Regierungsrat macht bei Umfahrung Eglisau vorwärts

Der Regierungsrat ist im Projekt für die Umfahrung Eglisau einen entscheidenden Schritt weiter. Auf Antrag der Volkswirtschaftsdirektion hat er eine Machbarkeitsstudie für die ganze Umfahrungsstrecke verabschiedet, nachdem 2020 der Brückenentwurf des spanisch-schweizerischen Architekten und Bauingenieurs Santiago Calatrava den Wettbewerb für sich entscheiden konnte. Der Regierungsrat beauftragt nun die Baudirektion, zuhanden des Kantonsrates auf der Basis der Studie eine Kreditvorlage auszuarbeiten.

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Medienkonferenz vom 24. Juni 2022
Aufzeichnung der Medienkonferenz vom 24. Juni 2022

Mit der neuen Umfahrungsstrasse sollen die Ortsdurchfahrten des historischen Städtchens Eglisau und von Seglingen vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) und die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege (EKD) hatten in einem 2015 erstellten Gutachten eine unterirdische Variante für die Umfahrung präferiert, da diese die lokalen Schutzobjekte am wenigsten beeinträchtigt. Eine ebenfalls die Schutzziele respektierende oberirdische Lösung wurde aber nicht ausgeschlossen. Eine komplett unterirdische Lösung hat der Regierungsrat geprüft, aber aufgrund der sehr hohen Erstellungs- und Betriebskosten als nicht finanzierbar eingestuft.

Daraufhin führte die Volkswirtschaftsdirektion einen anonymen Architekturwettbewerb durch, aus dem 2020 für die erforderliche Brücke über den Rhein der Entwurf von Santiago Calatrava siegreich hervorging. Beim Brückenprojekt überzeugten die elegante und doch zurückhaltende Erscheinung sowie die grosse Rücksichtnahme auf die Umgebung und die schutzwürdige Landschaft.

Anschlussbauwerke weitgehend unterirdisch

Nach dem Wettbewerb galt es, die Anschlüsse des Brückenbauwerks an das bestehende Strassennetz zu erarbeiten. Neben den Landschaftseingriffen waren hierbei die Einbettung ins Siedlungsgebiet und der optimale Lärmschutz die Herausforderungen. Die ebenfalls mit dem Team um Santiago Calatrava erarbeitete Bestlösung verläuft weitgehend unterirdisch, so dass lediglich die Rheinquerung mit der Vorlandbrücke zu Tage tritt. Damit verlaufen ca. zwei Drittel der Gesamtstrecke der Umfahrungsstrasse unter dem Boden. Die Kosten betragen entsprechend den aktuellen Schätzungen rund 275 Millionen Franken (Kostengenauigkeit +/- 30 Prozent).

Nächste Schritte: Kreditvorlage zuhanden Kantonsrat

Der Regierungsrat ist damit im bedeutenden Projekt für die Umfahrung Eglisau einen entscheidenden Schritt weiter. Er ist sich bewusst, dass aufgrund der hohen Anforderungen, wie sie auch seitens der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission formuliert wurden, noch viele Hürden zu überwinden sind. Der Regierungsrat erteilt nun der Baudirektion den Auftrag, auf der Grundlage des Siegerprojekts des Brückenwettbewerbs und der Studie zu den Anschlusstrecken eine Kreditvorlage zuhanden des Kantonsrats auszuarbeiten. Da das Projekt ausserhalb der im Richtplan eingetragenen Linienführung liegt, wird die Volkswirtschaftsdirektion im Rahmen der nächsten ordentlichen Revision des kantonalen Richtplans entsprechend den Erkenntnissen aus der Machbarkeitsstudie eine Anpassung des Eintrags vorschlagen. Der Regierungsrat ist überzeugt, dass mit der vorliegenden Machbarkeitsstudie mit unterirdischen Anschlusstrecken und einem architektonisch herausragenden Brückenbauwerk eine umweltschonende und finanzierbare Variante gefunden wurde, welche die verkehrliche Problemsituation in Eglisau lösen kann.
 

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