Pascale Birchler, Zürich
Andriu Deplazes, Zürich
Marianne Halter & Mario Marchisella, Zürich
Raphael Hefti, Zürich
huber.huber, Zürich
Monica Ursina Jäger, Zürich
Thomas Julier, Zürich
Michael Meier & Christoph Franz, Zürich
Gregory Polony, Zürich
Ilona Ruegg, Zürich
Elza Sile, Zürich
U5, Zürich

Die Werkschau 2019 fand vom 26. September bis 6. Oktober im Museum Haus Konstruktiv statt. 2019 haben sich 254 Künstlerinnen und Künstler für einen Werkbeitrag beworben, die folgenden wurden mit einem Werkbeitrag von je 24'000 Franken ausgezeichnet:

Heiko Blankenstein, Zürich
Julia Geröcs, Zürich
Valentin Hauri, Zürich
Alex Herzog, Zürich
Daniel V. Keller, Zürich
Georgette Maag, Zürich
Esther Mathis, Zürich
Giuseppe Micciché, Zürich
Sally Schonfeldt, Zürich
Filib Schürmann, Zürich
Ana Strika, Zürich
Latefa Wiersch, Zürich

Die Werkschau 2018 fand vom 20. bis 30. September im Museum Haus Konstruktiv statt. 2018 haben sich 238 Künstlerinnen und Künstler für einen Werkbeitrag beworben, die folgende erhielten einen Werkbeitrag in der Höhe von 24'000 Franken:
Patricia Bucher
Louisa Gagliardi
Rafael Grassi
Christina Hemauer & Roman Keller
Noha Mokhtar
Taiyo Onorato & Nico Krebs
Valentina Pini
Christian Ratti
Joke Schmidt & Miriam Rutherfoord
Navid Tschopp
Andreas Waldmeier

Die Werkschau 2017 fand vom 21. September bis 1. Oktober im Museum Haus Konstruktiv statt. 2017 haben sich 242 Künstlerinnen und Künstler um einen Werkbeitrag beworben, die folgenden 12 wurden mit einem Werkbeitrag in Höhe von 24'000 Franken ausgezeichnet:
Brigham Baker
Françoise Caraco
Klodin Erb
Jonas Etter
Aurèle Ferrier
Frölicher | Bietenhader
Marianne Halter & Mario Marchisella
Monica Ursina Jäger
Maureen Kaegi
Jos Näpflin
Pascal Schwaighofer
Karin Schwarzbek

Die Werkschau 2016 fand vom 22. September bis 2. Oktober im Museum Haus Konstruktiv statt. 2016 haben sich 219 Künstlerinnen und Künstler um einen Werkbeitrag beworben, die folgenden 12 wurden mit einem Werkbeitrag von 24'000 Franken ausgezeichnet:
Aubry Broquard
Arienne Und Pascale Birchler
Valentin Hauri
Markus Kummer
Ilona Ruegg
Rico Scagliola Und Michael Meier
Katja Schenker
Veronika Spierenburg
Manuel Stehli
Sebastian Utzni
Martina-Sofie Wildberger
Lukas Zimmermann

Die Werkschau 2015 fand vom 24. September bis 4. Oktober 2015 im Museum Haus Konstruktiv statt. 2015 haben sich 207 Künstlerinnen und Künstler um einen Werkbeitrag beworben, die folgenden 12 Künstlerinnen und Künstler bzw. Teams wurden mit einem Beitrag von je 24'000 Franken ausgezeichnet:

Heiko Blankenstein
Maya Bringolf
Andreas Dobler
Federica Gärtner
Susanne Hofer
huber.huber
Andreas Marti
Martin Reukauf
Jonas Schnyder
Filib Schürmann
Jan Vorisek
Wink Witholt

2014 haben sich 165 Künstlerinnen und Künstler bzw. Teams für einen Werkbeitrag beworben. Davon wurden 14 mit einem Werkbeitrag von je 24'000 Franken unterstützt:

Baltensperger+Siepert, Zürich
Nino Baumgartner, Zürich
Patricia Bucher, Zürich
Stefan Burger, Zürich
René Fahrni, Zürich
Roman Gysin, Zürich
Pascal Häusermann, Zürich
Georg Keller, Zürich
Garrett Nelson, Zürich
Anja Schori, Zürich
Veronika Spierenburg, Zürich
Bertold Stallmach, Meilen
Ana Strika, Zürich
Markus Weggenmann, Zürich

2013 haben sich 157 Künstlerinnen und Künstler bzw. Teams für einen Werkbeitrag beworben. Davon wurden 14 mit einem Werkbeitrag von je 24'000 Franken unterstützt:

Kevin Aeschbacher, Zürich
Ursula Biemann, Zürich
Delphine Chapuis Schmitz, Zürich
Adam Cruces, Zürich
Christoph Draeger, Zürich
Florian Germann, Zürich
Karen Geyer, Zürich
Colin Guillemet, Zürich
!Mediengruppe Bitnik, Zürich
Katja Schenker, Zürich
Pascal Sidler, Zürich
Navid Tschopp, Zürich
Markus Weggenmann, Zürich
Wink Witholt, Zürich

2012 haben sich 162 Künstlerinnen und Künstler bzw. Teams für einen Werkbeitrag beworben. Davon wurden 14 mit einem Werkbeitrag von je 18'000 Franken unterstützt:

Linus Bill & Adrien Horni, Zürich
Vanessa Billy, Zürich
Robert Estermann, Zürichx
Bob Gramsma, Zürich
Paul Harper, Zürich
Thomas Isler, Zürich
Georg Keller, Zürich
Esther Kempf, Zürich
Mia Marfurt, Zürich
Michael Meier & Christoph Franz, Zürich
Fabio Marco Pirovino, Zürich
Roland Roos, Zürich
Karin Schwarzbek, Zürich
Lena Maria Thüring, Zürich

Kontakt

Fachstelle Kultur – Bildende Kunst

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Adresse

Neumühlequai 10
8090 Zürich
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Telefon

+41 43 259 25 20

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Duscha Kistler.

Für dieses Thema zuständig: