Objektwesen

Das Objektwesen befasst sich mit dem Austausch von fachlichen Meldungen zu Gebäuden und Grundstücken zwischen Gemeinden, Bund und weiteren Partnern. Mit dem Projekt «ObjektwesenZH» entwickelt der Kanton ein zentrales Auskunftssystem, das diese Prozesse digitalisiert, standardisiert und modernisiert.

Inhaltsverzeichnis

Definition Objektwesen

Begriffe und Themen

Objekte sind Grundstücke, Gebäude und Wohnungen. Sie entstehen neu, verändern sich, werden erworben oder veräussert, in ihrem Wert geschätzt und steuerlich bewertet und irgendwann wieder abgebrochen.

Verschiedene Behörden erfassen, ändern und tauschen diese Ereignisse als sogenannte Objektdaten aus und löschen sie am Ende wieder. Mit diesem Prozesszyklus befasst sich das Objektwesen.

Die Erhebung von Objektdaten erfolgt in den folgenden fünf Domänen:

  • Bauverwaltung (Bauprojekte, Gebäude)
  • Gebäudeversicherung (Schätzwerte von Gebäuden)
  • Amtliche Vermessung (Lage und Geometrie)
  • Notariate (Eigentum, Rechte und Lasten)
  • Steuerverwaltung (steuerliche Liegenschaften)

Nutzen und Verwendung von Objektdaten

Viele verschiedene Akteuren verwenden Objektdaten, damit sie ihre Pflichten und Aufgaben erfüllen können. Daher ist es von zentraler Bedeutung, die Aktualität und Qualität der Daten auf einem hohen Niveau zu bewahren.

Benötigt werden Objektdaten z.B. in folgenden Bereichen:

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Mit den Angaben des Gebäude- und Wohnungsregisters (Adressen) und der Amtlichen Vermessung (Koordinaten) können Rettungsdienste Einsatzorte schnell und korrekt lokalisieren.

Sowohl die Kantons- als auch die Stadtpolizei nutzen Eigentümerangaben aus dem Grundbuch und der Gebäudeversicherung für ihre Ermittlungen.

Die Energiedaten im Gebäude- und Wohnungsregister helfen bei der kommunalen Energieplanung für die Umsetzung der 2000-Watt-Ziele im Gebäudebereich.

Die Daten aus dem Objektwesen werden für Analysezwecke in der Raumplanung und Quartierentwicklung genutzt, um beispielsweise die bauliche Entwicklung darzustellen.

Beim elektronischen Umzug müssen Bürgerinnen und Bürger angeben, in welche Wohnung sie ziehen. Dafür verwenden sie die Daten aus dem Gebäude- und Wohnungsregister.

Durch die Verknüpfung der Daten aus dem Gebäude- und Wohnungsregister und dem Einwohnerregister (sogenannte Haushaltsbildung) lassen sich die Radio- und Fernsehgebühren erheben.

Für die Umsetzung des Bundesgesetzes über Zweitwohnungen werden die Daten aus dem Gebäude- und Wohnungsregister mit den Daten aus den Einwohnerregistern verknüpft, um so zu ermitteln, ob es sich um eine Zweitwohnung handelt.

Auch Forschungsprojekte bedienen sich der Daten aus dem Objektwesen. Beispielsweise analysieren Forschende Daten aus dem Gebäude- und Wohnungsregister für die Bewohnbarkeit neuer Architektur- und Raummodelle .

Bei der jährlichen Volkszählung greifen die Behörden auf die Angaben des Gebäude- und Wohnungsregisters und des Einwohnerregisters zurück. Weitere Statistiken wie die Leerwohnungsstatistik oder die Statistik über die Bautätigkeit und Bauausgaben basieren ebenfalls auf Daten des Gebäude- und Wohnungsregisters.

Weitere Informationen zum Objektwesen sind im Flyer dokumentiert:

Ausgangslage und Vision

Heutige Auskunftssysteme 

Im Kanton Zürich werden die Objektdaten bis jetzt in voneinander unabhängigen Auskunftssystemen gehalten, aktualisiert und genutzt. 

