Konjunktur

Aktuelle Zahlen und Kurzanalysen zur wirtschaftlichen Entwicklung

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung der Energiepreise

Die negativen Einflüsse der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft schwächen sich nach und nach ab. Der Inflationsdruck dürfte aber länger anhalten als zunächst erwartet. Der Ausbruch des Kriegs in der Ukraine hat die Energiepreise Ende Februar 2022 in die Höhe schnellen lassen. Der Rohölpreis ist sogar über die Marke von 100 US-Dollar gestiegen.

Trotz steigender Energiepreise auf dem Weltmarkt liegt die Inflationsrate in der Schweiz weiterhin auf einem relativ tiefen Niveau. Dass die Energiepreise nicht stärker zur Inflation in der Schweiz beitragen, liegt unter anderem an ihrem vergleichsweise kleinen Anteil im Schweizer «Warenkorb». Zudem schwächt der hoch bewertete Schweizer Franken Preissteigerungen bei Importen aus dem Ausland ab.

Steigende Inflationsraten und eine sich verschlechternde Wirtschaftslage bei den Schweizer Handelspartnern dürfte aber auch auf die inländische Konjunktur drücken. Es gilt deshalb, die Preisentwicklungen weiter im Auge zu behalten.

Krieg in der Ukraine lässt die Energiepreise steigen

Liniendiagramm mit der Entwicklung der Erdgaspreise und der Rohölpreise zwischen Januar 2018 und März 2022. Die Erdgaspreise lagen bis zum Sommer 2021 bei unter 50 US-Dollar pro Megawattstunde, danach gab es drei grosse Aussläge nach oben. Ende Februar 2022 lag der Erdgaspreis bei knapp 150 US-Dollar. Die Rohölpreise lagen im dargestellten Zeitraum meistens zwischen 50 und 100 US-Dollar pro Barrel. 2020 sind die Rohölpreise für mehrere Monate auf unter 5o US-Dollar gefallen. Ende Februar 2022 lag der Rohölpreis über 100 US-Dollar.
Entwicklung der Rohöl- und Erdgaspreise in US-Dollar.

Arbeitsmarktsituation

Eine Auswirkung des Kriegs in der Ukraine auf den Arbeitsmarkt ist bislang noch nicht absehbar. Die Arbeitslosigkeit im Kanton Zürich hat unlängst das Vorkrisenniveau erreicht und die Nachfrage nach Arbeitskräften ist hoch. Diese Entwicklung hat vor allem zwei Gründe: Zum einen ist sie Ausdruck des fortschreitenden Aufholeffekts, der im Frühling 2021 eingesetzt hat. Weil es in der ersten Corona-Welle zu Entlassungen und Einstellungsstopps kam, stieg die Nachfrage nach neuem Personal durch den rasch einsetzenden Aufschwung schnell an und drückte die Arbeitslosenquote nach unten. Zum anderen ist in gewissen Branchen ein regelrechter Boomeffekt zu beobachten. Während Stellensuchende von der grossen Nachfrage nach Personal profitieren, vermelden die Unternehmen zunehmend Rekrutierungsschwierigkeiten.

Im vierten Quartal 2021 umfassten die Zürcher Betriebe, die bei Befragungen des Bundesamts für Statistik angegeben haben, nur schwer oder gar kein qualifiziertes Personal gefunden zu haben, fast 40 Prozent - gewichtet nach der Gesamtzahl der Beschäftigten. Besonders gesucht war dabei Personal mit höherer Berufsbildung und Hochulabschluss.  

Rekrutierungsschwierigkeiten nach gesuchtem Ausbildungsniveau

Das Liniendiagramm zeigt die quartalsweise Entwicklung der Rekrutierungsschwierigkeiten von Unternehmen gewichtet nach der Anzahl der Beschäftigten zwischen dem ersten Quartal 2007 und dem vierten Quartal 2021. Die Rekrutierungsschwierigkeiten sind 2020 stark zurückgegangen und steigen seit Mitte 2021 wieder an. Die grössten Rekrutierungsschwierigkeiten zeigen sich bei Personal mit höherer Berufsbildung, gefolgt von Hochschulabsolventen und Personen mit Berufslehre. Die Rekrutierungsschwierigkeiten von Personal mit obligatorischer Schulbildung sind tief.
Rekrutierungsschwierigkeiten bei Zürcher Unternehmen, die im jeweiligen Befragungszeitraum nur schwer oder gar kein qualifiziertes Personal gefunden haben. Die Antwortanteile sind nach der Anzahl der Beschäftigten in den befragten Unternehmen gewichtet.

Aktuelle Lage in der Gastronomie

Restaurants und Bars haben überdurchschnittlich unter der Corona-Krise gelitten. Die Umsätze sind im ersten und zweiten Lockdown dramatisch eingebrochen. Wie Echtzeitdaten zu den Kartenzahlungen in der Gastronomie zeigen, hat zwischen Frühling und Winter 2021 jedoch wieder ein starker Aufwärtstrend eingesetzt. Nach einem erneuten Einbruch zum Jahreswechsel, sind die Ausgaben in der Gastronomie bereits Mitte Januar 2022 wieder angestiegen. Im Unterschied zur Schweiz hat der Kanton Zürich das Niveau von 2021 jedoch noch nicht erreicht.

Echtzeitindikator zur Gastronomie

Im Liniendiagramm wird die Entwicklung der Ausgaben in der Gastronomie dargestellt. Erfasst werden alle Ausgaben, die mit einer Karte getätigt wurden. Seit Mitte Januar 2022 befinden sich die Ausgaben wieder deutlich über dem Durchschnitt von 2019. In der Schweiz haben die Gastronomieausgaben im Februar 2022 einen Höchstwert erreicht. In Zürich liegen sie noch leicht unter dem Niveau vom Sommer 2021.
Index der Kartenzahlungen in der Gastronomie.

Wirtschaftsdaten und Prognosen für den Kanton Zürich

Konjunktur Quelle 2021 II/2021 III/2021 IV/2021
Bruttoinlandpro-
dukt, real               
BAK Economics, VgV.  2,7%      
Warenexporte,
nominal                        
BAK Economics, Vjp.    20,4%  9,5%  
Logiernächte              BFS, Vjp. 39,3% 178,2% 89,4% 161,2%
Arbeitsmarkt Quelle 2021 II/2021 III/2021 IV/2021
Beschäftigte              BFS, Vjp.                       0,6% 0,5%   0,5%    2,6%
Stellensuchende SECO, Vjp. -0,1% 4,2% -10,5% -22,6%
Arbeitslosenquote SECO  2,9% 3,1%   2,6%    2,4%
Unternehmen              Quelle 2021 II/2021 III/2021 IV/2021
Neueintragungen
im Handelsregister   
BAK Economics, Vjp. 5,2% 16,4% -3,1% -5,4%
Prognosen Quelle 2021 2022 2023 2024
Bruttoinlandpro-
dukt, real
BAK Economics, VgV. 2,7% 4,3% 0,9% 1,6%
Bruttoinlandpro-
dukt, real,
sporteventbereinigt*
BAK Economics, VgV. 2,7% 3,0% 2,1% 1,6%

Vjp. = Veränderung gegenüber Vorjahresperiode

VgV. = Veränderung gegenüber Vorperiode

* Ad-hoc-Schätzung

Stand: 28. Februar 2022

Vertiefte volkswirtschaftliche Analysen und Branchenreportagen zum Wirtschaftsstandort Zürich finden Sie vierteljährlich im Zürcher Wirtschaftsmonitoring:

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