Erschütterungen & Körperschall

Auch schwach oder gar nicht hörbarer Schall kann stören. Ihm beizukommen ist oft sehr schwierig. Während Erschütterungen «nur» als lästige Vibrationen gefühlt werden, ist Körperschall hörbar – nicht unbedingt laut, aber durchaus lästig.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Verkehrsanlagen, Industriebetriebe und Baustellen verursachen Erschütterungen. An diesen Orten können tieffrequente Schwingungen entstehen, die über den Untergrund bis in die Nachbarschaft gelangen. In den betroffenen Gebäuden nehmen die Bewohnerinnen und Bewohner sie als Vibrationen oder als durch Vibrationen verursachte Sekundärgeräusche (zum Beispiel Gläserklirren) wahr.

Wänden, Böden und Decken in Gebäuden können Körperschall abgestrahlen. Dieser ensteht einerseits auf Grund von externen Erschütterungen (wahrnehmbar als dumpfes Grollen), aber auch durch gebäudeeigenen Quellen wie Heizungen, Lüftungen oder Pumpen (wahrnehmbar als Brummen, Pfeifen u. ä.). Auch Maschinen und Geräte in Gewerberäumen derselben Liegenschaft kommen als Ursache in Frage.

Gebäudeexterne Ursachen

Eisenbahn & Bauarbeiten

Hauptauslöser von Erschütterungen in der Schweiz sind die Eisenbahnen. Aufgrund der hohen Gewichte können vor allem bei Unebenheiten wie Weichen, Schienenstössen und Riffeln Vibrationen entstehen und in den Untergrund eingeleitet werden.

Auch schwere Bauarbeiten (Rammen, Sprengungen, Bohrungen, Abbauhammer und andere) sowie Industrieanlagen können zu Erschütterungen im Boden führen.

Strassenverkehr

Weniger häufig sind Vibrationen, die vom Strassenverkehr ausgelöst werden, da die Gewichte vergleichsweise gering sind. Wenn sich aber Gebäude unmittelbar an der Strasse oder bei Brückenpfeilern befinden, können trotzdem störende Einwirkungen auftreten, vor allem bei unebener Fahrbahnoberfläche.

Die Vibrationen können Schäden an Gebäuden (zum Beispiel Rissbildungen) verursachen oder Menschen in ihrem Alltag beeinträchtigen.

Gebäudestruktur & Ausbreitung

Neben der Anregungsintensität und der Distanz ist die Struktur des Gebäudes, vor allem die Deckenkonstruktion, der wichtigste Faktor in der Erschütterungsausbreitung. Zusätzliche Faktoren sind die Art des Untergrunds und die Ankoppelung ans Gebäude.

Als extremste denkbare Gesamtsituation kann wohl die Kombination von schweren Lokomotiven, schwammigem Boden und grossflächigen Holzbalkendecken bezeichnet werden.

Massnahmen

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

  • Bahngleis (Masse-Feder-System, Unterschottermatten, Schienen-Schleifen, Stösse verschweissen, und weiteres)
  • Industrieanlagen (elastische Lagerung, Schwingungstilger, und weiteres)
  • Baustellen (erschütterungsarme Bauverfahren wie Betonbeisser anstatt Abbauhammer, Bauüberwachung mit Alarmierung, Rissprotokolle, und weiteres)
  • Strassen (ebene Fahrbahn, keine starre bauliche Verbindung mit Gebäude wie Leitungen, Betonriegel, und weiteres

  • Bodenschlitz (offen oder ausbetoniert)

  • Versteifung der Decken
  • Elastische Lagerung des Gebäudes
  • Entkopplung zwischen Keller- und Wohngeschossen

Zuständigkeiten

Bestehende Anlagen

Sanierungen bei bestehenden Anlagen sind Sache des Anlagehalters. Vor allem bei Bahnanlagen sind Sanierungen jedoch mit umfangreichen baulichen Eingriffen und hohen Kosten verbunden und deshalb nur im Zusammenhang mit Neubauten möglich.

