Hochwasser gefährden Personen und Sachwerte im Kanton Zürich. Mit Hilfe des integralen Risikomanagements können diese Risiken wirksam vermindert werden. Auf dieser Seite erfahren Sie, wie der Einsatzplan Hochwasser dazu beiträgt, und wie Gemeinden ihn erstellen können.
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Ausgangslage
Eine wesentliche Massnahme im Bereich der Vorsorge stellt die Notfallplanung dar. So werden systematisch Vorbereitungen für die Bewältigung von Schadensereignissen getroffen. Diese Vorbereitung erfolgt mittels Einsatzplänen, welche die Arbeit der Führungsorgane und Einsatzkräfte des Bevölkerungsschutzes im Ereignisfall strukturieren, erleichtern und effizienter gestalten.
Ein Einsatzplan ist sinngemäss ein Werkzeugkasten für die Führungsorgane und Einsatzkräfte, welcher bei der Ereignisbewältigung unterstützen soll. Er beschreibt Abläufe und Massnahmen vor, während und nach einem Ereignis. Der Einsatzplan richtet sich an alle Partner des Bevölkerungsschutzes, wobei in der Umsetzung oft die Feuerwehren als Ersteinsatzkräfte mit dem Einsatzplan arbeiten.
Ziele
Ein Einsatzplan ist eine vorsorgliche Planung. Die Führungsorgane und Einsatzkräfte sollen ihre Interventionsmassnahmen zu einem Zeitpunkt durchdenken und planen, wenn sie ausreichend Zeit dazu haben. Dies ermöglicht die Erreichung der vier zentralen Ziele:
- Die Führungsorgane erhalten im Ereignisfall einen Führungsvorsprung.
- Führungsorgane und Einsatzkräfte können frühzeitig agieren, anstatt auf ein bereits eingetretenes Schadensereignis reagieren zu müssen.
- Dank frühzeitigen und effektiven Interventionsmassnahmen können Leben gerettet und Schäden verhindert (oder zumindest vermindert) werden.
- Die Dokumente eines Einsatzplans können mit Erfahrungen aus Ereignissen stetig weiterentwickelt und verbessert werden. Dies fördert auch den Wissenstransfer innerhalb der Akteure und zu künftigen Generationen (z.B. junge Feuerwehr-Offiziere).
Zur Umsetzung eines Einsatzplans stellt das AWEL einen Leitfaden zur Verfügung.
Leitfaden
Der Leitfaden zur Umsetzung der Einsatzplanung richtet sich in erster Linie an die Gemeinden und die örtlichen Einsatzkräfte des Bevölkerungsschutzes sowie an Fachbüros für Naturgefahren, welche für die Erarbeitung eines Einsatzplans beigezogen werden.
Beilagen zum Leitfaden
Umsetzung
Akteure
Die Hauptakteure sind die Gemeinden mit den Führungsorganen und Einsatzkräften sowie die Fachbüros für Naturgefahren. Die nachfolgende Übersicht listet die Aufgaben bei der Einsatzplanung auf und zeigt, welche Rollen im Planungsprozess von Bedeutung sind.
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Akteur/-in
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Rolle
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Aufgabe
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|---|---|---|
| Gemeinde | Auftraggeberin | - Initiierung Einsatzplanung
- Offertanfragen - Auftragserteilung - Finanzierung - Subventionsantrag - Genehmigung Einsatzplan |
| Gemeindeführungsorganisation (GFO) | Örtliche Einsatzkräfte und Partner Bevölkerungsschutz | - Mitarbeit in Einsatzplanung
- Ausbildung, Beübung und Nachführung |
| Fachbüro Naturgefahren | FachspezialistIn im Bereich Einsatzplanung / Intervention | - Begleitung und fachliche Unterstützung
- Organisation - Grundlagenbeschaffung - Erarbeitungder Dokumente des Einsatzplans |
| AWEL | Projektleitung Notfallplanung Hochwasser für Kanton ZH | - Beratung Gemeinde
- Fachliche Unterstützung - Einhaltung der kantonalen Vorgaben sicherstellen - Subventionszahlungen |
Organisation
Die Gemeinde als Auftraggeberin beschliesst die Erstellung eines Einsatzplans Hochwasser. Bei der Ausschreibung respektive Mandatierung eines Fachbüros Naturgefahren kann sie sich durch die Projektleitung Notfallplanung Hochwasser des AWEL unterstützen lassen. Dazu wird auch ein Musterpflichtenheft zur Verfügung gestellt (Beilage B2 des Leitfadens).
Für die Erarbeitung stehen die Partner des Bevölkerungsschutzes im Zentrum. Je nach Gemeindestruktur können das verschiedene Partner sein, im Minimum sollen Vertreter/-innen des Gemeindeführungsorgans, der Werkdienste (Gewässerunterhalt) und der Feuerwehr als Ersteinsatzkräfte miteinbezogen werden.
Das Fachbüro Naturgefahren begleitet und unterstützt die Partner des Bevölkerungsschutzes und erstellt die Dokumente des Einsatzplans. Bei Bedarf kann die kantonale Fachstelle zur Beratung beigezogen werden.
Erfolgsfaktoren
Vorteile:
- Unterstützung von Fachspezialisten
Die Methode der Einsatzplanung sieht einen direkten Einbezug der Führungsorgane und Einsatzkräfte vor. Die Fachspezialisten beraten, unterstützen und erledigen die «Knochenarbeit».
Vorteile:
- Planung vor Ort
Die identifizierten Risiko-Hotspots werden gemeinsam vor Ort diskutiert. Geeignete Interventionsmassnahmen werden entwickelt und protokolliert. Die Einsatzplanung findet also zu einem wesentlichen Teil draussen statt.
Vorteile:
- Prioritäten setzen
Die Einsatzkräfte sollen ihre Mittel zielgerichtet dort einsetzen, wo die Risiken besonders hoch sind (Personen und Tiere). Es soll auch immer geprüft werden, ob eine vorsorgliche Interventionsmassnahme sinnvoll, geeignet und realisierbar ist.
Vorteile:
- Der Einsatzplan wird nachgeführt und beübt
Ein Einsatzplan muss den aktuellen Gegebenheiten entsprechen und dessen Anwendung muss eingespielt sein.
Erarbeitungsschritte
Anleitung
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Grundlagen bereitstellen
Seitens Gemeinde sollen die teilnehmenden Akteure (Führungsorganisation und Einsatzkräfte) bereits vorhandene Dokumente zur Bewältigung von Hochwasserereignissen sowie die übergeordnete Massnahmenplanung Hochwasser zusammenstellen. Ebenfalls soll eine einfache Zusammenstellung der verfügbaren Ressourcen (Personal und Material) vorbereitet werden.
Die Fachbüros bereiten die vorhandenen Grundlagen zur Hochwassergefährdung auf (Gefahrenkarte/Wassertiefenkarten, Oberflächenabflusskarte, kürzlich realisierte Schutzmassnahmen).
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Workshop «Erarbeitung der Risiko-Hotspots»
Die Gemeinde erarbeitet mit Unterstützung des Fachbüros eine Übersicht der Risiko-Hotspots. Dazu wird zuerst gemeinsam die handgezeichnete Schutzgutkarte erarbeitet. Anschliessend werden die Schutzgüter mit den Wassertiefenkarten überlagert und die Konsequenzen abgeschätzt. Schutzgüter, die durch Hochwasser gefährdet sind und bei deren Überflutung mit grossen Konsequenzen zu rechnen ist, werden als Risiko-Hotspots identifiziert.
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Feldbegehung der Risiko-Hotspots
Sämtliche in Schritt 2 identifizierten Risiko-Hotspots werden vor Ort beurteilt. Sofern eine Interventionsmassnahme als zweckmässig und realisierbar erachtet wird, werden die Details gemeinsam geplant und durch das Fachbüro protokolliert.
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Erstellung Dossier Einsatzplan
Mit den Ergebnissen der Feldbegehung erarbeitet das Fachbüro den Entwurf der Dokumente des Einsatzplans. Dieser wird der Gemeinde zur Prüfung zugestellt. Nach erfolgter Bereinigung wird das definitive Dossier in analoger und digitaler Form der Gemeinde übergeben und von dieser genehmigt.
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Umsetzung und Beübung
Die Umsetzung des Einsatzplans erfolgt durch die Gemeinde (Führungsorganisation und Einsatzkräfte) und beinhaltet beispielsweise die Information der Betroffenen sowie die Ausbildung und Beübung. Die geplanten Interventionsmassnahmen werden im Rahmen von Übungen und Ausbildungen auf deren Machbarkeit hin überprüft und bei Bedarf angepasst (insbesondere Aufbauzeiten und Mittel). Der Einsatzplan muss auch künftig periodisch überprüft und wenn nötig überarbeitet werden.
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