Befristete Sofortmassnahmen zur Entlastung der Kindernotfallstationen

Die drei Zürcher Spitäler mit Kindernotfallstationen verzeichnen einen hohen Zulauf. Zur Sicherstellung der Kindernotfallversorgung im Kanton Zürich hat der Regierungsrat für befristete Sofortmassnahmen Subventionen im Umfang von 4 Millionen Franken bewilligt.

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Gegenüber 2021 hat sich die Anzahl Notfälle in den drei Zürcher Spitälern mit Kindernotfallstationen, dem Kinderspital Zürich, dem Kantonsspital Winterthur und dem Stadtspital Zürich Triemli um bis zu 30 Prozent erhöht. Die Folgen sind längere Wartezeiten, eine vollständige Belegung aller verfügbarer Behandlungsplätze und stark eingeschränkte Möglichkeiten für Verlegungen. Die Ursachen für die Verschlechterung der Versorgungssituation sind vielfältig: Die Anzahl niedergelassener Kinderärztinnen und -ärzte stagniert seit mehreren Jahren und viele der bestehenden Kinderpraxen haben einen Aufnahmestopp für neue Patientinnen und Patienten verfügt. Weil keine freien Plätze in Kinderpraxen verfügbar sind oder weil Eltern aufgrund des Versorgungssystems ihres Herkunftslandes nicht mit einer durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte erbrachten Grundversorgung vertraut sind, haben immer weniger Kinder eine eigene Kinderärztin bzw. einen eigenen Kinderarzt. Zugleich besteht eine weit verbreitete Erwartung, im Falle von Beschwerden auch nachts oder an Wochenenden unmittelbar eine Untersuchung im Spital zu erhalten. Für die Kindernotfallstationen resultieren dadurch eine stärkere Inanspruchnahme sowie eine Zunahme von Bagatellfällen, die früher durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte behandelt werden konnten.

Zusätzlich zur steigenden Grundauslastung sind die Spitäler seit September 2022 mit einem starken Anstieg von Patientinnen und Patienten mit einer RSV-Infektion (Respiratorisches-Synzytial-Virus) konfrontiert. Diese ist verantwortlich für die meisten Fälle von akuter Bronchitis bei Säuglingen und kleinen Kindern. Häufigste Komplikationen sind Lungenentzündungen, die bei etwa 40 Prozent der hospitalisierten Kinder auftreten. In den letzten Wochen verzeichneten die Kinderspitäler Rekordzahlen an Hospitalisationen aufgrund von RSV-Infektionen.

Sofortmassnahmen für 2023

Die generell hohe Auslastung der Kindernotfallstationen führte in Kombination mit der starken Ausbreitung des RSV zu einer Überbelastung der Kinderspitäler im Kanton Zürich und in der gesamten Schweiz. Aus diesem Grund sind zur Sicherstellung der Kindernotfallversorgung im Kanton Zürich befristete Sofortmassnahmen notwendig.

Das Kinderspital Zürich sowie die Kinderkliniken des Kantonsspitals Winterthur und des Stadtspitals Zürich Triemli haben organisatorische Massnahmen eingeleitet. Die drei Spitäler stellen zusammen mit der Gesundheitsdirektion die kantonsweite Koordination der verfügbaren Betten und der notwendigen Verlegungen sicher. Ebenso intensivierte die Gesundheitsdirektion gemeinsam mit den betroffenen Spitälern den Austausch mit den niedergelassenen Kinderärztinnen und -ärzten, um sicherzustellen, dass sämtliche involvierten Akteurinnen und Akteure den für sie möglichen Beitrag zur Sicherstellung der Versorgung von Kindern leisten.

Die kantonsweit hohe Auslastung auf den Kinderstationen führt zu einem deutlich höheren Koordinationsaufwand zwischen den Spitälern, der aktuell meistens durch Ärztinnen und Ärzte der Notfallstation geleistet wird. Mit einer neu zu schaffenden, im Kinderspital Zürich anzusiedelnden Koordinationsstelle soll die Disposition der zur Verfügung stehenden Betten sowie der notwendigen Verlegungen zentral erfolgen, um die Notfallstationen und ihr Personal zu entlasten sowie schnelle und effiziente Abläufe bei den Verlegungen sicherzustellen.

Für eine weitere Entlastung der Kindernotfallstationen ist zusätzliches Personal notwendig. Aus diesem Grund sollen die drei Kinderkliniken einen finanziellen Beitrag erhalten, um das zur Sicherstellung der Kindernotfallversorgung benötigte, zusätzliche Personal anstellen zu können.

Für die Koordination der Betten und des Transports sowie die Personalaufstockung in den Kindernotfallstationen bewilligt der Regierungsrat für das Jahr 2023 zusätzlich zu den bereits bestehenden finanziellen Beiträgen eine Subvention im Umfang von 4 Millionen Franken.
 

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Kids Line oder AERZTEFON kontaktieren, wenn keine Lebensbedrohung besteht

Um lange Wartezeiten zu vermeiden und um Kapazitäten auf den Notfallstationen für «echte» Notfälle sicherzustellen, wird die Bevölkerung aufgerufen, bei nicht unmittelbar lebensbedrohlichen Notfällen zuerst den Kinderarzt oder Hausarzt respektive die Kinderärztin oder Hausärztin zu konsultieren. Bei deren Abwesenheit besteht die Möglichkeit, sich an eine regionale, diensthabende Kindernotfallpraxis zu wenden oder jederzeit über die kostenpflichtige «Kids Line», Telefon 0900 11 44 11, eine telefonische pädiatrische Beratung zu erhalten. Ebenso ist das AERZTEFON, die offizielle kantonale Notfallzentrale für medizinische Notfälle, Telefon 0800 33 66 55, kostenlos und rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr erreichbar.
 

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