Voraussetzungen für Ausbildungsbeiträge

Massgebend für den Anspruch auf kantonale Ausbildungsbeiträge sind die persönlichen, familiären und finanziellen Verhältnisse der Person in Ausbildung und ihrer nächsten Angehörigen. Ausserdem muss die angestrebte Ausbildung beitragsberechtigt sein.

Inhaltsverzeichnis

Stipendienrechner

Der Stipendienrechner gibt Ihnen einen Anhaltspunkt, wenn Sie wissen wollen, ob Sie aufgrund Ihrer finanziellen Situation Anspruch auf Ausbildungsbeiträge haben.

Persönliche Voraussetzungen

Um Ausbildungsbeiträge zu beziehen muss Ihr Wohnsitz im Kanton Zürich liegen. Folgende Personen haben im Kanton Zürich einen stipendienrechtlichen Wohnsitz:

  • Personen in Erstausbildung, deren Eltern den zivilrechtlichen Wohnsitz im Kanton haben.
  • Personen mit einer abgeschlossenen Erstausbildung, die während zwei Jahren nach Abschluss der Erstausbildung im Kanton Zürich gewohnt und gearbeitet haben und dabei finanziell unabhängig waren.
  • Schweizer und Schweizerinnen, die aus dem Ausland zugezogen und Bürger bzw. Bürgerinnen des Kantons Zürich sind.
  • Anerkannte Flüchtlinge, die gemäss Asylentscheid dem Kanton Zürich zugewiesen wurden.

Weitere Bestimmungen für ausländische Staatsangehörige: Wer sich ausschliesslich zu Ausbildungszwecken in der Schweiz aufhält, hat keinen Anspruch auf Ausbildungsbeiträge. Folgende ausländische Staatsangehörige mit stipendienrechtlichem Wohnsitz im Kanton Zürich erfüllen die persönlichen Voraussetzungen für den Bezug von Ausbildungsbeiträgen:

  • Personen nach 5-jährigem ununterbrochenen ordentlichen Aufenthalt in der Schweiz
  • Anerkannte Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Flüchtlinge
  • Arbeitnehmende aus EU- oder EFTA-Ländern, für die das Freizügigkeitsabkommen gilt
  • Kinder von Arbeitnehmenden aus EU- oder EFTA-Ländern, für die das Freizügigkeitsabkommen gilt

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In besonderen Fällen können Ausbildungsbeiträge an Auslandschweizerinnen und -schweizer mit Zürcher Bürgerrecht ausgerichtet werden. Unter Auslandschweizerinnen und -schweizern versteht die Stipendienverordnung Personen, die im Ausland ihren Wohnsitz haben und dort eine Ausbildung absolvieren. Es kann höchstens die Hälfte des zu bezahlenden Schulgeldes als Ausbildungsbeitrag ausbezahlt werden (maximal der Schuldgeld Höchstbetrag von 8700 Franken).

Verwaltungsverfügungen dürfen nicht ins Ausland zugestellt werden, deshalb ist entweder eine Zustelladresse oder ein bevollmächtigter Vertreter in der Schweiz anzugeben.

Auslandschweizer können sich betreffend der Zustelladresse in der Schweiz an educationsuisse wenden:

educationsuisse Ausbildungen in der Schweiz
Alpenstrasse 26
3006 Bern

Tel. +41 31 356 61 04
Fax +41 31 356 61 01
E-Mail: info@educationsuisse.ch
www.educationsuisse.ch

Beitragsberechtigte Ausbildungen

Grundsätzlich sind Ausbildungen auf den Sekundarstufen und auf der Tertiärstufe bis zum ersten ordentlichen Abschluss beitragsberechtigt, wenn die Ausbildung an einer staatlich anerkannten Schule erfolgt oder zu einem staatlich anerkannten Abschluss führt. Nicht beitragsberechtigt sind: Volksschule (Sekundarstufe I) und das 10. Schuljahr. Auf Sekundarstufe II können Sie für mehrere aufeinander aufbauende Ausbildungen Ausbildungsbeiträge erhalten (z.B.: Berufslehre und anschliessende Berufsmaturitätsschule)

Für eine Ausbildung auf Tertiärstufe erhalten Sie bis zum ersten ordentlichen Abschluss Stipendien. Weiterbildungen auf Tertiärstufe werden ausschliesslich mit Darlehen unterstützt.

Weiter können folgende Ausbildungen unterstützt werden:

  • Ausbildungsspezifische und notwendige Vorkurse an staatlich anerkannten Schulen
  • Sekundarabschlüsse für Erwachsene an staatlich anerkannten Schulen
  • Integrationskurse an staatlich anerkannten Schulen
  • Berufliche Grundbildungen, die an einer Privatschule absolviert werden, sofern der angebotene Ausbildungsabschluss anerkannt ist (ohne Anrechnung des Schulgeldes)
  • Unter bestimmten Voraussetzungen Ausbildungen im Ausland
  • Berufsbegleitende Ausbildungen
Ausbildungsstufe Bildungsgang      
Tertiärstufe: Universitäten und ETH1 Fachhochschulen1 Eidg. Anerkannte höhere Fachschulen1 Weiterbildungen2
Sekundarstufe I und II: Kantonsschule (Langzeit- und Kurzzeit- Gymnasium)1 Berufslehren, berufliche Grundbildungen an anerkannten Schulen, Berufsmaturität1    

1 Stipendien

2 Darlehen

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Berufslehren, die in einem Betrieb und an der öffentlichen Berufsschule absolviert werden, werden mit Ausbildungsbeiträgen unterstützt. Die berufliche Grundbildung, die an einer Privatschule absolviert wird und mit einem eidg. Fähigkeitszeugnis abschliesst, kann ebenfalls mit Ausbildungsbeirägen unterstützt werden. Die Berechnung erfolgt jedoch ohne Anrechnung eines Schulgeldes. Ein Schulgeld (bis zum in der Stipendienverordnung vorgesehenen Maximalbetrag von 8700 Franken) wird nur dann in der Berechnung mit einbezogen, wenn zwingende Gründe für den Besuch der Privatschule anerkannt werden. Zwingende Gründe liegen vor, wenn die Person in Ausbildung nachweislich belegen kann, dass

  • trotz intensiven und rechtzeitigen Suchbemühungen keine Lehrstelle gefunden worden ist, 
  • obwohl das berufsberaterische Unterstützungsangebot zweckdienlich genutzt worden ist,
  • oder besondere Umstände vorliegen, welche ein Ausweichen auf eine berufliche Grundbildung an einer Privatschule rechtfertigen.

Das Amt für Jugend und Berufsberatung prüft im Einzelfall, ob zwingende Gründe vorliegen anhand der von der Person in Ausbildung eingereichten schriftlichen Begründung und den dazugehörigen Beilagen sowie einem allfälligen ebenfalls von der Person in Ausbildung eingereichten Gutachten einer Fachperson.

Ausbildungsbeiträge werden nur ausgerichtet, wenn der Person in Ausbildung eine existenzsichernde Erwerbstätigkeit neben der Ausbildung nicht zugemutet werden kann. Das Amt für Jugend und Berufsberatung klärt ab, welches Arbeitspensum im konkreten Fall zumutbar ist. Gestützt auf das zumutbare Arbeitspensum wird das erzielbare Einkommen berechnet. Führt das Bemessungssystem unter Berücksichtigung des so ermittelten erzielbaren Jahreseinkommens zu keinem Anspruch auf Ausbildungsbeiträge, gilt eine existenzsichernde Erwerbstätigkeit neben der Ausbildung als zumutbar.

Für Mittelschüler/innen oder andere Auszubildende auf Sekundarstufe II kann unter bestimmten Voraussetzungen ein Auslandjahr mit Ausbildungsbeiträgen unterstützt werden. Liegen für das Auslandjahr keine zwingenden Gründe vor, wird jedoch höchstens von denjenigen Kosten ausgegangen, die auch bei der entsprechenden Ausbildung im Kanton Zürich anerkannt würden. Kosten für Flugtickets oder für zusätzliche Wohnkosten etwa können nicht berücksichtigt werden.

Für ein vollständiges Studium oder eine Weiterbildung an einer staatlich anerkannten Hochschule oder Fachhochschule im Ausland können Ausbildungsbeiträge ausbezahlt werden, wenn in der Schweiz keine entsprechende Ausbildung angeboten wird (z. B. Meeresbiologie) oder andere zwingende Gründe vorliegen.

Nach mindestens einem Jahr Studium in der Schweiz kann ein Studium auch an einer staatlich anerkannten Hochschule oder Fachhochschule in einem Mitgliedstaat der EU oder EFTA fortgesetzt werden. Es werden allerdings nur diejenigen Kosten eingerechnet, die auch bei der Absolvierung der Ausbildung in der Schweiz anerkannt würden (z. B. werden Kosten für Flugtickets nicht berücksichtigt).

Berufliche Weiterbildungen im Ausland können nur an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Schule im EU/EFTA-Raum unterstützt werden. Zudem wird vorausgesetzt, dass in der Schweiz kein entsprechendes Weiterbildungsangebot besteht und die Person in Ausbildung im konkreten Fachgebiet entweder über einen anerkannten Berufsabschluss verfügt oder eine genügende Berufserfahrung nachweisen kann.

Finanzielle Verhältnisse

Die Höhe der Ausbildungsbeiträge berechnet sich aus den anerkannten Ausgaben, von denen die anrechenbaren Einnahmen und Beiträge abgezogen werden. Wenn die anerkannten Ausgaben nicht vollständig mit den anrechenbaren Einnahmen gedeckt werden, besteht ein Anspruch auf Ausbildungsbeiträge.

Anerkannte Ausgaben  Anrechenbare Einnahmen  
Grundbetrag (pauschal) Eigenleistung  
Fahrkosten Einkommen/andere Einkünfte  
Schulkosten Partnerin-/Partnerbeitrag  
Wohnkosten Elternbeitrag  
Kinder    

Die Ausgabenseite umfasst Pauschalen für den Grundbetrag (Lebenshaltungskosten und allgemeine ausbildungsbedingte Kosten) und situationsbedingt für auswärtige Kost und Logis, Aufwendungen für eigene Kinder sowie Fahrkosten und das Schulgeld bis zu einem Maximalbetrag.

Die Einnahmenseite umfasst das Einkommen abzüglich eines jährlichen Freibetrags sowie den anrechenbaren Beitrag der Eltern. Diese Berechnung erfordert in jedem Fall das Einreichen der Steuerunterlagen der Eltern, unabhängig von Alter, Ausbildungsstand und der Form des Ausbildungsbeitrages (Stipendien oder Darlehen). Bei Personen, die in Partnerschaft leben, werden auch die finanziellen Verhältnisse des Partners oder der Partnerin berücksichtigt. Je nach Ausbildung und Stufe wird eine pauschale Eigenleistung unabhängig vom tatsächlichen Einkommen angerechnet.

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Wie viel kann eine Person in Ausbildung verdienen, ohne dass ihr Stipendienanspruch gekürzt wird? Die Antwort auf diese Frage ist von einigen Faktoren abhängig, wie zum Beispiel der Art der Ausbildung und der Eigenleistung.

Allen Personen, die eine Ausbildung auf der Tertiärstufe oder eine Ausbildung auf dem zweiten Bildungsweg absolvieren, wird ein bestimmtes Einkommen angerechnet, die sogenannte Eigenleistung. Diese Eigenleistung wird unabhängig davon angerechnet, ob dieses Einkommen auch wirklich erzielt wird oder nicht. Die Höhe der Eigenleistung ist vom Elternbeitrag abhängig: Ist der Freibetrag beim Einkommen der Eltern regulär, so wird der Elternbeitrag grösser. Deshalb ist die Eigenleistung regulär, also 3000 Franken. Sind die Freibeträge für das Einkommen der Eltern erhöht, so wird der Elternbeitrag kleiner. Deshalb ist die Eigenleistung erhöht, also 7200 Franken. Die Voraussetzungen für die erhöhten Freibeträge vom Einkommen der Eltern sind in der Stipendienverordnung zu finden.

  Elternfreibeträge regulär Elternfreibeträge erhöht
Eigenleistung CHF 3000 CHF 7200
     

«Bonus»: Eine Person in Ausbildung kann in einem einzigen Studienjahr den Antrag stellen, die Eigenleistung von 7200 Franken auf 3000 Franken zu senken, z.B. im letzten Studienjahr.

Das Einkommen der Person in Ausbildung kann den Stipendienanspruch kürzen, aber nur, wenn es den entsprechenden Freibetrag übersteigt. Jedes Einkommen, das unter dem Freibetrag liegt, verändert den Stipendienanspruch nicht. Ist das Einkommen der Person in Ausbildung höher als der Freibetrag, so wird die Differenz zu 80 Prozent als anrechenbare Einnahme vom Anspruch abgezogen. Die Höhe der Freibeträge hängt ab von:

  • der Höhe der Eigenleistung und
  • der Ausbildungsstufe und davon, ob das Einkommen aus Nebenerwerb in einer Vollzeitausbildung oder aus Ausbildungsverhältnis (z.B. Praktikum oder berufsbegleitende Ausbildung) stammt.
  Eigenleistung regulär Eigenleistung erhöht
Sekundarstufe erster Bildungsweg (z. B. Kantonsschule) CHF 4800  
Tertiärstufe (z. B. Uni, ETH, FHS) oder Sekundarstufe 2. Bildungsweg (z. B. KME) CHF 11'000 CHF 15'200
Einkommen aus Ausbildungsverhältnis Sekundarstufe erster Bildungsweg (z. B. Lehre) CHF 3000  
Einkommen aus Ausbildungsverhältnis Tertiärstufe oder Sekundarstufe 2. Bildungsweg CHF 7800 CHF 12'000

Bitte beachten Sie, dass es keine allgemein gültige Einkommenslimite für die Person in Ausbildung oder ihre Eltern gibt, ab welcher ein finanzieller Anspruch auf Ausbildungsbeiträge entstehen würde. Jedes Stipendiengesuch stellt einen Einzelfall.

Weiterführende Informationen

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Rechtliche Grundlagen

Kontakt

Amt für Jugend und Berufsberatung – Stipendien

Adresse

Postfach
Dörflistrasse 120
8090 Zürich
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