  • Auskunftssystem Gebäude- und Wohnungsregister (GWR-ZH)
  • Auskunftssystem Gebäudeversicherung (GVZ)
  • Auskunftssystem Grundbuch (GB)

Der Datenabgleich der autonomen Auskunftssysteme erfolgt nur punktuell. Eine gemeinsame Nutzung ist aufgrund fehlender gesetzlicher Grundlagen nicht möglich. Hinzu kommt, dass die bestehenden Auskunftssysteme technisch veraltet sind und ersetzt werden müssen.

Diese Situation ist nicht mehr zeitgemäss. Sie ist nicht vereinbar mit den generellen Harmonisierungsbestrebungen der kantonalen Verwaltung und entspricht nicht den heutigen Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer.

Zentrales Auskunftssystem «ObjektwesenZH»

Der Kanton will die bestehenden Systeme im Bereich Objektdaten deshalb in den nächsten Jahren ersetzen. Er verfolgt die langfristige Vision, dass alle Prozesse und Meldeflüsse in Verbindung mit Grundstücken und Gebäuden digitalisiert, standardisiert und medienbruchfrei über das zentrale System «ObjektwesenZH» zusammengefasst werden sollen.

Auf Basis ihrer Berechtigungen sollen Kunden über eine einzige Applikation alle in der Datenbank gespeicherten Informationen aus den folgenden Domänen einsehen können:

  • Gebäude- und Wohnungsregister
  • Bauwesen
  • Grundbuch
  • Amtliche Vermessung
  • Gebäudeversicherung
  • Steuerrechtliches Eigentum und deren Schätzungen

Für den Aufbau des Systems «ObjektwesenZH» werden die elektronischen Meldungen und Schnittstellen vereinheitlicht. Für die definierten Domänen wird ein Datenaustauschmodell auf Basis von E-Government-Standards (eCH-0129) eingeführt.

Projektvorhaben

Die Umsetzung der Vision «ObjektwesenZH» findet etappenweise im Rahmen einzelner Projekte statt.

In einem ersten Realisierungsschritt «ObjektwesenZH-2020» werden dringliche technische und organisatorische Entwicklungen umgesetzt. Dabei geht es um die Optimierung der Datennutzung, soweit es der bestehende rechtliche Rahmen ermöglicht. Parallel dazu werden in Zusammenarbeit mit den relevanten Datenherren die notwendigen gesetzlichen Grundlagen geschaffen.

Bis ca. 2024 werden in weiteren Ausbauetappen alle Domänen in das «ObjektwesenZH» integriert. Die Nutzung der konsolidierten Daten wird weiter optimiert auf Basis der revidierten gesetzlichen Grundlagen. 

Zeitplan

 

ObjektwesenZH Zeitplan
Die Abbildung zeigt die Realisierungsschritte für das «ObjektwesenZH» auf der Zeitachse.

Realisierungsschritte

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Für das «ObjektwesenZH» wird ein neues Basissystem realisiert, welches als Grundinfrastruktur für die weiteren Projekte dient. Dieses Projekt ist Mitte 2017 gestartet und schliesst voraussichtlich Mitte 2021 ab.

Das Basissystem besteht aus den folgenden Komponenten:

  • Aufbau der zentralen Datenbank nach den Vorgaben des Standards eCH-0129 «Objektwesen». Die bestehenden Datenquellen der Gebäudeversicherung (GVZ) und des Notariatsinspektorats (NI) werden nach diesem Standard überführt und konvertiert.
  • Integration der Bodenbedeckungsinformationen der amtlichen Vermessung (AV) auf Basis des Standards eCH-0131 «Meldungen der amtlichen Vermessung an Dritte».
  • Integration der Daten des eidg. Gebäude- und Wohnungsregisters
  • Erstellen einer zentralen Abfrageapplikation für die Anzeige der Daten aus dem «ObjektwesenZH» für berechtigte Nutzerinnen und Nutzer
  • Erstellen eines zentralen Datenshops, über welchen medienbruchfrei und benutzerfreundlich Daten aus dem «ObjektwesenZH» sowie nicht frei zugängliche Behördendaten der Abteilung Geoinformation bestellt werden können.
  • Vereinfachtes Bereitstellen von Zugriffen auf die Applikationen durch den Einsatz des IDV Brokers ZH der kantonalen Verwaltung.

Bis Ende März 2021 werden alle Gemeinden vom GWR-ZH zum eidgenössischen Gebäude- und Wohnungsregister überführt. Das System GWR-ZH und die Geschäftsstelle GWR-ZH werden aufgehoben.

Neu wird die Koordinationsstelle GWR-ZH folgende Kernaufgaben wahrnehmen:

  • Auskunftsstelle für fachliche Belange, um das Sachverständnis innerhalb der Gemeinden zu erhöhen und dadurch die Zahl der Anfragen beim Bund zu reduzieren
  • Erhöhung der Datenqualität und dadurch geringere Nachbearbeitung beim Bund, Kanton und bei den Gemeinden
  • Monitoring der Bauprojekte und Vermittlung zwischen dem Bundesamt für Statistik (BFS) und Gemeinden bei Unstimmigkeiten

Das Projekt befasst sich mit der Ausarbeitung und der Bereitstellung der nötigen rechtlichen Grundlagen, damit die verschiedenen Fachdaten für das ObjektwesenZH zusammengeführt werden können. Dies erfolgt in Absprache mit allen Datenherren. Zuständige Stelle für den Betrieb der zentralen Plattform wird die Geschäftsstelle ObjektwesenZH.

Im Bereich Datennutzung werden zudem konkrete Anwendergruppen festgelegt, mit dem Ziel, die operativen Prozesse zu optimieren. 

Das Projekt befasst sich im Wesentlichen mit der Ablösung der eigenen Schnittstelle der Gebäudeversicherung des Kantons Zürich (GVZ) durch die standardisierte Schnittstelle eCH-0132 «Objektwesen – Domäne Versicherung». Die Einführung dieses eCH-Standards wird die Datenqualität in Bezug auf Aktualität und Vollständigkeit steigern.

Neben der Anpassung der Schnittstelle von der GVZ zum System «ObjektwesenZH» werden auch die Schnittstellen zu den Kunden auf diesen Standard umgestellt. 

Das Projekt befasst sich mit der Einführung einer neuen Schnittstelle zum kantonalen Steueramt des Kantons Zürich (KSTA). Diese erweitert als neue Domäne die Datenbank von «ObjektwesenZH». Damit können berechtigte Kundinnen und Kunden neben den Schätzungen der Gebäudeversicherungen auch Daten zur Liegenschaftsbewertung abrufen.

Mit diesem Projekt wird das Programm «ObjektwesenZH» abgeschlossen. Es befasst sich vorwiegend mit der Ablösung der bestehenden eigenen Schnittstelle zwischen dem Grundbuch und der amtlichen Vermessung (AVGBS) durch eine eCH-konforme Schnittstelle.

Mit dieser Erweiterung wird die letzte Domäne in die Datenbank von «ObjektwesenZH» übernommen und der Datenbestand damit vervollständigt.

Zur Führung und Umsetzung des gesamten Projektvorhabens liegt eine ausführliche Programmbeschreibung vor: 

Kompetenzzentrum

Der Stellenwert von Objektdaten sowie deren Verwendung und Austausch nehmen im Rahmen der Digitalisierung stetig zu. Im Rahmen des Projekts «ObjektwesenZH-2020» entsteht mit der Geschäftsstelle ObjektwesenZH ein neues Kompetenzzentrum. Dieses wird Amtsstellen, Gemeinden und weitere Interessierte beraten, Empfehlungen für Prozessoptimierungen erarbeiten und für eine hohe Datenqualität sorgen.

Ansprechperson für weitere Informationen zum «ObjektwesenZH»:

André Siegenthaler

Projektleiter

andre.siegenthaler@bd.zh.ch
+41 43 259 54 65

Weiterführende Informationen

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Kontakt

Amt für Raumentwicklung – Fachstelle Datenlogistik ZH

Adresse

Stampfenbachstrasse 12
8090 Zürich
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Für dieses Thema zuständig: