Sexuelle Belästigung

Diskriminierendes Verhalten wie sexuelle Belästigung ist strafbar. Im Rahmen der Fürsorgepflicht sind Arbeitgebende dazu verpflichtet, Präventionsmassnahmen gegen sexuelle Belästigung zu ergreifen.

Inhaltsverzeichnis

Schutz vor Belästigung

Im Rahmen der Fürsorgepflicht und des Gleichstellungsgesetzes sind Arbeitgebende dazu verpflichtet, ihre Mitarbeitenden vor diskriminierendem Verhalten durch sexuelle Belästigung und Übergriffe zu schützen und ein belästigungsfreies Umfeld zu schaffen.

Was gilt als belästigend?

Als sexuelle Belästigung gilt unerwünschtes, zweideutiges Verhalten, das eine Person diskriminiert und sie dadurch in ihrer Würde verletzt.

Welche Handlungen genau als belästigend empfunden werden, ist subjektiv und wird von Menschen unterschiedlich wahrgenommen. Dennoch gibt es Verhalten, welches am Arbeitsplatz ganz klar nicht toleriert werden kann:

  • Anzügliche Bemerkungen, sexistische Sprüche und Witze
  • Scheinbar zufällige Körperberührungen und aufdringliches Verhalten
  • Annäherungsversuche oder Einladungen, die mit Vorteilen locken
  • Vorzeigen, Aufhängen, Auflegen oder Verschicken von pornografischem Material (auch elektronisch) im Arbeitsumfeld
  • Sexuelle und körperliche Übergriffe

Belästigungen können an verschiedenen Orten, in der Cafeteria, im Kopierraum oder am Arbeitsplatz stattfinden und auch von Partnern oder Partnerinnen, Lieferant*innen oder der Kundschaft des Unternehmens ausgehen. Der Arbeitsplatz ist ein anfälliges Umfeld für Belästigungen, denn Hierarchien etablieren stets Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse, welche ausgenutzt werden können. Es ist daher als Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin wichtig, während der Arbeitszeit, aber auch an Firmenanlässen oder in der Zusammenarbeit mit anderen Firmen, eine professionelle Distanz zu wahren.

Situationen von sexueller Belästigung dehnen sich aber auch zunehmend in den öffentlichen und digitalen Raum aus. Herablassende und entwertende Kommentare in den sozialen Medien oder belästigendes Verhalten im öffentlichen Raum sind respektlos. Einschreiten ist in jedem Fall wichtig.

Ein respektvolles Umfeld und klare Kommunikation

Eine respektvolle Arbeitskultur fördert faires und diskriminierungsfreies Verhalten in der gesamten Belegschaft und auf allen Hierarchiestufen. Ein klarer Handlungsleitfaden oder ein für alle zugängliches Merkblatt und Informationen zu Verhalten, welches nicht gedultet wird, beugt vor und erleichtert den Umgang mit potentiellen Fällen von sexueller Belästigung. 

Vorgehen bei sexueller Belästigung

Was tun als betroffene Person?

Liegt ein Fall von sexueller Belästigung vor, ist es wichtig, schnell zu handeln und den Arbeitgebenden einzubinden.

  1. Abklären

    Wurden Sie sexuell belästigt?

    Haben Sie eine unangenehme Situation erlebt, in der Sie ungewünscht angefasst wurden, wo Sie sich zweideutige Sprüche anhören mussten oder Sie unerwünscht mit pornografischem Material in Berührung kamen? War das noch ein Flirt oder bereits Belästigung?

  2. Protokoll führen

    Protokollieren Sie die Vorfälle

    Protokollieren Sie alle Vorkommnisse und sammeln Sie Beweismaterial wie SMS, Whatsapp-Nachrichten, Mails oder Bilder. Merken Sie sich Personen, welche die Vorfälle bezeugen können und fragen Sie sie, ob sie Ihre Beobachtungen bestätigen würden.

  3. Ansprechspersonen aufsuchen

    Kontaktieren Sie Ihre HR-Fachperson, Vertrauensperson oder vorgesetzte Person

    Wenden Sie sich an die zuständige HR-Fachperson, Ihre Vertrauensperson oder an die Vorgesetzte oder den Vorgesetzten. Melden Sie den Vorfall und ziehen Sie deren Hilfe herbei. Der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin ist in der Pflicht, sexueller Prävention vorzubeugen und bei Vorfällen entsprechende Massnahmen zu ergreifen.

  4. Fachstellen kontaktieren

    Wenden Sie sich an eine Fach- oder Anlaufstelle

    Finden Sie am Arbeitsplatz keine notwendige Unterstützung? Kontaktieren Sie die zuständige Fach- oder Anlaufstelle für eine persönliche Beratung.

  5. Schlichtungsstelle aufsuchen

    Kontaktieren Sie die kantonale Schlichtungsstelle

    Können Ihnen interne Ansprechpersonen oder externe Anlaufstellen nicht weiterhelfen, dann wenden Sie sich mit Ihrer Dokumentation an die kantonale Schlichtungsstelle.

Was tun als Vertrauensperson?

Sie sind Vertrauensperson für belästigte Personen an Ihrem Arbeitsplatz? Unser Leitfaden hilft Ihnen dabei, angemessen vorzugehen.

Was tun als verursachende Person?

Werden Vorwürfe sexueller Belästigung angebracht, sind diese in jedem Fall ernstzunehmen und abzuklären. Auch wenn keine Absicht vorliegt, entscheidet in diesem Kontext die subjektive Wahrnehmung der betroffenen Person, folglich muss der/die Verursacher/in das als belästigend empfundene Verhalten sofort stoppen. Wenn das Verhalten andauert, ist der oder die Vorgesetzte gesetzlich dazu verpflichtet, Massnahmen einzuleiten und umzusetzen, um ein belästigungsfreies Arbeitsklima zu schaffen.

Sexismus

Sexistisches Verhalten ist verspottend, beleidigend oder erniedrigend. Sexismus bezeichnet dabei jegliche Art der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, zum Beispiel auf Basis des Aussehens, der sexuellen Orientierung oder des Verhaltens. Vielfach handelt es sich um alltägliches, routiniertes Verhalten, weswegen sexistische Handlungen oft unter den Begriff des Alltagssexismus fallen. Dabei kann es sich um Sprüche von Arbeitskollegen oder -kolleginnen, um eine erniedrigende Werbebotschaft oder ein spöttisches Video handeln.  

Sexismus in der Werbung

Sexistische Werbung spielt bewusst mit Zweideutigkeiten und verletzt die Würde von Frauen oder Männern, mit dem Ziel ein Produkt oder eine Dienstleistung zu vermarkten. Häufig hat das beworbene Produkt keinen offensichtlichen Zusammenhang mit der sexistischen Komponente der Werbung. Sexistische Werbung stilisiert, objektiviert, stellt sexuelle Gewalt als lustvoll dar oder spielt mit erniedrigenden Geschlechterklischees. Werbetreibende, welche sexistische Werbung betreiben, können auf Auftrag hin von der Lauterkeitskommission geprüft und gegebenenfalls abgemahnt werden.

Weiterführende Informationen

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