Bezirke

Der Kanton Zürich besteht aus zwölf Bezirken. Sie bilden das Bindeglied zwischen der Kantonsverwaltung und den 162 Gemeindeverwaltungen im Kanton. Hier erfahren Sie, wie die heutigen Bezirke entstanden sind, welche Aufgaben sie tragen und worin sie sich von einander unterscheiden.

Inhaltsverzeichnis

Am Anfang stand Napoleon

Die Zürcher Bezirke nehmen heute vielfältige Aufgaben im Bereich der Gemeindeaufsicht und Verwaltung wahr. So etwa als Beschwerdestelle bei Rekursen gegen Behördenentscheide und sogar im Strafvollzug bei kleineren Vergehen. Dabei kommen den Bezirksräten und den Statthaltern jeweils unterschiedliche Aufgaben zu. Schon im 19. Jahrhundert stützte sich der Regierungsrat beim Vollzug der Gesetze auf den Bezirksstatthalter, die Bezirksräte sowie auf den Gemeindeammann auf kommunaler Ebene. Diese verwalterische Ebene zwischen Kanton und Gemeinden wurde aber bereits durch Napoleon Bonaparte installiert:

Im Februar 1803 überreichte dieser den helvetischen Abgesandten in den Pariser Tuilerien die neue Bundesverfassung. Darin enthalten waren – in alphabetischer Reihenfolge – auch die Verfassungen der damals 19 Kantone.

Die napoleonische Verfassung schuf erstmals einen kantonalen Gesetzgeber, eine kantonale Regierung und eine kantonale Verwaltung, die nicht identisch war mit den Behörden und der Verwaltung der Stadt Zürich.

An Stelle der alten Landvogteien, welche zuvor «privatrechtlicher» Besitz der Stadt Zürich gewesen waren, traten nun fünf Bezirke als Verwaltungseinheiten des Kantons.

Die Restaurationsverfassung von 1814 teilte sie in kleinere Gebietseinheiten in Form von elf Oberämtern (ab 1831 Bezirken) auf. 1989 wurden die Limmattaler Landgemeinden schliesslich im neuen Bezirk Dietikon zusammengefasst und der bisherige Bezirk Zürich aufs Stadtgebiet reduziert; Zollikon kam zum Bezirk Meilen. Bei den so entstandenen 12 Bezirken blieb es bis heute:

  • Zürich
  • Winterthur
  • Bülach
  • Uster
  • Horgen
  • Meilen
  • Hinwil 
  • Dietikon
  • Dielsdorf
  • Pfäffikon 
  • Affoltern
  • Andelfingen

Bezirke in Zahlen

Die Bezirke des Kantons Zürich präsentieren sich zum Teil sehr unterschiedlich. Anhand ausgewählter Merkmale soll der Charakter der Bezirke im Folgenden näher beschrieben werden.

Die Bezirke und ihre Bewohner

Am meisten Menschen pro Fläche leben im Bezirk Zürich, gefolgt von angrenzenden Bezirken Dietikon, Horgen, Meilen und Uster.

Bezirke nach Bevölkerungsdichte, 2020

Karte mit den Bezirken des Kantons Zürich, nach Bevölkerungsdichte. Sie zeigt, dass die Bevölkerungsdichte in den städtischen Bezirken Zürich, Horgen, Meilen, Uster und Dietikon am höchsten ist.
Bevölkerungsdichte als Einwohner pro Quadratkilometer im Kanton Zürich nach Bezirk. Quelle: Kantonale Bevölkerungserhebung Bild «Karte mit den Bezirken des Kantons Zürich, nach Bevölkerungsdichte. Sie zeigt, dass die Bevölkerungsdichte in den städtischen Bezirken Zürich, Horgen, Meilen, Uster und Dietikon am höchsten ist.» herunterladen

Im Kanton Zürich leben nicht nur 1,55 Millionen Menschen, sondern auch zahlreiche Nutztiere, wie Rinder, Schafe, Schweine und Geflügel. Auch wenn Zürich kein Landwirtschaftskanton ist, so gibt es doch vier Bezirke in denen mehr Nutztiere als Menschen leben.

Der Bezirk Andelfingen ist sehr dünn besiedelt und hat wie kaum ein anderer Zürcher Bezirk seinen ländlichen Charakter bewahrt. Somit überrascht es nicht, dass es im Bezirk Andelfingen fast doppelt so viele Nutztiere wie Einwohnerinnen und Einwohner gibt. Vergleichbar der Bezirk Pfäffikon mit rund 1.6 Nutztieren pro Einwohnerin und Einwohner. Die hohe Anzahl an Nutztieren ist in diesen vier Bezirken vor allem auf die Geflügelhaltung zurückzuführen.

Bereits weniger stark ausgeprägt ist das Verhältnis Nutztier pro Einwohner in den Bezirken Affoltern und Dielsdorf. In diesen kommen auf einen Einwohner rund 1.1 Nutztiere. Beide Bezirke sind trotz ihrer Nähe zur Stadt Zürich und deren Agglomeration weniger dicht besiedelt und haben sich in Teilen einen ländlichen Charakter bewahrt.

Ganz im Gegensatz dazu steht der am linken Seeufer liegende und praktisch lückenlos überbaute Bezirk Horgen. In diesem gibt es gerade noch 0.2 Nutztiere pro Einwohner.

Bezirke nach dem Verhältnis Nutztiere pro Einwohner, 2018

Balkendiagramm mit dem Verhältnis von der Anzahl Nutztieren zur Anzahl Einwohner je Bezirk, welche zeigt, dass besonders in weniger dicht besiedelten Bezirken es häufig mehr Nutztiere als Einwohner gibt.
Verhältnis der Nutztiere zur ständigen Wohnbevölkerung je Bezirk. Quelle: Landwirtschaftliche Strukturerhebung (BFS), Kantonale Bevölkerungserhebung Bild «Balkendiagramm mit dem Verhältnis von der Anzahl Nutztieren zur Anzahl Einwohner je Bezirk, welche zeigt, dass besonders in weniger dicht besiedelten Bezirken es häufig mehr Nutztiere als Einwohner gibt.» herunterladen

Junge und alte Einwohner

Entwickelt sich die Zürcher Bevölkerung weiter wie bis anhin, so wird sie auch künftig kräftig wachsen, stärker als im schweizerischen Mittel. Wachstumstreiber sind die Zuwanderung und die Tatsache, dass mehr Menschen geboren werden als sterben. Im Vergleich zu anderen Kantonen ist die Zürcher Bevölkerung verhältnismässig jung, aber sie altert. 

Wird dem Anteil der Bevölkerung, der 65 Jahre und älter ist, der Anteil der Bevölkerung gegenübergestellt, der 19 Jahre und jünger ist, so zeigt sich in den Bezirken ein deutlich höherer Anteil der jungen Bevölkerung. Er liegt dort überall ähnlich bei rund 20 Prozent. Der Bezirk Affoltern hat den höchsten Anteil Junger (rund 22 Prozent) und der Bezirk Zürich den geringsten Anteil (rund 18 Prozent) der jungen Bevölkerung.

Der Anteil der älteren Bevölkerung ist in den Bezirken Meilen (rund 22 Prozent), Horgen, Hinwil und Pfäffikon (je rund 19 Prozent) am höchsten. Dies liegt zum einen am städtischen Charakter dieser Bezirke; deren Gesundheitsinfrastruktur erleichtert die Pflege im eigenen Zuhause. Zum anderen scheint die ältere Bevölkerung die Lage am See zu bevorzugen.

Verhältnis Jung zu Alt, 2020

Balkendiagramm der Einwohnerdaten, welches den Anteil der unter 20-Jährigen dem der über 64-Jährigen je Bezirk gegenüberstellt.
Anteil der bis 19-Jährigen und der über 64-Jährigen je Bezirk. Quelle: Kantonale Bevölkerungserhebung Bild «Balkendiagramm der Einwohnerdaten, welches den Anteil der unter 20-Jährigen dem der über 64-Jährigen je Bezirk gegenüberstellt.» herunterladen

Zu- und Wegwandernde

Bei den Migrationsflüssen dominiert in fast allen Bezirken die inner-kantonale Migration. Das heisst, die Menschen ziehen von einem Bezirk in einen anderen um oder auch nur innerhalb ihres Bezirkes. Die Wanderungsbilanz mit dem Ausland ist dagegen fast ausgeglichen, das heisst: die Bevölkerung wächst nur geringfügig durch Zuwanderung aus dem Ausland. 

Im Bezirk Zürich ist das Bild genau umgekehrt. Hier geht das Bevölkerungswachstum auf die Zuwanderung aus dem Ausland zurück. Die Wanderungsbilanz mit den übrigen Bezirken ist dagegen negativ, das heisst: es wandern mehr Menschen in die anderen Bezirke ab, als dass Menschen aus dem Kanton Zürich nach Zürich ziehen.

Der Bezirk Zürich gewinnt besonders Personen im Ausbildungsalter, 20- bis 30-Jährige, sowohl aus dem Ausland wie aus der übrigen Schweiz hinzu. Personen im Familienalter zieht es hingegen vermehrt aufs Land; bevorzugt in einen anderen Bezirk im Kanton Zürich.

Wanderungen der ständigen Wohnbevölkerung, 2019

Balkendiagramm der Migrationsbewegung je Bezirk, welches aufzeigt, dass der Bevölkerungszuwachs primär durch Zuwanderung aus dem Ausland erfolgt.
Migrationsbewegung der ständigen Wohnbevölkerung je Bezirk nach Herkunft und Destination. Quelle: Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung (BFS) Bild «Balkendiagramm der Migrationsbewegung je Bezirk, welches aufzeigt, dass der Bevölkerungszuwachs primär durch Zuwanderung aus dem Ausland erfolgt.» herunterladen

Gemischt-nationale Ehen

Die Migration aus dem Ausland zeigt sich auch am Anteil gemischt-nationaler Eheschliessungen (d.h. eine Ehe zwischen einem/einer schweizerischen und einer/einem ausländischen Staatsangehörigen). Die Zahl der gemischt-nationalen Ehen zeigt, in welchem Masse Migrantinnen und Migranten oder ihre Nachkommen eine Ehe mit Personen schweizerischer Nationalität eingehen. Sie ist somit ein Hinweis auf den Grad ihrer gesellschaftlichen Integration und ein Indikator für kulturelle Akzeptanz und gesellschaftliche Offenheit gegenüber Zugewanderten.

Der Anteil der in gemischt-nationalen Ehen lebenden Personen unterscheidet sich je nach Bezirk. Über dem kantonalen Mittelwert (39 Prozent) liegen die Bezirke Dietikon, Zürich, Dielsdorf und Bülach (bis zu 45 Prozent). In diesen Bezirken ist auch der Ausländeranteil am höchsten. Demgegenüber ist der Anteil von Personen in gemischt-nationalen Ehen in den Bezirken Pfäffikon, Hinwil und Affoltern am niedrigsten (unter 35 Prozent).

Der Unterschied lässt sich mit der unterschiedlich hohen Migration aus dem Ausland erklären: Die Bezirke Zürich und Bülach weisen die höchste, die Bezirke Affoltern und Andelfingen die tiefste Migration aus dem Ausland auf.

Ehen nach Staatsangehörigkeit der Eheleute, 2019

Balkendiagramm zu den Eheschliessungen nach Staatsangehörigkeit der Eheleute, welches zeigt, dass in städtischen Bezirken mit höherem Ausländeranteil auch der Anteil gemischt-nationaler Ehen über dem kantonalen Durchschnitt liegt.
Anteil der Eheschliessungen nach Staatsangehörigkeit der Eheleute. Quelle: Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung (BFS) Bild «Balkendiagramm zu den Eheschliessungen nach Staatsangehörigkeit der Eheleute, welches zeigt, dass in städtischen Bezirken mit höherem Ausländeranteil auch der Anteil gemischt-nationaler Ehen über dem kantonalen Durchschnitt liegt.» herunterladen

Weiterführende Informationen

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