Der Kanton Zürich stärkt die Begabtenförderung
Medienmitteilung 09.07.2026
In der Volksschule sollen alle Lernenden bestmöglich gefördert werden. Der Kanton Zürich gibt deshalb neu Eckpunkte für die Begabungs- und Begabtenförderung vor. Dies stärkt die Chancengerechtigkeit, auch beim Zugang zu einer weiterführenden Schule.
Im Kanton Zürich soll die Begabungs- und Begabtenförderung (BBF) in der Volksschule ausgebaut werden. Die Förderung von Stärken, Begabungen und Talenten gehört zu deren Grundauftrag. In vielen Schulen gibt es dazu bereits Angebote, insbesondere zur Vorbereitung für Aufnahmeprüfungen. Es besteht bisher jedoch keine Verpflichtung für die Schulen, solche Angebote zu führen.
Mit der BBF sollen nun die Gemeinden verpflichtet werden, Angebote zur Begabungs- und Begabtenförderung sowie Angebote für die Vorbereitung zu Prüfungen der Maturitätsschulen bereitzustellen. Die Verantwortung für die Ausgestaltung der Angebote und deren Finanzierung liegt bei den Gemeinden. Mit seinem Vorschlag entspricht der Regierungsrat auch dem Postulat KR-Nr. 177/2023. Das Postulat verlangt die Förderung von besonders begabten Jugendlichen mit Migrationshintergrund oder fremdsprachigen Eltern.
Mit der Begabungs- und Begabtenförderung sollen die Schülerinnen und Schüler auch bestmöglich auf weiterführende Schulen vorbereitet werden. Eine Untersuchung des Instituts für Erziehungswissenschaften der Universität Zürich, die im Auftrag der Bildungsdirektion durchgeführt wurde, hat nämlich ergeben, dass sich die Schülerinnen und Schüler unterschiedlich gut von den Schulen unterstützt fühlen.
Neues Aufnahmeverfahren bewährt sich
Diese Untersuchung hat das Verfahren für den Übertritt an die Maturitätsschulen unter die Lupe genommen, das der Kanton im Schuljahr 2022/2023 eingeführt hat. Sie zeigt auch, dass sich das neue Aufnahmeverfahren bewährt und die Aufnahmeprüfungen ins Gymnasium, die Berufsmaturitätsschulen und die Fachmittelschulen gut funktionieren. Die Kombination aus Vorleistungsnoten und Prüfungsnoten ermöglichen eine gute Prognose dafür, ob eine Schülerin, ein Schüler die Probezeit besteht.
Über dreitausend Jugendliche wurden befragt
Neben der Analyse von bildungsstatistischen Daten wurden erstmals auch über 3000 Jugendliche befragt, die im Kanton Zürich eine der Prüfungen abgelegt haben. Wichtige Erkenntnisse sind:
- Die Jugendlichen erleben die Aufnahmeprüfung insgesamt als bewältigbare Herausforderung.
- Aus Sicht der Schülerinnen und Schüler deckt der Schulunterricht den Prüfungsstoff nicht ausreichend ab.
- Die Schülerinnen und Schüler fühlen sich von den Eltern gut unterstützt. Sie fühlen sich aber von den Schulen unterschiedlich unterstützt.
Um die Chancengerechtigkeit im Kanton Zürich zu stärken und allen Schülerinnen und Schülern vergleichbare Bedingungen zu schaffen, schlägt der Regierungsrat dem Kantonsrat vor, Begabungs- und Begabtenförderung flächendeckend in der gesamten Volksschule einzuführen.