Neue & geänderte Anlagen

Bei neuen und geänderten Anlagen hat der Anlagehalter für eine immissionsarme optimierte Lösung zu sorgen. Bei Bahnanlagen kommt dabei die Weisung für die Beurteilung von Erschütterungen und Körperschall bei Schienenverkehrsanlagen (BEKS) vom 20. Dezember 1999 zum Tragen.

Bei Neubauten mit lärmempfindlichen Räumen sind geeignete Massnahmen frühzeitig einzuplanen und gehen zu Lasten der Bauherrschaft.

Im Kanton Zürich sind die Gemeinden für den Vollzug im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens zuständig. Eine grobe Ausscheidung von Erschütterungs- und Körperschall-relevanten Bauvorhaben kann anhand der folgenden Tabelle durchgeführt werden.

Erschütterungs- und körperschall-relevante Bauvorhaben

Quelle Kriterium Kritischer Nahbereich Einflussbereich Einfluss grösserer Distanzen
Bahnlinie Distanz ab nächster Gleichsachse bis 30 m bis 60 m in der Regel nicht relevant
Strasse >100 LW/h *) *)  
  >50 LW/h *) *)  
  <50 LW/h *) *)  
Baustelle Sprengung   bis 80 m  
  Abbauhammer (>200kg) Rammgeräte Vibrowalzen   bis 60 m  
  Plattenverdichter   bis 20 m  

*) Daten in Erarbeitung

Gebäudeinterne Ursachen

Werden Erschütterungen oder Körperschall nicht durch Erschütterungen im Umfeld erzeugt, sondern durch Quellen im Gebäudeinneren, ist die Norm SIA 181 anwendbar.

Massnahmen

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

  • Gerätewahl
  • Geeignete Platzierung
  • Elastische Lagerung
  • Einsatz von Dämpfern oder Schwingungstilgern
  • Regelung der Betriebsintensität (Vermeidung von Resonanzen)

  • Elastische Trennlagen
  • Schwingungsdämmelemente

  • Grundrissplanung Gesamtgebäude


    (und weiteres)

Zuständigkeiten

Bei bestehenden, neuen und geänderten Anlagen hat der Eigentümer oder der Anlagenverantwortliche für einen immissionsarmen Betrieb zu sorgen. Bei Neubauten mit lärmempfindlichen Räumen sind geeignete Massnahmen frühzeitig einzuplanen.

Der Vollzug im Kanton Zürich liegt bei den Gemeinden und bei den für die Private Kontrolle zuständigen Unternehmen.

Rechtliche Grundlagen

Gemäss Artikel elf des Umweltschutzgesetz (USG) sind schädliche oder lästige Erschütterungen an der Quelle zu begrenzen. Zudem gilt hier das Vorsorgeprinzip. Bisher existieren in der Schweiz jedoch weder eine Vollzugsverordnung noch Beurteilungsgrenzwerte.

Bei der Erstellung oder Änderung von Schienenverkehrsanlagen kommt die «Weisung für die Beurteilung von Erschütterungen und Körperschall bei Schienenverkehrsanlagen (BEKS, 1999)» zur Anwendung.

In allen anderen Fällen sind die folgenden drei Regelwerke massgebend:

  • Erschütterungs-Einwirkung auf Menschen:
    DIN 4150-2 (wird zurzeit erneuert)
  • Körperschall-Einwirkung auf Menschen:
    Immissionsrichtwerte nach BEKS
  • Einwirkungen auf Bauwerke:
    VSS: SN 640 312a

Kontakt

Tiefbauamt – Fachstelle Lärmschutz, Erschütterungen

Adresse

Walcheplatz 2
8090 Zürich
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Telefon

+41 43 259 55 27

Daniela Kauf

+41 43 259 55 16

Peter Angst

Für dieses Thema zuständig: