Bahnlärm

Die Bahn ist umweltschonend und unentbehrlich, aber nicht emissionsfrei. Die Sanierung der von den SBB verursachten übermässigen Lärmbelastungen ist mehrheitlich abgeschlossen. Die Lärmbelastung durch weitere Bahnen ist nur vereinzelt von rechtlicher Bedeutung.

Inhaltsverzeichnis

Schweizerische Bundesbahnen SBB

Für die meisten Bahnstrecken gelten die Lärmwerte des Lärmbelastungskatasters. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat den ersten Teil des Lärmbelastungskatasters gemäss Lärmschutzverordnung (LSV) und Geoinformationsgesetz (GeoIG) publiziert:

  • Festgelegte Emissionen Tag/Nacht (Ersatz Emissionsplan 2015)
  • Tatsächliche Emissionen Tag/Nacht (aktuell für das Jahr 2015)

Im Zusammenhang mit lärmrechtlichen Beurteilungen sind in aller Regel die festgelegten Emissionen anzuwenden. Auskünfte zur SBB und ihren Lärmemissionen finden Sie im Online-Kataster.

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Der Emissionspegel Lr,e ist nach LSV die massgebende Grösse für die Beschreibung der Lärmemissionen.

Die «festgelegten Emissionen» definieren, welche maximalen Emissionen der Anlagenbetreiber erzeugen darf. Bei Einzonungen, Erschliessungen und Baubewilligungen muss damit gerechnet werden, dass der Anlagenbetreiber (also die Bahn) die maximal möglichen Emissionen ausschöpfen kann. Die festgelegten Emissionen sind deshalb die im Planungs- und Bauverfahren relevanten Grössen.

Auf grossen Teilen des Netzes entsprechen diese Werte dem Emissionsplan 2015. Weitere Erläuterungen zu den Emissionsdaten finden Sie auf der Website des BAV.

Für Strecken mit zwei oder mehreren parallelen Linien und mit einem K1-Wert (Pegelkorrektur für Fahrlärm) von kleiner als -5 dB ist die Anzahl Züge (Na, Nb, ... Nx) pro Linie a, b, ... x  zu berechnen:

  • Na = 10 ^ (2.4 - K1a / 10)
  • Nb = 10 ^ (2.4 - K1b / 10)

Die Anzahl Züge pro Linie sind zu addieren und es ist ein neuer K1-Wert (K1neu) zu berechnen:

K1neu = 10 * log (Na+b / 250)

Detaillierte Lärmangaben der SBB

Folgendes wird im Emissionsplan nicht berücksichtigt:

  • Grosse Personenbahnhöfe
  • Weichen und Spurwechsel ausserhalb von Bahnhofbereichen
  • Verzweigungen mit Überwerfungsbauwerken
  • Rangieranlagen
  • Kurvenkreischen

Für Auskünfte zu den speziellen Situationen kontaktieren Sie die SBB unter kundendialog@sbb.ch.

Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU

Auskünfte zur SZU und ihren Lärmemissionen erhalten Sie unter:

+41 44 206 45 11
bahnnahesarbeiten@szu.ch

Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG
Wolframplatz 21
8045 Zürich

Forchbahn FB

Auskünfte zur FB und ihren Lärmemissionen erhalten Sie unter:

+41 43 288 11 94
markus.amrein@forchbahn.ch

Markus Amrein, Bereichsleiter Infrastruktur
Forchbahn AG
Kaltensteinstrasse 32
8127 Forch

Bahnlärmsanierung SBB

Mit dem Gesetz über die Lärmsanierung der Eisenbahnen standen ab Frühjahr des Jahres 2000 insgesamt 1.8 Milliarden Franken zur Verfügung. Für das gesamtschweizerische Projekt war das Bundesamt für Verkehr (BAV) verantwortlich. Die Fachstelle Lärmschutz betreute den Vollzug von Schallschutzmassnahmen an Gebäuden im Kanton Zürich (Schallschutzfenster).

Die Lärmsanierung der Eisenbahnstrecken wurde gemeindeweise durchgeführt und im Frühling 2019 abgeschlossen.

Die Auszahlung von weiteren Beiträgen für Schallschutzfenster ist ausgeschlossen.

Lärmschutzwände

Auf Grund der Ausbreitungscharakteristik von Bahnlärm wird bereits mit niedrigen Hindernissen und genügend absorbierender Oberflächenstruktur eine gute Wirkung am Fenster erzielt. Lärmschutzmassnahmen auf dem Ausbreitungsweg (Lärmschutzwände) hatten dementsprechend – nach den Massnahmen an der Quelle (Rollmaterial) – erste Priorität. Alle Lärmschutzwände wurden durch die SBB geplant und erstellt, die Genehmigungsbehörde war das BAV. Je nach Situation wurden verschiedene Materialien und Oberflächen eingesetzt.

Die SBB verwenden zwei Normtypen für Lärmschutzwände, der eine aus Beton (Kanton Zürich) und der andere aus Holz.

Wände aus Beton

Lärmschutzwände aus Beton setzen sich aus Einzelfundamenten mit Stahlprofilen und dazwischen gestellten Wandelementen von vier Metern Länge zusammen, mit anthrazitgrauer Farbgebung und in der Regel bahnseitig schallabsorbierend.

Auf der bahnabgewandten Seite ist die Oberflächenstruktur glatt oder mit einem Besenstrich versehen. Um auf der Anwohnerseite Reflexionen zu vermeiden, werden entlang von stark befahrenen Strassen poröse schallabsorbierende Oberflächen eingesetzt.

Gestaltung & Bepflanzung

Mittels situationsangepasster, landschafts- und ortsbildgerechter Gestaltung, Einheitlichkeit in Art, Struktur und Dimension mit möglichst wenig Versätzen, standortgerechter Bepflanzung mit Kletterpflanzen und Niederhecken wurde eine Eingliederung der Lärmschutzwände in die örtlichen Verhältnisse angestrebt.

Ortsbild & Landschaft

Die Beeinträchtigung des Ortsbildes soll laut SBB mit der Beschränkung der Wandhöhe auf allgemein zwei Meter über Schienenoberkante oder Terrain in akzeptablem Rahmen gehalten. Die Sichtverbindungen sollen nur stellenweise gestört werden. Auch die abschnittweise Erhöhung auf vier Meter soll laut SBB in der Regel keine unverhältnismässige Beeinträchtigung des Ortsbildes darstellen.

Fauna & Flora

Lärmschutzwände kommen naturgemäss kaum in Gebieten mit besonderen Schutzbestimmungen oder in Arealen von besonderer ökologischer Bedeutung zum Einsatz. Im Siedlungsbereich sind normalerweise keine grösseren Wildwechsel vorhanden. Allfällig vorkommende Kleintierwechsel werden durch lange Lärmschutzwände höchstens leicht behindert.

Unterhalt & Sicherheit 

Um die bestmögliche Wirkung zu erbringen, sollten Lärmschutzwände möglichst nahe bei der Lärmquelle angeordnet werden. Damit sich das Unterhaltspersonal ungefährdet zwischen den vorbeifahrenden Zügen und der Lärmschutzwand aufhalten kann, ist hingegen ein möglichst grosser Abstand zum Gleiskörper einzuhalten. Diese Sicherheitsanforderungen und die anlagenbedingten Erschwernisse durch Fahrleitungsmasten, Kabelkanäle und Entwässerungseinrichtungen führten zur Festlegung eines Regelabstandes von vier Metern zwischen der Wand und der Mitte des äusseren Gleises.

Schallschutzfenster

Mit einer verbesserten Schalldämmung der Gebäudehülle wird wenigstens eine gute Wirkung im Gebäudeinnern erzielt. Ersatzmassnahmen am Empfangsort (Schallschutzfenster) wurden dort realisiert, wo keine Lärmschutzwände möglich oder sinnvoll waren, sowie bei lärmempfindlichen Räumen, bei denen auch trotz Lärmschutzwänden Grenzwerte überschritten werden.

Qualität & Kontrolle

Die Schalldämmung der Fenster einschliesslich der zugehörigen Bauteile wie Rollladenkästen und Schalldämmlüfter (LSV, Anhang 1) wurde durch stichprobenweise Kontrollen sichergestellt.

Weiterführende Informationen

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Kontakt

Tiefbauamt – Fachstelle Lärmschutz, Bahnlärm

Adresse

Walcheplatz 2
8090 Zürich
Route anzeigen

Telefon

+41 43 259 55 27

Daniela Kauf

+41 43 259 55 20

Martin Wehrle

Für dieses Thema zuständig: